Vulkane haben schon seit Jahrtausenden eine magische Bedeutung für den Menschen. Sie stehen für ungebändigte Naturgewalten, wunderschöne Naturschauspiele und Mystik. Im Osten von Afrika entlang des Ostafrikanischen Grabenbruches liegen viele der bekanntesten afrikanischen Vulkane und jeder hat seinen eigenen Reiz: von feurigen Schauspielen über wunderschöne Natur zu atemberaubender Tierwelt.

Für jeden Reisetyp gibt es einen Vulkan.

Ich habe vier der vielen Vulkane besucht und möchte einen kurzen Einblick in die Welt der afrikanischen Feuerspucker geben.

Tierliebhaber: Ngorongoro (2300m)

Ngorongoro Panorama

Ngorongoro Panorama

Vor zwei bis drei Millionen Jahren brach der damals ungefähr 5000 Meter hohe Vulkan in sich zusammen und hinterließ einen Kraterrand und eine weite Ebene in seinem Inneren. Seine natürlichen Grenzen verleihen der Tierwelt und auch der Safari einen besonderen Reiz.

Es ist früh am Morgen, es wird gerade hell über dem Krater. Auf dem Zeltplatz am oberen Rand erwacht langsam das Leben und mit der Sonne wird aus dem Schatten im Kraterinneren eine grüne Ebene. Es lassen sich schon jetzt Herden von Zebras und Gnus aus der Ferne ausmachen. Mit dem Auto hoppeln wir die Straße in den Krater herunter und die Punkte in der Ferne entpuppen sich schnell als Löwen, Zebras, Büffel oder Nashörner. Für Tierliebhaber und Safarifans ist dieser Vulkan ein absolutes Muss.

Zu erreichen:

Mit einer Safari in den Ngorongoro Krater ab Arusha, Tansania

Ngorongoro Krater - Hippos

Ngorongoro Krater – Hippos

 

 

Wanderer: Mt. Meru (4565m)

Mt. Meru Safari

Mt. Meru Safari

Fast reicht der Schatten des Kilimandscharos bis zu seinem kleinen Bruder dem Mt. Meru und tatsächlich wird er gerne von den Touristen übersehen. Ich finde ihn deshalb aber auch weitaus ansprechender. Er liegt im Herzen des Arusha Nationalparks und eine Besteigung bringt gleichzeitig eine Wandersafari mit sich. Zebras, Giraffen, Büffel und Elefanten lassen sich sehen und mit etwas Glück sogar aus der Nähe betrachten.

Es ist der 29. Dezember, als ich zu der Besteigung des Mt. Meru aufbreche. Es liegen vier Tage Wanderung und 3000 Höhenmeter vor mir. Die kleine, übersichtliche Gruppe, geführt von einem Ranger setzt sich in Bewegung. Die dichte Vegetation wird mit jedem Höhenmeter dünner und ab 3500 Metern fühlt man auch die dünnere Höhenluft. In zwei gut ausgestatteten Hütten entlang des Weges machen wir Rast und zu Silvester breche ich um 1 Uhr morgens zur letzten Etappe auf. In völliger Dunkelheit, geleitet durch den Kegel meiner Kopflampe und dick eingepackt in warmen Klamotten, setzte ich konzentriert und langsam einen Fuß vor den anderen und nehme die letzten Meter in Angriff. Kurz vor Sonnenaufgang erblicke ich den Gipfel. Unter mir ein Wolkenteppich und in der Ferne lässt ein grober Umriss Großes erahnen: der Kilimandscharo. Der Blick auf den großen Bruder, der Blick hinab in die Caldera mit dem 1910 entstandenen Aschekegel und der Blick auf die Gipfelflagge sind ein schöner Höhepunkt für das Ende des Jahres 2014.

Der Mount Meru besticht aus meiner Sicht mit seiner grandiosen Natur und Tierwelt am Fuße, den relativ einfachen Aufstieg, bei dem nur Trittfestigkeit und Ausdauer nötig sind und belohnt mit einem Blick auf den für manche doch unerreichbaren Kilimandscharo. Wenn man es nicht besser wüsste, von hier oben sieht er sogar kleiner aus.

Zu erreichen:

Mit einer Tour ab Arusha oder Moshi in Tansania – zu unseren individuellen Tansania Reisen

Mt. Meru - Caldera

Mt. Meru – Caldera

 

 

Abenteurer: Nyiragongo (3470m)

Nyiragongo

Nyiragongo

Der Nyiragongo Vulkan in der Demokratischen Republik Kongo ist etwas für Abenteurer. Nur wenige Kilometer von der Grenze zu Ruanda entfernt, war der Vulkan für lange Zeit unerreichbar für Touristen. Erst in jüngster Vergangenheit hat sich die Lage im Virunga Nationalpark wieder stabilisiert und auch die ebenfalls dort lebenden Berggorillas können wieder besucht werden.

Es ist eine besondere Wanderung. Vulkan aus der Ferne zu sehen ist erhaben, einen aktiven Vulkan im Fernsehn zu sehen wunderschön, aber selbst auf einen aktiven Vulkan zu steigen – unbeschreiblich und nur mit einer Portion Ehrfurcht vor Mutter Natur möglich. Es ist ein eindrucksvoller Einblick in die Erdgeschichte und die mächtigen Kräfte der Welt.

Die Wanderung bringt mich 1600 Meter an einem Tag höher auf den Kraterrand. Magisch von Gipfelkreuz angezogen, erklimme ich die letzten Meter und es eröffnet sich ein tiefer Krater mit einem brodelnden Lavasee in seiner Mitte.

Wie Eisschollen bewegen sich die erkalteten Platten, getrennt durch einen rot-orange leuchtenden Streifen, auf dem See umher.

Diese ehrfürchtige Begegnung mit der Natur ist etwas für wirkliche Abenteurer und Entdecker.

Zu erreichen:

Von Ruanda über die Grenze in die DR Kongo bei Goma und von dort ins Abenteuer.

Nyiragongo Lavasee

Nyiragongo Lavasee

 

Vulkanfans: Erta Ale (613m)

Erta Ale Krater

Erta Ale Krater

Es ist eine unwirkliche Gegend im Nordosten von Äthiopien. Manche bezeichnen schon die Straße zum Vulkan als eine der schlechtesten der Welt. Die Landschaft ist extrem schroff, die Lava hat die Landschaft geformt, das Thermometer ist stetig am steigen und pendelt sich erst bei 39 Grad Celsius ein. Zum Glück beginnt der Aufstieg um 17 Uhr und erst in völliger Dunkelheit erreiche ich den Kraterrand.

Nur noch hundert, vielleicht zweihundert Meter trennen mich von dem schieren Wahnsinn. Die Hitze wird langsam real. Es wird richtig heiß und als ich am Lavasee ankomme, werde ich von der Wärmestrahlung auf sicherer Distanz zum Abgrund gehalten. Ich stehe vor dem “Auge der Hölle”, wie es die Einheimischen manchmal nennen. Mein Blick schweift durch die Dunkelheit. Sie wird einzig von mickrigen Lampen anderer Leute und dem brodelnden, spuckenden und flammenden See aus glühendem Gestein erhellt. Die Oberfläche wird gebrochen, es fließt Lava über die erstarrten Bruchstücke und zieht die Kruste wieder unter die Oberfläche. An manchen Stellen explodiert die teilweise erkaltete Lava und feurige Geschosse fliegen durch die Luft.

Diesen explosiven Wahnsinn hinter mir zu lassen, lässt mich nachdenklich den Berg herunter laufen. Es ist eigentlich unvorstellbar, wie nah ich an den Lavasee kam.

Zu erreichen:

Mit einer Tour ab Mekele, Äthiopien – zu unseren Äthiopien Reisen

Erta Ale Lavasee

Erta Ale Lavasee

 

Der Autor: Dieser spannende Reisebericht mit den beeindruckenden Fotos wurde uns freundlicherweise von Dominik Mohr zur Verfügung gestellt. Mehr zu lesen finden Sie auf seinem Blog www.followtheshadow.de. Vielen Dank!