Das “Museum Africa” in Johannesburg ist ein historisches Museum, das, wie der Name unschwer verrät, sich mit vielen Bereichen afrikanischer Kultur und Geschichte befasst. Es ist für viele auf einer Reise durch Südafrika eine willkommene Abwechslung zur direkten, unmittelbaren Begegnung mit der afrikanischen Kultur. Hier kann man sich über das informieren, was man später oder vorher vielleicht “im Feld” sieht, wenn man sich durch die Wildnis Südafrikas bewegt. Und auf diese Weise besser verstehen, wie sich die Kultur hier im südlichen Afrika zu jenem Zustand entwickelte, den sie in der Gegenwart innehat.

Hinzu kommt, dass das “Museum Africa” in einer früheren Obst- und Gemüsehandelshalle eingerichtet wurde. Auch das Gebäude des Museums besteht also aus gelebter Geschichte der Stadt Johannesburg, errichtet im Jahr 1913. Die lange, helle Fassade ist schon für sich genommen sehenswert, innen befinden sich gemäß dem alten Verwendungszwecke riesige Flächen mit Ausstellungsstücken und der Ort ist der Würdigung der lokalen Kultur durchaus angemessen.

Eines der wichtigsten Museen in ganz Johannesburg: “MuseuMAfricA”

Eingerichtet wurde das “Museum Africa” — offizielle Schreibweise lautet übrigens: “MuseuMAfricA” — bereits 1933. Damals erwarb die Public Library von Johannesburg große Bestände an Zeugnissen afrikanischer Kultur: Gegenstände, Kunstwerke, und vor allem Bücher. Im Laufe der Jahre wurde der Fokus der hier ausgestellten Dinge immer größer, so dass es nun ein deutlich umfassenderes Abbild der Kulturentwicklung bietet als noch bei seiner Gründung.

Ein wichtiger Teil der Ausstellungsthemen des “Museum Africa” in Johannesburg besteht aus politischen Karikaturen. Diese reichen bis in die späten 1700er Jahre zurück und auch aktuelle Werke aus diesem Jahrtausend wurden für die Ausstellung kuratiert.

Politische und kulturelle Geschichte der Menschen in Südafrika

Bedenken sollte man ausdrücklich, dass es sich hier nicht um ein Museum Südafrikas handelt, dafür die Historie des südlichen Afrikas über alle heutigen, künstlichen Ländergrenzen hinweg zu sehr miteinander verwoben. Auch Artefakte und Ausstellungsstücke aus den angrenzenden Ländern finden Eingang in das “Museum Africa”.

Mehr als 500 verschiedene ethnische Gruppierungen leben oder lebten schließlich in dieser Region. Wenn auch oft von außen betrachtet als recht ähnlich zu sehen, besitzt doch jede ihre eigene Identität, die sich nicht zuletzt in den kulturellen Ausprägungen der jeweiligen Ethnien manifestiert.

Hinzu kommen weitere, gesonderte Ausstellungen in diesem Museum, die einen Besuch hier noch lohnenswerter machen. Ein “Museum im Museum” nennen das die Betreiber jeweils.

Es existiert ein geologisches Museum, eine extensive Photo-Sammlung vom “Bensusan Museum of Photography”, das sich neben Fotographien auch mit der Technik des Fotografierens befasst. Zu guter Letzt findet man in diesem Gebäude auch noch das “Workers Museum”, das Arbeitermuseum also, das die Geschichte vieler Migranten erzählt, die nicht nur, aber oft auch innerhalb Afrikas an andere Orte reisten, um Arbeit zu finden.

Preise und Öffnungszeiten des “Museum Africa” in Johannesburg

Angenehmer Weise ist der Eintritt ins “Museum Africa” kostenlos und von dienstag bis sonntags zwischen 9h und 17h möglich, ganz klassische Öffnungszeiten für ein Museum also. Ein Highlight in Johannesburg, das vor allem demonstriert, wie vielfältig auch die Meinungsbilder und Entwicklungen in der Vergangenheit waren und bis in die Gegenwart sind, trotz aller Geschichte der Apartheid.

Wer ein wenig historisches Interesse mitbringt, der ist bei einem Trip nach Johannesburg mit dem “Museum Africa” als Ziel seiner Aktivität gut beraten. Ein lohnenswerter Kulturtipp in Johannesburg.