Sicherheit in Tunesien

Die Sicherheitslage ist auch in Tunesien problematisch und angespannt. Für alle Staaten des Maghreb wie auch alle Staaten südlich der Sahara gilt, dass die Gefahr von Anschlägen und Entführungsversuchen hier enorm erhöht ist. Die Al-Qaida mit ihrer Untergruppierung Al-Qaida im Maghreb (AQiM) ist in dieser Region besonders aktiv. Dazu kommt, dass vor Kurzem in Mali durch mauretanischen Regierungseinheiten Kämpfer der AQiM unter Mithilfe von französischer Logistik getötet worden sind. Mit Revanche-Akten ist überall in dieser großen Region zu rechnen. Besonders entlegene Gebiete, die nicht ausreichend von der örtlichen Polizei oder vom Militär des Landes geschützt werden können, sollten unbedingt gemieden werden. Insbesondere von Touristen häufig frequentierte Orte und Plätze gelten als sehr wahrscheinliche Ziele von Anschlägen. Dazu zählen auch Sportveranstaltungen, Rallyes oder Musikkonzerte, die von vielen – oft auch aus westlichen Ländern stammenden – Menschen besucht werden.

Für Tunesien speziell gilt vor allem eine Warnung vor dem Gebiet zwischen Tunesien und Algerien sowie Tunesien und Libyen. Teile des Landes sind von den tunesischen Behörden selbst gesperrt, was es natürlich zu beachten gilt.

Im Jahr 2002 fand in Djerba ein terroristischer Anschlag mit vielen, auch deutschen Toten statt. Die tunesische Regierung und ihr Personal tun alles, um einen ähnlichen Anschlag zu verhindern. Dennoch kann ein solcher nie völlig ausgeschlossen werden. Die Lage bleibt angespannt. Neben Orten gilt es aber auch Daten und Zeitpunkten besondere Aufmerksamkeit zu schenken, will man die nötigen Vorsichtsmaßnahmen für den Aufenthalt in Tunesien berücksichtigen: Es gilt als nicht unwahrscheinlich, dass Terroristen gerne an für sie relevanten Feiertagen zuschlagen. Oder aber an für die Opfer relevanten Feiertagen, allerdings ist dies etwas weniger wahrscheinlich.

Südlich der als Touristenregionen bekannten (und deshalb etwas besser geschützten) Regionen um Nefta und Tozeur gilt ein erhöhtes Entführungsrisiko. Individualreisende sind dabei extrem gefährdet, so dass von derartigen Reiseformen abzusehen ist. Wer sich unbedingt in diese Regionen begeben muss, sollte dies im Rahmen einer Gruppenreise tun.

Weiterhin wird gewarnt vor Reisen in die Sahara südlich der Orte bzw. Regionen El Borma und Es Sabria. Dazu müssen unbedingt die oben bereits erwähnten Sperrzonen der Regierung beachtet werden.

Die allgemeine, nicht politisch motivierte Kriminalität in Tunesien ist als insbesondere für afrikanische Verhältnisse gering zu bezeichnen. Überfälle von einzelnen, bei denen Gewalt angewendet wird, steigen allerdings in letzter Zeit, Selbiges gilt für die Beschaffungskriminalität im Rahmen von Drogenkonsum. Zudem sind in ganz Tunesien Taschen- und Trickdiebstähle anzutreffen.

Drogenbesitz auch unter einem Gramm wird in Tunesien immer mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet. Der Waffenbesitz ist ebenso verboten wie Homosexualität. In Bezug auf die Zollvorschriften wird ausdrücklich gewarnt, dass tunesische Behörden dabei sehr streng vorgehen und keine Ausnahmen dulden, man sollte sich also auf jeden Fall mit diesen Regelungen vertraut machen.

Die medizinische Versorgung wird als explizit als “gut” bezeichnet, in der Hauptstadt Tunis sogar als “sehr gut”, so dass einem unbeschwerten Aufenthalt in Tunesien zumindest von dieser Seite aus nichts im Wege steht.

Informationen vom Auswärtigen Amt zur Sicherheit in Tunesien

Anmerkung: Natürlich sind diese Angaben ohne Gewähr. Es gilt immer, sich selbst beim Auswärtigen Amt über den aktuellen Stand der Sicherheitslage zu informieren.