Nicht alle Reisen nach Ruanda müssen sich auf den Besuch der Berggorillas beschränken. Auch wenn diese Aktivität in Ruanda geradezu ein Muss ist, sind die wenigen verbliebenen Berggorillas in dieser Region weltbekannt. Doch Ruanda bietet mehr als diese nahen Verwandten des Menschen aus nächster Nähe sehen zu können.

Eine Alternative, die auch sehr gerne genutzt wird, ist der Nyungwe-Wald in Ruanda. Dieser Nyungwe-Wald ist auch gleichzeitig ein Teil des Nyungwe-Nationalparks. Erst im Jahr 2012 wurde dieser Nationalpark in Ruanda eingeführt, so dass er vielleicht noch nicht in allen Karte oder Unterlagen als solcher ausgewiesen sein mag. Der Wald besteht aus immergrünem Bergwald, so dass hier die Reisezeit für diese Aktivität in Ruanda keine so sehr große Rolle spielt. Der Nyungwe-Wald ist der größte zusammenhängende Bergwald in der ganzen Region von Ostafrika und Zentralafrika.

Große Artenvielfalt im Nyungew-Wald, vor allem bei Schmetterlingen und Orchideen

Nyungwe Forest Ruanda

Lohnenswert ist dieser eher untypische Anblick von riesigen Bergwäldern für Afrika aber nicht nur wegen der dichten Bewaldung. Er erstreckt sich auf fast 1000 Quadratkilometer, da gibt es also Einiges an Gebiet zu entdecken. Doch in seinen Wäldern, zwischen den Bäumen, leben derart viele verschiedene Tiere und Pflanzen, dass man seinen Augen kaum traut. Eine solche Biodiversität ist man aus Mitteleuropa nicht gewöhnt.

Mehr als 75 Säugetierarten sind im Nyungwe-Wald angesiedelt. Allein mehr als 120 Schmetterlingsarten findet man hier, der Himmel über den Wäldern ist voll mit den Exemplaren von mehr als 310 verschiedenen Vogelarten. Viele dieser Arten sind hier endemisch, kommen also nur an diesem Flecken Erde vor. Ebensolches gilt für die Pflanzenwelt: mit über 100 (!) verschiedenen Arten an Orchideen wird man hier geradezu überwältigt, was die Evolution so alles hervorgebracht hat und auf diesem begrenzten Raum nebeneinander alles zum Leben findet, was nötig ist.

Top-Alternative für eine Aktivität bei einer Gruppenreise durch Ruanda

Neben dem Virunga-Nationalpark und dem Akagera-Nationalpark ist der Nyungwe-Nationalpark nur einer von drei Nationalparks in ganz Ruanda, gleichwohl das Land eines der kleinsten Flächenländer in Afrika darstellt.

Neben dem simplen Besuch des Nyungwe-Nationalparks empfiehlt sich, dort eine geführte Wandertour zu buchen, wie sie vom lokalen ORTPN, der Gesellschaft für Tourismus in den Nationalparks von Ruanda, angeboten werden. Diese sind je nach Wunsch und Physis unterschiedlich lang, aber in jedem Fall höchst interessant.

Während dieser Wandertouren gehört auch fast immer das Beobachten von Schimpansen und anderen Primaten zum Teil des Wanderns in Ruanda. Das sollte dann schon fast selbstverständlich sein, sich diese Begegnungen nicht entgehen zu lassen.

Ein weiteres Highlight des Nyungwe-Nationalparks und somit aller Aktivitäten in ganz Ruanda stellt der sogenannten Canopy Walkway dar. Seltsamer Begriff, bedeutet aber nichts anderes als “Baumkronenpfad”, der es allen Gästen ermöglicht, mitten in den Baumwipfeln und -spitzen des Bergwaldes von Ruanda zu laufen und sich die Schönheit dieser Natur von ganz oben aus anzusehen.

Gut erreichbar, viele Aktivitäten im Nyungwe-Nationalpark

Der Nyungwe-Nationalpark ist aber auch aus zwei ganz praktischen Gründen ein empfehlenswertes Reiseziel in Ruanda. Er ist recht gut ausgebaut, so dass das Vorankommen kein Problem darstellt. Und Unterkunftsmöglichkeiten sind direkt vor Ort ebenfalls vorhanden, so dass man gar nicht großartig planen muss, wie die Tour zum Nyungwe-Nationalpark zu bewerkstelligen ist.

Top-Tipp also unter den Nationalparks in Ruanda und überhaupt bei einer Reise durch Ostafrika: der erst kürzlich zum Nationalpark ernannte Nyungwe-Wald.