Südafrika Johannesburg / Drakensberge Amphitheater 2006

Reisedatum: 06.04. bis 27.04.2006

Südafrika - Reisen - ReiseberichtDieser Reisebericht und die zahlreichen Fotos einer Reise durch Südafrika von Johannesburg bis zu den Drakensbergen wurde uns von Jens Lüdicke zur Verfügung gestellt! Weitere lesenswerte Reiseberichte anderer Länder finden Sie auch auf seiner Website www.milchladen.de.

Vorwort:

Ich habe mir wiedermal jeden Tag ein paar Notizen gemacht. Diese Notizen habe ich hier etwas überarbeitet wieder gegeben. In meinen Texten finden sich immer wieder mal Links zu Webseiten, auf den es zu diesem Thema noch ein paar Informationen gibt .
Ich war knapp drei Wochen unterwegs, davon zwei Wochen in Mosambik und ein paar Tage in Jo´burg und den Drakensbergen.

06.04.06 – Der Flug

Die Fahrt zum Flughafen mit den öffentlichen Verkehrsmittel hat genauso lange gedauert wie das einchecken bei Emirates, 35 min. Um 15.15 soll der Flieger nach Dubai von Frankfurt raus gehen, aber leider klappt das Boarding nicht und wir haben 40 min. Verspätung. Dieses Schicksal wird mich noch öfters ereilen. Der Service bei Emirates, das Essen und das Entertainmentprogramm (ca. 25 Filme in mehreren Sprachen auch deutsch, 50 CD´s, 20 Videospiele und Radioprogramme) ist einfach klasse. Gegen 24.00 Uhr (Ortszeit) lande ich in Dubai, es ist sehr warm und die Luftfeuchtigkeit recht hoch. Angeblich soll der Flughafen Dubai so toll sein, aber ich finde das nicht. Es ist ein lang gezogener Schlauch, mit einer großen Shoppingmeile in der Mitte. Die Preise, obwohl „Duty free“, sind ca. 33% teurer als in Deutschland und das Essen & Trinken sind „unverschämt“ teuer. Da ich alleine reise bekomme ich noch ein Liegestuhl, der das Warten etwas erträglicher macht. Sehr viele Menschen liegen auf dem Boden und schlafen, es sieht fürchterlich aus und es ist recht dreckig. Das Boarding klappt wieder nicht und die Maschine hat 40 min. Verspätung. Wir freuen uns auf unsere Südafrika-Reise!!

Mein Fazit zum Airport Dubai: Für dieses Land ist es eine Zumutung!

07.04.06 – Ankunft in Johannesburg

Um 10.25 Uhr soll in Jo´burg ankommen, aber die Maschine hat noch 20 min. Verspätung. Da mich Natalie um 11.30 abholen will, war dies schon nicht gut. Bei der Immigration ging es auch nicht voran, da scheinbar 4 Maschinen aus Europa gelandet waren. Gegen 11.30 kam meine Tasche raus, so dass ich gleich Richtung Terminal 2 gelaufen bin, wo ich abgeholt werden sollte. Fünf Minuten später fuhr Natalie vor und lud mich ein. Das klappte dann ja wie am Schnürchen. Endlich kann unsere Südafrika-Reise beginnen!

09.04.06 – Apartheidmuseum in Jo´burg

Südafrika - Reisen - ApartheidHeute unternehme ich was mit meinem Freund Olaf und seinem kleinen Sohn Ben. Wir fahren zusammen in das Apartheidmuseum. Das Museum ist sehr groß und besser als das „District 6 Museum“ in Cape Town. Es ist sehr interessant, aber nach 2 ½ Stunden sind wir gegangen, da es für den kleinen Ben etwas langweilig wurde. Ich denke, dass man gut 4-6 Stunden dort verbringen kann. Das Museum ist sehr empfehlenswert und sollte auf keiner Südafrika-Reise fehlen. Danach sind wir noch etwas über den B&B Markt in der 6th Ave in Sandton gelaufen. Dort gibt es tolle Sachen. Jetzt folgen erst zwei Wochen Mosambik und dann geht es unten weiter mit den Drakensbergen…..

10.04.06 – Die Tour nach Mosambik beginnt

Um 5.00 Uhr stehe ich auf, da mich mein Freund Olaf auf den Weg zur Arbeit mich am Treffpunkt absetzt. Da ich dort um 6.30 Uhr sein soll und der Verkehr ein Wahnsinn ist, fahren wir gegen 5.45 Uhr los. Um 6.25 Uhr erreichen wir den Treffpunkt. Ich verabschiede mich für die nächsten zwei Wochen und 20 min. später geht es los. Wir sind eine Gruppe von 8 Personen ( 6 Mädels, 2 Jungs). Wir fahren von Jo´burg direkt in den Kruger Park und kaufen vorher in Mbabahne im Supermarkt alles was wir so brauchen ein. Bis jetzt kennen wir uns alle noch nicht, aber das soll sich im laufe des Abends ändern. Unser Lager schlagen wir im Camp Berg en Dal auf. Die Zelte sind leicht aufzustellen. Wir verpacken und verstauen die Lebensmittel aus dem Supermarkt in Kisten und Boxen und finden uns dann in einer Runde zusammen. Unser Fahrer und Guide heißt Hendrik, er fängt auch irgendwann mit dem kochen an. Es gibt Chicken mit Gemüse, Kartoffeln und Reis. So gegen 20.00 Uhr ist es stockdunkel und wir mit dem Essen fertig. Es war sehr lecker! Nach dem Abwaschen haben wir uns noch etwas unterhalten, bevor es in das Zelt geht.

11.04.06 – Ein Tag im Kruger Park

Südafrika - Mosambik - Reise5.30 Uhr, der Wecker klingelt zwar nicht, aber aufstehen ist angesagt. Eigentlich wollten wir nur einen kurzen Trip durch den Park machen um danach zu frühstücken. Der Trip wird länger und das Frühstück genehmigen wir uns dann im Camp Sukuza. Gegen 15.30 Uhr sind wir dann in unserem Camp wieder zurück. Drei der Big Five haben wir gesehen, leider keine Löwen und Leoparden. Folgende Tiere haben wir gesehen:

Elefanten — Hippos — Krokodile — Buschschweine — Giraffen — Steinböcke —Impalas — BüffelWarzenschweine — Perlhuhn — Sattelstorch — Streifengnu —White Rhino — Schwarzstorch — Fleckenhyäne — Socialspider — Baboon (Affen) — Grünmeerkatze (Affen) — Rotschnabeltoko – Flecken Hyäne

Am Abend wurde gegrillt und in der Ferne haben wir ein gewaltiges Gewitter beobachtet. Leider holte uns das Gewitter dann direkt nach dem Essen ein, so dass die Zelte auf Ihre Probe gestellt wurden. Ein kleinwenig kam allerdings der Regen rein, so dass ich einen kleinen See drin hatte. Allerdings war das Gewitter auch sehr stark gewesen. Was soll´s am nächsten Tag ist wieder strahlend blauer Himmel.

12.04.06 – Auf an die Grenze zu Mosambik / Maputo

Mosambik - Südafrika - ReisenUm 6.00 Uhr sind wir aufgestanden, haben unsere Sachen gepackt, gefrühstückt und die nassen Zelte abgebaut. Danach sind wir in den Supermarkt nach Mbabahne zurück und haben uns für die Zeit in Mosambik mit Wasser und Essen eingedeckt. Frisches Wasser sollte man mitnehmen nach Mosambik, da seit Anfang 2006 die Cholera und Thyfus ausgebrochen ist. Man brauch aber so keine Angst haben, da man immer in einem Camp übernachtet. Um 10.30 Uhr geht es Richtung Grenze, die wir um 12.00 Uhr erreichen. Die Ausreise aus SA ist immer etwas kompliziert, warum man ein Formular ausfüllen muss, wissen wahrscheinlich nur die Beamten. Die Einreise nach Mosambik ist dafür richtig schrecklich. Wir stellen den Truck ab und ein Mann kommt auf uns zu. Der arbeitet für eine Versicherung, die den Truck versichern will und möchte unsere Pässe einsammeln. Das ist wohl so üblich, da er uns bei der Einreise helfen will, dafür das er uns die Versicherung verkauft. Er verteilt uns die Einreiseformulare und bringt mich dann mit allen Pässen an einen Schalter, wo ich die Visa beantrage. Das Visa kostete 172,00 Rand (Stand 04/2006). Der Raum ist klein, schlecht belüftet, warm ca. 30° und einfach abstoßend. Nach einer Stunde warten erhalte ich die Pässe wieder mit den Visa zurück. Wir fahren mit dem Truck über die Grenze und keiner kontrolliert uns, theoretisch hätten wir einfach ohne Visa einreisen können. Unser Weg führt uns jetzt nach Maputo, die Hauptstadt von Mosambik. Gegen Nachmittag erreichen wir die Innenstadt und parken ganz nah am Markt. Die Händler lassen uns kaum aussteigen und wollten, für viel Geld, ihre Ware uns verkaufen. Wir laufen kurz über den Markt, der eine Fläche von etwa 30×10 m hat und setzen uns in ein Café direkt am Markt. Die Händler sind wohl der Auffassung gewesen, wenn wir nicht zum Markt kommen, kommt der Markt zu uns. Kurzer Hand standen um uns ca. 30 Menschen herum, die uns irgendwas andrehen wollten. Jemand aus unserer Gruppe meinte, das sei ja schlimmer als in Ägypten. Ich kann das nicht bestätigen, da ich in Ägypten noch nie wahr, aber es war schon sehr nervend. Da auch der Sicherheitsmann, oder Polizist nicht so recht für Ordnung sorgen konnte, sind wir wieder zurück zum Truck und weitergefahren. Da es bereits dunkel wurde und die Fahrt nicht weit zu unserem Camp gewesen ist, bauten wir die Zelte in der Dämmerung auf. In der Ferne sahen wir wieder mal ein gewaltiges Gewitter, das uns 40 min. später mit einem heftigen Sturm einholte. Wir konnten gerade so die Zelte festhalten, bis Hendrik den Truck so positionierte, dass dieser als Windbrecher diente. Den Abend haben wir dann im Truck verbracht.

13.04.06 – Auf zum Beach in die Barra Lodge

Heute steht uns eine weite Fahrt an die Küste von Mosambik vor. Wir fahren ca. 9-10 Std. und erreichen ein tolles Resort, wo wir ein Dorm (Gemeinschaftsraum) beziehen. Während der Fahrt sehe ich ein armes Land, das wohl nicht sehr schnell seine Probleme lösen wird und wirtschaftlich nach oben kommt. Die Häuser sind nach dem Bürgerkrieg scheinbar nicht mehr aufgebaut worden, oder mitlerweile zerfallen. Gegen 16.00 Uhr erreichen wir die Barra Lodge, die für die nächsten drei Nächte unser zu Hause sein wird. Bei Vollmond und Dunkelheit springe ich noch mal in den indischen Ozean und genieße das warme Wasser. Als ich zurück komme ist das Essen bereits fertig und Hendrik hat wieder sehr lecker gekocht.

14.04.06 – Der erste Tag am Strand

Mosambik - ReiseberichtDie Sonne schien schon um 7.00 Uhr und ich meine es ist schon halb zehn. Da wir heute nichts auf unserem Programm haben, gehe ich an den Beach. Der Tag vergeht sehr langsam, ich genieße die Ruhe und liege unter einem Sonnenschirm am Strand. Viel los ist nicht gerade und ich denke daran, dass in Spanien oder der Türkei die Menschen fast vor Menschen das Meer nicht sehen und hier……ein Traum! Das Wasser ist so klar und warm, einfach phantastisch! Die Wellen sind stark, wie auch die Strömung. Am Abend gibt es Lamm, das Hendrik auf dem Grill 3 Std. lang zubereitete. Es war köstlich.

15.04.06 – Sea-Safari und Flamingo Bay Lodge

Nach dem Frühstück geht es gegen 9.30 Uhr auf Sea-Safari und ein wenig Schnorcheln. Wir sollen den Walhai sehen und der Guide des Dive-Center erzählt uns, dass wenn wir etwas Glück haben sogar mit Delphinen schwimmen können. Nach 1,5 Std. Fahrt über das Meer haben wir keinen einzigen Fisch gesehen und sind dann noch ca. 20 min. zum Schnorcheln. Da ich das erste Mal Schnorcheln war und nicht genau wusste, wie das funktioniert war es doch recht anstrengend im Meer mit den Flossen zu schwimmen und mit dem Schnorchel zu atmen. Es war aber schon ein Erlebnis die Fische im Meer zu sehen. Leider mussten wir den kompletten Preis von 250 Rand bezahlen, das Schnorcheln kostet sonst nur 100 Rand. Während der Sea-Safari war das Wetter nicht so gut und vielleicht lag es daran, dass wir nichts gesehen haben. Nach dem Lunch bin ich zur Flamingo Bay Lodge gelaufen, die ca. 2-3 km entfernt ist. Das ist eine 5 Sterne Lodge, in der ca. 40 Leute residieren können. An der Rezeption frage ich, ob ich mich etwas umsehen darf. Je kein Problem! Als ich an einem Schild ankam, an dem nur noch Bewohner zutritt haben und ich mich etwas fragend umsehe, steht plötzlich jemand hinter mir. Ein Mitarbeiter fragt mich, ob ich mir die Häuser und Zimmer ansehen möchte. Na klar! So zeigte er mir die Lodge und die Häuser. Als wir an einem Haus wieder raus kamen, stand schon ein Golfwagen davor, der uns dann wieder zurück brachte. Wenn die Flut kommt, dann kann man direkt von der Terrasse aus ins Meer zum schwimmen gehen. In dieser Lodge kann man so richtig relaxen. Am Abend feiern wir in den Geburtstag eines Mädels der Gruppe hinein und gingen in der Lodge zum essen. Es gibt Seafood und eine einheimische Band spielte dazu. Leider ziehte wieder mal ein Gewitter auf, so dass wir noch ein wenig an der Bar tanzten. Als ich zurück zum Dorm gehe treffe ich noch Maurus, mit dem ich dann den Abend mit ein paar Gläseren Wein ausklingen lasse. Dabei beobachteten wir noch den Himmel.

16.04.06 – Auf nach Vilanculos

Mosambik - Reisen - CampingWir verlassen die Barra Lodge und fahren weiter. Der Weg ist recht weit ca. 280 km. In Europa eine Sache von 2,5 Std., hier brauchen wir gute 5 Std.. Die Fahrt ist hart und nachdem beim Truck erst die Bremsen sich nicht mehr lösen wollten hatte Hendrik eher Angst um die Achsen des Trucks. Die Fahrt geht über die EN1, das ist die Hauptstraße (Autobahn) die Mosambik von Norden nach Süden verbindet. Zur Zeit wird sie an vielen Stellen, wohl nach Jahren, ausgebessert. Die Baustellen sind eine Tortour! Ein Bagger macht einfach neben der Straße eine Schneise in den Busch und auf geht es! Das Camp erreichen wir beim Sonnenuntergang. Wir grillen und trinken noch einen und gehen dann in den Schlafsack.

17.04.06 – Ab ins Paradies – Benguerrua Island

Mosambik - Bazaruto - NussschaleHeute beginnt das Paradies! Es geht auf die Bazaruto. Es ist eine Insel einer Inselgruppe von fünf Inseln die ein Naturschutzgebiet ist. Die Fahrt zur Insel bestreiten wir mit einem klassischen Fischerboot, das zum Glück einen kleinen Außenborder hatte. Wir würden dazu eher Nussschale sagen! Die Fahrt dauert ca. 2 Std. mit der Nussschale. Nach dem wir die Überfahrt überlebt hatten beziehen wir unsere Bungalows. Nach dem Lunch laufen wir zur Crocodil Lagoon. Der Weg geht erst am Strand entlang und dann quer über die Insel. Wir kommen an ein paar Einheimischen und ihren Häusern vorbei. Leider müssten wir feststellen, dass die Menschen nichts besitzen. Die Kinder fragen dauernd nach „Pens“ Stifte, aber leider haben wir keine dabei. Stifte kann man in ganz Mosambik an Kinder verschenken, die freuen sich darüber. Also Werbekulis sammeln und mitnehmen!

Der Weg sollte 1 Std. einfach sein, aber wir laufen bei 35° in der Sonne ca. 2 Std.. Leider sehen wir an der Lagoon keine Krokodile, aber dafür klettern wir auf eine hohe Düne, die uns einen wunderbaren Ausblick schenkt. Der Rückweg ist glücklicherweise kürzer und eine Stunde lang und wir bekommen noch am Strand den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens mit. Da mir die Worte dazu fehlen, lasse ich hier die Bilder sprechen. Am Abend grillt unser Kapitän Fisch, den Hendrik fangfrisch auf der Insel organisierte. Es war einfach super lecker!

18.04.06 – Schnorcheln vor dem Bazaruto Archipel

Mosambik - Reisebericht - FischHeute soll laut Tourbeschreibung der Höhepunkt der Reise sein. Wir fahren mit unserer Nussschale ca. 1,5 Std. raus auf das Meer zu den angeblich schönsten Riff von Mosambik. Mein zweites Mal Schnorcheln klappt diesmal auch einwandfrei und das Meer ist total ruhig hinter dem Rief. Es ist ein Wahnsinn hier, solche Fische habe ich bisher nur im TwoOzeans Aquarium in Cape Town gesehen. Es ist traumhaft, die Unterwasserwelt zu sehen. Da ich leider nicht Tauchen darf ist das Schnorcheln schon etwas völlig neues für mich. Nach ca. einer Stunde Schnorcheln geht es wieder zurück und wir machen einen kleinen Zwischenstopp auf einer der Nachbarinseln. Leider hatte ich kein Foto mit, daher kann ich hier nur berichten wie viele Farben das Meer hatte, da gerade die Ebbe wieder einsetzte. Ich bin mit Maurus auf eine Düne hingelaufen um den Ausblick zu genießen. Wir waren überweltigt von den blau und türkis Tönen des Meeres. Es war wirklich ein toller Trip!! Zurück im Camp gab es zum Lunch noch mal frischen Fisch, den der Skipper uns mit seinen Künsten zubereitete. Danach verstauten wir wieder unsere ganzen Sachen von Kühlboxen, Teller, Besteck bis Getränke im Boot und es ging wieder zurück ans Festland. Bei dieser Überfahrt schaute auch ab und zu der Kapitän etwas skeptisch auf das Meer und schöpfte mit einem kleinen Eimer immer wieder mal Wasser aus dem Boot. Während der Fahrt ging dann auch die Sonne unter, so dass wir gerade zur Dämmerung unser Camp in Vilanculos erreichten.

19.04.06 – Ein Tag im Truck und ab ins Malariaschutzgebiet

Der Tag beginnt schon schlecht, da es gegen 3.00 Uhr anfängt zu regnen. Alles ist nass, das Zelt, der Schlafsack und sogar der Rücksack. Wir packen alles schnell ein und fahren in den Norden. Den Tag verbringen wir im Truck, da die Strecke heute ca. 480 km beträgt. 480 km auf der schlechten EN1, ist nicht nur eine Belastung für den Truck, sondern auch für Hendrik, der immer wieder versucht den besten Weg um die Schlaglöcher zu finden. Am Abend, kurz vor unseren Camp halten wir an einem Supermarkt, es ist der Erste, den ich in Mosambik gesehen habe. Wir kaufen hier frische Sachen ein und fahren noch ein paar Minuten weiter. Das Camp liegt direkt an einem See, wir steigen aus und uns begrüßen hunderte von Moskitos. Scheinbar ist das ein Wildlifepark für Moskitos. Ich würde es auch als Malariaschutzgebiet definieren. Der See und das Camp ist sehr schön, aber mit den vielen Moskitos macht es auch keinen richtigen Spaß. Nach dem gemeinsamen Abendessen und einigen Gesprächen wie an jedem Abend geht es ins Zelt schlafen. Leider summt es immer wieder um meinem Kopf herum und aus diesem Grund schlafe ich nicht gut und wache sehr früh am Morgen wieder auf.

20.04.06 – Auf nach Zimbabwe

Gegen 8.00 Uhr fahren wir an die Grenze zu Zimbabwe. Laura unser Girl aus England ist etwas unruhig, da das Mugawe Regime zur Zeit nicht so viel übrig hat für „weiße“ und ganz besonders wohl für „Engländer“. Das Ausreisen aus Mosambik ist recht einfach, nur Hendrik regt sich auf, da er nochmals 150 US Dollar Versicherung „zahlen“ soll, obwohl er schon bei der Einreise eine Versicherung für den Truck bezahlt hat. Er schimpft und hackt es unter dem Kapitel „That´s Africa“ ab. Das Einreisen nach Zimbabwe ist recht einfach, man füllt ein Formular aus, gibt dazu seinen Pass und $ US 30 ab (Engländer dürfen $ US 55 zahlen )[Stand 04/2006] und erhält nach ca. 20 min. sein Pass mit Visa zurück. Wir fahren jetzt in Richtung Chimanimani in die Berge. Die Felsen und Steinaufhäufungen, die wir auf der Fahrt sehen sind toll. Des wegen heißt es auch bestimmt „Houses of Stones“. Unser Weg führt uns zu einem Backpacker Namens „Heavens Lodge“. Der erste Eindruck war wirklich himmlisch. Leider beim Zweiten stelten wir fest, dass der Name in punkto Sauberkeit nicht Richtung Chimanimanientsprach. Wenn dass der Himmel sein soll, dann wollten wir lieber in der Hölle übernachten. Das ganze Haus war voll Ameisen, Spinnen und sonstigen Ungeziefer. Die Küche sah aus, als wäre in den letzten 5 Jahren nicht mehr sauber gemacht worden. Wir sind dann noch mal zur einer Hikkinig Tour aufgebrochen. Die „Heavens Lodge“ liegt bei etwa 1500m und wir sind dann noch mal ca. 150m auf einem Berg gelaufen um die Aussicht auf das Nachbartal den Chimanimani und den Sonnenuntergang zu genießen. Beim Sonnenuntergang wurde das Tal Gold/Silber mit Sonnenstrahlen durchflutet, es war berauschend! Der Rest des Abend und der Nacht nicht, da ich mich gegen 22.00 Uhr im Regen doch entschied im Zelt zuschlafen und den Spinnen und Ameisen aus dem Weg zu gehen. Leider wachte ich dann morgens doch mit ca. 2000 Ameisen in meinem Zelt auf!

21.04.06 – „Great Zimbabwe“

Simbabwe - Reisen - FelsenWir fahren schon um 7.00 Uhr in der „Heavens Lodge“ los, da uns nichts hält. Die Fahrt geht als erstes nach Masvingo um Geld zu tauschen, was recht lustig war. Hendrik organisierte jemanden, der zu uns in den Truck kam und Geld tauschte. Er brachte bündelweise Geldscheine mit, für 50 Rand bekam ich 1,5 Mio. Zimbabwe Dollar. So schnell war ich Millionär geworden!! Danach fahren wir noch ca. 20 km in das staatliche Camp „Great Zimbabwe“. Das Camp ist groß und sauber, allerdings sind wir auch die Einzigen die hier sind. Das Camp liegt auf ca. 1100m und kurz nach dem Sonnenuntergang wird es schon recht kühl. Eine andere Gruppe von African Routes schlägt neben uns ihr Lager auf und wir meinen, dass nur noch African Routes nach Zimbabwe kommt. Das ist die erste Nacht, in der man den Schlafsack richtig brauchen kann.

22.04.06 – Die Reise geht zurück nach South Africa

Vor dem Camp ist ein kleiner Markt, bei dem man sehr günstig Sachen kaufen, oder gar tauschen kann. Ich werde hier 4 alte T-Shirts, 3 $ US, 1,5 Mio Zimbabwe Dollar und 70 Rand los.

Kleiner Tipp! Tauscht kein Geld in Zimbabwe Dollar, da das Geld nichts wert ist und die Menschen es gar nicht haben wollen (Inflation)! Besser ihr nehmt kleine US $ oder Rand Scheine mit. Damit kommt ihr besser aus! Oder nehmt alte T-Shirts, Wäsche, Handtücher, Getränkedosen (volle natürlich), Zahnpasta usw. mit, damit könnt ihr auch gut bezahlen/tauschen! Ein paar Girls hatten ihre Zimbabwe Dollars nicht ausgeben können, da sie eindeutig zuviel getauscht hatten. Die übrigen ZW $ konnten sie an der Grenze auch nicht mehr zurück tauschen, vielmehr wurden sie von dem Bankangestellten ausgelacht! Er sagt nur: Nehmt doch das Geld mit nach Hause, da könnt ihr es als Klopapier verwenden oder verbrennen.

Die Menschen tauschen lieber Güter, als das eigene Geld zu benutzen. Bei der Einreise in SA müssen wir über Seuchenmatten laufen und werden befragt, ob wir Lebensmittel aus Zimbabwe haben. Wir fragen warum und sie geben uns zur Antwort, dass das Fleisch und Milchprodukte „nicht so gut seien“; sehr diplomatisch! Unser Camp liegt bei Tshipise und es ist der letzte Abend. Aus diesem Grund wollen wir noch einmal schön zusammen grillen. In diesem Camp entspringt eine Quelle mit sehr warmen Wasser. Das Wasser hat eine Temperatur von 58° und erhitzt damit das Wasser des Pools auf ca. 40°. Es ist schon etwas komisch bei knapp 30° Außentemperatur in so einem warmen Wasser zu baden, aber es hat etwas. Dabei treffen wir auf einen deutschen Rentner, der in Harare Zimbabwe wohnt. Er erzählt uns etwas über das Leben dort. Z.B. gibt es kaum noch Strom am Tag und wenn, dann immer nur zu verschiedenen Zeiten ein paar Stunden lang. Essen bekommt man nur auf Bezugsscheine und diese wiederum nur über Beziehungen. Ich frage ihn, warum er nicht wegzieht und er antwortet: Wenn er wegzieht, dann kann er sein Haus nur einem Nachbarn schenken, da er es nicht verkaufen kann/darf. Weiße Menschen sieht man fast gar nicht mehr in Zimbabwe und die, die noch da sind haben so gut wie keine Rechte mehr.

23.04.06 – Zurück nach Johannesburg

Die Fahrt führt jetzt eigentlich direkt zurück nach Jo´burg. Jeder will nicht so spät dort ankommen, da man sich entweder nach einem Backpacker, Weiterflug oder irgendwas anderen umsehen muss. Durch einen Zufall bekomme ich einen Mietwagen 500 Rand billiger als bei Sixt angeboten und schlage zu. Es ist ein Golf 1, der in SA noch gebaut wird. Da ich an diesem Abend wieder in einem richtigen Bett schlafen werde, freue ich mich, als Olaf mich im Backpacker abholte. Morgen geht es in die Drakensberge.

24.04.06 – Auf zum Chimanimani

Südafrika - Reisebericht - DrakensbergeSo jetzt geht es in die Drakensberge. Nachdem ich verzweifelt die Autobahn in Jo´burg nach Durban gesucht habe, bin ich sicher gegen 13.15 Uhr im Amphitheater Backpacker angekommen. Ich habe mein Bett bezogen und mich für den Trip auf das Dach des Amphitheater eingetragen. Mal sehen, ob der Trip in den nächsten zwei, drei Tagen zustande kommt, es müssen mindesten drei Personen sein. Den Nachmittag habe ich genutzt, um in Himmelsville einzukaufen. Den Rest des Tages habe ich dann noch etwas relaxt. So langsam geht die Südafrika-Reise los.

25.04.06 – Gorge Pad (Wanderweg)

Eigentlich wollte ich heute auf das Dach des Amphitheaters, aber wie es das Schicksal so will, melden sich zu wenig Leute an. OK, dann gehe ich den „Gorge Pad“ zu den Füßen des Tugela Falls. Im Internet habe ich bereits über die Wanderung gelesen und der Weg soll toll und die Aussicht noch besser sein. Ich fahre gegen 7.00 Uhr los zum Golden National Park. Hier war ich auch schon mal bei meiner letzten Reise durch Südafrika. Von dort aus gibt es viele Wanderwege. Der Tugela oder auch Gorge Walk ist ca. 21 km lang und auf den ersten km ist er auch wirklich ein schöner Wanderweg. Vorab schon mal: Man sollte immer die Uhr im Blick behalten, damit man nicht bei Dunkelheit absteigen muss, der Park schließt auch um 18.00 Uhr. Ich bin um 8.15 Uhr los gelaufen und war um 17.35 Uhr zurück. Die Wanderkarte kostet zur Zeit 40 Rand, ist aber nicht so gut zu gebrauchen. Tipp: Fragt lieber mal in eurem Camp, Backpacker oder Hostel nach, da bekommt man meistens eine gute Wegbeschreibung für 5 Rand. Wenn man vom Parkplatz (nicht beim Touristeninformation), sondern weiter links beim Busparkplatz am Grillplatz vorbei. Man läuft dann den Weg direkt am Fluss lang bis zu einer kleinen Holzbrücke. Den Fluss darauf nach links überqueren und dann geht es ein paar Meter wieder zurück, Dies ist aber richtig.

Südafrika - Berge - WanderwegeDanach könnt ihr nicht mehr falsch laufen, es gibt auch keine Beschilderung mehr! Jetzt kommt der angenehme Teil, bis ihr auf eine Schild „Dangerous Rocks“ kommt. Ab hier kann man jetzt nur über die Steine des Flusses springen und laufen um weiter zukommen. Irgendwann gabelt sich der Weg und ihr seht einen weisen Pfeil auf einer Steinwand, der nach links zeigt. Dort seht ihr auch eine kleine Leiter. Links laufen ist falsch, aber das habe ich erst am Ende des Weges gemerkt, da er irgendwann einfach aufhört. Das hat mich ca. 1 Std. gekostet. Da ich immer noch keine Karte habe laufe ich zurück und sehe neben diesem Pfeil rechts noch die andere Leiter, die ich gesucht hatte. Warum die mir nicht gleich aufgefallen ist??? Naja! Zu diesem Zeitpunkt stand noch ein Pärchen mit mir unten an der Leiter, aber sie wollten nicht hoch klettern. Ich hatte auch mal was von einem „Tunnel“ gelesen, aber diesen bis jetzt noch nicht gefunden. Als ich die Leiter überwunden hatte, kam gleich die nächste Hürde! An Amphitheatereinem Drahtseil und Baumwurzeln kletterte ich also noch einen Felsen hoch (runter ging es zum Glück einfacher als gedacht). Oben angekommen schaute mich ein Mann an und sagt zu mir „Hey, still such a mad person“. Ich sagt zu ihm, na klar, wenn man schon hier ist! Wie schon vorher erwähnt meinte das Schicksal es gut mit mir. Der Mann hieß Karl und kam nach dem Krieg von Deutschland nach SA und lebte seit dem in Jo´burg. Karl ist 67 und wir liefen dann zusammen weiter. Alleine wäre er und ich auch nicht nach oben gegangen, da der Weg über die Steine und Felsen recht anstrengen war. Karl hatte auch diese Wegbeschreibung dabei, die aber auch völlig reichte. Es ist auch noch viel einfacher, denn nach der Leiter müsst ihr euch immer nur rechts am Fluss halten und hoch laufen, das ist alles! Wir sind dann noch ca. 2 Std. Hochgelaufen um den Wasserfall zu sehen. Leider war es sehr wolkig und als wir an einer Gablung ankamen, sagten wir, ok jetzt machen wir Rast und gehen dann zurück. Man kann bestimmt noch höher gehen, aber wir haben den Wasserfall gesehen, da das Schicksal es mit uns wieder gut gemeint hatte und die Wolken sich verzogen. Der Ausblick hier, wie schon beim ganzen Aufstieg ist wunderschön, einfach überwältigend. Um 13.30 Uhr sind wir dann wieder runter gegangen, da wir immer die Zeit gemessen hatten, wussten wir, wie lange wir brauchten. Nach unten dauert es bis zur Leiter fast genauso lang wie rauf, ist aber nicht so anstrengend. Das liegt auch daran, dass man sich immer wieder einen Weg über die Steine suchen muss. Nach dem wir den Draht und die Leiter bewältigt hatten, habe ich auch den „Tunnel“ gefunden, der ist einfach rechts neben der Leiter den Fluss hinauf. Im Sommer kann man hier durch laufen und ist bestimmt eine schöne Abkühlung. Ich habe es nicht gemacht, da mir das Wasser und die Außentemperatur etwas zu kalt war. Es ist ja auch schon Herbst. Danach ist der Abstieg zum Parkplatz ein Spaziergang, aber doch recht weit. Ich war pünktlich zum Sonnenuntergang am Auto und bin erschöpft in den Backpacker gefahren.

Noch Eins für Karl! Vielen Dank für den tollen Tag, deine Hilfe und dem vielen Spaß!

26.04.06 – Auf das Dach des Amphitheater

Südafrika - Reisen - BergeHeute erfülle ich mir meinen Traum der diesjährigen Südafrika-Reise! The Top of the Amphitheater! Und wie das Schicksal will, habe ich einen super Tag erwischt. Das Wetter ist phantastisch. Die Tour vom Backpacker findet statt, da sich 8 Personen angemeldet haben. Ab 3 Personen findet eine Tour statt. Karl hatte mir am Vortag eine Wegbeschreibung erklärt, wie ich mit dem Auto hinkomme und wie ich laufen muss, aber ich würde jedem abraten alleine zugehen. Wenn man zu dritt ist und den Weg halbwegs kennt, kann man auch alleine gehen. Wir starten am Backpacker gegen 8.00 Uhr und fahren ca. 1,5 Std. bis zum Sentimental Peak Parkplatz (ca. 2600m). Von dort aus geht es los. Der Weg ist recht angenehm zu laufen im ersten Teil, wenn man sich etwas Zeit nimmt ist er auch gar nicht so anstrengend. Etwas Kondition sollte man aber schon haben, ein Sonntagssparziergang ist es nicht. Der Weg ist ist nicht sehr breit und sehr Sentimental Peaksteinig. Der Abgrund meistens nur einwenig daneben. Man sollte damit schon klar kommen, da es ansonsten recht unangenehm für jemanden werden kann. Wir laufen bis zum Gully hoch, Der Gully ist eine kleine Klamm, die etwa 250m hoch ist und zum Dach des Amphitheater führt. Hier ist es sehr steil und mit vielen losen Steinen auch etwas gefährlich. Nach ca. 20 Min. quälen ist man dann oben und kann beim Lunch die Aussicht über das Amphitheater genießen. Es ist traumhaft und das Wetter einfach klasse, so toll habe ich es nicht erwartet! Von dort aus geht es weiter an die Tugela-Falls.

Angeblich der zweithöchste Wasserfall der Welt und der höchste in Afrika. Die Zeit auf dem Amphitheater war wunderschön. Zurück ging es dann über die „Leitern“, die recht lustig sind. Es ist einfacher als es aussieht, jedoch sollte man auch hier keine große Höhenangst haben! Der Abstieg von diesem Punkt aus bis zum Parkplatz dauerte ca. 70 Min.. Auf dem Weg trafen wir einen Südafrikaner, der sich uns angeschlossen hatte, dies sollte noch unser Glück sein, da der VW-Bus den Heimweg nicht mehr so recht wollte. Nachdem der VW-Bus erst nicht angesprungen ist, ist er dann noch am Berg liegen geblieben. Der Mann hat uns dann mit seinem BMW X5 den Berg hochgezogen und uns noch soweit der Weg gleich war verfolgt um uns im Fall der Fälle zu helfen. Der Bus war doch recht fertig, vor allem der Motor. Wir kamen dann mit Bus gegen 19.30 Uhr im Backpacker an. Es war ein wunderbarer Tag und einer der Besten in meinem Leben! Ich kann die Tour nur jedem empfehlen!

27.04.06 – Auf der N3 zurück nach Jo´burg

Heute fahre ich zurück nach Jo´burg um noch ein paar Tage mit Olaf und Natalie zu verbringen. Auch das ist ja ein wichtiger Bestandteil meiner Reise in Südafrika. Es ist Feiertag „Freedom Day“ und die Autobahn Richtung Durban total überfüllt. Bei Harrysmith, wo ich auf die N3 auffahren will sind gerade alle Autobahnzufahrten gesperrt und ein Chaos bricht in der Kleinstadt aus. Laut Radio sollen 4 Trucks und 10 Autos verunfallt sein. Die Polizei leitet mich netterweise dann auch die Autobahn Richtung Durban, obwohl das die falsche Richtung ist. Ich drehe an der nächsten Möglichkeit um und fahre einfach Richtung Jo´burg. Komisch da war kein Unfall, warum die die Autobahn gesperrt hatten blieb mir unerklärlich. Nach 1 Std. fahrt, gibt es die nächste Vollsperrung auf der N3. Wieder sind drei LKW´s ineinander gefahren. Gegen Nachmittag bin ich sicher in Jo´burg angekommen und in zwei Tagen geht es heim.