Namibia wartet neuerdings neben seinen vielen ohnehin vorhandenen Vorzügen mit einer echten Attraktion auf: das “Lebende Museum der Ju-Hoansi”. Es ist das erste “lebende Museum” in Namibia und zählt inzwischen zu einem der beliebtesten touristischen Reiseziele in ganz Namibia.

Thema ist selbstredend die Kultur und das Leben der San, einer Ethnie, die in den politischen Grenzen von Namibia zu Hause ist. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermittlung der Lebensweisen der San und damit ein Rückgriff auf jene Zeiten dieser Stämmen, in denen sie vor Ankunft der Kolonialisten im südlichen Afrika völlig autonom lebten.

Dabei werden die meisten Informationen von Teilnehmern der San verbal präsentiert, authentischer Weise auch in ihrer eigenen Sprache. Reiseführer oder -begleiter übersetzen bei einem Besuch des Lebenden Museums dann ins Englische.

Aktivität in Namibia: Ein Besuch bei den San

Doch es bleibt natürlich nicht bei der mündlichen Übermittlung von Informationen. Gerade das ist ja das Besondere an diesem lebendigen Museum. Hier werden auch Techniken ganz konkret vorgeführt. So zum Beispiel, wie man mit einfachen Methoden ein Feuer entfacht, direkt und vor den Augen der Besucher demonstriert.

Drei Stunden dauert der Rundgang durch das Museum mit all seinen Elementen. Dazu gehört auch, wie man mitten im Sand Pflanzenknollen aufspürt, die als Wasserspeicher dienen und so den Menschen nutzen können.

Oder — hochspannend — wo die San das Gift herbekommen, das sie in ihre Pfeilspitze auftragen. Es stammt aus dem Körper von Läusen, die einen bestimmten Strauch in der Region zu befallen pflegen. Anderes Thema ist, die Menschen sich hier gegen die Anwesenheit von Schlangen schützen. Alles interessante Verfahrensweisen, die eigentlich nicht mehr nötig wären, weil auch bei den San die Erzeugnisse der Industrienationen angekommen sind.

Kultur erleben und bewahren auf Namibia-Reise

Doch das San-Museum dient eben nicht nur der Information der Gäste. Hier sollen diese Techniken eben auch bewahrt werden. Auf diese Weise versuchen die San, ihre Identität zu bewahren, gegenüber dem drückenden Einfluss der westlichen Welt und auch anderer Ethnien aus der Region.

Nur knapp 300 bis 400 Menschen zählt dieser Stamm der Ju Hoansi noch, aufgerieben in den Machtspielen der viel größeren Völker. Da dienen diese praktischen Verhaltensweisen im Alltag auch dem eigenen Überleben. Fernab des nächsten Krankenhauses muss man wissen, welche Heilpflanzen man für welches Leiden benötigt.

Gruppenreise nach Namibia mit besonderem Ziel

Wissen sollte man ebenso, dass der Besuch eines solchen Museums nicht allein der eigenen Information und Unterhaltung dient. Die Einnahmen helfen den Betreibern, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Vielfalt des jeweiligen Landes, in diesem Falle Namibiasa, wird erhöht. Den Menschen wird geholfen, ihre eigene Historie zu bewahren und schließlich kommt es auch zum interkulturellen Austausch zwischen den Gästen des Museums und den jeweiligen Betreibern, hier der Ethnie der San.

Ein guter Tipp also für eine individuelle Namibia-Reise, ob als Selbstfahrer in Namibia unterwegs oder im Rahmen einer Namibia-Gruppenreise: ein solches “lebendes Museum” einmal besuchen.