Bei einer Reise durch Mauretanien laufen einem die Reise-Highlights nicht gerade allerorten über den Weg. Deshalb ist es gut zu wissen, dass auch kleinere Plätzchen immer wieder mal sehenswert sein können, aber man muss als Westafrika-Reisender eben wissen, welche.

Das kleine Städtchen Ouadane gehört im Falle von Mauretanien in jedem Fall dazu. Mauretanien verfügt über nur wenige Einträge auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Ouadane, im zentralen Wüstengebiete von Mauretanien gelegen, gehört dazu.

Als ehemalige Zwischenstation auf den Strecken der Karawanen durch die Wüste ist Ouadane von großer historischer Bedeutung, nicht nur hier auf dem Adrar-Plateau, sondern für ganz Mauretanien.

Gelegen am Goldpfad als Zwischenstation in der Wüste

Ganz genau ist die Entstehung von Ouadane nicht geklärt. Man weiß aber, dass die Siedlung um das 11. Jahrhundert herum enstanden ist. Damals führte ein Pfad durch die Wüste, den man den “Gold-Pfad” nannte, nach dem Hauptgut, das darauf transportiert wurde. Irgendwann bot sich wohl an, eine Art Zwischenstation aufzubauen oder gleich mehrere.

Eine davon war Ouadane. Auch wenn der genaue Verlauf des Goldpfads nicht bekannt ist, muss Ouadane im Laufe seines Bestehens wohl ziemlich viel Gold gesehen haben. Immerhin besteht es bis heute. Die erste explizite Nennung seiner Existenz erfolgte im 15. Jahrhundert, damals als die wichtigste Stadt der gesamten Region beschrieben.

Neben Gold wurden hier aber auch Datteln und Salz gehandelt. 1487 wurde schließlich ein portugiesischer Handelsposten aus Ouadane, ab dem 16. Jahrhundert verlor Ouadane wieder an Bedeutung.

Aus heutiger Sicht ist Ouadane einen Besuch wert wegen der außerordentlich gut erhaltenen Ruinen des “Ksar”, wie der Handelsposten lokal genannt wird. Diese liegen auf einem Hügel und dessen Hang bis runter in den ebenfalls sehenswerten Oasengarten.

Historische Ruinen von Ouadane: lohnenswertes Reiseziel in Mauretanien

Genau diese sind Anlass der UNESCO gewesen, Ouadane (zusammen mit den Orten Chinguetti, Tichitt und Oualata) in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. In Mauretanien war man damals besonders stolz auf diesen Akt und ist es auch heute noch.

Die Ruinen von Ouadane sind für viele auf einer Mauretanien-Reise Anlass, ein wenig in die Geschichte dieses doch eher wenig im Fokus stehenden Wüstenlandes einzutauchen.

Hinzu kommt eine kleine Siedlung aus heutiger Zeit, die aber vor den Toren der alten Stadt errichtet wurde. Stichworte: Tore und alte Stadt. Ouadane hat mehr zu bieten als allein die Ruinen des Ksars. Für den Besuch der Altstadt muss man sogar Eintritt bezahlen, so sehenswert ist diese.

Altstadt von Ouadane als weiteres Highlight dieses Ausflugs in Mauretanien

Eine kleine Zeitreise kann man mit einem Besuch der Altstadt und der Ruinen von Ouadane erleben. In den Ruinen ist sogar eine Moschee aus dem 15. Jahrhundert teilweise erhalten, während eine andere, größere Moschee weiter oben auf dem Hügel restlos verschwunden ist.

Nicht zuletzt ist auch die Anreise nach Ouadane bereits ein Erlebnis für sich. Zwar bewältigt man diese auf gut ausgebauten Pisten, z. B. 130 Kilometer von Chinguetti, oder 190 Kilometer nach Atar, doch fährt man dabei schließlich die gesamte Zeit durch Wüstengebiet, was die Vorfreude erhöht und gleichzeitig ein eigenes Abenteuer ist (wenn auch mit großer Sicherheit).

Von den wenigen Sehenswürdigkeiten in Mauretanien ist Ouadane eines, das sogar weltweit gewürdigt wird. Ouadane sollte als Reiseziel in Mauretanien immer in Erwägung gezogen werden.