Eine Safari in Südafrika muss nicht immer mit dem Geländewagen oder zu Fuß absolviert werden. An vielen Orten in Afrika kann man Safaris auch auf andere Arten bestreiten. Zum Beispiel in Südafrika und hier ist eine Option der Richtersveld Nationalpark. Kanu-Safaris oder besser: Kanutouren zwischen einem und fünf, sechs Tagen werden hier angeboten und gerne von Teilnehmern aus aller Welt genutzt.

Der Richtersveld Nationalpark ist 1.600 Quadratkilometer groß und noch recht neu auf der Landkarte der möglichen Reiseziele in Südafrika. Er wurde erst 1991 eröffnet und feiert als in Kürze sein gerade mal 25-jähriges Jubiläum. Das bedeutet auch: er ist bislang noch von den wenigsten Afrika-Reisenden besucht worden. Ein Stück Exklusivität, für alle, denen dies etwas bedeutet.

Anders als bei den meisten Nationalparks in Südafrika ist für den Richtersveld Nationalpark seine Bergwüstenlandschaft charakteristisch, doch all das ist für die Kanutouren ja eher zweitrangig, auch wenn die Kulisse der Kanutour natürlich immer eine Rolle spielt.

Zugang zum Richtersveld Nationalpark ist limitiert

Wichtig im Kontext des Richtersveld Nationalparks und eher ungewöhnlich für einen Nationalpark im südlichen Afrika: Man muss seinen Besuch vorher anmelden, sonst hat man keine Chance, eingelassen zu werden (auch nicht mit viel gutem Willen und dem einen oder anderen Kleingeld). Und das wäre doch schade, wenn man auf eine solche Kanutour im Richtersveld Nationalpark verzichten müsste, nur weil man ein paar organisatorische Dinge nicht erledigt hat.

Denn diese Kanutouren haben es in sich.

Kanutouren, oder Rafting, wie man neudeutsch sagt, führen hier vorbei an der reichhaltigen Tierwelt des südlichen Afrikas: Man passiert in seinem Kanu Hyänen, Klipspringer oder sogar Leoparden, auf und am Wasser begegnet man Kormoranen, Reihern, Königsfischern und im Wasser selbst natürlich einem weiteren interessanten Ausschnitt der Tierwelt Afrikas.

Rafting in Südafrika: hier tagelang möglich

Auch die Vogelwelt ist hier vielartig vorhanden: über 200 Arten wurden bislang gezählt. Und obwohl diese Zahl für afrikanische Verhältnisse sogar eher gering ist – denn der Richtersveld Nationalpark ist realtiv trocken – für europäische Normen ist diese Zahl in ein und dem selben Gebiet immer noch riesig.

Kleines, nettes Detail am Rande: benannt ist die Region nach einem Herrn Richter, einem früheren Pater der Rheinischen Missionsstation in der Region.

Der Natur im Richtersveld Nationalpark ist das natürlich egal – und den meisten Besuchern wohl auch. Wie lange eine solche Raftingtour dauert, entscheidet übrigens jeder selbst. Es ist ebenso möglich, hier nur einen Tag ohne Übernachtung im Wasser zu verbringen, wie auch fast eine Woche lang nur Kanu zu fahren. Und das zum Glück nicht alleine, so dass auch für Unterhaltung gesorgt ist.

Unterkunft im Richtersveld Nationalpark

Die Unterkünfte im Richtersveld Nationalpark sind noch eher spartanisch, aber das sollte niemanden davon abhalten, eine solche Tour mitzumachen: nach getaner körperlicher Arbeit über den Tag hinweg fällt man eh todmüde in sein Bett bzw. auf seinen Schlafplatz. Am nächsten Tag geht es wieder weiter unter sengender Sonne Afrikas im kühlen Nass – und ja, natürlich ist auch gegen den einen oder anderen Schwimmtrip im Wasser ebenfalls nichts einzuwenden.

Wer in Südafrika nach Aktivitäten sucht, die nicht überlaufen sind, aber auch keine reine touristische Angelegenheit sind, der ist mit einer Kanutour im Richtersveld Nationalpark gut beraten. Die Besucherzahlen sind hier weiterhin streng geregelt und eine überlaufene Atmosphäre findet man hier sicher nicht. Ganz im Gegenteil, vermittelt der Richtersveld Nationalpark genau das, was abseits der Metropolen typisch für eine Südafrika-Reise ist: die endlose Größe dieses Landes gepaart mit nur ganz wenigen anderen anwesenden Menschen. Ein toller Tipp gerade für jene, welche Action mit echter afrikanischer Atmosphäre verbinden wollen.

Richtersveld Nationalpark - Südafrika