Unsere Reise nach Namibia und Südafrika

Dieser interessante Reisebericht mit den zahlreichen Fotos und persönlichen Erfahrungen wurde uns freundlicherweise von Antje zugesendet und zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese schönen Eindrücke Namibias und Südafrikas!

Vorwort

Es ist mal wieder soweit, nach 1999 endlich wieder Afrika. Nachdem auch Jutta und Hans-Jürgen ihre Liebe zu Afrika entdeckt haben, wollen wir diese Reise wieder gemeinsam unternehmen, wissen wir doch schon aus den vergangenen Reisen worauf man sich gegenseitig einlässt.
Da wir nun ja schon routiniert sind in den Reisevorbereitungen, laufen sie auch relativ reibungslos ab. Lodges und Autos werden bestellt, Route wird genaustens unter die Lupe genommen, Dokumente und jede Menge Informationsmaterial werden beschafft. Zudem wird der jeweilige Gesundheitszustand überprüft und für angemessen erachtet. Juttas Bedenken bezüglich des Zustandes ihres Gartens bei Rückkehr wird mehr oder weniger missachtet, können wir doch diese Art von Reise nicht beliebig nach hinten verschieben in Anbetracht unseres fortgeschrittenen Alters. Jutta ist einsichtig.
Diesmal soll’s auch in den Norden und Nordwesten von Namibia gehen und am Ende wollen wir uns in Kapstadt und Stellenbosch noch ein wenig erholen.
Es kann losgehen.

Anreise – Donnerstag, 27. April

Nach dem Motto, die Fahrt in vollen Zügen genießen, fahren wir am frühen Nachmittag Richtung Frankfurt, wo Hans-Jürgen und Jutta schon auf uns warten. Der verabredete Meeting Point wird von Günther nicht so ohne weiteres gefunden, aber da wir ja Handybesitzer sind, klärt sich die Sache rasch. Ein paar Drinks noch vor dem Check-in und schon hebt das Flugzeug ab. Wegen Überfüllung des Flugzeugs gönnt man uns Plätze im Businessbereich, was uns in Anbetracht der langen Flugzeit (9 Stunden und 40 Minuten) sehr willkommen ist. Das Abendessen ist jedoch economymäßig, was uns aber nicht stört. Dank der enormen Beinfreiheit erreichen wir nach einem mäßigen Frühstück, relativ entspannt am 28.04. um 07.40 Uhr Windhoek.

Namibia - Rundreise - ReiseberichtSchon vom Flugzeug aus sehen wir die mit Wasser gefüllte Etoshapfanne, eine Seltenheit. Man misst 12 o C bei strahlendem Sonnenschein. Der Flugplatz ist von lebenden und zermalmten Heuschrecken übersät. 2 Boys von Asco Car Hire holen uns ab und speditieren uns und unser Gepäck zu ihrem Stützpunkt, wo wir nach einigem Durcheinander schließlich unser Auto bekommen. Wir haben uns das Auto etwas komfortabler vorgestellt, fühlen sich Jutta und ich doch im hinteren Teil des Wagens wie in einer Zwangsjacke. Na dann gute Fahrt! Das ungewohnte Auto und der Linksverkehr machen auch Günther etwas zu schaffen, aber wir erreichen schließlich das Safari Court Hotel, in dem wir uns für eine Nacht einquartiert haben, unfallfrei. Dort angekommen gönnen wir uns erst ein Lunch im Biergarten, da die Zimmer noch nicht verfügbar sind, dann geht’s downtown zum Einkaufen, soll es uns doch während der Fahrt am nächsten Tag nach Swakopmund an nichts fehlen. Noch ein Drink in der Bar des Kalahari Sands Hotels, dann fahren wir ohne Probleme zurück zum Hotel, wo in der Zwischenzeit viele Reisegruppen eingetroffen sind. Noch ‚n Drink, dann wird zu Abend gegessen. Um 21.00 Uhr wird die Nacht eingeläutet.

Windhoek – Gamsbergpass – Swakopmund – Freitag, 28. April

Um 6.45 Uhr aufstehen. Reichliches Frühstück nehmen wir um 07.45 Uhr ein. Dann wird das Auto beschickt und losgefahren Richtung Swakopmund. Mein Sonnenhut und die seit der letzten Reise gehüteten Blechtassen bleiben im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke (ich habe sie auf dem Autodach vergessen).

Auf der C26 geht’s westswärts . Die Landschaft zeigt sich in einem ungewöhnlich grünen Kleid, Flüsse, wo man nie Flüsse vermuteten würde, einige Springböcke und hie und da ein Strauß am Firmament, das sind die ersten Eindrücke, die wir von unserem Eintauchen in Namibia begierig aufgreifen. Die Bezwingung des Gamsbergpasses ist kein Problem und der Vogelfederberg wird ohne Umschweife gefunden (ich glaube ja, dass er bei unserer letzten Reise vom Tourismusverband kurzfristig woanders hin verliehen wurde). Am Fuße desselben machen wir eine Picknickpause. Es ist warm und kein Mensch weit und breit zu sehen.

Reisebericht - Namibia - SüdafrikaWeiter geht’s auf der C14 Richtung Atlantik, d. h. von ca. 1800 m auf Meereshöhe. Dicke Wolken türmen sich auf und lassen Übles befürchten. Vielleicht ein Tornado oder mindestens ein Sandsturm. Aber nichts für uns Bedrohliches passiert. Die Landschaft bis Walvis Bay ist ziemlich öde. Von dort geht’s nach Norden bis Swakopmund. Das Hansa Hotel wird fast umgehend gefunden, wir checken ein (Zi. 5 und 6) und genehmigen uns ein Begrüßungsdrink auf unserer zimmereigenen Terrasse. Es ist ungewöhnlich schwül und warm, kein Atlantiknebel, der die Kühle bringt, um die die Einwohner von Swakopmund vom Rest der Namibier beneidet werden. Wir sitzen auf unserer Terrasse, schwitzend, aber zufrieden. Danach räumen wir unsere Habseligkeiten ein und am Abend treffen wir uns mit Paul und Edith, die sich auf einem Campingplatz am Südrand von Swakopmund einquartiert haben. Wir freuen uns immer wieder sie zu treffen, haben sie es doch extra so eingerichtet, dass sie um diese Zeit in Swakpomund sind und außerdem kennen sie ja auch Jutta und Hans-Jürgen. Wir verbringen einen unterhaltsamen Abend, zunächst im Restaurant Kelder, wo wir ein außergewöhnlich gutes Oryxsteak verdrücken und später dann noch im Hansa Hotel zu einem Absacker, dessen Bar wirklich einladend ist.
Um 23.00 Uhr ist Nachtruhe angesagt, die Zimmer sind knallwarm.

Rundtour Welwitschia drive von Swakopmund aus – Sonntag, 30. April

Die Schwüle des vorherigen Tages ist trockener Hitze gewichen.
Um 8.30 Uhr nehmen wir ein umfangreiches weil anzudauerndes Frühstück ein.
Um 10.00 Uhr treffen wir uns mit Edith und Paul. Geplante Tour des heutigen Tages: Namib Naukluft Park mit Schwerpunkt Welwitschia drive.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Eingang zum Welwitschia drive. Obgleich angekündigt, müssen wir dafür kein permit löhnen.
Namib Wüste  - Namibia - ReiseberichtEine relativ öde Landschaft eröffnet sich uns, mondlandschaftähnlich. Wir suchen die ausgetrockneten Flechten, die sich schlagartig in frisches Grün verwandeln sollen, wenn man sie mit Wasser begießt und finden sie auch. Dank mitgeführten Wassers bestehen die Flechten den Test. Nun kommen wir in den Bereich, woher der Welwitschia drive seinen Namen hat.
Die Welwitschia Mirabilis ist eine typische Pflanze der Namib Wüste. Sie gehört zu den außergewöhnlichsten Pflanzen der Welt und wird bis zu 2000 Jahre alt. Sie ist eine Gurkenart (wie profan) deren lange Wurzeln in der Tiefe des Bodens nach Wasser suchen und offensichtlich auch finden. Ansonsten begnügt sie sich mit dem Nachttau und der Feuchtigkeit des Nebels, der typisch ist für den Küstenstreifen vor Swakopmund, ausgelöst durch den kalten Benguela Strom vor der Atlantikküste.
Welwitschia allover, männlich, weiblich, alt und jung. Die Älteste sehen wir bei beacon 12, sie ist 1500 Jahre alt und durch einen Zaun vor untersuchenwollenden Touristen geschützt.
Kein Ausflug ohne Picknick. Im Schatten einer Akazie (ich glaub‘ es war eine) vertilgen wir Mitgebrachtes, worum sich Edith und Paul gekümmert haben. Nach einem kurzen Spaziergang zu einem uns sehenswert erscheinenden Bergmassiv, machen wir uns auf den Heimweg. Wir ersparen uns eine ausgedehnte Rundtour.
Um 15.30 Uhr hat uns das Hotel wieder. Der Gang zur Bar ist obligatorisch, dann verlassen uns Edith und Paul wieder, sie wollen sich bis zum Geburtstagseinladungsessen von Hans-Jürgen erholen, falls erforderlich.
Hans-Jürgens Geburtstag ist nun schon eine Weile her, aber er besteht auf einer Geburtstagseinladung hier in Swakopmund mit uns und Hasses. Eine wunderbare Idee, die wir sehr begrüßen. Zu diesem Behufe machen wir uns auf den Weg nach einer angemessenen Lokalität, wobei ein Kriterium dringend erfüllt werden muß, Hummer oder Crayfish, den Hans-Jürgen und ich uns wünschen.
Wir finden das „Lighthouse“, direkt am Meer gelegen und bestellen einen Tisch. Tagsüber ist dieser Strandbereich von Unmengen Menschen allerlei Couleur bevölkert, aber die würden sicherlich am Abend verschwunden sein – und so ist es auch. Vorher aber noch schnell ein Drink an der Hotelbar.

Der Abend ist gelungen, die strandhungrige Menschenmenge ist verschwunden, Hans-Jürgen und ich genießen unseren Lobster, der Rest begnügt sich mit bescheideneren Gerichten. Wir alle sind mit dem Abend sehr zufrieden, es war ein richtig schönes und unvergeßliches Geburtstagsessen.
Ich wage es kaum zu schreiben, aber es gibt noch einen Absacker an der Bar des Hotels.
Im Laufe der Reise werden Absacker und Begrüßungsdrinks zum Standard.
Wann wir uns in unsere Zimmer zurückgezogen haben, weiß ich nicht mehr.

Swakopmund und Walvis Bay und zurück, 1. Mai

Auch in Namibia ist der 1. Mai ein Feiertag, aber die Geschäfte sind dennoch geöffnet.
Nach dem wieder reichhaltigen Frühstück wird eingekauft. Bei Pick & Pay wird Proviant für die am nächsten Tag anstehende lange Tour nach Palmwag besorgt.
Dann treffen wir uns mit Edith und Paul zum heutigen Ausflugsprogramm.

1884 wird Südwestafrika deutsches Schutzgebiet.
Reisebericht - Namibia - RundreiseIn Swakopmund gingen die ersten 40 deutschen Siedler 1893 unter dem Schutz von 120 Soldaten an Land. Der Hafen von Swakopmund war der Alternativhafen zu Walvis Bay, damals noch in britischem Besitz. Innerhalb von kurzer Zeit entwickelte sich Swakopmund zu einem Handelszentrum. ‚
Bereits 1894 nahm die Hamburger Reederei Woermann einen regelmäßigen Frachtverkehr auf. Es wurde so gut wie alles was die Kolonie benötigte über Woermann abgewickelt. Innerhalb kurzer Zeit gehörten die Woermanns zu einer der reichsten Hamburger Familien.
In der Folgezeit entwickelte sich Swakopmund zur einem Städtchen im Stil der Kaiserzeit. Es wurde u.a. das alte Amtsgericht, der Bahnhof und das Woermann Haus errichtet. Swakopmund wurde zum wichtigen Handelszentrum der Kolonie „Deutsch-Südwest“.

Viele von den damals errichteten Gebäuden stehen heute noch, so u.a. der Bahnhof, in dem sich jetzt ein nobles Hotel eingerichtet hat, das alte Amtsgericht und das Woermann Haus, dessen Turm wir besteigen. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt, den Atlantik und die Wüste.
Dann werden noch einige Einkäufe getätigt, einen Sonnenhut für mich, als Ersatz für den vom Dach gerutschten, ein Perlhuhnbecher und für Jutta zwei safarietaugliche Hosen, von denen sie während des ganzen Urlaubs nicht lassen kann.
Nachdem diese Gelüste befriedigt sind, schlendern wir noch ein wenig durch den Ort und starten dann Richtung Walvis Bay zum Flamencos- und Pelikanegucken (für Nichteingeweihte: Flamingos anschauen). Wir finden sie nicht. Also machen wir kehrt und erobern stattdessen eine der großen Dünen vor Swakopmund (Jutta verfolgt unseren mühsamen Aufstieg vom Auto aus, das ja schließlich bewacht werden muß). Der Wind ist heftig, was den Aufstieg verschärft und es ist kühler geworden, so wie man das von Swakopmund kennt. Ein Highlight das jeder auf seiner Reise in Namibia erleben sollte.
Nach diesem sportlichen Intermezzo fahren wir nach Swakopmund zurück und nehmen im Café Anton (auch eine Remineszenz aus der deutschen Vergangenheit) Kaffee und Kuchen zu uns. Dann wird schon mal getankt, denn wir müssen uns morgen zeitig auf die Söckchen machen.
Edith und Paul verlassen uns (vorher hat Günther es noch geschafft von Pauls Kamera sämtliche Bilder zu löschen, was in Paul absolut keinen Wutanfall ausgelöst hat, im Gegenteil, er hat Günther noch beruhigt, was für ein Gentleman!, schön war’s mit ihnen, sie erwarten heute noch andere Freunde, und wir begeben uns zurück ins Hotel, wo wir noch einige dry white wine zu uns nehmen. Dann werden die Koffer gepackt. Zum Abendessen gehen wir wieder in unser Lokal vom ersten Tag (Kelder), wohl wissend, dass wir dort bestens verköstigt werden. So ist es auch dieses Mal wieder.
Was fehlt für diesen Tag noch? Genau, der Absacker. Wir nehmen ihn im Hotel, andere Barbesucher kritisch kommentierend. Ach, macht das Spaß!
Nachtruhe oder auch nicht, um 22.30 Uhr.

Swakopmund – Henties Baai – Torra Bay – Palmwag, 2. Mai

Nach einem fürstlichen Frühstück machen wir uns um 8.00 Uhr auf die Söckchen.
Diese Etappe soll Hans-Jürgen fahrerisch meistern. Ob aus Rücksichtnahme oder aus Bedenken es könne was schief gehen, übernimmt Günther zunächst das Steuer bis außerhalb von Swakopmund, wo die Straßen auto- und menschenleer sind. Dann übernimmt Hans-Jürgen das Steuer, fahrerisch gesehen natürlich. Jutta und ich gewöhnen uns an unsere beengte Hinterbänklerposition noch nicht so recht.
Er macht seine Sache gut, nach geringer Eingewöhnung, wir fühlen uns sicher gelenkt.
Auf der C34 geht’s am Atlantik entlang nach Norden, um Henties Baai herum nach Cape Cross. Da wir noch eine lange unbekannte Strecke vor uns haben, machen wir dort nicht halt. Ist mir ganz recht so, denn der Gestank der tausenden von Robben, die wir bei unseren Besuchen davor antrafen, stört mein Parfüm verwöhntes Näschen immer noch.
Die Landschaft ist trostlos, das Unwetter vom Vortag hat jedoch Spuren hinterlassen. Normalerweise trockene Flußbette sind überschwemmt und die Landschaft drumherum arg in Mitleidenschaft gezogen. Uns wurde gesagt, dass das Unwetter sogar die Bahnlinie Swakopmund – Windhoek wegen Unterspülung lahmgelegt hat.
Hinter Cape Cross verwandelt sich die Straße in eine betonähnliche Salzpiste mit einigen Tücken in Form von Straßenaufbrüchen und wellenartigen Unebenheiten, die vom Fahrer eine „Hab Acht“ Haltung erfordert. Hinterbänklerin Jutta und Beifahrer Günther gelingt es immer wieder Hans-Jürgen, durch weniger dezente Hinweise auf den Straßenzustand und der damit erforderlichen fahrerischen Anpassung, zu irritieren. Das kommt bei ihm nicht so gut an, hat er ja schließlich alles im Griff.
Immer noch auf der C34 kurz hinter Meile 108 erreichen wir das Gate zum Skeleton Coast Park. Für unsere Fahrt durch die trostloseste aller Gegenden müssen wir 420 N$ berappen.
Salzwüste soweit das Auge sieht, ein bis zwei Autos sind auch dabei, das war’s aber auch schon.
Hurra, Dünen in Sicht, das ist einige Kilometer vor Torra Bay.
Dann endlich verlassen wir auch die C34 und biegen nach Osten auf die

C39 ins Landesinnere. Schlagartig verändert sich die Landschaft, sie wird augenfreundlicher. Hügelige, grüne Landschaft, erste Farmzäune erinnern daran, dass hier auch Menschen wohnen. Vereinzelte Springböcke grasen auf saftigen Wiesen. Innerhalb kurzer Zeit lädt eine traumhafte Bergkulisse zum Picknick und Fotografieren ein. Es gibt Brot, Käse (Juttas Streichwurst lassen wir in unserer Kühlbox) und jede Menge Fotos.
In so einem satten Grün haben wir Namibia noch nie gesehen.
Namibia - ReiseberichtNach einigen Meilen zweigen wir ab nach Norden auf die C43, unser Tagesziel schon fast vor Augen.. Dann ist es geschafft, nach 442 km erreichen wir die Palmwag Lodge.
Es hat sich einiges geändert, seit unserem letzten Besuch 1995. Es ist nobler geworden, aber dennoch gleich sympathisch. Der Eingangsbereich und das Restaurant wurden modernisiert und die Strohwände der Hütten sind nun betonisiert. Sonst ist alles beim alten. Wir bekommen tatsächlich dieselben Hütten wie 1995. Das Areal wird erkundet und ein Begrüßungsgetränk an der Bar am Schwimmbad eingenommen. Dann richten wir uns für 2 Tage in unseren Hütten ein.
Das aus Büffet bestehende Abendessen im Restaurant ist vorzüglich. Sonstige Gäste werden begutachtet. Dann zieht’s uns vor unsere Hütte zu mehreren Absackern.

um Palmwag, 3. Mai

Trotz fehlender Moskitos habe ich schlecht geschlafen. Es ist sonnig und warm, daher frühstücken wir auf der Terrasse.
Für den Vormittag entscheiden wir uns für eine „self-guided tour“, was uns immer noch 190 N$ für das permit kostet, wofür weiß ich nicht so recht, sicherlich nicht um dafür Fahrwege zu reparieren, denn davon kann weiß Gott keine Rede sein, was wir später dann erleben werden.
Wir werden namentlich erfaßt, für den Fall, dass wir verlustig gehen. Dann geht’s aber los. Fahrer des Ausflugs ist Günther.
Unser 4-Rad getriebenes Fahrzeug ächzt über Stock und Stein und neigt sich verdächtig nach allen Seiten, man könnte seekrank werden, wird aber nicht. Günther meistert die fahrerische Herausforderung. Wir sind so auf die Fahrstrecke konzentriert, dass wir erst später, als der Weg etwas kommoder wird, ein Auge auf die Umgebung werfen können. Neben viel, viel afrikanischer Landschaft sind auch Tiere dabei, majestätische Kudus, grazile Springböcke, jede Menge Oryxe (das Wappentier von Namibia) und Bergzebren. Eine Riesenechse wird von uns als Varan erkannt. Eine Trinkpause wird eingelegt und natürlich fotografiert, „Ach ist das schön“.
Den Weg zurück zur Lodge treffen wir auf Anhieb, obgleich wir nicht so recht wissen warum, sind wir doch laut unserer Deutung der Karte wo ganz anders. Egal- wir sind auf der PAD D3706, die uns zurück in die Lodge führt.
Dort wird erst mal gepicknickt mit Wein, Brot, Käse und Teewurst (die, die wir gestern nicht gegessen haben, und die in Hessen auch Mettwurst genannt wird). Danach ruht man. Ich gehe baden, im eigentlichen Sinne natürlich nur und nehme Kontakt zu Mitgästen auf, die, die wir am Vorabend mißtrauisch am Nachbartisch beäugt und charakterisiert haben.
Um 15.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zu den Wüstenelefanten, eine geführte Tour, jedoch nur für uns. 1200 N$ will man von uns dafür. Da wir Wüstenelefanten, oder zumindest einen sehen wollen, bezahlen wir.
um Palmwag - Namibia - ReiseEine abenteuerliche Fahrt, von unseren Guides glänzend bewerkstelligt. Die Wüstenelefanten, die geortet wurden, haben sich verdrückt, aber eine Giraffenherde, deren Hälse sich gen Himmel recken, beäugen uns neugiering. Unsere Guides unternehmen so ziemlich alles, um das Ziel des Ausflugs zu erreichen (sie werden dafür mit einem fürstlichen Trinkgeld belohnt), aber die Elefanten haben sich wohl hinter einem Busch versteckt. Wir erarbeiten Gelände, die ich nicht zu Fuß gehen würde, mir wird Angst und Bange. Ich bin erleichtert, dass sie irgendwann aufgeben, denn die Geländefahrt war aufregend genug. Zur Entspannung wird uns ein Sundowner vor malerischer Kulisse kredenzt. Wir haben zwar keine Wüstenelefanten gesichtet, aber wir haben überlebt.

Zurück in der Lodge bereiten wir uns das Abendessen vor was wieder sehr gut ist. Mit einigen Flaschen Wein beenden wir den aufregenden Tag.

Palmwag – Sesfontein, 4. Mai

Frühstück um 8.00 Uhr
Jutta ist malade, wodurch auch immer verursacht.
Nach Begleichung der Rechnung soll erst mal getankt werden, aber es gibt mal wieder kein Benzin. Es führt zu bekannten Diskussionen: hätten wir doch gestern, als es noch welches gab…….!
So verlassen wir Palmwag ohne vollen Tank aber mit einem gewissen Bedauern. Jutta wird im Auto positioniert in der Hoffnung, dass es ihr bald besser gehen möge.
Fahrer des heutigen Tages ist Hans-Jürgen.
Die Strecke kennen wir ja noch vom letzten Mal, aber wie würde sie sich verändert haben, nach diesen ausgiebigen Regenfällen?
Trügerisch sanft geht es zunächst auf der C43 dahin, Fahrer und Beifahrer entspannen sich und konzentrieren sich auf die Umgebung. Wir wähnen uns schon fast am Ziel, als schier unüberwindbare, stark ausgespülte Flußbette Fahrer und Fahrzeug herausfordern. Hans-Jürgen meistert die unwegsame Teilstrecke mit Bravour, trotz einiger aufgeregter Rufe von der Hinterbank und vom Beifahrer, was ihn etwas aus der Fassung bringt.
Namibia - RundreiseIn Sesfontein City ist der Puls aller Insassen wieder auf Normal. Eine Ortserkundungstour wollen wir auf den nächsten Tag verschieben. Erst mal ankommen, tanken und Jutta flach legen.
In der Ortsmitte biegen wir nach links ab Richtung Fort. Unser Tankerlebnis vom letzten mal noch in Erinnerung steuern wir die Fort eigene Tankstelle an. Bedaure, kein Benzin, wir wissen auch nicht, wann und ob wir welches bekommen, wird uns Schulter zuckend erklärt, hätten wir doch……….!
Wir beschließen, erst mal einzuchecken.
An der Rezeption begrüßt uns die Chefin mit einem Fruchtsaftgetränk und vielen nicht besonders warmen Worten. Das Tankproblem wird angesprochen. Die Chefin verspricht Klärung.
Wir schaffen unser Gepäck in unsere zweckmäßig und rustikal eingerichteten Zimmer. Über den Betten positionierte Moskitonetze deuten wir als möglichen oder wahrscheinlich zu erwartenden Moskitoangriff.
Juttas Gesundheitszustand hat sich nicht gebessert, deshalb „legt sie sich“, auf dass sie sich erholen möge, was wir alle hoffen. Unsere wortgewaltige Chefin meint, dass Jutta einen Virus in Swakopmund eingefangen hat, wie auch ihr Mann, der aus Skopmund gekommen in dergleichen Lage sei; wir haben ihn während unseres Aufenthaltes nicht zu Gesicht bekommen.
Hans-Jürgen, Günther und ich nehmen erst einmal auf der uns bekannten Terrasse Platz und bestellen erst eine dann noch eine zweite Flasche Nedernburg Paarl Riesling, dann wird mit unseren Restbeständen im Innenhof des Fort gepicknickt, dann erkunden wir das Fort. .
Außer der Chefin hat sich in Sesfontein seit 1995 nichts uns Auffälliges verändert.
Beim Apéritif vorm Abendessen auf der Terrasse zählen wir außer uns 5 Gäste, ein Pärchen vom zum Fort gehörigen Camping Platz, und 3 Herren, die mit 2 Flugzeugen angereist sind. Die 3 Herren unterhalten sich lautstark zum Teil auf schwäbisch z. T. auf englisch, das Pärchen verhält sich zurückhaltend.
Das zum Abendessen kredenzte Oryx Gulasch schmeckt gut. Bereits um 20.00 Uhr sind außer uns alle verschwunden. Da wir nicht um 20.00 Uhr ins Bett gehen wollen, gehen wir noch an Bar, an der sich auch kein Mensch aufhält.
Die schwarze Bardame (Günther besteht darauf, dass sie eine Perücke trägt) scheint nicht begeistert über unseren Besuch zu sein. Dennoch gibt sie uns gnädigerweise was zu trinken. Dann schickt sie sich an, die Tagesabrechnung zu machen. Geldscheinpäckchen und Kreditkartenabrechnungen werden mehrmals einmal von vorn, dann von hinten durchgezählt und Ergebnisse notiert. Sicherheitshalber wiederholt sie die Prozedur nochmal, diesmal benutzt sie eine Addiermaschine. Besonders sorgfältige Prüfung unserer Abrechnung bei Abreise scheint uns daraufhin erforderlich.
Da so richtige Bargespräche ausbleiben und das Restpersonal uns nicht gerade mit Freundlichkeit überschüttet, suchen wir zu früh unsere Kemenate auf.

Sesfontein, 5. Mai

Um 08.00 Uhr wird gefrühstückt einschließlich Jutta, die wohl das Gröbste überstanden hat.. Unser schwarzer Ober, der einzige der einem das Gefühl gibt willkommen zu sein, freut sich, uns bedienen zu dürfen.
Frau Wirtin hat sich um das Tankproblem gekümmert und uns mitgeteilt, dass Palmwag nun Benzin erhalten hat, und man in Sesfontein wohl auch damit rechnen könne. Wir würden ihr gern glauben, haben aber unsere Zweifel.
Da wir an dieser Situation im Moment nichts ändern können, fahren wir in den Ort, ohne Jutta, sie zieht es vor, sich vollends gesund zu schlafen.
Angebotene Tagesausflüge zu den Wüstenelefanten (das hatten wir doch schon mal) und zu den Himbas ersparen wir uns.
Im ortsansässigen Supermarkt und Liqueur Shop werden die lebensnotwendigen Dinge erstanden wie z.B. Cola, Brandy, Bier und Wasser. Es sind ziemlich windige Buden, aber man bekommt eigentlich alles und bezahlt natürlich mit Kreditkarte.
Vor dem Supermarkt stehen und sitzen Schwarze rum und warten, auf was auch immer. Wahrscheinlich haben sie ganz einfach keine Arbeit und daher viel Zeit. Sie beäugen uns neugierig aber nicht bedrohlich.
Wir verstauen unsere Errungenschaften im Auto, vergewissern uns, dass die Türen auch wirklich geschlossen sind und starten dann zu unserem Ortsrundgang.
Bis auf wenige Ausnahmen, besteht der ganze Ort aus mit Kuhdung verkleideten Hütten, mit ein wenig Platz drumrum für Kleinvieh und/oder Sperrmüll. Die Haute Volée von Sesfontein bewohnt großzügige Steinhäuser umgeben von üppigen Gärten. An der Hauptstraße bieten Händler ihre Waren feil, aber kein Kunde weit und breit.
Hans-Jürgen und ich wollen den Ort näher erkunden und entfernen uns daher von der Hauptstraße, Günther ist etwas zögerlich, vielleicht will er ja einfach nur das Auto im Auge behalten.. Ein kleines Mädchen gesellt sich zu uns. Sie ist zurückhaltend und neugierig zugleich, verirren sich doch wenig weiße Exoten in ihre Ortschaft. Sie wird immer zutraulicher und erzählt uns über ihre Familie, den Ort und ihre Schule, und das in englisch. So erfahren wir, dass alle Kinder in die Schule gehen und dass in drei Sprachen gelehrt wird, englisch, africaans und in der Stammessprache, vermutlich damara, mit ihren schnaltzartigen Lauten. Sie gibt uns zu unserer Belustigung einige Kostproben.
Namibia - Reisen - SesfonteinBald kommen von allen Richtungen Kinder daher, darunter ein ganz kleines Mädchen mit Schnoddernase und übervoller Windel. Wir verteilen Bonbons und machen einige Fotos mit unser Digitalkamera. Dass man sich die Bilder gleich anschauen kann, hat die Kinder sehr beeindruckt. Dann verlassen wir den Ort wieder.
Zurück im Fort wird erst einmal Juttas Gesundheitszustand überprüft, dann werden die erworbenen Getränke getestet. Danach ist Siesta angesagt. Jutta ruht im Zimmer, Hans-Jürgen und Günther pennen im Garten unter Bäumen, ich mach Tagebucheintragungen und schreibe einige Ansichtskarten.
Später gehen Hans-Jürgen und ich baden, im eigentlichen Sinne, versteht sich. Wir sehen frische Gäste (Familie Müller ist auch dabei, wir werden sie aber erst am Kunene kennenlernen). Dann ist schon wieder Nedernburg Paarl Riesling time, was sich bis zum Abendessen hinzieht.
Nun ißt sie wieder, Gott sei Dank. Von Jutta ist natürlich die Rede. Es gibt Elandsteak, was wir und noch 4 frisch eingetroffene Gäste mit Genuß verzehren.

Dann gibt es ein paar unerfreuliche Nachrichten: kein Benzin, kein Nedernburg Paarl Riesling und kein Wasser mehr.
Frau Wirtin verkündet uns, dass Opuwo Benzin hat, und das gleich an drei Tankstellen. Endgültige Bestätigung morgen. Wenn dem so wäre, ändern wir eben unsere Reiseroute.
Sie hat uns aber schon viel erzählt.

Same procedure as yesterday an der Bar, jedoch ohne Nedernburg Paarl Riesling.

Sesfontein – Opuwo – Hobatere, 6. Mai

Opuwo hat Benzin !!!??? Jutta ist wieder vollständig genesen.
Wir entscheiden uns, über Opuwo nach Hobatere zu fahren.
Bis Opuwo müßten wir eigentlich mit unserem Restbenzin kommen.
Nach einem eher spartanischen Frühstück beschicken wir unser Fahrzeug.
Sesfontein und Frau Wirtin ade, wir werden euch nicht unbedingt weiterempfehlen, war aber trotzdem eine weitere Erfahrung wert.
Fahrer des Tages: Günther.
Die Staatsstraße C43 ist alles andere als „smooth“. Es geht auf Holperstrecken bergauf und bergab und durch schier unüberwindliche tiefe Flußbette. An einem Steilstück kommt unser Fahrzeug zum Erliegen. Es herrscht eine angespannte Stimmung. Nach eingeschaltetem Kriechgang können wir die Fahrt fortsetzen. Am Ende des Steilstücks sitzen einige schwarze Straßenarbeiter und grinsen uns hämisch an. Wir sind wohl nicht die Ersten, die dort hängen bleiben. Nun entspannt, winken wir Ihnen zu.
Wir haben uns schon gewundert, als wir von weitem ein Stück asphaltierte Straße gesehen haben. Jetzt wissen wir warum.
Die Strecke nach Opuwo zieht sich, die Tankreserve wird schon seit geraumer Zeit angezeigt. Natürlich schaffen wir es!!!
Die Landschaft ist reizvoll, große Rinderherden bezeugen die Viehzucht der Himbas und Hereros im Norden des Landes. Ganz unterschiedlich sind sie gezeichnet, und sie sehen so richtig proper aus. So ein saftiges Steak wär‘ jetzt nicht schlecht.
Endlich ist Opuwo in Sicht. Die Tankstelle downtown finden wir auf Anhieb. Sie ist belagert von benzinhungrigen Fahrzeugen. Endlich sind wir dran, der Benzinhahn läuft und wir atmen erleichtert auf. Ein weiteres Benzinabenteuer Namibia ist zu Ende.
Um den Bereich der Tankstelle geht es munter zu. Aus dem nahegelegenen Einkaufszentrum strömen die Vertreter unterschiedlicher Stämme, kein Weißer ist dabei.
In strahlenden Farben gekleidete Hereros und spärlich gekleidete Himbas. Einige Himbamädchen betteln uns an. Sie scheinen sich von der Himbatradition gelöst zu haben und wollen nun in der Stadt ihr Glück suchen. Nach ein paar Einkäufen verlassen wir Opuwo wieder. Diesen Namen werden wir uns für immer merken.
Auf der geteertenC41 fahren wir nach Osten bis wir auf die C35 stoßen. Dann geht’s nach Süden Richtung Kamanjab auf einer gut zu befahrenen gravel road. Die Landschaft ist eine Wohltat für’s Auge, viel Grün und jede Menge Rinder die nur zögerlich die Straße freigeben.

Namibia - Rundreise - HobatereStraßenarbeiten verzögern die zügige Fahrt gen Hobatere. Endlich, ca. 20 km vor Kamanjab kommt der Abzweig nach Hobatere. Es sind 16 km bis zur Lodge. Diese Strecke haben wir noch vom letzten Mal als fahrerisch herausfordernd gut in Erinnerung.
Gleich zu Beginn begrüßen uns zwei auf einem Felsen stehende Steinböckchen. Wie zwei vom Tourismusverband positionierte Plastiken stehen sie da. Ein Augenzwinkern verrät uns, die sind echt.!
Der Abschnitt bis Hobatere ist gut zu befahren, man hat wohl einige Teilstücke entschärft. Nach unerwartet kurzer Zeit, haben wir unser geliebtes Hobatere erreicht. Es wird uns doch nicht enttäuschen! Unser DuMont Führer spricht in sehr mäßigen Tönen von Hobatere.
Wir werden mit Kaffee begrüßt, den wir auf der Terrasse einnehmen. Ein schweizer Ehepaar gesellt sich zu uns (wie beim letzten Mal). Es werden Erfahrungen ausgetauscht; auch sie hatten Tankprobleme. Als „echten“ Einstand gönnen wir uns eine Flasche Spierwein.

Dann wird das Auto ausgeräumt und wir beziehen unsere Hütten, 1. und 2, wie gehabt.

Die Hütten sind unverändert. In diesem Fall leider, denn Raum und Bad und Toilette sind nur durch eine texanische Bar-Schwingtür getrennt, was eine gewisse Wahrung der Intimsphäre vermissen läßt. Das ist aber das einzige was zu bemängeln ist.

Nach dem Einräumen schließt sich eine weitere white wine Runde an. Weitere Gäste treffen ein, die wir jedoch als recht stoffelig einstufen, kein guten Tag, hello oder sonst was.

Das Abendessen in Form eines Buffets wird auf der Terrasse eingenommen. Die schlechte Kritik unseres Reiseführers können wir nicht verstehen. Wir ziehen uns früh in unsere Hütten zurück; der Strom wird um 22.00 Uhr abgeschaltet.

Günther verkriecht sich unter sein Moskitonetz, ich ziehe den netzfreien Schlaf vor.
Für morgen früh ist eine Fußwanderung geplant. Die Nachtruhe wird von Löwengebrüll unterbrochen.

Hobatere, 7. Mai

Um 05.45 Uhr ist für uns die Nacht vorbei, der morgentliche Ausflug steht an.
Nach dem Morgenkaffee marschieren wir und das schweizer Ehepaar mit unserem Guide Martin in den neuen Tag hinein. Wir sind gespannt, was uns zu so früher Stunde alles begegnet. Viel ist das nicht, keine Elefanten, auch die Löwen, die nachts auf der Jagd waren, zeigen sich nicht, vielleicht sind sie einfach vom jagen so erschöpft, dass sie irgendwo, für uns nicht sichtbar, rumliegen und sich ausruhen. Wir sind aber auch mit weniger spektakulärem Wild zufrieden, wie Klippspringer, Klippschliefer, Giraffen und Agamen. Wir marschieren über Mopane bedeckte Hügel und machen Bekanntschaft mit dem Wunderbaum und dem Rotbusch.
Hier ein spärlicher Ausflug in die Botanik, dank Wikipedia

Namibia - Reisen - WunderbaumWunderbaum (Nachtschattengewächs):
aus den Samen wird das Rizinusöl gewonnen, das nicht nur von der Medizin als Abführmittel eingesetzt wird, es dient auch der Kunststofferzeugung, der Energiegewinnung und wird von der Kosmetik Industrie u.a. bei der Herstellung von Lippenstiften, Schampoos und anderen Kosmetika verwendet. Die Samenhülsen sind hochgiftig.
Rotbusch (Hülsenfrucht)
africaans Rooibos, rooi: rot, bos: Busch
aus den Hülsen wird der Rooibos Tee hergestellt. Den Namen erhielt er wegen der roten Farbe des Aufgusses. Er findet auch Verwendung in der Kosmetikindustrie, z. B. als Haarfärbemittel
Mopane (Hülsenrucht):
Verbreitung nur im südlichen Afrika. Blätter dienen Elefanten, Giraffen und Nashörnern als nahrhaftes Futter. Das Holz des Mopanebaums wird für Eisenbahnschwellen verwendet und dient Eingeborenen als Bauholz für ihre Kraals.
Da es eines der härtesten Hölzer ist, kommt es auch für Bodenbeläge und Zäune zum Einsatz. Es ist schwer zu bearbeiten und wird daher es auch von Termiten gemieden.

So, zurück nun zur Gegenwart.
Nach 2 Stunden kehren wir zurück zur Lodge, ohne spektakuläre Erlebnisse, aber zufrieden und frühstückshungrig.
Nach einem ausgiebigen Frühstück wird gefaulenzt. Ein Kurzausflug zum Hochsitz außerhalb des Camps wird uns untersagt, da es in der Gegend viele nicht gerade Schmuse-Katzen gibt, die uns vielleicht nichts Gutes wollen. So begnügen wir uns mit der Aussichtsplattform am Schwimmbad. Zu sehen gibt’s aber nichts, außer viel Afrika Landschaft. Noch bei unserem letzten Besuch war das Camp ungeschützt. Elefanten hielten das Schwimmbad für ein Wasserloch und nahmen einen Drink. Das ist nun vorbei. Auch der aggressive Haus-Oryx mußte sich ein anderes Betätigungsfeld suchen.
Da wir nichts Aufregendes erspähen, gehen wir baden; mal wieder nur H.-J. und ich. Die Sonne brennt.
Die Siesta wird durch einen kleinen vegetarischen Imbiss unterbrochen und Wein, versteht sich.
Die Zeit bis zur Nachmittagsausfahrt vertreiben wir uns mit dem Kauf von T-Shirts und Ansichtskarten. Juttas Entscheidungsfreudigkeit ist nicht sehr groß (zum Leidwesen von H.-J.), soll doch auch unbedingt was für Kinder und Enkel erstanden werden. Was es wird, weiß ich nicht mehr.
Vor der Nachmittagsausfahrt wird noch Kaffee getrunken und Mitfahrende kritisch beäugt. Es sind dieselben, die wir schon gestern als stoffelig und wenig kommunikativ eingestuft haben. An unserer Einschätzung hat sich nichts geändert. Unser schweizer Ehepaar ist leider schon abgereist.
Martin ist wieder unser Guide. Diesmal werden wir in einem offenen Landrover chauffiert. Die Tierwelt ist erwacht: Herden von Bergzebren, Oryxen und Springböcken beleben die herrliche Landschaft; ein majestätischer Kudu, ein Ohrengeier und 2 Giraffen am Horizont. Das sind die tierischen Erlebnisse des Ausflugs. Schön war’s mal wieder, obwohl wir zusätzlich gegen ein bis zwei Elefanten nichts gehabt hätten.
Zurück zum Camp testen wir ausnahmsweise mal die Bar. Sorry, der Spier Wein ist uns ausgegangen. So was hatten wir doch schon mal gehört, jedoch nicht mit Spier. Man hat ja direkt den Eindruck, als ob wir alle Camps leertrinken.
Zum Abendessen gibt es Grillbüffet.
An der Bar noch ein Absacker, dann geht’s zurück in die Hütten. Keine Moskitos in Sicht.
Nachts brüllen wieder die Löwen.

Hobatere – Kunene River Lodge, 8. Mai

Namibia - Reisebericht - HobatereUm 07.30 Uhr wird gefrühstückt, um 08.30 geht’s los. Die Fahrt nach Opuwo kennen wir ja schon, diesmal jedoch in umgekehrter Richtung. Günther mahnt zur Eile (nichts gerade Neues), da er fürchtet, dass die Bank in Opuwo schließt, und er dann mittellos ist. Die Fahrt ist kommod, und um 11.30 Uhr erreichen wir Opuwo. Der ganze Ort scheint auf den Beinen, Hereros, Himbas, Ovambos, nur Schwarze, außer uns. Einige Himbamädchen versuchen hartnäckig uns Schmuck zu verkaufen, sie lassen einfach keine Ruh‘, aber wir bleiben hart. Die Bank ist geöffnet und gibt auch Geld her, ein zeitaufwendiges Unterfangen, da der Bankangestellte alle denkbaren und undenkbaren Daten erfassen muß. Endlich geschafft, kaufen wir im Supermarkt nebenan noch das Nötigste ein und weiter geht’s. Unterwegs stellen wir fest, dass wir unsere notwendigerweise geschriebenen Ansichtskarten vergessen haben auf den Weg zu schicken. Nächste Möglichkeit vermutlich erst in Oshakati. Na ja, es gibt Schlimmeres. Wir nehmen die einzige Straße, die nach Norden führt, Hinweisschilder können wir nicht entdecken. Wir sind richtig. Entlang der Straße große Rinderherden; vereinzelt stehen Himbas an der Straße, die ihre Ware feilbieten oder einfach nur betteln. Dann ist mal wieder Picknick angesagt, ganz schnell am Wegesrand. Das ist einigen Himbas wohl nicht entgangen. Da wir nicht schnell genug unsere sieben Sachen zusammenräumen, erwischen sie uns noch. Einige Kekse und Bonbons wechseln den Besitzer, aber sie wollen hochwertigere Produkte wie Zigaretten oder Geld. Günther gibt ihnen unnötigerweise 5 Rand, dann geht’s weiter. Hans-Jürgen, unser heutige Fahrer, ist gestresst, Jutta nervt ihn, warum, weiß ich nicht mehr, vielleicht hat er ja einige Schlaglöcher übersehen, oder sie meint er würde sie übersehen. Schließlich erreichen wir ohne Zwischenfälle den Kunene. Der Rest des Weges bis zur Kunene River Lodge, das sind ungefähr 5 Kilometer, haben nicht gerade Autobahncharakter. Bergauf, bergab, über Stock, Felsen und durch ein Flußbett, von dem wir nicht so recht wissen, wie tief das Wasser ist, aber wir haben Glück, wir erreichen das andere Ufer ohne nasse Füße. Schließlich ist unser Tagesziel die Kunene River Lodge in Sicht.
Namibia - Reisen - Kuene FlussWir sind sofort begeistert. Es ist traumhaft hier. Eine großzügige Anlage mit üppiger Vegetation, einem komfortablem Campingplatz, einer über dem Fluß gelegenen Terrasse und Zimmern, denen es an Luxus nicht fehlt: Klimaanlage, Strom, Bad und Dusche getrennt, Kaffeemaschine und zwei Kingsize Betten. Hatte man uns doch tatsächlich die Lodge als einfach beschrieben!
Wir nehmen auf der Terrasse Platz und begießen unsere glückliche Ankunft mit einem malerischen Blick auf den wegen des vielen Regens reißenden Fluß und auf das gegenüberliegende Angola. Es geht uns so richtig gut. Es gibt kaum Mücken und die paar, die umherschwirren, werden jäh von einem Moskitostrahler aufgefangen und vernichtet. Wo sind die Krokodile, von denen es hier wimmeln soll?
Zum Abendessen bestellen wir Steaks, hatten doch die Rinder am Wegesrand einen so properen Eindruck gemacht. Das Filetierte von ihnen war jedoch nicht berauschend, aber die Kulisse entschädigt uns.
Vor der Zimmer eigenen Terrasse lassen wir den wieder einmal aufregenden Tag mit einem ‚kleinen‘ Getränk ausklingen.

Am Kuene, 9. Mai

Um 06.30 Uhr ist die Nachtruhe beendet und um 07.30 Uhr wird gefrühstückt.
Trotz einiger Bedenken entscheiden wir uns zu einem Besuch bei einer Himba Familie. Begleitet werden wir von unserem Guide und einem Dolmetscher.
Namibia Reisebericht- HimbaUnsere Bedenken sind sofort zerstreut, als wir einen Einblick in unsere kleine Himba Familie bekommen. Wie sie ihr tägliches Leben gestalten und ihre Traditionen trotz zivilisatorischen Einflüssen bewahren. Wie die meisten anderen Familien haben sie ein paar Stück Vieh und ein Gemüsegärtchen. Davon leben sie, Geld brauchen sie keines. Falls ein Besuch im ca. 60 km entfernten Ruacana ansteht, wird der Weg zu Fuß zurückgelegt. Übernachtet wird dann bei Familienangehörigen oder Spezeln.
In der Hütte zeigt uns Frau Himba wie sie die rote Farbe herstellt, mit der die Körper eingestrichen werden als Schutz gegen Sonne und Insekten. Mit einer anderen Farbmischung wird der Schmuck behandelt. Während Frau Himba schafft, sitzt Herr Himba daneben und spielt mit dem jüngsten Kind, das ca. 5 Monate alt ist, aber schon ganz gut zu Fuß ist.
Wir sitzen in der kleinen Hütte, die als Wohn- und Schlafraum dient und unser Dolmetscher gibt unsere Fragen weiter. So erfahren wir eine ganze Menge über die Traditionen der Himbas und dass sich viele bedauerlicherweise auch davon gelöst haben und nun ihr Glück in der Zivilisation der Städte suchen, es aber meist nicht finden und so auf der Strecke bleiben. Einige haben wir ja in Opuwo getroffen. Eigentlich sind die Himbas ja Nomaden, aber unsere Familie lebt schon seit 10 Jahren in ihrer Hütte. Wie alt die einzelnen Familienmitglieder sind kann nur geschätzt werden, Geburtstage werden nicht dokumentiert.
Eine separate Hütte dient als Küche und Lagerraum, ein Baum als Kleiderständer, ein paar Plastiktüten hängen dort auch, aber keine von Aldi oder Toom.
Wir sind froh, dass wir uns zu diesem Besuch entschlossen haben. Trotz aller Tradition freuen sie sich über Bonbons und Kekse, die wir für sie mitgenommen haben Zum Abschied gibt’s sogar einen Händedruck, ob das traditionsgemäß ist, glaube ich eher nicht.
Um 10.00 Uhr sind wir schon wieder in unserer Lodge. Bis zu unserem Sundowner Bootsausflug auf dem Kunene bleibt genügend Zeit die Gegend zu erkunden, sich mit Mitreisenden zu unterhalten und natürlich ein bis zwei Gläser Wein zu trinken. Um 15.50 Uhr ist es dann soweit. Wir steigen mit Familie Müller aus Frankfurt mit Tochter Paula und 2 Guides in ein Schlauchboot. In zunächst kommoder Fahrt gleiten wir der Sonne entgegen auf dem Kunene dahin und genießen die friedliche Landschaft. Rechts Angola, links Namibia. Himbas am Ufer winken uns zu. „Ach ist das schön“!
Wasserfallähnliche Geräusche dringen in unsere Ohren, die Spannung steigt. Wir nehmen Fahrt auf und das Boot scheint nicht mehr steuerbar. Ein kräftiger Schlag und wir haben einen herausragenden Felsen nicht nur touchiert. Der Fels hat die unter mir liegende Luftkammer aufgeschlitzt. Ich merke, wie ich den Boden unter meinem Hintern verliere. Nun im Wasser sitzend, versuche ich nicht aus dem Boot zu rutschen. Paula, die neben mir sitzt wird von ihrer Mutter gehalten. Ich sehe mich schon zwischen Krokodilen im Kunene schwimmen, aber soweit kommt es nicht. Unsere paddelnden Guides schaffen es nach mehreren Anläufen schließlich Land zu gewinnen. Wir sind erleichtert. Statt die Sache auf sich beruhen zu lassen, wird ein neues Boot organisiert, was mir gar nicht passt.

Der Rest der Fahrt verläuft ohne Zwischenfall. Nach einigen Kilometern landen wir sicher in einer Bucht, wo wir schon von unserem defekten Boot und einem Wagen erwartet werden, der uns in rasanter Fahrt unter Begleitung eines kühnen Radlfahrers zurück zur Lodge bringt.
We survived. Dass wir unsere Renaissance mit mehreren Gläsern Wein begießen mußten, versteht sich.
Zum Abendessen nehmen wir Spareribs und einen Irish Coffee, Günther entscheidet sich für Pasta.
Noch’n Absacker und ein wieder erlebnisreicher Tag geht zu Ende.

Kunene River Lodge – Oshakati, 10. Mai

Schon wieder um 06.30 Uhr aufstehen und um 07.30 Uhr frühstücken.
Heute steht uns die als beschwerlich beschriebene Strecke am Kunene entlang bis Ruacana bevor. Beschwerlich deshalb, weil der Kunene durch den vielen Regen über die Ufer getreten ist, und daher die Uferstraße zum großen Teil nicht befahrbar ist, d.h. irgendwie ausweichen.
Wir entschließen uns zusammen im Convoi mit den Frankfurtern zu fahren, für den Fall, dass eins von beiden Autos stecken bleibt.
Die Fahrt ist eine fahrerische Herausforderung, aber wir unterbieten die veranschlagten 3 Stunden für die Strecke bis Ruacana um eine Stunde. Das mit dem Convoi klappt gut, aber es gibt keine Panne.
Namibia Rundreise - Ruacana FallsNach 2 Stunden aufregender Fahrt hat uns die Zivilisation wieder. Die beeindruckenden Ruacana Wasserfälle liegen vor uns. Unser Auto hat eine asphaltierte Straße unter sich. Am Aussichtspunkt zu den Wasserfällen treffen wir nochmal mit den Frankfurtern zusammen.
Dann geht’s’ asphaltiert weiter. In Ruacana wird sicherheitshalber getankt, dann fahren wir auf der C46 Richtung Oshakati durch ein vergleichsweise dicht bevölkertes, sumpfiges Gebiet. Eine vollkommenen andere Landschaft, wie wir es von Namibia bisher gekannt haben. Rindviecher und Esel grasen im Wasser stehend. Das sumpfige Gebiet ist mit Lotusblüten übersät. Frauen waschen dort ihre Wäsche. Über fast jeder Hütte steht ein Schild „BAR“.
Schließlich erreichen wir die größte Stadt des Nordens Oshakati. Eine sehr lebendige Stadt mit vielen Märkten, Tankstellen und Supermärkten.
Wir finden unser Hotel fast auf Anhieb. Die Oshakati Country Lodge ist sehr ansprechend und hat eine wunderbare Bar, die wir gleich nach dem Check-In besuchen. Im nahegelegenen Spar Laden wird unser Proviant vervollständigt. Ein Rundgang durch die Markthallen erheitert uns nicht unbedingt. Mit Fliegen übersäte Fleischstück, abgehackte Rinderfüße und getrocknete Mopanewürmer warten auf Käufer. Die Luft ist von „Was-auch-immer-Verbranntem“ geschwängert, was unseren Wunsch nach längerem Aufenthalt in Grenzen hält. Jutta läßt sich davon nicht beeindrucken. Sie ist begeistert von den vielen Gewürzen und Hülsenfrüchten die feilgeboten werden. Menschen hängen rum und trinken. Schnell beenden wir den Rundgang.
Zurück in unserer Lodge, beziehen wir unsere Zimmer und relaxen am Pool. Familie Müller ist auch eingetroffen. Die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir dort, bei white wine und mehr oder weniger inhaltsschwere Gesprächen. Die 5jährige Paula „textet“ Hans-Jürgen zu.
Zum Abendessen auf der Terasse wird ein kaum zu bewältigendes Pfeffersteak vertilgt. Alle Tische sind besetzt von meist ausländischen Gästen und Geschäftsreisenden.
Der Abend klingt an der attraktiven Hotelbar mit Wein und Country Western Musik aus.

Oshakati – Mokuti, 11. Mai

Um 08.45 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung Etosha. Die B1 Richtung Tsumeb ist dicht befahren. Nach ca. 100 km verlassen wir die B1 nach Süden Richtung Etosha Nord Gate. Dort werden wir registriert und können passieren. Wir sind voller Erwartung auf Tiere jeglicher Art, im besonderen natürlich wollen wir Elefanten sehen.
Namibia - Safari - ReiseberichtGleich zu Beginn erspähen wir Oryxe, Zebren und ein Wildebiest. Keine Elefanten weit und breit. Auch die Wasserlöcher Groß- und Klein Okevi sind tierlos. Kein Wunder, die Tiere sind in diesem Jahr nicht auf Wasserlöcher angewiesen. Eine Schlange und ein Schakal kreuzen unseren Weg, sonst nichts. In Namutoni angekommen werden wir nochmals registriert und müssen für 2 Tage Aufenthalt
N$ 660 löhnen. Dann fahren wir zur 14 km entfernten Mokuti Lodge. Zimmer 17 und 18 werden uns zugewiesen. Ein Begrüßungstrunk des Hauses und der Besuch der Poolbar folgen. Viele Reisegruppen bevölkern die Anlage, meist deutschsprachig. Für uns fast ein Kulturschock.
Nach dem Beziehen unserer Räume machen wir unsere Nachmittagsausfahrt. Da der Park bei Sonnenuntergang um 17.30 Uhr schließt, können wir nur die nähergelegenen Wasserlöcher anfahren. Klein Namutoni beschert uns einige Giraffen, Kudus, Wildebiest und Gutsches. Auf dem Dik Dik Drive treffen wir einige selbige und am Wasserloch Koichas tummeln sich 2 bis 3 Giraffen. Etwas entäuscht machen wir uns auf den Rückweg, da schlappen uns doch tatsächlich 2 Löwen auf der Straße entgegen. Lässigen Schrittes und sehr selbstbewußt marschieren sie an uns vorbei und schenken uns nur ein paar wenig bedrohliche Blicke. Wir sind begeistern, fotografieren was sie Kameras herhalten und sind mit dem Elefanten-losen Tag versöhnt.
In der Mokuti Lodge angekommen, gönnen wir uns ausnahmsweise einige Apéritifs, dann nehmen wir im dichtbesetzten Restaurant Platz und genießen ein vorzügliches Abendessen in Form eines Buffet. Wir kommen ins Gespräch mit unserem Nachbartisch, Mitglieder einer Skatspielertruppe aus Deutschland, die anläßlich der internationalen Südafrikansichen Skatmeisterschaften angereist sind und nun noch eine kleine Rundreise machen. Wir treffen sie später noch an der Bar und unterhalten uns mit ihnen. Sie erzählen uns vom Skaterlebnis und von der Rundreise, ohne dass sie jedoch wußten wo sie überall waren. Die Highlights ihrer Erzählungen hab‘ ich leider vergessen, nur weiß ich noch, dass sie von den Skatmeisterschaften in Winnipeg (gemeint haben sie Windhoek) erzählt haben und dass alles ganz toll war mit den Eingeborenen und so. Die Daheimgebliebenen werden beeindruckt sein von ihren Erzählungen.

Mokuti – Etosha, 12. Mai

Frühstück um 07.30 Uhr
Heute soll die Etosha Pfanne erobert werden. Es wäre ja gelacht, wenn wir heute nicht das gesamte Tiersortiment zu sehen bekämen.
Die Skattruppe wird gerade in ihren Bus befördert, ob sie wissen, wo‘s hingeht?
Wir starten um 08.30 Uhr.
Namibia - Reise - EtoshaMan hat der Etosha Pfanne das Wild entzogen. Am Chudop Wasserloch gibt es eine Szenerie aus Giraffen, Wildebiest, Zebren, Oryxen und einem Waffelkiebitz. Bei allen anderen angefahrenen Wasserlöchern stoßen wir auf gähnende Leere bis Halali. So machen wir dort eine kleine Pause. Da wir uns dort nicht so wohl fühlen, ziehen wir, nach einem kurzen Abstecher zum ortseigenen Wasserloch, was zwar attraktiv aber auch tierlos ist, weiter. Da Halali für eine Pause nicht gerade einladend ist, machen wir kurz vor dem Abzweig nach Okerfontein Picknick mit Wein, Käse, Brot und Corned Beef (auch nicht viel besser als Juttas Mettwurst). Gestärkt ziehen wir weiter angestrengt nach Tieren Ausschau haltend. Aber der Knaller bleibt aus. Am Horizont ziehen einige Giraffen vorbei, das war’s aber auch. Eigentlich haben wir genug von Wasserlöchern und die Elefanten sind uns auch egal, trotzdem schieben wir noch einige Wasserlöcher nach, die wir schon am Morgen aufgesucht haben, jedoch ohne übermäßigen Erfolg.
Um 17.00 Uhr treffen wir wieder in Mokuti ein, des Sitzens und Ausschauhaltens müde, aber nicht enttäuscht ob der Tierlosigkeit. Wir sind zufrieden mit dem Tag, was mit 1 bis 2 Gläsern Wein honoriert wird.
Zum Abendessen wird à la carte gegessen, Steaks von unterschiedlichen Tieren. Wir werden von einer besonders netten Kellnerin bedient.
Frische Gäste sind eingetroffen, lauter Deutsche, mit denen wir jedoch keinen Kontakt aufnehmen, die Skattruppe kann ja an Unterhaltungswert nicht getoppt werden.
Same procedure as every day beschließt den Abend und den Tag.

Mokuti – Waterberg, 13. Mai

Frühstücken um 08.00 Uhr.
Nach einer kurzen Besichtigung des Mokuti-eigenen Reptilienparks machen wir uns auf die Söckchen Richtung Waterberg.
Hans-Jürgen ist der Fahrer des Tages.
In Tsumeb, wo wir eine Pause machen wollen, sucht Günther vergebens nach Tsumeb downtown, wie er es in Erinnerung hat. Er navigiert Hans-Jürgen durch die Straßen von Tsumeb ohne jedoch sein downtown wiederzuerkennen. Der Fahrer ist gereizt ob dieses sinnlosen Herumfahrens. Schließlich macht sich Günther allein auf den Weg. Wir verweigern und steigen schon mal aus. Schließlich treffen wir uns wieder. Günther war nicht erfolgreich – war wohl einfach eine Verwechslung mit irgendeiner anderen Stadt, was er jedoch nur schwer glauben will.

Die Gemüter beruhigen sich im Biergarten des Etosha Café in der Main Street.
Alle T-Mobile Handies arbeiten wieder einwandfrei. Bei Pick & Pay wird der Proviant aufgefüllt, dann verlassen wir das Günther-fremde Tsumeb wieder.
Wegen verkehrswidrigen Verhaltens werden wir am Ortsrand von einem ungehaltenen Polizisten gestoppt. Wir hätten beinahe einen Unfall verursacht, war seine Beschuldigung. Nach längerer Diskussion läßt er uns schließlich weiterfahren.
In Otavi wird nochmal getankt, dann noch ein Picknick kurz hinter Otavi, bei dem wir die letzte Dose Corned Beef vertilgen (müssen). Um 16.00 Uhr erreichen wir Otjiwarongo. Noch weitere 60 km, die letzten 20 km auf Sandstraße, und wir erreichen schließlich den Waterberg Park und das Rastlager Bernabé de la Bat.

Zwei recht sachliche Menschen weisen uns Wohnung 29 und 30 zu, oben auf dem Berg gelegen. Die Zimmer sind ok aber die Umgebung ist in einem desolaten Zustand. Um unsere Häuschen nichts als Gestrüpp und 0-Aussicht. Da hilft nur ein Getränk, später wird ausgepackt. Ein geheimnisvoller Heimwerker, welcher Art auch immer, macht sich an unserer Zimmerdecke zu schaffen. Wir können ihn nicht ausmachen.
In der Zwischenzeit sind 2 Busse mit deutschem Inhalt eingetroffen. Lautstark entleeren sich die Businhalte und werden auf ihre Behausungen losgelassen. Um der deutschen Invasion zuvor zu kommen, machen wir uns frühzeitig auf den Weg zum Restaurant, was wir mit dem Auto anfahren. Seit unserem letzten Besuch 1995 hat sich nichts Wesentliches verändert. Noch vor dem großen Ansturm bestellen wir Oistrich Steaks, die von hoher Qualität sind (O-Ton Clausens) sind. Dann muß natürlich die benachbarte Bar ausprobiert werden, die kurioserweise bereits um 21.30 Uhr schließt. Günther begleicht die Rechnung mit seiner Maestro Card. Entgegen aller gängigen Sicherheitsvorschriften plärrt der Ober die Geheimnummer quer durch den Raum. Mal sehen, was sich daraus für Folgen ergeben.
Gegen 22.00 Uhr ist Nachruhe. Der Heimwerker hat seine Arbeit eingestellt.

Waterberg, 14. Mai

Gegen Morgen fängt der Heimwerker wieder an zu arbeiten. Diesmal an der Haustür, Wegen einsetzendem Regen hat er wohl einen geschützten Arbeitsplatz aufgesucht.
Der Waterberg ist in eine schwarze Wolkendecke eingehüllt. Wir fahren mit unserem Gefährt zum Frühstück. Der Heimwerker ist verschwunden. Kurz vor uns ist bereits die deutsche Truppe über das Frühstücksbuffet hergefallen.
Das Frühstück ist gut.
Es donnert bedrohlich.
Wir machen eine Stippvisite zum 5 Sterne Schwimmbad, was wirklich sehr schön, aber des kühlen und regnerischen Wetters wegen weniger einladend ist.
Namibia - Rundreise - ReiseberichtBei der Information erkundigen wir uns nach einer geführten Tour. Nur zögerlich gibt man uns Auskunft und auch nicht gerade umfangreich. Da wir noch unschlüssig sind, machen wir erst einmal einen Besuch auf dem Soldatenfriedhof. Bei der Schlacht am Waterberg 1904 schlugen deutsche Truppen unter General von Trotha den Aufstand der Herero nieder. Die deutschen Toten (gefallen oder ermordet) dieser Schlacht sind hier bestattet.

Der Regen hat aufgehört. Wir entschließen uns zur nachmittäglichen Tour auf das Waterberg Plateau.
Der Waterberg (ca. 1900m ü.M.) ragt wie eine Festung aus der Hochebene Zentralnamibias empor. Auf 48 km Länge erheben sich bis 30 m hohe senkrechte Felswände, schroffe, rote Sandsteinfelsen, am Fuß von üppiger Vegetation bedeckt, die einen auffallenden Kontrast zum kargen Buschland der Umgebung bildet. Auf dem Waterberg befindet sich ein riesiges 8 – 16 km breites Plateau. Es besteht aus 180 – 200 Mio. Jahre altem Etjo-Sandstein, der wie ein Schwamm wirkt, so dass die wasserarme Oberfläche des Plateaus von trockener Baumsavanne und Buschvegetation bedeckt ist. Am Fuß des Waterberg staut sich das Wasser auf tonhaltigem Gestein, tritt in Quellenform aus und bewirkt so den grünen Pflanzensaum. Diesen Quellen verdankt der Waterberg seinen Namen.
Namibia - Reisen - WaterbergDas Waterberg Plateau (40549 ha) ist seit 1972 Naturschutzpark und darf nur in Begleitung von Wildhütern besucht werden.

Ja, das machen wir dann auch. Um 14.00 Uhr geht’s los. Außer uns sind 2 weitere Passagiere (auch Deutsche) an Bord des Jeeps.
Zunächst fahren wir ca. 14 km auf einer Sandstraße parallel zum Waterberg, dann geht’s auf unwegsamem Gelände bergauf. Unterwegs erzählt uns unser Guide, ein Herero, ein wenig über den Berg und was er gedenkt uns alles zu zeigen. Es soll da oben ja wimmeln von Tieren aller Art, vom Nashorm bis zur schwarzen Mamba, Günthers Lieblingsschlange. Wir lernen auch etwas über den Ahnenbaum, den heiligen Baum der Hereros und über die heilende Wirkung des African Lavender. Auf dem Plateau angekommen fahren wir auf den roten Sandpisten dahin voller Erwartung des uns erwartenden Tierreichtums. Ein paar Giraffen, Pferdeantilopen und verschiedene Vögel, das war’s aber auch schon. Aber die Landschaft ist sehr beeindruckend, roter Sand, roter Fels in unterschiedlicher Formation und mit üppiger Bepflanzung.

Nach 3 mehr oder weniger ereignislosen Stunden machen wir halt an einem geschützten Wasserloch, wo wir mit Getränken und Snacks versorgt werden. Gebannt starren wir auf das Wasserloch. Nichts passiert, der Tieransturm bleibt aus. So verlassen wir nach 20 Minuten den Aussichtspunkt und machen uns in rasanter Fahrt auf den Heimweg. Es wird schon dunkel und es ist kalt. Der kalte Wind bläst uns fast vom Wagen. Eine ungemütliche Fahrt, deren Ende wir kaum erwarten können. Durchgefroren erreichen wir das Camp um
18.00 Uhr.
Die Bar, in der wir uns aufwärmen wollen ist überfüllt, so dass wir gleich zum Abendessen schreiten. Da viele Gäste erwartet werden gibt’s heute Büffet, nicht unsere erste Wahl, aber dennoch sehr gut und vielseitig.
Die Bar hat sich zwischenzeitlich zu unseren Gunsten geleert. Wir nehmen einige Gläser Wein und kommen später mit Reisenden am Nachbartisch ins Gespräch. Sie besuchen Namibia zum ersten Mal, sind aber bereits infiziert.
Um 22.00 Uhr ist Nachtruhe.

Waterberg – Windhoek, 15. Mai

Nach dem Frühstück und einem kurzen Informationsgespräch mit unseren Nachbarn von gestern abend machen wir uns auf den Weg gen Windhoek. Auf dem Zubringer zur B1 Begegnung mit vielen emsigen Perlhühnern und drei Gutsches, auch den Ahnenbaum erkennen wir am Wegesrand.
Auf dem Markt in Okahandja werden zum x-ten Mal Mitbringsl eingekauft. Dann läuft der Count-Down für unseren Aufenthalt in Namibia. Ein letztes Picknick noch mit Käse und Wein und schon sind wir zurück in Windhoek. Das Safari Court Hotel treffen wir im ersten Versuch. Dort wird unser zuverlässiges Fahrzeug vom Reisegepäck und von Jutta und mir befreit. Hans-Jürgen und Günther bringen das Auto zurück zu Asco Car Hire. Jutta und ich beziehen die Zimmer und fahren dann mit dem Hotel Shuttle in die Stadt. Dort werden, wie könnte es anders sein, noch ein paar Präsente eingekauft. Innerhalb kürzester Zeit treffen wir auch unsere Jungs wieder und wir nehmen noch einen Drink im Kalahari Sands Hotel. Dort wird gerade der Bus vom Waterberg entleert. Bei einem anschließenden kleinen Rundgang gönnt sich Jutta einen kleidsamen Lederrock und jede Menge Bücher, was H.-J. etwas ungehalten macht. Der Shuttle Bus bringt uns dann wieder zurück zum Hotel. Dort angekommen geht’s zielstrebig zur Hotel Bar. Dann Koffer packen (Jutta räumt zum x-ten Mal) und zu Abend essen. Es sind nur wenige Gäste im Restaurant.
Es folgt ein Absacker an der Hotel Bar. Um 22.00 Uhr ist Nachruhe, schließlich wollen wir morgen um 7.00 Uhr gen Flughafen fahren.

Auf Wiedersehen Namibia, ich bin ganz sicher.

Windhoek – Kapstadt – Stellenbosch, 16. Mai

Flug - Windhoek - KapstadtEin rasches Frühstück um 6.15 Uhr und schon steht der Abholer von Asco Car Hire bereit uns zum Flughafen zu speditieren.
Bis zum Abflug ist noch etwas Zeit, die wir mit Kaffeetrinken (Günther nimmt noch ein Bier) totschlagen. Günther wollen die Offiziellen die Ausreise verweigern, da er keinen Einreisestempel in seinem Pass vorweisen kann (wer nicht einreist, kann auch nicht ausreisen). Schließlich haben die Beamten ein Einsehen und lassen ihn mit uns das Land gen Kapstadt verlassen.
Das Flugzeug ist nur zur Hälfte belegt, so dass wir uns während des zweistündigen Flugs ausbreiten können. Der Flug verläuft ruhig.
In Kapstadt angekommen nehmen wir nach einer kurzen Kaffeepause unser Auto in Empfang, was mit organisatorischen Schwierigkeiten verbunden ist. Unser bestellter Touran ist beim Service, man will uns einen Kleinwagen unterjubeln. Nachdem wir selbstredend ablehnen, schafft man den gewünschten Touran ran, was mindestens eine Stunde dauert. Es ist kühl und windig Wir warten auf dem Parkplatz und frieren.
Schließlich ist es soweit. Wir machen uns auf den Weg nach Stellenbosch zum „Village of Spier“ das wir 30 Minuten erreichen. Es ist ein riesiges village, in dem man sich locker verlaufen kann. Wir wollen es aber erst morgen erkunden.
Erst einmal wird wie gehabt die glückliche Ankunft mit 2 Flaschen „Spier“ begossen. Wir sitzen auf der Terrasse bei erträglichen Temperaturen. Dann werden wir zu unseren Etablissements in der Riverside Lane chauffiert. Es sind absolute Luxus Suiten. Ein Wohnraum mit Kamin, eine Küche, ein riesiger Schlafraum mit Ankleidezimmer und ein Luxusbad. Wir sind beeindruckt, hier könnte man es längere Zeit aushalten.
Nachdem wir uns von der Überraschung erholt haben, schreiten wir zum Abendessen, was auch sehr gut ist. Außer uns sind nur vereinzelt Gäste zu sehen.
Vor dem Kamin (mit einem raffinierten Zündmechanismus) unseres Wohnzimmers nehmen wir noch ein Cola Brandy dann geht’s in die Betten, die zuvor liebevoll hergerichtet wurden mit Röschen, Betthupferln und Puschen.

Stellenbosch, Village of Spier, 17. Mai

Das Wetter läßt zu wünschen übrig, das Frühstück nicht.
Nun wollen wir das Areal erkunden. Tiefe, dunkle Wolken trüben die Sicht und hin und wieder schüttet es wie aus Kübeln. Mit den hauseigenen Regenschirmen bewaffnet und in dicke Jacken gehüllt durchschreiten wir die riesige Anlage. Überall auf dem Gelände wuseln Angestellte mit Gartengeräten herum und kümmern sich um die liebevoll bepflanzten Beete. Es gibt einen Weinverkauf, eine Cheetah Station und riesige Zelte mit Verkaufsständen und einer Bar. Man rüstet sich für ein Fest am nächsten Tag. Trotzdem ist nichts los auf der Anlage, nur Angestellte und wenig Gäste. In einem der Shops kauft Jutta das x-te T-Shirt für Rüdiger (wer war das doch gleich?). Nicht, dass Rüdiger jetzt x T-Shirt bekommt, nein, sie konnte sich bisher nicht entscheiden, jetzt endlich ist es geschafft.
Von unserem bei der Ankunft ausgehändigtem Scheckheft über 370 Rand genehmigen wir uns an einem der Stände einen Wein.
Nachdem wir uns ein Bild über das Ausmaß der Anlage gemacht haben, entschließen wir uns nach Stellenbosch zu fahren.
Es regnet. Stellenbosch zeigt sich nicht gerade von der besten Seite. Wir flüchten vor dem Regen erst in ein Einkaufszentrum, dann ins Café.
Stellenbosch adé, wir fahren zurück in unser village, wo wir uns ein Drink genehmigen. Dann wird in unseren Suiten relaxt. Es regnet, die Wolken hängen immer noch tief und verweigern den sicherlich attraktiven Ausblick auf den „river“.
Das Abendessen nehmen wir wieder im Restaurant „Figaro“ ein (eigentlich wollen wir ein anderes heimsuchen, aber die haben alle geschlossen). Heute sind wir die einzigen Gäste, schade.
Ein Gutenachttrunk in unserer Suite beendet den Tag relativ früh. Unsere Räumlichkeiten wurden wieder liebevoll hergerichtet, diesmal mit Blüten und Kerzen in der Badewanne und einem Betthupferl natürlich.

Village of Spier und Ausflug an den Atlantik, 18. Mai

Es könnte so schön hier sein, wenn’s nicht andauernd regnen würde.
Nach dem wieder guten Frühstück entschließen wir uns, trotz des unwirtlichen Wetters, an den Atlantik zu fahren, haben wir doch so schöne Erinnerungen daran.
Günther fährt.
Die Fahrt führt uns von Stellenbosch nach Strand, dann nach Gordon’s Bay, wo wir die erste Berührung mit dem Atlantik haben. Weiter nach Betty’s Bay, nur Häuser, keine Kneipen, keine Geschäfte, kein gar nichts.
Südafrika - Rundreise - ReiseberichtDem Hinweis zum Pinguin Point folgen wir. Wir sehen viele, sie lassen sich von dem Wetter nicht abschrecken. Günther eilt im Sauseschritt (?!) zum Auto zurück, da sich eine Gestalt an unserem Auto zu schaffen macht. Juttas Kamera hätte er erwischt, die unter dem Sitz liegt, aber Günther hat den Übergriff vereitelt. Es fängt wieder an zu regnen. Nach dieser Stippvisite bei den Pinguinen eilen wir zurück zum Auto und beschließen eine Kneipe aufzusuchen. Gar nicht so einfach. Schließlich finden wir eine in Kleinmond, direkt am Meer gelegen. Wir verspeisen Hake und Chips, Jutta nimmt einen Hamburger. Der Ort ist wie ausgestorben. Wegen mangelnder Attraktivität verlassen wir den Ort wieder und machen uns auf den Heimweg.
Glücklich angekommen nehmen wir einen Drink an der Bar und verprassen dann unsere verbleibenden Gutscheine im Shop des Weinladens.
Noch ein Kurzbesuch im Cheetah Park wird angehängt.
Da wir morgen gen Kapstadt abreisen wollen und müssen, trinken wir noch flux zwei der gestern im Weinladen erworbenen Spierweine. Die Sonne zeigt sich tatsächlich, nun bekommen wir wenigstens etwas von der schönen Umgebung zu sehen.
Beim Abendessen sind außer uns noch vier weitere Gäste anwesend. Die Bedienungen stehen aufgereiht am Eingang und stürzen sich auf die wenigen Gäste.
Den letzten Abend in unserer Nobelunterkunft beenden wir mit einem Absacker in unserem Etablissement.

Stellenbosch – Kapstadt, 19. Mai

Während der Nacht hat es ausgiebig geregnet, gegen Morgen klart es etwas auf.
Wir nehmen unser Frühstück und schießen danach noch ein paar Fotos von unserer noblen Herberge. Das glaubt uns ja sonst keiner.
Südafrika - ReiseberichtWir aktivieren uns und unseren Touran und steuern gen Kapstadt. Die Slums kurz vor Kapstadt bedrücken uns, aber auch sie sind ein Teil von Kapstadt und Afrika.
Unser Hotel für die nächsten 3 Tage „The Cullinan“ erreichen wir nach einigen Ehrenrunden.
Das Hotel ist sehr nobel und in unmittelbarer Nähe der Waterfront gelegen. Unsere Zimmer sind noch nicht bezugsfertig, so genehmigen wir uns ausnahmsweise einen Drink, „so isses“. Sobald sie für uns bereit stehen, werden sie bezogen. Sie sind selbstredend nicht so nobel wie die in Stellenbosch aber gut und geräumig.
Nach einer kurzen Verschnauf- und Räumpause (Jutta räumt unablässig) machen wir uns auf den Weg an die Waterfront. Der Himmel ist bedeckt, aber es regnet gerade mal nicht.
Beim Italiener in der Albert Mall kehren wir ein und bekommen zum lunch einen Riesensandwich. Da wir irgendwie keine Lust mehr haben uns in den vielen Geschäften rumzutreiben, treten wir schließlich den Rückweg zum Hotel an. Besonders nachsichtig ist das Wetter nicht gerade, es fängt unterwegs an zu schütten. Was bleibt uns anders übrig, als in eine Kneipe zu flüchten. Bezeichnenderweise ist es das Bräuhaus, wo wir zwangsweise auch ein Getränk zu uns nehmen müssen.
Da der Regen etwas nachläßt und wir keine Lust haben, uns noch weiter im Bräuhaus aufzuhalten, setzen wir den Rest des Weges bis zum Hotel bei leichtem Regen fort.
Im Hotel eingetroffen, verabreden wir uns um 20.00 Uhr zum Abendessen im hoteleigenen Restaurant. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass wir die Zeit bis dahin nicht an der Bar verbracht haben – es gibt aber keine Aufzeichnung darüber.
Das Essen im Restaurant ist sehr gut, die Stabilität unseres Tisches macht uns jedoch zu schaffen.
Sicherlich wird wieder ein Absacker genommen, aber auch darüber gibt es keine Aufzeichnung. Es regnet.

Kapstadt, 20. Mai

Südafrika - Reisen - KapstadtAm heutigen Tag wollen wir Kapstadt Downtown erobern.
Nach dem Frühstück marschieren wir Richtung Main Station. Schnell noch etwas Geld holen unterwegs bei einer Bank. Zu diesem Behufe macht sich Günther an dem dortigen Geldautomaten zu schaffen, was damit endete, dass er statt Geld auszuspucken, ihm seine Kreditkarte einverleibt. Was tun? Da die Bank nicht in der Lage ist seine Karte irgendwie dem Automaten zu entlocken, läßt Günther die Karte sicherheitshalber sperren. Nun ist bedauerlicherweise meine Karte gefragt. Mein Konto wird vorerst um 500 Rand belastet – „Shit happens“.
Der weitere Ausflug zur Innenstadt erweist sich als unergiebig und unerfreulich. Märkte mit Massenware und nur kaputte Typen laufen herum. Nun wollen wir wenigstens den Blue Train mit den entsprechenden Reisenden besichtigen. Auch daraus wird nichts – er ist schon abgefahren.
Es regnet schon wieder, daher flüchten wir in ein Shopping Center. Regenschirmverkäufer lauern auf Kunden. Da auch das Shopping Center nichts bietet, machen wir uns frustriert auf den Heimweg, nachdem der Regen etwas nachläßt. Trotzdem erreichen wir unser Hotel durchnässt und nicht gerade bester Stimmung. Ein Drink an der Bar hebt die Stimmung etwas. Wir beschließen ins Aquarium zu gehen. Es hört tatsächlich auf zu regnen, trotzdem lassen wir uns für jeweils 10 Rand vom Hotel eigenen Shuttle zum Clock Tower an der Waterfront bringen und von dort setzen wir den Weg bis zum Aquarium zu Fuß fort.
50,– Rand pro Person müssen wir pro Person für den Eintritt löhnen, aber die Investition lohnt sich.
Es regnet immer noch nicht. Nach einem kurzen Stopp in der Albert Mal , gehen wir zurück zum Hotel. Die Sonne scheint, was wir nutzen um beeindruckende Fotos unseres Hotels zu schießen. Der Tafelberg zeigt sich wolkenlos.
Am Ende dieses weniger erquicklichen Tages nehmen wir unser Abendessen an der Bar ein, es gibt Spare Ribs und für Günther ein Oistrich Steak, zusätzlich natürlich alkoholische Getränke.

Kapstadt – Robben Island, 21. Mai

Es ist bewölkt, nachts hat es wieder kräftig geregnet.
Südafrika - Reisen - Robben IslandNach dem Frühstück lasen wir uns vom Shuttlebus wieder zum Clocktower transportieren. Heute wollen wir eine Schifferlfahrt zur Robben Island wagen.
Oh Wunder, die Sonne scheint, da sieht doch alles viel freundlicher aus.
Um 10.00 Uhr legt die Fähre zur 11 km entfernten Robben Island ab. Für den Ausflug nimmt man uns 150 Rand pro Person ab. Die Fahrt dauert etwa 35 Minuten. Der Himmel ist blau und das Meer ist ruhig, so können wir die kurze Fahrt genießen ohne uns um Regenschutz zu bemühen.
Auf der Insel angekommen, werden wir und alle anderen Mitreisenden in Busse verfrachtet und über die Insel gefahren. Unser Guide erzählt uns eine Menge über die Geschichte der Insel, auf der ursprünglich Leprakranke isoliert wurden und über das berühmte Gefängnis, das wohl als bekanntesten Insassen Nelson Mandela „beherbergt“ hat und das für 27 Jahre bis zu seiner Entlassung 1991. Ein ehemaliger Gefangener (er hat eine Menge zu erzählen) zeigt uns dann den Gefangnisbereich, den Exerzierplatz, den Steinbruch und andere „Un“anehmlichkeiten der Anlage.
Ganz so grausam fand ich das Leben dort für die Gefangenen nicht, es gibt ganz andere Beispiele. Die Gefangenen bekamen regelmäßig zu essen (je höher die Prominenz des Gefangenen war, um üppiger war die Kost) und sie wurden ärztlich versorgt. Aber das Gefängnis wurde wohl aus Propagandagründen zu Pretorias „Horrorkerker“ erklärt. Eins ist klar; es ist ausbruchssicher, alle Ausbruchsversuche scheiterten mehr oder weniger. Kein Kontakt zur Außenwelt für die Gefangenen wird uns erklärt, wie nur konnte Mandela seinen politischen Einfluß pflegen?
Für uns ein interessanter Ausflug, den wir um 13.30 Uhr mit der Ankunft zurück in Kapstadt an der Waterfront beenden.
Die Sonne scheint immer noch, nur ein kleines Wölkchen klammert sich an den Tafelberg. In einem Lokal am Wasser (mit Seal Depot) machen wir eine Pause bei Fish and Chips (Jutta nimmt einen Hamburger). Wir sitzen am Wasser und genießen die wärmende Sonne, Negerkinder tanzen für ein geringes Handgeld.
Ein kleiner Rundgang durch die Victoria Wharf, wo Jutta noch eine Kleidchen für Hanna (Rüdiger ist ja nun versorgt, jetzt weiß ich’s wieder, Rüdiger ist der Nachbar) und Günther ein T-Shirt für Franz erstehen. Dann treten wir den nun schon vertrauten Heimweg zum Hotel an.
Die Waterfront ist belebt, Musik und Darbietungen an allen Plätzen.
Im Hotel angekommen, nehmen wir 1 bis 2 Gläser Wein an der Bar und beschließen damit den Nachmittag.
Um 19.30 Uhr Abendessen in der Bar mit typisch afrikanischen Gerichten, Hamburger und Steaksemmel.
Was dann noch folgt ist klar.

Abreisetag, 22. Mai

es ist bewölkt, nachts hat es schon wieder geregnet.
Nach dem Frühstück werden im Hotelshop noch ein paar Mitbringsl erstanden. Günther hat sich in einen Elefanten aus Eisenholz verguckt und beschließt, ihn mit nach Freising zu nehmen.
Nun heißt es Gepäck reisefertig machen, was bei Jutta immer etwas zeitaufwendiger ausfällt, aus Gründen, die uns geheim bleiben.
Das letzte Glas Wein an der Bar und schon befinden wir uns auf den Weg zum Flughafen.
Unser Auto wird ohne Beanstandung zurückgenommen. Die Zeit bis zum Check-In wird überbrückt mit der Rückerstattung der VAT für den Elefanten, dem Kauf eines Elefanten T-Shirts für Hans-Jürgen und einem Kaffee.
Der Flug nach Windhoek verläuft relativ ruhig.
Bis zum Weiterflug nach Frankfurt bleibt noch etwas Zeit. Für die letzten Ränder gönnen wir uns ein Getränk und für ein Salatbesteck für mich reicht das Geld auch noch.
Um 20.50 Uhr startet unser Flugzeug gen Frankfurt. Unterwegs keine besonderen Vorkommnisse.

Ankunft in Frankfurt um 05.40 Uhr, 23. Mai

Nun trennen sich unsere Wege, für Hans-Jürgen und Jutta führt der Weg nach Bad Nauheim in die Hermannstraße, für Günther und mich ist der Heimweg nach Freising in die Körnerstraße etwas aufwendiger, wir nehmen die Bahn und erreichen Freising etwa 5 Stunden später.

Résumée der Reise

Es war mal wieder ein gelungener Urlaub mit bedenklich vielen Barbesuchen oder ähnlichem.
In Namibia haben wir von den Big Five nur einen gesehen, dafür aber viel Landschaft, interessante Menschen und abenteuerliche Autofahrten. Zum Waterberg würde ich nicht mehr müssen, aber es war trotzdem eine Erfahrung wert.
Auf den Teil Südafrika hätte ich auch locker verzichten können, der miserablen Wetterbedingungen wegen.
Dass Jutta und ich einige T-Shirt vermissen, die höchstwahrscheinlich in schwarze Hände geraten sind, würde ich als „Kollateralschaden“ bezeichnen.
Bis auf kleinere Mißstimmungen gab es keine zwischenmenschlichen Konflikte, was gar nicht so selbstverständlich ist bei so einer Reise.

Da steht doch einer weiteren gemeinsamen Reise nichts im Wege oder?

Wenn Ihr diesen Bericht lest, haben Hans-Jürgen und Günther einen weitaus abenteuerlicheren Namibiaausflug hinter sich.
Aber mal ehrlich, haben wir Euch nicht gefehlt?