Meine erste Besteigung des Kilimanjaro

Reisen ist die schönste Nebenbeschäftigung, zumindest für mich. So oft ich kann, erkunde ich die Welt nach den Sehenswürdigkeiten, die mich interessieren. So auch mein Trip nach Afrika. Tansania war das Ziel meiner Reiseplanung für die Tansania Reise war die Planung recht schnell erledigt. Ich brauchte nur den Flug, Hotels wollte ich mir dort vor Ort suchen.

Im Internet hatte ich mich schlau gemacht und so einige Bewertungen über die verschiedensten Hotels gelesen. Von den Bildern sagte mir am meisten das Sal Salinero zu, zumal es einiger Zentral und na am Flughafen lag. Ich hatte mir auch schon einen Flug ausgesucht, der zumindest nur einen Stopp beinhaltete und die Flug- und Wartezeiten auch noch annehmbar waren.

Ich hatte zwar Zeit, allerdings wollte ich die nicht hauptsächlich nur im Flugzeug und am Flughafen verbringen.

Tansania Reisebericht- Kilimanjaro Besteigung

Abflug Flughafen Nürnberg, morgens um Neun

Mein Flug Richtung Tansania sollte von Nürnberg aus starten. Verwunderlich nur, dass ich in die entgegengesetzte Richtung fliegen musste, um nach Tansania zu gelangen. Aber was sollte ich mich beschweren. Im nachhinein hatte ich mir den Flug so ausgesucht, da die Flugzeit bis zum Kilimanjaro Flughafen gerade einmal 13 Stunden dauern sollte und die anderen Fluglinien weitaus längere Flug- und Wartezeiten hatten.

Also hob der Flieger ab und begab sich Richtung Amsterdam, mit Landung auf dem Flughafen Schiphol. Die Flugzeit war kurz, weswegen wir auch nur einen kleinen Snack erhielten und schon zur Landung auf Schiphol ansetzten. Der Aufenthalt in Amsterdam betrug gerade mal zwei Stunden, weshalb ich mich dazu entschied, auf dem Flughafen im Wartebereich auf meinem Anschlussflug zu warten.

Knappe zwei ein halb Stunden später saß ich in dem Anschlussflieger Richtung Kilimanjaro Airport. Der Flug dauerte gute acht Stunden und in der Zeit fand ich reichlich Unterhaltung mit den Fluggästen, die benachbart von mir saßen.

Tansania Kilimanjaro Besteigung über die Marangu-Route

Landung am Kilimanjaro Airport in Moshi

Wer schon einmal nach Afrika geflogen war, der kann mir sicherlich nachempfinden. Sobald sich der Flieger über dem afrikanischen Kontinent befindet, macht sich das in mir sofort bemerkbar. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber es ist ein unbestimmtes Gefühl – als würde ich nach Hause kommen.

Ich war ja schon in verschiedenen Ländern in Afrika, darunter auch schon in Ruanda, in Sansibar und in Uganda. Daher kann es sicherlich sein, dass es daran liegt, dass diese Vorfreude in einem hochsteigt. Von meinem Sitzplatz aus kann ich den Kilimanjaro sehen. Er wird dieses Mal von mir bezwungen werden.

Ich hatte mir fest vorgenommen, den Gipfel des höchsten Berges in Afrika zu erklimmen und mit einem Foto vom Uhuru Peak nach Hause zurück zu kehren. Am Flughafen angekommen, suchte ich mir ein Taxi. Der Fahrer wollte vom Flughafen bis zum Sal Salinero circa 50 Dollar haben.

Tansania Kilimanjaro Besteigung mit  Touring Afrika

Ankunft am Sal Salinero Hotel

Ich kann nur von Glück sagen, dass so manche Menschen in Moshi die englische Sprache beherrschen und manche sogar ein paar Brocken Deutsch. Die Fahrt dauerte so um die 40 Minuten und wir hatten genügend Zeit zu reden. Ich fragte ihn während der Fahrt nach eine Möglichkeit, zum Kilimanjaro zu gelangen und das am Besten mit einem Führer.

Ich erhielt die Adresse eines Trekkinganbieters hier in Moshi und bezog mein Hotel. Die Zimmer in dem Hotel waren alle sehr hell und freundlich eingerichtet. Die Sauberkeit fiel mir sofort auf, denn ich hatte auch schon andere Hotels erlebt. Das Personal war direkt bei Ankunft zuvorkommend und sehr freundlich.

Ich hatte ein Zimmer, dessen Fenster direkt zum Kilimanjaro zeigten. Ich sah den Gipfel und verstand dies als Omen. Diesmal musste es der Kilimanjaro sein. Vom Hotel aus buchte ich eine Trekkingtour mit einem Führer, der mich sicher nach oben zum Gipfel bringen sollte. Am Telefon erhielt ich schon die ersten Informationen.

Was überaus wichtig war, wäre eine kälte- und feuchtigkeitsresistente Bekleidung und ein Schlafsack, der die gleichen Eigenschaften hätte, wie die Bekleidung. Die Tour sollte acht Tage dauern, da der Führer darauf bedacht sei, dass wir uns langsam akklimatisieren konnten.

Startpunkt war das Marangu Gate, am Fuße des Kilimanjaro. Mein Führer, er wollte Guide genannt werden, holte mich mit einem weiteren Tourenteilnehmer von meinem Hotel ab und wir fuhren über Marangu zum Marangu Gate. Ich hatte alle unnötigen Dinge im Hotel gelassen, die während des Aufstiegs zum Gipfel des Mount Kilimanjaro nur stören würden.

Tansania Kilimanjaro Besteigung

Der Aufstieg zum Gipfel des Kilimanjaro über die Mechame Route

Das Marangu Gate liegt schon selbst in einer Höhe von knapp 1800 Meter, genau wie das Bergdorf Marangu selbst. Jetzt verstand ich erst, warum das Gate Marangu hieß. Manchmal dauert begreifen halt ein wenig länger. Marangu selbst war der zentrale Zugang zum Kilimanjaro Park, wie mir mein Guide erklärte.

Hier lag auch die zentrale Verwaltung des Nationalparks und alle, die über die Coca-Cola Tour, wie die Marangu Tour auch genannt wurde (weiß heute noch nicht, warum) zum Gipfel des Mount Kilimanjaro wollten, trafen sich hier. Uns bestand eine Tour von rund 68 Kilometer bevor mit einem Höhenunterschied von knapp 4000 Metern. Die Marangu Route sollte die angenehmere von allen Touren sein, die zum Gipfel führten.

Mich als Ungeübter sollte diese Tour dennoch fordern. Unsere Tour begann mit einem gut erkennbaren Trampelpfad, der durch eine üppige Vegetation führte. Dichte Bewaldung nahm unsere Truppe auf, der sich mehrere Tourenteilnehmer angeschlossen hatten. Somit waren wir sechs Tourenteilnehmer und insgesamt drei Guides.

Die Guides schienen sich untereinander zu kennen. Die Tour begann völlig entspannt und wir konnten in der Vegetation die kühle Luft genießen, während die Temperatur außerhalb des Waldes weitaus höher lag. Mit den Stimmen der Guides vor uns und den Vogelstimmen aus dem Wald machten wir uns auf dem Weg zu unserem ersten Etappenziel, dem Machame Camp.

Tansania Kilimanajro Besteigung mit Touring Afrika

Das Machame Camp in über 3000 Metern Höhe

Nach circa sieben Stunden hatten wir in einer mehr oder weniger normalen Geschwindigkeit das Machame Camp erreicht. Der Aufstieg zum Machame Camp beinhaltet mittlerweile einen Höhenunterschied von knapp 1200 Metern. Dadurch, dass der Aufstieg bis jetzt noch angenehm war, hatten ich den Höhenunterschied noch gar nicht wirklich mitbekommen.

Noch hatten wir aber noch einen Höhenunterschied von gut 2800 Metern zu überwinden. Ich freute mich bereits auf den Zeitpunkt, an dem ich auf dem Uhuru Peak stehen und den Kilimanjaro zum ersten Mal in meinem Leben bezwungen haben würde. Die üppige Vegetation hatten wir seit kurzem hinter uns gelassen und ich merkte, wie die Vegetation wie abgeschnitten von dichtem Baumbewuchs in niedrig wachsende Pflanzen änderte.

Der Guide hatte mir gesagt, dass durch die anderen Pflanzen die Klimazone erkennbar sein würde. Je höher wir steigen würden, desto weniger Pflanzen würden wir vorfinden. Wir übernachteten im Macheme Camp, nachdem ich mit den anderen Tourenteilnehmern ein wenig unterhalten hatte. Kennen gelernt hatten wir uns bereits während der ersten Etappe.

Touring Afrika-Kilimanjaro Besteigung

Ein neuer Tag beginnt mit dem Aufstieg zum New Shira Camp

Die Nacht war für mich unruhig gewesen. Obwohl ich die Aufstieg vom Vortag am Camp im ersten Moment nicht wirklich gemerkt hatte, spürte ich nun doch die ersten Anzeichen eines Muskelkaters in den Oberschenkeln. Da musste ich allerdings durch, wollte ich doch den Berg bezwingen.

Nach einem kurzen, aber gehaltvollen Frühstück raffte sich unsere Truppe auf und der Marsch ging weiter durch Moorlandschaften und immer spärlicher werdende Vegetation. Unser Pensum sollte mit der geplanten Strecke einen Höhenunterschied von gerade einmal etwas über 800 Metern betragen, allerdings zog sich diese Etappe bald länger hin, als die erste Wegstrecke.

Was bemerkenswert war, dass sich über die Landschaft der Nebel wie Wolken dahinzog und ich kaum weiter schauen konnte, als bis zum vordersten Mann. Die Strecke vor ihm war von meiner Position kaum zu erkennen. Somit liefen wir den Guides hinterher und ich merkte, wie der Nebel sich wie ein Schleier auf meine Kleidung legte und wie ein dünner nasser Film über die Kleidung lief.

Nach sieben Stunden hatten wir die Strecke überwunden. Uns erwartete eine Übernachtung in Zelten, bei denen zum ersten Mal unsere Thermoschlafsäcke zum Einsatz kamen. Ich aß mit den übrigen Tourenteilnehmern zu Abend. Das Hauptgetränk während der Besteigung des Kilimanjaro bestand aus Tee, was mir allerdings nicht viel aus machte, da jedes weitere Getränk hier oben eher unpassend gewesen wäre.

Kilimanjaro- Touring Afrika Kilimanjaro Trekking

Die ersten wirklichen Anstrengungen am Great Baranco Wall

Auf dem Weg Richtung Uhuru Peak erreichten wir noch ein weiteres Camp, allerdings war der aufstieg bis dort hin eher ereignislos. Tendenziell wurde der Aufstieg direkt am Great Baranco Wall zu einer wahren Herausforderung. Uns lag eine steile Wand im Weg, an der wir uns mehr oder weniger entlang hangeln mussten. Die Strecke war zwar nicht lang, dennoch einigermaßen kräftezehrend.

Insgesamt war der Aufstieg bis zu diesem Punkt eher angenehm, sehe ich mal von der Feuchte und der später folgenden Kälte ab. Nach dem Aufenthalt im Barafu Camp war unser letztes Etappenziel in die Nacht verlegt worden, damit unsere Truppe den Sonnenaufgang direkt vom Uhuru Peak erwarten konnte.

Welch ein grandioser Anblick, wenn die Sonne langsam die weite Umgebung erhellt, die zum Fuße des Kilimanjaro liegt. Dieser Anblick wurde, wie vorgenommen, von mir auf ein Foto gebannt.

Tansania Reisebericht Kilimanjaro Besteigung mit Touringt Afrika

Alles in allem war die von mir ausgewählte Tansania Gruppenreise zum Kilimanjaro ein voller Erfolg. Herausgefordert begebe ich mich nun auf eine neue Suche, Afrika Reisen gibt es ja wie Sand am Meer – mal schauen welcher Berg als nächstes ruft vielleicht der Mount Kenya auf einer Kenia Reise ??