Algerien, eines der größten Länder der Erde, besteht zu 90 Prozent aus der Sahara. So ist es nur logisch, dass sich die interessanten Plätze Algeriens für all jene, welche keine Wüstentour planen, im Norden des Landes befinden, knapp 60 Kilometer vom Mittelmeer. So auch Constantine, eine Halbmillionenstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Kaum bekannt in Mitteleuropa, bietet es seinen Besuchern eine Menge zu sehen und zu erleben.

Mittelalterliche Bauten prägen die Stadt, dazu kommt dank der Universität eine interessante Mischung an spannenden Menschen aus aller Herren Länder und von beträchtlicher Internationalität. Zudem ist sie die drittgrößte Stadt des Landes und auch Provinzhauptstadt.

Viele historische Gebäude und dennoch lebendig: Constantine in Algerien

Besonders bekannt und berühmt ist Constantine als “Stadt der Brücken”. Denn durch die Stadt zieht sich die Schlucht des Rhumel, eines Flusses in Richtung Mittelmeer. Deshalb befinden sich in Constantine zahlreiche Brücken über diese Schlucht. Als da wären im Einzelnen:

  • Pont Sidi Rached, mit 447m Länge sehenswert
  • Pont du Diable, die Teufelsbrücke also, nur für Fußgänger
  • Passerelle Perregaux, eine weitere Fußgängerbrücke
  • Pont d’el Kantara, eine Segmentbrücke an der Stelle einer früheren Eisenbahnbrücke
  • Pont Sidi M’Cid, 1912 eröffnete Hängebrücke mit einer lichten Höhe von 175 Metern, die bis 1929 die höchste Brücke der Welt war

  • Pont des Chutes, eine Bogenbrücke über einen Wasserfall

Constantine ist die “Stadt der Brücken”

Doch nicht allein durch seine vielen Brücken weiß Constantine im Zuge einer Reise nach Algerien zu begeistern. Als drittgrößte Stadt Algeriens hat sie natürlich auch eine Menge an weiteren Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Da wäre zum Beispiel die Kasbah, was nur die örtliche Bezeichnung für die Altstadt ist. Hier brummt das Leben inmitten Jahrhunderter alter Mauern.

Oder die Ben-Badis-Moschee, die von der vorherrschenden Religion im Maghreb zeugt. Selbiges gilt auch für die Djamma El Kebir-Moschee, aber auch für die Islamische Universität Emir Abdel Kader, die sich explizit mit dieser Religion beschäftigt.

Doch auch andere Herrscher waren hier einst einflussreiche. Davon erzählt zum Beispiel die Statue des Römischen Kaisers Konstantin, oder die Ruinen des römischen Aquädukts. Und selbst die Phönizier waren hier früher mal an der Macht, was man am Heiligtum El Hofra erkennen kann.

Dazu kommt das Gustave Mercier Museum und das Soumma Mausoleum, und viele weitere, oft historische Sehenswürdigkeiten ergänzen das Portfolio einer Stadt, die immer wieder im Schatten von Algier steht, wenn es um die Reiseziele im Laufe einer Algerien-Reise geht, obwohl sie das nicht verdient hat.

Große Zahl an Sehenswürdigkeiten in Constantine

Trotz der großen Entfernung zu Algier von über 400 Kilometern ist Constantine gut zu erreichen. Nationalstraßen führen in die Hauptstadt, aber auch in die Hafenstädte Skikda, Annaba und Jijel, selbst in die Sahara führt von hier aus eine gut ausgebaute Fernstraße.

Dazu kommt der Flughafen Aeroport Mohamed Boudiaf, der von Frankreich und von Genf aus angeflogen wird. Auch per Eisenbahn wäre Constantine zu erreichen, ebenfalls von Algier aus, aber auch von Tebessa, M’Sila, Skikda und Jijel.

Innerhalb der Stadt ist die neue Gondelbahn ein interessantes Verkehrsmittel. Sie verbindet die Altstadt mit dem gegenüberliegenden Klinikviertel und bietet schöne Ausblicke über diese mittelalterlich geprägte Stadt, die eine Empfehlung im Zuge einer Algerien-Reise wert ist.