Eine Rundreise durch Namibia

Dieser Reisebericht und die Fotos wurden uns freundlicherweise von Carsten zur Verfügung gestellt!

Begleite uns auf unserer Reise durch Namibia. Wunderschöne Natur. unendliche Weiten und eine faszinierende Tierwelt.

Namibia…aber warum?
Ja, gute Frage! Eigentlich war zuerst Madagaskar geplant. Da aber Claudi etwas bedenken bzgl. der dort stark verbreiteten Malaria hatte, haben wir uns nach Einholung von Tipps und Infos aus verschiedensten Quellen für Namibia entschieden. Insbesondere das sehr zu empfehlende Namibia Forum hat uns bei der Entscheidung und weiteren Planung sehr unterstütz.

So kamen wir denn auf die erste und wichtigste Frage…wie kommen wir dahin?
Also Flugzeug war ja klar! Schwimmen wollten wir nicht, und mit einer Fähre (wenn überhaupt möglich) würde es viel zu lange dauern. Nur welche Gesellschaft, welche Strecke. Es gibt die Möglichkeit direkt von Deutschland nach Windhoek zu fliegen (LTU und Air Namibia), das war uns aber zu teuer. Dann hatten wir die Möglichkeit über Dubai zu fliegen. Wäre schön gewesen, insbesondere da wir dann noch einen “Stop-Over” hätten einlegen können…aber zu teuer!
Letztendlich haben wir uns dann für SAA (South African Airways) entschieden. Von Frankfurt über Johannesburg nach Windhoek. Das geht…

Namibia - Reisen - ReiseberichtWas wollen wir sehen? Wie wollen wir nächtigen? Wie bewegen wir uns fort?
Jetzt kam der eigentliche, wichtige Teil unserer Reiseplanung. Die “Randbedingungen” (Zielland und Reisedaten) waren nun geklärt, jetzt kam die Feinplanung.
Eine solche Planung wird -leider- immer vom Geld bestimmt. Da wir davon nicht zuviel haben, aber dennoch genug beiseite gelegt hatten, haben wir uns für einen Mix aus festen Unterkünften und Zeltplätzen entschlossen. Um einigermaßen flexibel zu sein und auch gut voran zu kommen, entschieden wir uns für einen Allradwagen (4×4) von Kalahari Car Hire mit Dachzelt.
Unsere Streckenplanung machten wir mit Hilfe des bereits oben genannten Forums und den Reiseführern von “Reise-Know-How” und vom “Loose-Verlag”, die ich beide uneingeschränkt empfehlen kann.

Weiteres dazu siehe unter Tipps & Tricks/Reiseliteratur

Gesundheitsrisiken

Klar gibt es viele Risiken, mit entsprechender Vorsicht kann man aber vieles ausschließen. Unsere größte Sorge war die Malaria. Nach reiflicher Überlegung und entsprechender Beratung beim DED (Deutscher Entwicklungsdienst) haben wir uns entschlossen nur für die Zeit im Etosha Nationalpark Malarone zu gebrauchen. In Swakopmund hat man uns dann allerdings gesagt, dass auch in der Etosha derzeit kein Risiko besteht, so haben wir auf die Einnahme kurzfristig ganz verzichtet.
Auch die Gefahr eines Schlangebisses oder Skorpionstiches kann man natürlich nicht zu 100% ausschließen, bei entsprechender Vorsicht sollte aber nicht passieren. Für unser ruhiges Gewissen haben wir uns aber ein entsprechendes Buch für den Fall der Fälle besorgt. Dort stehen die gefährlichsten Schlangen und Skorpionen mit entsprechenden “Erste-Hilfe-Maßnahmen” drin.

Weiteres dazu siehe unter Tipps & Tricks/Reiseliteratur

Packen…aber was?
Das wussten wir bis kurz vor Abreise noch nicht genau. Wie schon vor meinem Bolivienurlaub habe ich vieles über ebay besorgt. Ob wir wirklich alles bräuchten blieb abzuwarten. Wir befürchteten aber, dass wir die Freikapazität von 20 kg p.P. wohl knacken würden.

Im Endeffekt haben wir tatsächlich nur die Hälfte von dem gebraucht, was wir dabei hatten. Natürlich sind wir auch über die 20 kg gekommen, jedoch noch so im Rahmen, dass wir weder bei Hin- noch beim Rückflug dazu zahlen mussten.

Weiteres dazu siehe unter Tipps & Tricks/Packliste

Abflug Frankfurt – Reisebeginn, 09.09.2006

Heut beginnt unsere Reise durch Namibia!!

Vormittags werden noch die letzten Kleinigkeiten zusammengepackt. Um 14:30 Uhr kommen Carstens Eltern vorbei. Ich bekomme eine drehbare Glasplatte (u.a. als Tortenplatte zu gebrauchen) zu meinem Geburtstag geschenkt. Es folgen noch letzte Erklärungen fürs Haus-, Blumen- und Vogelsitting und dann geht es pünktlich um 15:00 Uhr los. Die Sonne scheint und wir haben eine schöne Fahrt zum Flughafen, wo wir 16:45 Uhr ankommen.
Es hat tatsächlich auch schon ein Schalter geöffnet, an dem wir uns hoffnungsvoll anstellen, doch schon gleich unseren ersten Schrecken erleben: Die Waage gibt ein jeweiliges Koffergewicht von fast 30 kg an! Bei einem zulässigen Gewicht von je 20 kg erwarten uns Zusatzgebühren von 45 € pro kg! Alternativ könnten wir die Koffer jedoch auch als Frachtgepäck aufgeben, würden sie dann jedoch nicht pünktlich in Windhoek bekommen. Die South Africa Airways (SAA)-Angestellte rät uns, schweres Gepäck wie Bücher etc. ins Handgepäck umzupacken.

So stellen wir uns dann an den Rand und fangen an, unsere Koffer zu öffnen und schwere Sachen in unsere Rucksäcke zu stopfen. Diese platzen dann auch aus allen Nähten, doch es zeigt offenbar Wirkung, denn plötzlich zeigt die Waage je knapp über 20 kg an. Daher konnten wir wieder einiges an Zeug zurück in die Koffer packen und sparten uns eine Menge Euros für das Übergepäck.
Durch die Security kamen wir ohne jeglichen Probleme und nun konnten wir uns beruhigt an unser Gate setzen und relaxed Zeitung lesen, letzte Telefonate führen und Hägen-Dasz-Eis schlecken.

Um 21 Uhr starteten wir leicht verspätet mit unserem Airbus A 340-600.

Als erstes machten wir uns mit der Technik für das Bord-Entertainment vertraut: Wir hatten eine Auswahl verschiedenster Filme, Dokumentationen, CDs, Daten zum Flug (Höhe, Geschwindigkeit, Gymnastikübungen u.ä.), Außenbordkamera, Spiele (Tetris, Memory, Boulder Dash, Space Invaders…) zur Verfügung, mit der wir uns die Nacht um die Ohren schlugen. Das Abendessen war ganz in Ordnung…

Ankunft Windhoek, 10.09.2006

…doch besser war das Frühstück, das um 5:15 serviert wurde: Eier und Speck mit Marmeladen-Croissants. Um 5:30 haben wir den Sonnenaufgang über die Außenbordkamera beobachtet, was die Plätze im Mittelgang für den nicht vorhandenen Fensterblick entschädigte.

Nach der Landung in Johannesburg um 7 Uhr morgens, erwartete uns ein Chaos beim International Transfer: Wir mussten uns an einer endlos scheinenden Schlange anstellen, an deren Ende wir dann nochmals einen Security-Check über uns ergehen lassen mussten. Jedoch wurde alles bereits gecheckte Handgepäck der Transfer-Flugreisenden nochmals durch ein einziges (!) Röntgengerät geschickt! Da das gestresste Flughafenpersonal bemerkte, dass man zu starken Zeitverzögerungen beitrug, entschloss man sich, das Gepäck übereinander gestapelt durch die winzige Maschine zu jagen. Die Passagiere wurden regelrecht durch die Schleuse geschubst! Doch wir kamen ohne Verluste auch hier irgendwann durch und machten uns auf dem Weg zu unserem Gate für unseren Anschlussflug nach Windhoek. Schnell raus aus Südafrika.
Dort stellten wir fest, dass wir uns auf einem Flughafen im Umbau befanden und per Bus zu unserem Flugzeug gefahren werden sollten. Doch nicht nur wir, sondern auch alle anderen Flüge schienen offenbar über genau den 3 Gates, die es in dieser kleinen Abflughalle gab, abgefertigt zu werden. Aus irgendeinem Grund schien dieses Chaos doch irgendwie zu funktionieren, denn wir kamen trotz nicht angeschlagenem Flug an den Monitoren bei dem richtigen Flugzeug an und starteten um 11:00 Uhr Richtung Windhoek. Leider war der Flug einer der turbulentesten, den wir je erlebt hatten. Anfangs glaubten wir noch einen Fluganfänger als Piloten zu haben, der noch Bremsen und Höhenruder mehrmals während des Fluges ausprobieren musste, was unseren Adrenalinspiegel rasant anstiegen ließ. Unsere Sitznachbarn machten uns auf den Rückenwind aufmerksam, der erschwerend bzw. erschütternd hinzukam. Später erfuhren wir, dass diese Turbulenzen nicht nur unseren Flug so trafen, sondern das dies offenbar „normal“ für diese Route ist, da die Kalahari thermische Druck-Wind-Kombination hervorruft, die den Anflug nach Windhoek aus südlicher Richtung extrem beeinflusst. Bei der Landung legten die Wackel-Eskapaden noch einmal was drauf. Voller Erleichterung stiegen wir am Leben unbeschadet aus dem Flugzeug auf dem Husea Kotako International aus. Temperaturen in Höhe von 26°C sowie Peter (unser Abhol-Service vom Autovermieter) hießen uns willkommen. Doch zunächst nutzten wir schon gleich am Flughafen die Wechselstube und tauschten erst einmal unser Geld zu einem guten Umtauschkurs von 1:9,52381.

Unsere Familien erhielten nach der Landung in Johannesburg auch hier noch einmal SMS, um unsere gute Ankunft mitzuteilen, auf die wir auch prompt erleichterte Antwort bekamen. Endlich ging unsere Namibia-Reise richtig los!

Namibia - Reisebericht Erster Eindruck bei der Fahrt vom Airport zur Autovermietung in Windhoek: wir kamen in ein sehr weites und trockenes Land. Wir machten auch zum ersten Mal Bekanntschaft mit einer Polizeikontrolle, an der wir aber durchgewunken wurden. Um 14 Uhr erreichten wir die Autovermietung „Kalahari Car Hire“ von Huber Hester. Nach einer recht zügigen Einführung zu den Eigenheiten des uns anvertrauten Toyota Hilux (wie funktioniert Narbenumstellung und 4×4-Schaltung, Handbremse, wo ist Öl und Wasserstand zu messen, Vorstellung des 140 L-Tanks (inklusive dem 70 L-Reservetank), theoretische Dachzelt-Aufbauanleitung, Reserveräder + Wagenheber, 25-L-Brauchwassertank, Kühlschrank-Energieeinspeisung über Lichtmaschine, Gaskocher) sowie den Geflogenheiten an namibischen Tankstellen (bloß keinen Reifendruck-/Wasser-/Öl-Check zulassen!) und Vorstellung von Straßenvorschriften (4-Wege-Stop u.ä.), unterschrieben wir den Vertrag und fuhren erstmals völlig auf uns allein gestellt auf namibischen Straßen. Carsten fuhr vom ersten Moment ohne jegliche Probleme auf der linken Seite und meisterte ebenso jede merkwürdige Straßenführung mit links.

Nach ca. 1000 Metern fuhren wir bereits die erste Tankstelle an, da das Auto mit fast leerem Tank übernommen wurde. Für uns völlig ungewohnt, kamen gleich 2 Afrikaner angestiefelt, die sich wortlos an der Tankklappe zu schaffen machten und die Benzin-Einfuhr starteten. Wir hofften, dass es auch wirklich die Angestellten waren J. Als nächstes stellte sich uns die Frage, ob wir hier gleich beim Tankwart zahlen sollten oder lieber im Häuschen. Fürs Volltanken zahlten wir dann ca. 760 N$ und gaben dem Tankwart überzogene 5N$ Trinkgeld! Weiter ging es zur Hotel-Pension Steiner in der Wecke Street, die wir ohne uns zu verfahren sofort fanden. Die Fahrt führte uns entlang Wohnhäusern die ohne Ausnahme mit Gittern hinter den Fenstern versehen waren sowie auf den umzäunenden Mauern Stacheldraht befestigt hatten. Die Pension Steiner hatten einen eigenen Wachdienst, der bei unserer Ankunft das Tor auftat, so dass wir mit unserem riesigen Auto auf den für uns (noch!) klein erscheinenden Parkplatz fuhren. Im Hotelzimmer angekommen, überprüften und reinigten wir unsere Camping-Ausrüstung, testeten den Aufbau von Stühlen und Tisch und fertigten Listen von noch benötigten Utensilien.

Dann gingen wir noch einmal kurz in die Stadt, die jedoch fast menschenleer war, da am Sonntag Abend auch kaum Geschäfte aufhatten, obwohl uns gesagt wurde, dass es einen Supermarkt geben sollte, der um diese Uhrzeit noch aufhat. Diesen haben wir aber nicht gefunden und haben unseren Einkauf daher auf den morgigen Tag verschoben.

Zum Abendessen gingen wir zum nicht weit entfernten und vertrauten Kentucky Fried Chicken, wo wir einen Eimer Chicken Wings bestellten, was die Angestellten offenbar vor ein für uns unverständliches Problem stellte. Es dauerte einige Minuten, bis die Frau verstand, was wir gerne bestellen würden, ganz zu schweigen davon, dass Sie dachte, unsere Bitte nach Ketchup mit Servietten nachkommen zu müssen…

Außerdem lungerten die verschiedensten Leute herum, was uns unsere Anwesenheit nicht gerade versüßte. Wir waren froh, wieder in unserem Hotelzimmer zu sein und dort in Ruhe unsere „typisch namibischen Leckereien“ zu verputzen. In der ersten Nacht in Namibia schliefen wir wie Steine nach den ganzen neuen Erfahrungen.

Von Windhoek zu den Köcherbäumen, 11.09.2006

Wir sind morgens sehr zeitig aufgestanden und habe zum ersten mal ein Frühstück in Afrika genießen können. Nichts anderes wie in der Heimat. Den fertig gepackten Wagen haben wir kurzerhand wieder ausgeräumt, da die nette Dame vom Empfang uns davon abgeraten hat mit vollgepackten Auto einkaufen zu fahren, auch wenn es ein bewachtes Parkhaus gibt. Also alles wieder raus und aufs Zimmer gebracht.

Dann sind wir zum Checkers Einkaufscenter gefahren, dass sich eigentlich nur einen Steinwurf (der eines Riesen) von der Pension Steiner entfernt befindet. In dem Kaufhaus gibt es alles. Wir decken uns mit allen möglichen ein und merken schnell, dass wir mit der einen zusätzlichen Kiste von Hubert Hester bei weitem nicht auskommen. Nachdem wir also 2 Einkaufswagen komplett voll haben und uns in einem Safariladen auch ein Pfefferspray gekauft haben (das wir zum Glück nie nutzen mussten) machen wir uns zurück zur Pension Steiner. Hier laden wir noch unser Gepäck hinzu und verabschieden uns auf Pad. Zuerst führt uns unser Weg aber noch mal zu Kalahari Car Hire. Hubert Hester gibt uns noch mal zwei Plastikboxen, einen zweiten Gaskocher und auch noch das Radio, das er am Vortag vergessen hatte. Selbstverständlich alles umsonst.

Bestens gerüstet geht es gegen 11 Uhr raus aus Windhoek auf die B1 gen Süden.

Zuerst ist es noch etwas kurvig und ich wunder mich, da mir immer nur von diesen endlos geraden Straßen berichtet wurde, aber nachdem wir durch die Auasberge sind, ist die Verwunderung schnell verflogen. Ab Mariental gibt es dann nur noch eine etwas langweilige gerade Strecke ohne wirkliches Highlight. Das einzige war der Wendekreis des Steinbocks. Aber HH hat uns schon vorgewarnt, dass die Strecke von Mariental bis Keetmanshoop wohl eine der trostlosesten Namibias sein soll. Gegen 16 Uhr erreichen wir das Garas Quivertreet Camp und ich mache mir so meine Gedanken. Wo verdammt noch mal sind denn eigentlich die Tiere? Ich bin doch in Afrika, und das einzige was wir heute auf der gesamten Strecke sehen konnten waren ein paar Ziegen und Kühe. Wir hoffen, dass es morgen anderes wird.

Das Safari-Camp ist dafür aber sehr schön. Sehr natürlich, ohne Strom. Wasser gibt es nur bei den sanitären Anlagen. Die sind zwar einfach, aber sauber. Der Köcherbaumwald befindet sich direkt am Camp.

Wir brauchen etwas Zeit, bis wir unsere endgültiges Camp gefunden haben. Die Auswahl ist einfach zu groß. Wir sind und bleiben die einzigen Gäste für heute Nacht.

Zum ersten mal wird jetzt das Zelt aufgebaut. Noch mit kleinen Problemen, aber gemeinsam schaffen wir es dann doch. Auch müssen wir uns noch mit den diversen Kisten organisieren. Was ist denn wo drin? Wo finde ich dies und das…

Zum ersten mal werden wir auch der namibischen Tradition nachkommen und selbstverständlich den Grill anschmeißen. Es gibt leckeres Schweinesteak mit Kartoffeln und Maiskolben. Wunderschön. Die Sonne geht rot leuchtet hinter dem Köcherbäumen unter, die Sterne strahlen lichterloh und der Wein mundet wunderbar. Ein herrlicher erster Abend, wie er schöner eigentlich nicht hätte sein können. Das einzige was ein wenig die Idylle stört ist die doch recht nahe B1, von der wir immer wieder das Tuckern der LKWs hören. Dafür gibt es hier 2 süße Hunde, die auf uns aufpassen und die wir am liebsten direkt mitnehmen würden. Wir taufen sie Max und Moritz.

Gegen 21:30 treten wir glücklich und erwartungsvoll zum ersten mal die Nacht unserer Namibia-Reise im Dachzelt an.

Über Keetmanshoop zum Fish-River-Canyon, 12.09.2006

Nach unserer ersten Nacht unserer Namibia-Reise im Dachzelt, werden wir am morgen direkt von einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüßt. Wir genießen unser erstes Frühstück in der freien Natur und atmen genussvoll die frische Luft ein. So kann ein Tag beginnen…

Reisebericht - Namibia - RundreiseNach einer Katzenwäsche begeben wir uns zum Köcherbaumwald und begutachten die Bäume, die in Wirklichkeit keine sind. Vielmehr gehören sie zur Gattung der Aloen, die sonst überwiegend krautige Vertreter enthält. Einige Fotos später begeben wir uns zurück zum Platz und beginnen mit dem Packen, das sich als noch nicht so perfekt erweist. Nein, wir sind noch nicht richtig organisiert, hoffen aber, dass sich das mit der Zeit langsam einspielen wird. Auch das mit dem Zelt funktioniert irgendwie noch nicht so richtig. Ich krieche daher zum ersten aber auch zum letzen mal auf das Auto. Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Gegen 09:30, viel später als eigentlich geplant, machen wir uns auf den Weg nach Keetmanshoop. Die 20 km über die B1 sind schnell geschafft und im Ort finden wir zügig was wir benötigen. Eine Bank und noch einen Einkaufsladen, da wir ein paar Kleinigkeiten in Windhoek vergessen haben. Wir fahren noch die nächste Tankstelle an und sind schon wieder raus aus dem Ort. Das hat doch alles bestens funktioniert.

Mittlerweile ist es leider zugezogen und die fröhliche Sonne vom Morgen hat sich hinter eine dichten traurigen Wolkendecke verzogen. Macht nichts, wir begeben uns dennoch für ein kurzes Stück auf die B4 Richtung Westen um dann schon bald das erste mal auf Gravelpad abzubiegen. Irgendwo bei Seeheim – ich habe keine Ahnung, ob die zwei Häuser die wir sehen konnten wirklich auch die Ortschaft war – biegen wir ab auf die C19 und fahren in südlicher Richtung. Anfangs ist die Fahrt auf Gravel doch noch sehr gewöhnungsbedürftig, insbesondere das Wellblech macht uns zu schaffen. Wir wissen nicht wirklich wie wir es bewältigen sollen. Anfangs fahren wir sehr langsam, dennoch werden wir wie wild durchgeschüttelt. Ich entscheide mich schließlich doch das Tempo zu erhöhen und ab ca. 70 km/h hüpft man eigentlich ganz angenehm über die Wellen. Zumindest geht es so besser als mit langsamer Fahrt. So oder so, der Wagen scheppert schon recht heftig und ich mache mir ein wenig Sorgen um die Reifen.

Aber jetzt kommen wir wenigstens gut voran und zu unserer Freude sehen wir zum ersten mal ein paar – für uns zu diesem Zeitpunkt – interessante Tiere. Auf der kompletten Fahrt zum Fish-River-Canyon können wir Springböcke sehen. Gut, nichts außergewöhnliches, aber wir wollen uns ja auch nur langsam steigern. Immerhin ein Fortschritt zu Kühen und Ziegen.

Namibia - Reise - Fish River CanyonNachdem wir auf die D601 abgebogen sind kommt kurze Zeit später das Canyon Roadhous auf der rechten Seite. Wir fahren aber nur daran vorbei. Sollte uns das Hobas Camp nicht ganz missfallen, werden wir dies für die Nacht wählen. Nicht viel später erreichen wir besagtes Camp und zahlen den Permit für den Canyon. Das Camp gefällt uns auch ganz gut, also zahlen wir hier gleich die Übernachtung mit. Wir fahren noch weitere 10 km bis zum Hauptaussichtspunkt und sind von den Ausmaßen des Canyons schwer beeindruckt. Leider spielt das Wetter immer noch nicht mit und daher halten wir uns mit den Fotos ein wenig zurück.

Zurück am Hobas Camp machen wir unser Zelt fertig, was schon besser funktioniert als gestern. Danach gibt es heute nur Essen vom Gaskocher. Hatten gestern zuviel Fleisch gemacht, dass heute zusammen mit Kartoffeln und Gemüse in der Pfanne landet. Auch sehr lecker.

Da im Shop des Camps, der generell nur wenig im Angebot hatte, kein Feuerholz mehr vorhanden ist, gehen zwei Angestellt kurzerhand für ein paar $ Holz hohlen. Überaschenderweis kommen sie mit einer ganzen Schubkarre voll wieder an. Ein bissl viel, aber den Rest nehmen wir für die nächsten Tage mit. Wir genießen die letzten Stunden am Lagerfeuer und hoffen, dass die vielen Overlander im Camp in der Nacht nicht all zu laut sind. Gegen 21:30 gehen wir schlafen.

Vom Fish-River-Canyon nach Klein-Aus-Vista – 13.09.2006

Wir stehen heute gegen 06:00 Uhr auf. Es ist ein wunderschöner Morgen mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Nach einem ausführlichen Frühstück (wie immer Toast mit Nutella), einem leckeren Tee und hervorragenden Instand-Kaffee machen wir uns gegen 08:30 Uhr gut gelaunt auf den Weg zu unserem nächsten Ziel unserer Reise durch Namibia – Klein-Aus-Vista.

Bis zur B4 müssen wir dieselbe Strecke wie am Vortag zurücklegen. Mittlerweile sind wir schon etwas sicherer auf der Gravelpad und kommen daher auch gut voran. Nur hin und wieder müssen wir – nein – dürfen wir wegen der grandiosen Aussicht, oder wegen diverser Springbockherden unsere Fahrt kurzfristig unterbrechen.

Zurück auf der B4, ab jetzt also wieder Teerstraße, begeben wir uns in Richtung Lüderitz, also nach Westen. Wir haben jetzt noch gut 200 km auf der Teerstraße zu fahren und erwarten eigentlich einen freudlosen Streckenabschnitt…aber weit gefehlt. Nicht nur, dass wir uns ein Wettrennen mit einem Zug leisten können – wir haben gewonnen J – nein, die Gegend ist bezaubernd. Zuerst müssen wir durch ein paar Gebirgszüge, um danach einen unbeschreiblichen Blick auf die Weite dieses Landes zu erhalten. Man hat das Gefühl man blickt hier an das Ende der Welt. Trotz des absolut klaren Wetters verschwimmt der Hintergrund einer Fatahmorgana gleich. Aus den unendlichen Weiten erheben sich hin und wieder Gebirgszüge wie aus dem Nichts. Es passt eigentlich überhaupt nicht zusammen, findet in dieser berauschenden Atmosphäre aber dennoch eine passende Kongruenz. Hier ist eben alles etwas anders. Irgendwo in der Weite, irgendwo in dem hier immer noch hohen, gelblichen Gras, wandern glücklich ein paar Strauße umher. Auch ein paar Springböcke kann man fröhlich spielend in dem Gras erkennen. Das ist Natur, das ist Freiheit, das ist das Namibia, dass wir uns vorgestellt haben.

Auf der weiteren Fahrt kommen wir immer wieder an einigen Hütten vorbei. Erst später stellt sich heraus, dass dies tatsächlich Ortschaften sein sollen, zumindest laut Straßenkarte…ich glaube ich hatte es bereits erwähnt, hier ist halt alles etwas anders.

Namibia - RundreiseWir nähern uns dem Ort Aus, als wir unseren ersten Schlangenfund machen. Mitten auf der Teerstraße liegt eine wohl tote Schlange. Ich darf nicht aussteigen, mein Schatz hat Angst um mich. Gut, zumindest habe ich ein Foto gemacht. Bis heute habe ich keine Ahnung um welche Art es sich gehandelt hat. Ca. 100 cm lang und weiß mit einem leichten Muster auf dem Rücken. Mehr gibt auch das Foto nicht her. Egal, immerhin eine Schlange. Erfreut oder auch leicht geschockt (Claudi) fahren wir noch zu den Commonwealth Gräbern. Wegen der kurz zuvor gemachten Erfahrung, steigen wir aber nicht aus.

Der Ort Aus ist dann tatsächlich auch ein solcher. Wir biegen ab und fahren kurz zur Tankstelle. Hier herrscht reges Treiben und kurzer Hand ist unser Auto von leicht düster dreisehenden Gesellen umstellt. Während die meisten nur gucken nimmt sich einer einen Lappen und wisch ein wenig unmotiviert über unsere Windschutzscheibe. Klar erhält er dafür auch ein Trinkgeld, wir wollen ja nicht so sein. Der Wagen ist wieder voll und wir sind froh, dass wir schnell wieder fahren können. Hier haben wir uns nicht wohl gefühlt.

Kurz danach erreichen wir gegen 13:30 Uhr unser heutiges Ziel. An der Rezeption von Klein-Aus-Vista bekommen wir unseren Campingplatz auf dem ca. 1 km entfernten Gelände zugewiesen. Zusätzlich lassen wir uns auch noch ein Braiipacket mitgeben.

Das Camp gefällt uns sehr gut und nachdem wir ausgepackt haben, machen wir noch eine kleine Wanderung in die an das Camp angrenzenden Berge. Nach ca. einer Stunde sind wir wieder zurück und schon werden wir gegen 17 Uhr zu unserer Sundownerfahrt abgeholt, die wir gleich mitgebucht hatten. Es geht über das weitläufige Gelände der Farm und wir sehen eine Herde Oryx, einige Springböcke, einen Strauß und auch ein Chamäleon. Alles in Allem aber nichts wirklich berauschend. Aber unser Guide, Nakalele, ist dafür ein wirklich angenehmer und amüsanter Typ. Zum Sundower bekommen wir Wein, Bier, Softdrinks und eine kalte Platte mit gemischten Allerlei darauf zum essen.

Gegen 19 Uhr sind wir wieder zurück am Platz. Jetzt wird noch das Braiipacket ausgepackt. Neben einem Salat und einem leckeren Dessert finden sich hier riesige Steaks, 2 große Würstchen und 2 Kartoffeln. Der Braiiabend ist also gerettet. Wir genießen die frische, reine Luft und den wundervollen Sternenhimmel bei einem wohltuenden Wein und gehen gegen 21 Uhr schlafen.

Von Klein-Aus-Vista in die Tirasberge – 14.09.2006

Wir stehen wie immer sehr zeitig auf, damit wir die knappe Zeit der Namibia-Reise auch in vollen Zügen genießen können. Gegen 07:00 ist das Frühstück fertig. Schatz hat mittlerweile alles im Zelt gepackt. Wir werden besser. Gegen 08:00 können wir aufbrechen und fahren erst noch kurz an die Rezeption von der Farm. Hier zahlen wir und besorgen uns Unmengen an Postkarte.

Unser erster Weg heute führt uns noch ein paar km weiter westlich. Das Ziel sind die Garub-Wilde-Horses. Diese haben wir auch schnell gefunden. Ich bin überrascht wie viele es sind. Mit so einer Menge hatten wir nicht gerechnet. Sie wirken ganz anders als unsere Pferde hier in Deutschland. Während der ca. 20 Minuten Aufenthalt bewegen sie sich kein bisschen. Manche schlafen sogar im Stehen. So muss man sich also verhalten um hier zu überleben. Ich werde mir ein Beispiel daran nehmen.

Dann geht es wieder zurück auf die B4, wieder vorbei an Klein-Aus-Vista bis zur C17. Hier biegen wir nun wieder ab auf Gravel-Pad und folgen der Straße in Richtung Norden. Auch hier ist der Blick wieder unglaublich. Es ist einfach nur weit und die Straße schnurgerade. Hier sehen wir auch wieder einige Strauße, die am Wegesrand herumtollen.

Kurze Zeit später erreichen wir die Kreuzung zur D707. Jetzt sind wir also an dieser sagenumwogenen Straße. Dort an der Kreuzung gibt es auch ein großes Schild auf dem alle Farmen mit Entfernung und Unterkunftsart angezeigt werden. Verfahren ist also unmöglich.

Reisebericht - NamibiaDie D707 macht Ihrem Ruf alle Ehre. Eine wirklich wunderschöne Strecke. Anfangs fährt man noch auf normalen hellen Gravel, später ändert er die Farbe in rot und man fährt auf teils etwas sandigen Untergrund. Zur linken liegen die Ausläufer der Namib-Wüste, zur rechten die rot-braunen Tirasberge. Ich weiß nicht wie oft wir gehalten haben um Fotos und Videos zu machen. Es müssen auf jeden Fall einige Stops gewesen sein, denn wir kommen einfach nicht richtig voran. Hier kann man sich gar nicht satt genug sehen. Irgendwann schaffen wir es aber doch und kommen zur Ausschilderung Richtung Koiimasis. Auf der selben Pad geht es auch in Richtung der Landsberg-Farm, die aber noch ein wenig hinter Koiimasis liegt. Die restlichen 20km auf der Farmpad sind nicht sehr leicht zu fahren und haben zum Teil auch sandige Stellen. Jetzt fahren wir richtig ins Tirasgebirge rein. Ca 40 Minuten später haben wir es dann endlich geschafft und kommen gegen 14:00 an der Farm an. Am Farmtor hängt eine große Glocke, die ich mit viel Spaß betätige.
Namibia - Reisen - BraiiGadooooooooong…und schon kommt uns Anke Itzkoe entgegengelaufen. Sie begrüßt uns und gibt uns ein paar Infos was wir hier so alles machen können. Zum Glück hat sie für die nächsten 2 Nächte noch einen Platz für uns frei. Wir bekommen das Camp „Igib“, ein wirklich wundervolles Camp. Das heißt aber nicht viel, denn alle Camps von Koiimasis sind einfach wunderschön. Wir packen erst mal aus und richten uns für den Abend und die Nacht ein. Mittlerweile steht das Zelt innerhalb kürzester Zeit. Jetzt stimmen die Handgriffe. Jeder von uns weiß was er zu tun hat und nicht viel später sind wir fertig und machen uns auf eine erste kleine Erkundungstour durch das Camp. Gegen Abend zieht starker Wind auf. Wir schmeißen dennoch den Grill an und das frische Straußenfleisch von Anke schmeckt vorzüglich. Durch den starken Wind wird es abends aber doch recht ungemütlich und so entschließen wir uns schon zeitig, so gegen 20:30 Uhr, in das Zelt zu gehen. Das Zelt wackelt zwar ganz ordentlich, aber es hält.

Entspannen auf Koiimasis – 15.09.2006

Die Nacht war sehr laut, durch den starken Wind konnten wir nicht gut schlafen. Wir sind froh, als sich die Sonne ganz langsam über die Berge schiebt. Heute ist unser erster Tag ohne Standortwechsel und wir wollen ihn ruhig angehen und einfach entspannen. Nach einem reichhaltigen Frühstück (na was schon, Brot mit Nutella) und einem wiederum vorzüglichen Instandkaffee und Tee sitzen wir den ganzen Vormittag eigentlich nur im Camp, schreiben Karten, lesen und lassen die ersten Tage unsere Namibia-Reise Revue passieren. Hin und wieder pirsche ich mich davon um irgendwo ein schönes Fotomotiv zu finden, bin aber – zumindest was Tiere angeht – nicht erfolgreich. Am späten Vormittag entschließen wir uns nun doch einmal aktiv zu werden und waschen in den extra dafür vorhandenen Becken einen Teil unserer Wäsche. Die Sonne scheint kräftig und es weht ein leichter Wind, da ist sie bestimmt schnell trocken. Mittags machen wir uns erst mal das Fleisch von gestern mit Gemüse und Kartoffeln in der Pfanne warm. Schmeckt wieder fantastisch.

Nachdem wir das Essen erst mal sacken gelassen haben begeben wir uns auf dem Weg zum Neubaugebiet. Roland baut hier mehrere neue Chalets, ein Restaurant und auch einen Pool. Wir haben Glück und Roland hat etwas Zeit für uns, so dass er uns über die Baustelle führt und uns mit Glitzern in den Augen erklärt, wie das denn später alles aussehen soll. Wir können seine Begeisterung gut teilen, denn die Grundstrukturen stehen und mit ein wenig Fantasie kann man sich gut vorstellen, dass die Anlage später wunderschön sein wird. Ein Aufenthalt hier bei unserem nächsten Besuch ist zu diesen Moment schon beschlossene Sache. Es soll sogar eine Skybar geben.

Nun machen wir uns auf den ca. 2 km langen Weg vom Camp zur Farm selber. Wir besichtigen die vielen verschiedenen Vögel, die hier in großen Gehegen gehalten werden und Claudi ist natürlich überglücklich. Weiter geht es zu den Straußengehegen – Koiimasis ist eine Straußenfarm – die etwas abseits der Farm liegen. Es gibt Strauße verschiedener Altergruppen und Geschlechter in vielen einzelnen Zellen. Irgendwie lustige Tiere, aber meist recht scheu. Auf dem Rückweg klingeln wir noch mal bei Anke…Gadoooooong….das macht wirklich Spaß. Wir holen bei Ihr noch 4 frische Hühnereier für unser morgiges Frühstück ab und gehen die 2 km zurück zum Camp. Mittlerweile haben wir es ca. 17 Uhr und der Wind weht wieder stärker. Heute haben wir keine Lust auf grillen und machen uns einen Eintopf aus der Büchse warm. Reicht vollkommen aus. Es ist schon dunkel und wir sitzen am Lagerfeuer mit einem guten roten Wein, als ich im Dunkel etwas um das Camp schleichen sehe. Den Geräuschen und Umrissen nach auf jeden Fall ein großes Tier. Hier soll es auch Hyänen und natürlich Leoparden geben. Claudi und ich gucken uns geängstigt an und ich packe mein großes Rambo-Messer und fasse zum Pfefferspray. Das große Etwas ist jetzt direkt auf der anderen Seite des Holz-Windschutzes und bewegt sich Richtung Campeingang. Es soll nur kommen, ich bin bereit…

…der Hund, der anscheinend zur Farm gehört, war super süß und blieb den Rest des Abends bei uns. Ein süßer Golden-Retriever, der mich an unseren erst kurz vor dem Urlaub verstorbenen Hund erinnert. Zum Glück habe ich ihn nicht abgestochen. Da der Wind an diesen Abend wieder heftig weht, gehen wir auch heute relativ früh ins Zelt und spielen dort noch ein wenig Karten, bevor uns die Augen zufallen.

Von den Tirasbergen in die Wüste – 16.09.2006

Auch die heutige Nacht unserer Reise durch Namibia endet sehr früh am morgen. Das ist aber gut so, da wir heute wieder recht früh auf Tour gehen möchten. Nach dem Frühstück packen wir noch alles zusammen und machen uns gegen 08 Uhr auf den Weg zurück zur D707. Vorher zahlen wir noch bei Anke…Ihr wisst schon… Gadoooooooong … herrlich…und wir nehmen uns bei Ihr auch noch ein paar eingelegte Straußen- und Oryxfilets mit.

Zurück auf der D707 begeben wir uns weiter Richtung Norden bis zur Kreuzung auf die C27. Nach einem kurzen Stück auf der C27 erreichen wir eine Kreuzung an der sich auch das bekannte Beta Camp befindet. An der Tankstelle des Camps, das einen guten Eindruck macht, kaufen wir vorerst noch etwas Wasser und begeben uns auf die D826 in Richtung Schloss Duwisib. Auf dem Weg dorthin bekommen wir unseren ersten Pavian zu sehen. Er ist aber schnell wieder verschwunden.

Namib Wüste - Schloss - NamibiaDer Anblick des Schlosses ist schon sehr skurril, da es einfach nicht in diese Umgebung passt. Auf diese Idee hier ein Schloss/Burg zu bauen muss man erst einmal kommen. Wirklich interessant ist die Besichtigung aber nicht wirklich und daher gehört es meiner Meinung nach nicht zu einem unbedingten Muss eines Namibia Urlaubs. Lustig und natürlich zugleich traurig ist die Entdeckung die wir am Fahrzeug machen. Ein armer kleiner Vogel hängt wie gekreuzigt im Kühler unseres Autos. Claudi ist übrigens gefahren!

Kurz darauf machen wir uns wieder zurück Richtung Beta Camp und fahren zurück auf die C27 nach Sesriem. Auf der Strecke sehen wir ein paar Oryx am Straßenrand und auch zwei Geier, die an einem verendeten Springbock zehren. Wir erreichen das Camp gegen 14 Uhr und hier ist schon mächtig was los. Wir sind gespannt, ob unsere Reservierung wirklich funktioniert hat und siehe da, wir sind tatsächlich im Computer registriert. Ein Hoch auf die Technik. Das Camp hat alles was man so benötigt. Tankstelle, Einkaufsladen uns sogar eine kleine eigene Bäckerei. Unser Stellplatz ist recht schön. Komplett mit einer niedrigen Mauer umgeben, einer Grill-/Feuerstelle und Wasseranschluss. Ein Kameldornbaum in der Mitte des Camps sorgt für den nötigen Schatten. Es weht wieder ein leichter Wind, und da der Platz komplett aus Sand besteht – schließlich sind wir ja am Rande der Wüste – fliegen uns das ein oder andere Körnchen um die Ohren.

Wir entschließen uns erst morgen ganz früh, noch vor Sonnenaufgang, ins Soussusvlei zu fahren und den Rest des Tages hier im Camp zu relaxen. So schreiben wir weiter fleißig an unseren Postkarten, spielen ein wenig Kniffel und schmeißen abends das Fleisch von Koiimasis auf den Grill. Abends lässt der Wind nach und wir genießen die – trotz der vielen Overlander- Ruhe und den fantastischen Sternenhimmel. Einfach wieder ein Traum…

Aus der Wüste in das Naukluftgebirge – 17.09.2006

Gegen 05 Uhr klingelt der Wecker. Es ist noch sehr kalt und stock duster. Schnell packen wir das Zelt zusammen und machen uns auf den Weg Richtung Eingangstor zum Sossusvlei. Frühstück gibt es heute erst in der Wüste. Wir sind doch tatsächlich die ersten am Tor und müssen noch eine Weile auf den „Torbeauftragten“ warten. Allmählich wird die Schlange hinter uns immer länger. Kurz nach 6 Uhr ist es dann soweit. Eines der Highlights unserer Namibia-Reise, auf die wir uns so gefreut haben. Wir zeigen dem Kontrolleur unser Permit und begeben uns auf Teerstraße in Richtung Sossusvlei. Schon bald merken wir, dass wir uns hier nicht an das Speedlimit halten können, die Overlander und Busse hinter uns machen zuviel Druck. So fliegen wir also hier über die Straße und erreichen noch vor Sonnenaufgang die Düne 45. Wir halten und schon sind wir umgeben von den ganzen anderen Touristen die selbiges vorhaben. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nun gut, jetzt können wir es eh nicht ändern. Also begeben wir uns in einer riesigen Menschenschlange hinauf auf die Düne 45. Die Atmosphäre ist natürlich hin, aber dafür werden wir mit fantastischen Fotos entschädigt. Ganz oben angekommen – vollkommen außer Puste – haben wir einen wunderschönen Blick auf die Senke und die sich vor uns weiter auftürmenden Dünen.

Sossussvlei - Namibia - ReiseDann geht es die restlichen 15 km zum Sossusvlei. Die letzten 5 davon sind tiefste Sandpad, die aber dank unseres Allradantriebes kein Problem sind. Für alle ohne 4×4 gibt es hier auch einen Shuttle Service. Zuerst halten wir an der Ausschilderung zum Death Vlei. Nach ca. 1 km Fußmarsch durch die Wüste erreichen wir das Vlei. Der Anblick ist bizarr und bezaubernd zugleich. Aus der in der Sonne weiß blendenden Lehmsenke, unter der ständigen Belagerung der sich hoch auftürmenden Dünen, erhebt sich stolz eine Ansammlung toter Bäume, die seit Hunderten von Jahren dieser Belagerung trotzen.

Nun machen wir uns zurück zum Auto und fahren noch die letzten paar 100 Meter bis zum Sossusvlei. Und siehe da, das Vlei führt doch tatsächlich noch Wasser. Keine Selbstverständlichkeit. Auch hier gibt es die Möglichkeit eine große Düne zu besteigen, wir verzichten aber darauf. Die Besteigung der Düne 45 war schon anstrengend genug. Das Sossusvlei gefällt uns nicht so gut wie das Death Vlei, außerdem ist hier wieder ein enormer Touristenauflauf. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen, packen Stühle und Gaskocher aus und frühstücken hier in der Wüste. Das war schon immer ein großer Traum für mich.

Nach dem wie immer ausgiebigen Frühstück machen wir uns zurück auf den Weg nach Sesriem. Auf dem Rückweg können wir noch ein paar Springböcke und Oryxe sehen, die uns vor den Dünen schöne Fotomotive geben.

Zurück in Sesriem tanken wir den Wagen erst mal voll und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein. Dann geht es weiter zum Sesriem Canyon, der sich ganz in der Nähe befindet. Auf Grund der nun schon fortgeschrittenen Zeit und der hohen Temperatur gehen wir nicht zu weit in den Canyon und machen nur eine kleine „Stippvisite“.

Nun geht es zur Gästefarm Ababis im nahen Naukluftgebirge. Auf den Weg dorthin entdecken wir zwei Schlangen auf der Fahrbahn. Eine ist tot, die andere macht sich schnell aus dem Staub als ich aus dem Auto steige und ein Bild und Video machen wollte. Die Viecher sind einfach zu scheu und zu flink.

Nicht viel später erreichen wir die Gästefarm und werden von Katrin, der Eigentümerin, begrüßt. Sie zeigt uns die Farm und unsere Zimmer und wir sind begeistert von der Idylle, die wir hier vorfinden. Gegen 16 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen und wir lernen auch Uwe den Farmer und die Praktikantin kennen. Alle sind sehr freundlich und wir fühlen uns hier richtig wohl. Um 17:30 werden wir zu einem Gamedrive abgeholt. Super!!!!! Endlich sehen wir mal „richtige“ Tiere. Angefangen von Herden von Springböcken und Oryxe, können wir Paviane, Schakale, Kudus, Geier und auch Bergzebras bewundern. Uwe erklärt dabei sehr viel zu den Tieren und auch zu seiner Farm selber, so dass die 2 Stunden wie im Flug vergehen.

Abends sitzen wir alle zusammen auf der wunderschönen Terrasse und genießen das leckere Essen und den guten Wein.

Um 22 Uhr begeben wir uns auf unser Zimmer und schlafen nach einem fantastischen und aufregenden Tag zufrieden ein.

Auf der Farm Ababis – 18.09.2006

Endlich haben wir zum ersten mal auf der Namibia-Reise richtig ausgeschlafen. Das Frühstück gab es so gegen 08:30. Natürlich wieder mit den Farmern und den anderen Gästen. Katrin gab uns noch ein paar Infos zu den verschiedenen Wandermöglichkeiten auf der Farm und wir haben uns dann für den Naturlehrpfad entschieden. Um 10:30 machten wir uns bei sehr starkem Wind auf den Weg. Der Lehrpfad ist sehr gut zu laufen und bewegt sich auf einer Ebene, also ohne nennenswerte Höhenunterschiede, entlang eines ausgetrockneten Flussbettes.
Entlang des gesamten Weges hängen an verschiedenen Pflanzen und Bäumen Schilder mit einer Nr. darauf. Auf einem Papier, dass uns Katrin mitgegeben hat, sind diese Nummern dann mit Erklärungen hinterlegt. Die Sonne brennt unbarmherzig, doch wegen des Windes merkt man es zum Glück nicht so doll. Allerdings Pech für meine Haut. Mein Schatz hat mich noch angemahnt mich einzucremen, aber ich wollte ja nicht hören. Die Rechnung muss ich tragen…und meine Arme sind nach der Wanderung heftig verbrannt. Am Nachmittag gehen wir an den Pool, der aber verdammt kalt ist. Ich möchte die Gelegenheit dennoch nutzen und schmeiße mich in die Fluten. Das Wasser ist einfach zu kalt. Nach gerade mal 2 Kreisen muss ich wieder raus. Aber immerhin eine willkommene Abkühlung für meine Arme, die mittlerweile ein wunderschönes schweinchenrosa angenommen haben.

Namibia - Reisebericht - RundreiseWir liegen noch etwas auf den Liegen, lesen und entspannen einfach. Später hole ich mir noch ein eisgekühltes Bier bei Uwe und genieße es auf der schönen Terrasse direkt vor unserem Zimmer. Wir gucken noch kurz bei den Straußen direkt an den Gästetrakt vorbei und bereiten uns dann auf das Abendessen vor. Ein wunderschöner Sonnenuntergang bringt uns in die richtige Stimmung für das Gefühl von “Jenseits von Afrika”.

Wieder genießen wir die vorzügliche Kost auf der wunderschönen Terrasse. Heute sind noch mehr Gäste anwesend und so tauschen wir alle unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse aus. Ein schöner Ausklang des Tages. Gegen 23 Uhr geht es aufs Zimmer und Claudi und ich besprechen noch unsere morgige Tour bevor wir uns schlafen legen.

Nach Swakopmund – 19.09.2006

Wir stehen heute wieder etwas früher auf und verabschieden uns nach dem Frühstück von unseren Gastgebern. Unser erstes Ziel ist Solitair. Wir haben etwas Probleme mit einer unserer Gasflaschen und wollen sie dort checken lassen. In Solitair, wie üblich ein riesiger Ort mit ca. 5 Häusern, einer Tankstelle und einer Werkstatt wird uns schnell geholfen. Während wir unser Auto auftanken kümmert man sich direkt um unsere Gasflasche. Das Ventil war durch kleinste Sandkörner verstopft und daher die Probleme. Kurz mit Druckluft frei gepustet und schon funktioniert der Brenner wieder. Weiter geht es über den Gaub- und den Kuiseb Pass. Durch das ganze rauf und runter wird Claudi schlecht und sie kann diese faszinierende Gegend nicht wirklich genießen.

Namibia - Reise - MeerBald schläft sie ein, und das würde ich jetzt auch gerne machen. Nach dem Kuiseb kommt eine absolute Einöde, der wohl mit Abstand langweiligste Part unserer Tour. Bis zur Küste gibt es nichts, außer unendlicher und bedrückender Weite. Kein Grün, kein nichts, nur weiße Erde bis zum Horizont. Endlich erreichen wir Walvisbay. Wir fahren weiter entlang an der Küste Richtung Swakopmund. Endlich sehen wir das Meer. Um einen besseren Blick zu erhaschen halten wir an einem Parkplatz an. Hier stinkt es total, der Grund ist schnell gefunden. Eine tote Robbe liegt halb verfallen hier rum. Wir wollen eigentlich schon gehen, als Claudi einen Schrei loslässt…“HAIE“. Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich die Haie (Claudi geht irgendwie immer erstmal vom Schlimmsten aus) als eine Delphinschule, die nur wenige Meter vom Strand umherschwimmt. Die Anzahl der Tiere lässt sich nur schwer schätzen, denke es waren so ca. 10-15 Tiere. Zufrieden mit der Sichtung fahren wir weiter nach Swakopmund. Unsere Bleibe für die nächsten 2 Tage, das Secret Garden Guesthouse, haben wir schnell gefunden. Der Eigentümer, Herr Odendahl, ist sehr nett und hilfsbereit. Nachdem wir unser Gepäck in die Zimmer gebracht haben machen wir einen Spaziergang zum Strand. Eigentlich wollten wir heute Abend im „the Hug“ essen, leider ist es für die nächsten 2 Tage bereits ausgebucht. Wir gehen weiter zum Museum und Leuchtturm. Das Museum ist sehr interessant und wir können hier eine Schlangensichtung anhand einiger toter Exemplare etwas genauer verifizieren. Die Schlangen auf den Weg Richtung Ababis Farm waren entweder Erdvipern, oder gewöhnliche braune Hausschlangen. Wir reservieren uns für das Abendessen einen Tisch im „The Lighthouse“ und gehen entlang der Hauptstraße zurück zur Pension. Hier entspannen wir erstmal im schönen Innenhof und ich gönne mir ein Bier. Abends genießen wir ein super Essen in „The Lighthouse“ bei tollem Sonnenuntergang über dem Meer.

Auf dem Rückweg im Dunkeln durch die verlassenen Straßen Swakopmunds fühlen wir uns zum ersten mal auf unsere Reise durch Namibia etwas unwohl, kommen aber heil an und gehen bald schlafen.

In Swakopmund – 20.09.2006

Am morgen gibt es ein leckeres und reichhaltiges Frühstück. Gegen 09 Uhr machen wir uns auf den kurzen Weg Richtung Aquarium. Heute ist es noch stark zugezogen und sehr kalt. Man sagte uns, dass der Besuch dort bei Namibia-Reisen nicht fehlen sollte. Der Besuch des Aquariums hat sich nicht wirklich gelohnt. Es ist sehr klein und außer ein paar kleinen Haien und Schildkröten hat es nicht viel zu bieten. Wir machen eine ausgiebige Shopping Tour über die Hauptstraße Swakopmunds und bald strahlt uns auch die Sonne wieder entgegen. Hier kaufen wir zum ersten mal auf unserer Tour etwas Biltong. Mittags essen wir leckere Bratwurst mit Fritten bei einem deutschen Metzger. Schmeckt fast wie zu Hause. Swakopmund gefällt mir immer besser und ich finde es mittlerweile Schade, dass wir schon morgen wieder abreisen müssen. Hier kann man sich richtig wohl fühlen. In der Adler Apotheke fragen wir noch nach der aktuellen Malariasituation insbesondere in der Etosha und werden beruhigt. Eine Prophylaxe ist derzeit nicht notwendig. Das freut uns. Wir gehen weiter Richtung Schlangenfarm. Hier gibt es sehr viele Schlangen Namibias zu sehen, ich bin begeistert. Insbesondere die schwarze Mamba und die Speikobra faszinieren mich. Claudi ist zwar auch beeindruckt, kann meine Faszination aber nicht teilen. Nach einer tollen und aufregenden Stunde gehen wir zur Post und geben unsere Karten ab (alle sind angekommen!) und dann zurück zur Pension. Im Supermarkt in der Nähe kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten ein und gehen dann in den Jaccuci vom Secret Garden. Hier lässt es sich super entspannen. Herr Odendahl hat für uns für das Abendessen einen Tisch im Cookies Pub & Restaurant reserviert und wir essen leckeres Seefood. Wohl genährt gehen wir gegen 22 Uhr schlafen.

Über Cape Cross zur Spitzkoppe – 21.09.2006

Nach dem wiederum sehr leckeren Frühstück verabschieden wir uns aus dem schönen Swakopmund. Wir fahren am Ortsrand noch eine Tankstelle an und machen uns auf den Weg nach Cape Cross. Schon kurz nach Swakopmund wird die Gegend wieder absolut langweilig. Wir kommen gut voran und erreichen in den frühen Vormittagsstunden Cape Cross. Hier ist es bitter kalt und sehr windig. Wir sind allerdings ein wenig enttäuscht. Anscheinend haben wir eine schlechte Zeit erwischt. Die vielen Robben, die ich von den Fotos kenne, sehe ich hier nicht. Natürlich sind es eine Menge, und diese machen auch richtig krach, aber ich habe es mir gewaltiger, pompöser vorgestellt.

Nach gut einer Stunde geht unsere Namibia-Reise zurück durch die Mondlandschaft nach Hentiesbay. Hier verlassen wir die Küste und fahren landeinwärts auf der D1918 Richtung Spitzkoppe. Kaum ein paar km von der Küste entfernt klart der Himmel von jetzt auch gleich auf und die Sonne lächelt uns wieder entgegen. Der Wolkenvorhang, der sich direkt hinter uns aufbaut, ist sehr beeindruckend. Es scheint wie eine große, undurchdringliche Wand. Von hier aus können wir auch schon das Felsmassiv der Spitzkoppe weit in der Ferne sehen, müssen uns aber noch ca. 1 Stunde gedulden, bis wir endgültig dort ankommen. Das Massiv wirkt irgendwie unnatürlich, so wie es hier aus dem Nichts entspringt, aber es ist gleichzeitig auch sehr beeindruckend. Wir zahlen am Eingang zum Camp (die ganze Gegend um die Spitzkoppe ist nach einem tragischen Mord an einen Touristen vor ein paar Jahren eingezäunt), und suchen uns auf dem großen Arial eine passende Campsite aus. Wir nehmen das Camp 9, falls jemand etwas damit anfangen kann. Hier gefällt es uns sehr gut. Aber alle Camps sind sehr schön, jedes für sich anders. Hier gibt es allerdings nichts, keine Toiletten, kein Strom, kein Licht, noch nicht einmal – für namibische Verhältnisse sehr ungewöhnlich – ein Grill-/Feuerstelle. Dafür ist es hier urgemütlich und einfach nur natürlich. Wir fühlen uns hier pudelwohl. Schnell suche ich ein paar Steine für einen Grillplatz zusammen, während Claudi sich um das Zelt kümmert. Dann begeben wir uns auf Erkundungstour. Mittlerweile haben wir es ca. 14 Uhr und die Sonne brennt gnadenlos. Hatten wir es heute morgen noch ca. 8 Grad, knallt die Sonne jetzt mit ca. 40 Grad auf uns hinab. Wir sind definitiv aufgetaut, eventuell auch schon gar…

Namibia - Reisebericht - SpitzkoppeDie Tour in der Gegend ist schön, aber viiiiiiieeeel zu anstrengend. Obwohl wir wirklich langsam gehen, rinnt uns der Schweiß nur so den Körper runter. Eine Stunde Sauna reicht uns dann doch und wir begeben uns zurück zum Auto. Dank des Dachzeltes haben wir auch ein schattiges Plätzen wo wir den Rest des Nachmittags verbringen. Hier bereiten wir auch unser Abendessen vor. Nach zwei Tagen Restaurant ist heute selbstverständlich mal wieder Grillen angesagt. Es gibt ein leckeres Stück Kudu.

Für den Sonnenuntergang gehen wir ca. 100 m von unseren Safari-Camp entfernt auf eine Lichtung von der wir Sicht bis ans Ende der Welt haben. Man kann es schwer sagen, aber vielleicht erleben wir hier den schönsten Sonnenuntergang von den vielen schönen, die wir gesehen haben. Dabei trinken wir einen guten Rotwein. Später setzen wir uns noch ans Lagerfeuer, bevor wir gegen 09 Uhr ins Land der Träume verschwinden.

Ab zum Brandberg – 22.09.2006

Am frühen morgen werden wir von viel Vogelgezwitscher geweckt. In einer Felsspalte direkt am Camp haben es sich doch tatsächlich ein paar Wellensittiche bequem gemacht und singen munter vor sich hin. Wir, insbesondere Claudi, sind selbstverständlich begeistert und genießen unser Frühstück bei dieser lieblichen Musik. Wir lassen es heute etwas langsamer angehen, denn unser Weg zum Ugab Wilderness Camp am Brandberg ist nicht sehr weit. Das Branbergmassiv, bzw. der dazu gehörende Königsstein ist mit 2573 m der höchste Berg Namibias. Insbesondere bekannt durch die vielen alten Felsmalereien.
Ein absolutes Highligt auf Namibia-Reisen!

Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg. Ich bringe uns noch aus dem Gelände der Spitzkoppe, dann wechsel ich mit Claudi und sie geht fortan ans Steuer. Wir erwarten auf dem Weg nicht viel spannendes, aber weit gefehlt… Die größte Aufregung der Tour gibt es direkt auf den Weg zwischen Spitzkoppe und Brandberg. Die Sonne brennt, der Staub wird vom Wind aufgeweht, die Berge in der weiten Entfernung kann man nur leicht schimmernd an Ihren Umrissen aus machen. Claudi fährt ruhig und gelassen vor sich hin als sie auf einmal mit leicht zitternde Stimme sagt: “Oh mein Gott, oh mein Gott”…ich richtete also meine Augen nach vorne und da kriecht doch tatsächlich eine schwarze Mamba einige Meter vor uns auf die Straße. Nun denn, so ein Glück hat man ja nicht alle Tage. Das sollte man dann mal fotografieren und filmen…Soweit die Theorie, nun zur Praxis!

Claudis rechter Fuß drückt das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Jedes Flehen und Bitten von mir doch anzuhalten wird vorerst ignoriert. Erst nach ein paar hundert Metern kann ich sie dazu bewegen anzuhalten und nochmal kehrt zu machen. Die Mamba ist natürlich schon weg, wir können nur noch Ihre Spuren im Sand sehen. Claudi empfindet es als einen “persönlichen” Angriff auf sie, und leicht schockiert will sie fortan auch nicht mehr ans Steuer. Beim Wechsel ist sie selbstverständlich nicht ausgestiegen…da könnten ja mehr Schlangen sein…sondern durchs Auto gekrochen.

Dazu muss man zu Ihrer Verteidigung allerdings anmerken, dass wir kurz vor unserem Urlaub einen Bericht gesehen haben, wo bei genau so einer Situation eine schwarze Mamba in den Motorraum eines Autos geklettert ist (die hatten angehalten um die Mamba nicht zu überfahren), und von dort kroch sie dann in die Nähe des Radkastens. Der Fahrer stieg später aus, die Mamba erschrak und das Unglück war geschehen. Daher, weil die Situation wirklich so gleich war, wohl auch die Reaktion von Claudi. Zurück zur Tour… Relativ zügig erreichen wir Uis, wo wir zum ersten mal in unserem Urlaub in eine Polizeisperre geraten und nach den Papieren gefragt werden. Ist aber alles ganz locker und die Polizisten sind gut drauf: “Germany, ah Bayern Munich…or Cologne…”. Alles war ok und so setzen wir nur ein paar Minuten später unsere Fahrt fort. Kurze Zeit später erreichen wir das Ugab Wilderness Camp in der Nähe des Brandberges. An der dazugehörenden White-Lady-Lodge melden wir uns an und suchen uns ein feines Plätzchen für die Nacht. Ich bin allerdings etwas enttäuscht von dem Camp und habe es mir schöner vorgestellt. Insbesondere die sanitären Einrichtung ließen doch zu Wünschen übrig. Wir markieren unseren Platz als besetzt (Stühle und Tisch raus und ein paar Kleidungstücke aufhängen) und begeben uns auf die kurze Fahrt zum Brandberg. Hier machen wir eine Tour zur berühmten White Lady, einer Felsmalerei hoch oben in Brandbergmassiv. Diese Tour darf man nur mit einem Guide machen, also zahlen wir untem am Parkplatz und wir bekommen Alfons zugewiesen. Ein netter Typ, der es allerdings recht eilig hat. Da die Temperatur mittlerweile auf ca. 40 °C gestiegen ist und wir fast ausschließlich bergauf gehen müssen – mit kleinen Klettereinlagen -, kommen wir natürlich schwer ins schwitzen. Am Ziel angekommen sind wir allerdings doch etwas enttäuscht. Namibia - Reisen - BrandbergDie Felsmareien sind nicht wirklich aufregend. Aber die Tour hier hoch war super schön, von daher hat sich die Anstrengung auf jeden Fall gelohnt. Außerdem haben wir hier auch einen Blick auf den Königstein. Der Weg zurück ist zwar nicht ganz so anstrengend, aber erschöpfend genug. Klitschnass geschwitz erreichen wir wieder das Ausgangslager und fahren zurück zum Ugab Camp, wo erstmal eine Dusche in den nach oben offenen sanitären Einrichtungen nötig ist. Ein paar Spinnen, Würmer, Wespen etc. versuchen wir dabei einfach zu ignorieren. Später bruzzeln wir uns noch etwas Fleisch auf dem Grill und gehen bald ins Zelt. Wir sind gespannt, ob es heute Nacht evtl. einen Besuch von den Wüstenelefanten gibt, jedoch vor dem Einschlafen können wir nur das Wieheren einiger Esel wahrnehmen, die hier das ganze Camp unsicher machen.

Xaragu – 23.09.2006

Nachdem wir die ganze Nacht von den blökenden Eseln wach gehalten wurden freuen wir uns, dass die Nacht vorbei ist. Unser wie immer reichhaltiges Frühstück ist schnell vertilgt und wir begeben uns zeitig auf Pad. Unser Ziel heute ist das Xaragu Camp. Wir fahren wieder zurück zur D2359 und biegen dann ab auf die C35 Richtung Norden. Auf der Strecke wollen wir noch die bekannten Felsmalereien bei Tweyfelfontain besuchen. Wir biegen also von der D2612 auf die D3254 ab und finden die Anmeldung ohne Probleme. Wie auch beim Anstieg zur White Lady kann man auch diese Gegend nur mit einem Guide erkunden. Unser weiblicher Guide, deren Namen ich leider vergessen habe, ist sehr nett aber nicht sehr informativ. Sie führt uns durch das Gelände und zeigt uns diverse Platten mit Felszeichnungen darauf, ohne aber wirklich etwas dazu zu erzählen. “Wenn Ihr wollt könnt Ihr mal nach da oben geben, da ist auch eine Felsplatte, oder da hinten sind auch noch ein paar Zeichnungen zu sehen.” Mehr Infos gibt es nicht. Also hat sich auch diese Tour – was die Zeichnungen angeht – nicht wirklich gelohnt. Nach ca. 1,5 Stunden Aufenthalt fahren wir wieder weiter. Auf einen Besuch der Orgelpfeifen und des verbrannten Berges verzichten wir, da wir nicht wirklich etwas überaus Interessantes dort erwarten.

Namibia - Reisebericht - CampingDie Namibia-Tour verläuft gut weiter und wir kommen zügig zur C39 wo wir für ca. 100 m nach links abbiegen. Hier geht direkt wieder eine Pad nach rechts zum Xaragu Camp ab. Nach 5 km erreichen wir das Camp. Wir werden sehr herzlich empfangen und zuerst bekommen wir das Hauptgebäude mit Bar und Pollbereich gezeigt. Alles sehr liebevoll angelegt. Dort im Bar/Restaurant Bereich befinden sich auch ein paar Terrarien mit diversen Schlangen und einem Skorpion. Gut gesichert! Die kommen da nicht raus. Zur Begrüßung bekommt Claudi auch gleich ein zahmes Erdmännchen in die Hand gedrückt und es kuschelt sich in Zonen, die eigentlich mir vorbehalten sind!
Wir suchen uns auf dem Camp einen schönen Stellplatz aus und erkunden ersteinmal die Gegend. Den Rest des Tages sitzen wir unter dem Schattendach unseres Camps und genießen die Ruhe und begutachten den lustigen zahmen Strauß, der hier frei durch das Camp läuft.

Später bereiten wir uns was zu essen auf dem Grill zu und gehen danach noch an die Bar ein Bier trinken. Hier beginnt gerade die große abendliche Show. Man kann hier zu Abend essen. Der Koch und die Angestellten reihen sich dazu auf und stellen das Menü vor. Das ist ganz lustig, weil alles ein wenig übertrieben, aber sehr nett wirkt. Interessant ist, dass selbst der Koch nicht so genau weiß, was es eigentlich gibt. Nichts desto trotz sind wir so positiv beeindruckt, dass wir beschließen morgen Abend auch an diesem “Event” teilzunehmen. Wir lassen uns mal überraschen.
Jetzt gehen wir erstmal zurück zum Camp und bereiten uns auf die Nacht vor.

 

Xaragu – 24.09.2006 – Namibia-Rundreise

Am heutigen Tag passiert eigentlich nicht viel. Auch gestern haben wir mal wieder Besuch von Hunden bekommen, die hier zum Camp gehören. Früh am morgen waren sie schon wieder da, und seit dem Frühstück verlassen sie uns eigentlich den ganzen Tag nicht. Wir genießen den heutigen freien Tag und nehmen uns für das Frühstück entsprechend viel Zeit. Danach lesen wir erst etwas und spielen noch ein bisschen Kniffel. So gegen 11 Uhr machen wir uns auf eine ca. einstündige Wandertour um das Camp herum und gehen auch ein Stück durch das trockene Revier, dass hier am Camp liegt. Selbstverständlich sind wir in Begleitung der beiden süßen Köter. Wir haben nicht viel Hunger und machen uns zu Mittag nur eine kleine leichte Suppe. Dann geht es auf zum Pool. Endlich Erfrischung, endlich kühles Nass. An der Bar ein Bier geholt und einen Stuhl im Schatten gesucht. Erstmal setzen. Claudi kuschelt direkt wieder mit dem Erdmännchen, da muss man ja fast eifersüchtig werden. Nun denn, ich schlürfe an meinem Bier und nehme zuerst gar nicht richtig war, dass der Campbesitzer mit seinem Pavian zum Pool kommt. Der wird doch nicht…doch er wird. Ein Sprung, ein großer Platscher und Besitzer und Affe sind gemeinsam im Pool. Nicht, dass ich was gegen Affen hätte, aber selbiger im gleichen Pool, in dem ich mich eigentlich erfrischen wollte!? So ganz wohl ist mir dabei nicht. Nach 15 Minuten Affenplantscherei ist der Pool wieder für den allgemeinen Publikumsverkehr freigegeben, und da ich mittlerweile in der Sonne dahin schmelze, mache ich mir jetzt einfach nichts aus dem Affen. Also aufstehen und ab hinein. Doch Stopp!!!! Beinahe wäre ich auf das Erdhörnchen getreten und hätte mich unfreiwillige meines Nebenbuhlers entledigt. Zum Glück konnte ich meine Fuß noch ca. 5 cm über dem Viech zum Stoppen bringen, sonst wäre die Menüauswahl für das heutige Abendessen schon gewiss gewesen. „In Pavianpoolwasser gekochtes Quetsch-Erdhörnchen“.

Also einen großen Schritt über das Erdhörnchen und endlich kann ich mich in die Fluten schmeißen. Nicht viel später gesellt sich auch Claudi dazu.

Nachmittags entspannen wir wieder am Camp und gehen gegen 20 Uhr wieder zurück zum Hauptgebäude, wo nun das Essen kredenzt wird. Das gleiche Spiel wie gestern, viel Tamm Tamm und Trara, aber wieder auf eine liebevolle Art. Das Essen ist gut und wir treffen hier Sandra und Dominik, oder Namib2006, aus dem Namibia Forum und tauschen unsere bisherigen Erlebnisse miteinander aus.

Zurück am Camp entdeckt Claudi noch einen kleinen aber wohl sehr giftigen Skorpion, der nicht weit von uns entfernt mitten auf dem Weg liegt. Aber das stört uns nicht weiter, wir gehen in unser Zelt, dass definitiv Skorpionsicher ist.

Ugab Tal / Vingergklip – 25.09.2006

Früh morgens stehen wir auf und verabschieden uns von den beiden süßen Hunden. „Namibia-Reise 2006“ sagen wir auch noch kurz Tschüss, wir werden sie aber wahrscheinlich auf der Vingerklip Lodge wieder sehen. Das zahlen an der Rezeption geht auch zügig, so sind wir gegen 08:30 Uhr auf Pad. Bevor wir unser erstes Ziel für heute ansteuern, den Petrified Forest, kaufen wir hiesigen Tante-Emma-Laden noch etwas ein. Von außen sieht es nicht sehr vertrauenserweckend aus, aber Claudi sagt, es war alles ok und die Angestellten sehr nett. Leider gibt es kein Nutella, unser künftiges Frühstück wird ab sofort aus Erdnussbutter bestehen. Zum versteinerten Wald ist es nicht weit, und gegen 09 Uhr finden wir die Ausschilderung zum „richtigen“ Wald. Auch vorher gibt es zahlreiche Ausschilderungen zu diversen ominösen Wäldern, denen wir aber nicht gefolgt sind.

Namibia - Reisen - Versteinerter WaldAuch hier benötigen wir wieder einen Guide, und ??? unser weiblicher Guide überascht uns doch sehr, als sie auf einmal munter anfängt zu erklären und beschreiben. Das waren wir bisher nicht gewohnt. Man hat das Gefühl Ihr macht die Arbeit wirklich Spaß. Neben den versteinerten Bäumen finden wir hier auch die bekannten ???. Außerdem läuft uns hier noch eine lebende Schlange über den Weg, deren Identität ich bis heute noch nicht 100% herausfinden konnte. Schätze aber eine Leopardenschlange. Wie dem auch sei, unser Guide sagte sie sei „nicht so gefährlich“, was auch immer das heißt. Wir machen uns weiter auf den Weg Richtung Vingerklip und stoßen kurz vor Khorixas wieder auf Teerstraße. Das haben wir schon lange nicht mehr gehabt. In Khorixas müssen wir an der berühmt berüchtigten Tankstelle tanken, da es hier in der Umgebung einfach an Alternativen fehlt. Schnell ist unser Auto von Männern, Frauen und Kindern umkreist. Keine schöne Situation. Während Claudi mühsam versucht die Kinder auf der einen Seite vom Auto abzuhalten, muss ich einen einseitigen Disput mit einem Mann führen, der mir ums Verrecken einen kleinen (Holz) Ball mit meinem Namen darauf verkaufen möchte. Nachdem ich wehrhaft bleibe erzählt er mir seine ganze – wenn sie wirklich stimmt auch tragische – Geschichte und kniet sich letztendlich vor mir flehend auf den Boden. Jetzt reicht es mir dann doch: „Oh come on, stand up, I can’t believe that, you will get no money!“ Zum Glück ist zu diesem Zeitpunkt der Tank gefüllt und ich gebe dem Tankwart das Geld und wir machen uns schnellstmöglich aus dem Staub.

Danach folgen wir nicht der Ausschilderung zur Lodge, sondern biegen schon vorher in die ??? ein. Diese Straße soll sehr schön sein, was sich auch bestätigt. Ganz anders als die sonstigen Straßen Namibias gibt es hier viele Kurven und die Straße wird gesäumt von Bäumen und Pflanzen. Wir müssen viele Reviere durchqueren und meistern den ein oder anderen schwierigeren Straßenabschnitt. Zwischendurch finden wir auf der Straße wieder eine Schlange, eine tote Tiegerschlangen, giftig. Zwei Schlangen an einem Tag ist eine gute Ausbeute. Wir erreichen die Vingerklip Lodge und melden uns an der Rezeption an. Es wirkt wie ein großes Hotel, nur vieeeeel schöner. Wir bekommen fälschlicherweise einen Familienbungalow zugewiesen, da sich Claudi mit ihrem Namen angemeldet hat, gebucht war auf meinen. Egal, der Bungalow ist wunderschöne, aber…Spinnen. Von groß bis kleine ist alles vorhanden. Eine Spinne hat einen Sack im Moskitonetzt gesponnen und nach Studium des Buches „Keine Angst vor Afrika“ ordnen wir sie – wer mag es glauben – als Sackspinnen ein. Schon relativ giftig, immerhin kann ein Biss bis zur Nekrosenbildung führen. Also wird sie mit Hilfe von zwei Gläsern kurzerhand aus der Wohnung entfernt, aber selbstverständlich nicht getötet. Claudi strebt schon Überlegungen an, ob sie evtl. die Nach lieber im Auto verbringt. Ich kann sie dann aber doch einigermaßen beruhigen und nachdem ich das Moskitonetz unseres Bettes noch provisorisch geflickt habe, ist sie von der Sicherheit darunter einigermaßen überzeugt.

Nun erkunden wir die Lodge. Ein Traum. Die Anlage ist schön gepflegt und wir genießen unseren Kaffe gegen 16 Uhr auf der schönen Terrassen mit 360 Grad Rundumsicht. Hier beobachten wir später auch den Sonnenuntergang bevor wir uns zum Essen begeben. Eine absolute Wucht. Ein tolles Essen, und ich lasse mir das Kudufilet und Lamm ganz besonders schmecken. Wir trinken danach noch einen Absacker an der Bar, gucken kurz am beleuchteten Wasserloch, wo sich aber nur ein Kudu blicken lässt, und begeben uns in unseren Bungalow. Zufrieden (Carsten) und ein bisschen ängstlich (Claudi) legen wir uns unter das Moskitonetz und schlafen ein.

Ugab Tal / Vingergklip – 26.09.2006

Der 18.Tag unsere Reise durch Namibia beginnt mit einem leckeren Früstück. Allerdings schmecken die Brötchen eher aufgebacken, aber der ganze Rest entschädigt dafür.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Vingerklip. Wir entscheiden uns für den etwas längern Weg um die Nordterrasse herum, den „Northern Terrace Hike“. Das lohnt auf jeden Fall! Der Weg ist wunderschön angelegt und man hat eine super Sicht in das weite Tal. Auf dem Weg sehen wir sogar Giraffen, die in der Ferne durch das leichte Buschwerk schleichen. Auch eine paar Impalas und Kudus können wir sehen. Die Temperaturen steigen wie immer rasch an, und so sind wir bald gut durchgeschwitzt. Zum Glück haben wir genug Wasser dabei.

Nach ca. 1 Stunde erreichen wir die Vingerklip, zu der wir jetzt noch den etwas beschwerlichen Weg hinauf klettern müssen. Oben angekommen erwartet uns ein heftiger Wind. Wir machen eine „Tour“ um die Vingerklip (ca. 50 m), und genießen von hier oben den grandiosen Ausblick. Unten im Tal steht ein Zebra, dass sich gerade im Schatten eines Baumes vor der gnadenlosen Sonne schützt. Auch uns wird es langsam zu warm und wir machen uns auf den Rückweg, diesmal die kurze Strecke. Eine halbe Stunde später kommen wir erschöpft an der Lodge an und gönnen uns erstmal etwas kaltes zu trinken und einen leichten Salat zu Mittag. Danach ist wieder Pooltime. Einfach nur relaxen und nichts tun, außer selbstverständlich ein paar Bahnen im kühlen Nass zu ziehen. Nach ein paar erholsamen Stunden gehen wir zurück zum Bungalow und bereiten uns auf das Erklimmen der Northern Terrace vor. Zuerst müssen wir einen kleinen Pfad bis zum großen Felsen gehen. Der Fels selber ist so steil, dass man nur mit Hilfe eines Leitergerüstes dort hoch kommt. Sehr sicher sieht das nicht aus, dafür aber sehr hoch. Der starke Wind macht einem den Weg nicht leichter. Egal, wir gehen hoch und bekommen für die Strapazen einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen. Kurze Zeit später machen wir uns wieder auf den Rückweg, das Abendessen wartet. Dieses ist auch wie gestern eine absolute Wucht. Einfach fantastisch, einfach super lecker. Auf der Aussichtsterrasse gönnen wir uns noch einen kleinen Absacker und gehen zufrieden und glücklich zurück zum Bungalow.

Etosha Nationalpark 26.09.2006 – 01.10.2006

Vorab….Die Tage im Etosha habe ich zu einem Bericht zusammengefasst. Über jeden Tag zu berichten würde sogar den Rahmen dieses schon ausführlichen Reisebuches sprengen.

Etosha war toll. Das absolute Highlight der Namibia-Reise, gar keine Frage. Alle Camps in der Etosha waren “brauchbar”, zumindest besser als ihr Ruf. Auch an allen Wasserlöchern der Camps gab es Tiere. Die meisten jedoch bei Okaukuejo.

Der Westliche Teil (bis zum Märchenwald):

Unsere erste Tour führte uns zum westlichen Teil der Etosha. Ziel war der bekannte Märchenwald. Die Tour war allerdings eher langweilig, da es hier nur wenige Wasserlöcher gibt, und die wenigen existenten waren oft auch noch ausgetrocknet. Sprich: So gut wie keine Tiere. Nur einmal kam Aufregung auf, als wir ein Rudel Löwen sehen konnten. Für uns ein tolles Erlebnis, waren es doch unsere ersten Löwen im Etosha. Danach sind wir eine gesperrte Straße gefahren, von der wir nicht wussten, dass sie gesperrt ist. Das haben wir erst gesehen, als wir sie wieder verlassen hatten. Wir haben uns die ganze Zeit nur gewundert, war der Zustand so hundsmiserabel ist. Hier gab es zum Glück ein paar Giraffen zu sehen. Am Märchenwald angekommen, sind wir etwas enttäuscht. Ich habe es mir “märchenhafter” vorgestellt. Im Endeffekt hat sich diese Tour – bis auf die Löwensichtung – nicht wirklich gelohnt.

Von Okaukuejo nach Halali:

Elefant - Antilopen - NamibiaHier gibt es unmengen von Wasserlöchern. Alle einzeln aufzuführen, wäre zu viel. An einem Wasserloch lag ein gerissenes Zebra, die Löwen dazu fehlten vorerst. Dafür machten sich eine Menge Schakale an den Überresten zu schaffen. Direkt nebenan am Wasserloch stand eine Herde Elefanten. Wir wollten eigentlich schon wieder fahren, als sich aus dem Gras in der Ferne auf einmal 2 Löwinnen und ein Löwe erheben. Unglaublich wie gut sie getarnt sind. Sie lagen die ganze Zeit dort und wir haben sie nicht gesehen. An den hochgelobten Wasserlöchern “Aus” und “Olifantsbad” haben wir leider kein Glück und sind etwas frustriert, irgendwie scheinen sich die Tiere vor uns zu verstecken. Es gibt nur immer wieder ein paar Zebras oder Springböcke zu sehen. Am Wasserloch Salvadora finden wir sie aber wieder. Hier stehen Tausende Tiere. Der Anblick ist einfach unglaublich. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Tiere auf einmal gesehen. Zebras, Springböcke, Oryx-Antilopen, Kudus, Gnus…alles ist da. Allerdings stehen sie entfernt um das Wasserloch herum. Bei genaueren Blick in das hohe Gras können wir den Grund erkennen. Zwei Löwinnen haben sich dort versteckt und warten auf die Tiere. Die Zeit vergeht und nur ganz langsam trauen sich die Tiere wieder an das Wasserloch. Die Löwinnen verstecken sich immer wieder und nur manchmal kann man einen Kopf schemenhaft erkennen. Ganz klar, sie sind auf der Jagd. Wir werden aber enttäuscht, anscheinend sind die Löwen noch unerfahren. Sie lassen sich zu früh blicken und mit einem Mal bebt die Erde, als alle Tiere fast sternförmig vom Wasserloch fliehen. Die Köpfe der Löwen sind nun genau zu erkennen und man hat das Gefühl sie schauen ein wenig “bedröppelt” drein. Auch am Wasserloch Homob stehen unzählige Tiere. Das ist ein wahres Paradies hier. Und selbstverständlich liegt auch hier wieder ein Löwe an einem gerissenen Gnu. An diesem Wasserloch treffen wir zufällig auch auf Carsten Möhle aus dem Namibia-Forum. Wir tauschen uns durch die offen Fenster etwas aus und er macht sich weiter auf Pad, während wir noch ein wenig dem tierischen Treiben zu sehen.

Von Halali nach Namutoni:

Als allererstes steht ein Besuch der Etosha Pan auf dem Programm. Man kann hier sogar auf einem Weg direkt in die offene Lehm-Salz-Pfanne hinein fahren. Dort darf man auch aussteigen. Ist schon faszinierend diese ewige Weite. Einen tollen Anblick gibt ein einzelner Oryx, der weit in der Ferne in diesem weißen Nichts entlangläuft. Weiter geht es entlang der Etosha Pan. Hier sehen wir eine große Herde Elefanten und zu unserem Glück kommt aus dem Dickicht ein Nashorn gelaufen, dass den Kopf senkt und uns mit dem Horn droht. Toller Anblick, aber natürlich auch beängstigend. An einem weiteren Wasserloch begegnen wir einem Elefanten, der auf uns zugeht und mit den Ohren droht. Vorerst hoffen wir, dass er in den Busch schwenkt, aber er bleibt auf dem Weg und kommt immer näher. Zu Nahe für uns, so dass wir drehen und zurück fahren. Erst ein paar hundert Meter weiter hat er ein Einsehen und verschwindet seitlich in den Büschen. Diverse Elefanten, Giraffen und Löwen später kommen wir zum Fort Namutoni. Hier begeben wir uns wieder in Richtung Westen und sehen eine Menge Giraffen und auch wieder einen Löwen, unseren letzen im Etosha. Damit kommen wir auf grob geschätzte 25 Löwen, was bestimmt eine gute Ausbeute ist. Am letzten Abend in Namutoni bekommen wir noch Besuch von einigen Schakalen IM Camp, die bis fast auf einen Meter an uns heran kommen. Mit lauten Rufen und in die Hände klatschen können wir verhindern, dass sie sich das Essen vom Grill holen. Dennoch sehr widerspenstige Tiere.

Aloe Grove Lodge – Nähe Waterberg 02.10.2006

Kurz vor verlassen des Parkes haben wir noch Glück und sehen ein Dik-Dik direkt neben der Straße stehen. Sie sind die kleinsten Antilopenarten, die es gibt. Wir fahren raus aus dem Park und biegen auf die B1 Richtung Tsumeb ab. In Tsumeb selber kaufen wir noch ein. Die Stadt gefällt uns sehr gut, insbesondere, sind wir überrascht, wieviel grün und blühende Bäume es hier hat. Von Tsumeb aus begeben wir uns in Richtung Waterberg. Die Gegend hier ist sehr schön und viel grüner und bunter als die Westküste bzw. das Damaraland. Auch die Städte wirken hier reicher. Auf halber Strecke zum Ziel, der Aloe Grove Lodge, treffen wir auf eine große Affenherde die am Wegesrand sitzt. Komischerweise die erste Herde unseres Urlaubs, die wir so aus der Nähe sehen. Nur auf Ababis konnten wir eine ganze Herde in weiter Ferne beobachten. Wir kommen gut voran und erreichen die Einfahrt zur Pad nach Aloe Grove ohne Probleme. Die Anfahrt von der Hauptstraße aus ist ca. 20 km lang und sehr beschwerlich. Mit einfachen PKw kann man bestimmt in größere Probleme kommen. Der Empfang auf der Lodge ist sehr nett und sehr persönlich. Wir sind heute mit einem anderen Pärchen die einzigen Gäste. Generell ist es hier eher wie auf einer Farm. Uns gefällt es super. Namibia - Reisebericht - LeopardWir verabreden uns mit dem Eigentümer für Nachmittag zur Katzenfütterung. Das ist stark. Zuerst fahren wir zum Leoparden und sitzen in einem Steinverschlag. Der Leopard kommt bis auf einen Meter an uns heran und wir können tolle Fotos und Videoaufnahmen machen. Ein wunderschönes, elegantes Tier. Wir sind begeistert. Weiter geht es zu den Löwen. Papa Simba und Mama Elsa heißen uns direkt willkommen. Ihr Baby Chiara kommt erst später aus dem Versteck. Während der Fütterung sind die Löwen vorerst sehr aggressiv und starten einige Scheinangriffe, was uns das Blut in den Adern gefrieren lässt. Getrennt sind wir nur durch einen Drahtzaun. Die Löwin kommt mir einmal so nahe, dass ich schon Ihren Atem spüren kann. Absolut faszinierend. So einem Tier möchte ich in freier Wildbahn ohne schützenden Zaun nicht begegnen. Erst als sie satt sind, werden sie ruhiger und die ganze Familie liegt zusammen vor uns. Das Baby hätten wir am liebsten direkt mitgenommen. Auch die beiden Geparden heißen uns danach willkommen, sind aber nicht ganz so interessant wie die Löwen und der Leopard.

Am Abend genießen wir ein fantastisches Essen, dass unsere Gastgeber Johan und Ivy selbst zubereiten. Hier beim Abendessen herrscht eine sehr ruhige, fast schon familiäre Atmosphäre. Einfach toll. Wir fühlen uns pudelwohl. Nach dem Essen unterhalten wir uns noch mit dem anderen anwesenden Pärchen, und geben ihnen ein paar Tipps für ihre weitere Reise durch Namibia. Sie stehen erst ganz am Anfang ihrer Tour…beneidenswert. Zufrieden und wohlgenährt gehen wir bald zurück zu unseren Bungalow und schlafen ein.

Auf der Aloe Grove Lodge 03.10.2006

Nach einer erholsamen Nacht genießen wir das gute und reichhaltige Frühstück. Johan hat uns angeboten uns nach dem Frühstück zu einem Hochsitz zu fahren, an dem wir mit Glück an einem Wasserloch ein paar Tiere beobachten können. Natürlich nehmen wir das Angebot an.

Auf der Fahrt dorthin sehen wir eine Menge Tiere – Gnus, Elan-Antilopen, Kudus, Warzenschweine – am Wasserloch selber herrscht bei unserer Ankunft allerdings gähnende Leere.

Namibia - Reise - WildtierbeobachtungWir klettern den Hochsitz hinauf und sind doch ein wenig ängstlich. Der Hochsitz wackelt schon gewaltig. Unser Mut wird leider nicht wirklich belohnt. Wir sehen nur Warzenschweine, dafür allerdings eine ganze Menge. Sehr lustige Tiere, insbesondere wenn sie ihren Schwanz beim Laufen wie eine Antenne nach oben richten.

Nach ca. 1,5 Stunden geben wir die Bemühungen auf. Es wird langsam auch zu warm und wir beschließen uns auf den Rückweg zu machen. Ich klettere dafür zuerst runter. Am Wasserloch stehen immer noch ein paar Schweine. Ein großer Eber dreht sich zu mir. Was nun? Ich gehe vorsichtshalber einen Schritt Richtung Hochsitz zurück, um im Fall der Fälle flüchten zu können. Anscheinend bin aber ich derjenige, der „Schrecken“ verbreitet. Mit einem Satz macht der Eber kehrt und verschwindet mit schnellen Schritten in der Steppe.

Die Wanderung zurück zur Lodge ist schön aber bei Temperaturen von weit über 30 Grad auch anstrengend. Wir besuchen noch mal die Tiergehege. Die Löwen sind heute wieder ganz friedlich.

An der Lodge angekommen essen wir erst eine Kleinigkeit zu Mittag und dann wollen wir in den Pool. Da aber mittlerweile der Wind so stark bläst, ist dieses Vorhaben dahin. Aber Wasser muss sein. In unserem Bungalow haben wir eine Badewanne mit herrlichem Weitblick direkt aus der Wanne bis zum Waterberg. Also wird die Wanne heute unser Poolersatz sein. So etwas hat man wohl nur auf Namibia-Reisen!

Für Abends haben wir einen Gamedrive angemeldet. Die Farm von Johan ist riesig groß und er erklärt sehr viel. Wir sehen sehr viele Tiere, allerdings ohne wirklichen großen Höhepunkt. Wir sind mittlerweile einfach schon zu verwöhnt. Am Anfang unserer Tour wären wir wohl absolut fasziniert gewesen. Jetzt ist es halt etwas normales eine Herde Oryx oder Zebras zu sehen…Dennoch kann ich diese Tour uneingeschränkt empfehlen.

Vor dem Abendessen genießen wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang und lassen uns das fantastische Essen erneut gut schmecken.

Mittlerweile sind wir mit 6 Gästen vertreten – wohlgemerkt, dass ist eine Lodge – und essen alle zusammen an einem großen Tisch. Nachdem jeder seine Highlights und Tipps Kund getan hat, verabschieden wir uns etwas wehmütig in den Bungalow. Unsere letzte Nacht in der „Wildnis“, morgen werden wir zurück in der Zivilisation sein.

Waterberg – Windhoek 04. – 06.10.2006

Nach dem erneut sehr leckeren Frühstück, einem erneuten Besuch bei Selma und Simba, und einer sehr liebevollen Verabschiedung von Johan in Ivy machen wir uns auf den Weg nach Windhoek.

Während der Fahrt passiert nicht viel aufregendes. Relativ zügig erreichen wir die Stadtgrenze und dann der Schock! Hier hat es Autos, Menschen und vor allem viel Verkehr. Das sind wir nicht gewohnt. Eine Straße mit mehreren Fahrspuren, Ampeln und hupen. Man ist ein Stadtleben ätzend. Aber da müssen wir uns wieder dran gewöhnen. Gestresst erreichen wir Kalahari Car Hire und geben den Wagen ab. Es gibt keine Beanstandung und innerhalb von ein paar Minuten sitzen wir bei Huber Hester im Auto, der uns zur Pension Steiner bringt. Somit sind wir gesund und ohne größere Probleme wieder am Ausgangspunkt unserer Tour angekommen. Wir bekommen das gleiche Zimmer wie am ersten Tag zugeteilt und fühlen uns fast schon heimisch.

Christuskirche - Reiter - WindhoekIn Windhoek selber bleiben wir jetzt noch zwei Tage. Wir besichtigen in dieser Zeit diverse Museen und spazieren durch die Stadt. Natürlich dürfen auch Souvenirs nicht fehlen. Auf dem Markt in Windhoek haben wir eine große Auswahl und finden für unsere Familien und Freunde schnell das passende.

Am Tag der Abreise kommt dann wieder Spannung auf. Bekommen wir unser Gepäck diesmal durch, oder gibt es wegen des schweren Gepäcks wieder Probleme wie schon auf dem Hinflug. Wir packen alles zusammen und werden von Hubert Hester abgeholt, der uns zum Flughafen fährt und sich mit einem „Dankeschön und bis bald“ bei uns verabschiedet.

Dann die Überraschung. Unsere Taschen wiegen – trotz zusätzlicher Souvenirs – nur je 20 Kilo. Damit wird unsere Vermutung bestätigt, dass die Waage in Frankfurt defekt gewesen ist.

Pünktlich geht es los Richtung Johannesburg, wo wir ohne Probleme den Anschlussflug nach Frankfurt erreichen. Wir haben Glück und bekommen eine Zweierreihe im Mittelgang, da neben mir ein Notausstieg nach unten ist. Normalerweise sind hier sonst 4 Plätze nebeneinander. Somit haben wir eine Menge Platz und können den Flug entspannt angehen und unsere spannende Namibia-Reise Revue passieren lassen.

Ende unsere Namibia-Reise 07.10.2006

Um 5:55 Uhr war die geplante Ankunftszeit, doch vermutlich wollte der Kapitän den Unwettern über Zentralafrika und Kongo ausweichen und ist daher einen kleinen Umweg geflogen, so dass wir eine viertel Stunde später in Frankfurt ankamen. Die Landung haben wir über die Außenbordkamera verfolgt. Als nach der dunklen Nacht, der erste blinkende Punkt (außer dem von unserem eigenen Flugzeug) auf dem Bildschirm hatten, war die erste Vermutung, dass es sich dabei um ein anderes Flugzeug handelt, was uns in die Quere kam J Doch als immer mehr Punkte erschienen, war klar, dass es sich um Frankfurt unter uns handelte… Beim Blick aus den Fenstern sah man lauter kleine Wolken, als hätte sie jemand dorthin gemalt. Dann erschien auch schon die Landebahn auf dem Bildschirm und zum ersten Mal konnten wir live unsere eigene Landung in Frankfurt über den Bildschirm miterleben!

Da wir ja in der drittletzten Reihe saßen, verzögerte sich der Ausstieg, nachdem das Flugzeug zum kompletten Stillstand gekommen war, um einige Minuten. Sofort nachdem mein Handy Netz bekam, klingelte es auch schon: während sich dadurch alle Blicke der umstehenden Passagiere auf mich richteten, konnte ich Carstens Eltern damit beruhigen, dass es bei uns noch eine Weile dauern würde.

Nachdem wir das Flugzeug verließen, ging es als erstes zur Passkontrolle. Trotz der frühen Stunde standen dort bereits ca. 400 Leute und da für europäische Einreisende nur 3 Schalter zur Verfügung standen, erinnerte uns dieses Chaos an den Johannesburger Flughafen. Nächstes Ziel war das Gepäckausgabeband: Doch welch Wunder! Unser Gepäck zog bereits gemächlich seine Runden und schon konnten wir uns gen Zollkontrolle bewegen. Da zeitgleich mit uns ein Flieger aus China gelandet waren, hatten die Zollbeamten längst alle Hände voll zu tun, doch man hielt uns zum Warten an. Nachdem erst eine Tüte mit Fisch (?), dann eine mit in Kräutern eingelegten Pilzen (?) und pervers aussehende Fleisch(?)-Stückchen den Weg aus dem (bislang nur) Handgepäck gefunden hatten (wer weiß, welche Tiere der gute Mann noch in seinem Koffer hatte???), gaben wir lauthals bekannt, das wir nun vorbeigehen würden. Doch die Beamten bekamen nicht einmal unsere Vorwarnung mit, so sehr waren sie mit dem guten alten Mann und seinen natürlichen Importen beschäftigt. In der Ankunftshalle trafen wir dann auf Carstens Eltern, die uns selig in die Arme nahmen. Auf der Fahrt nach Bonn ging nun langsam die Sonne auf, während wir einschliefen und im Traum nach Namibia zurückkehrten.

Namibia, wir kommen wieder!

 Nachwort

Namibia - Rundreise - ReiseberichtNamibia, ein wunderschönes Land, ein Land in das man bestimmt wiederkehrt. Unendliche Weiten, faszinierende Natur und eine vielfältige Tierwelt.

Unsere Namibia-Rundreise war genau richtig organisiert (Selbstlob!!!!), die Streckenabschnitte haben gepasst und die Unterkünfte waren durchweg in Ordnung. Auch wenn man die ein oder andere Unterkunft/Camp beim nächsten mal nicht mehr wählen würde, war keines so, dass man es dort nicht ausgehalten hat.

Die Wahl des Fahrzeuges bleibt natürlich jedem selber überlassen, wir waren froh, dass wir den Hilux 4×4 hatten. Gar nicht mal wegen des Allradantriebes – den wir eh nur zweimal benötigt hatten – sondern vielmehr, weil wir so viel mehr Bodenfreiheit hatten, erhöht saßen und auch die Reifen einfach stabiler sind.

Die Reifen sind generell das Wichtigste bei einer Fahrt, da die Straßen hauptsächlich aus Schotterstrecken bestehen. Hier ist es keine Seltenheit dass einem der Reifen um die Ohren fliegt…wir hatten Glück, obwohl unsere Reifen zum Ende hin alles andere als gut aussahen.

Leider sind die Namibier mittlerweile auf den Trichter gekommen, dass sich mit dem Tourismus viel Geld machen lässt, so geht an vielen Orten die Ursprünglichkeit verloren und es wir alles zumindest für den Tourismus aufgewertet. Die zum großen Teil arme Bevölkerung bleibt außen vor. Entsprechend wird natürlich auch alles teurer. Ich habe unsere Preise mit denen für 2007 verglichen und bin froh, dass wir dieses Jahr noch gefahren sind. Eine gute Wahl (Selbstlob!!!!). Sollte der Preis sich so weiterentwickeln, wird auch Namibia bald nur noch als „Luxusurlaub“ zu bereisen sein.

Ich hoffe natürlich, dass dem Einhalt geboten wird, denn ich als Normalsterblicher möchte auf jeden Fall noch mal hin.

Es war einfach schön dort…

 

Tipps und Tricks!

Namibia-Reise: Packliste

Die Packliste für unseren Namibiaurlaub – damit für jeden fall etwas dabei ist und nichts schief gehen kann!

Foto und Video

– Fotokamera Kodak EasShare Z740

– Videokamera Canon MV650i

– diverse Ladegeräte (auch mit KFZ-Ladefunktion) und Batterien

– Digitale Videokassetten für ca. 15 Stunden Film

– Speicherkarten für ca. 2000 Fotos

Ausrüstung

– 2 Paar Gamaschen

– 2 Stück Trinkflaschen a 1 Liter

– 2 Ferngläser

– 2 Messer ca 9 cm Klinge

– 1 Messer ca 17 cm Klinge

– 1 Kompass

– 1 Multitool

– 2 Stirnlampen

– 1 Zeltlampe

– 1 Taschenlampe

– 1 Rolle Panzertape (Gewebeklebeband)

– 2 Notverbandtaschen

– 1 Seil

– 1 Sägevorrichtung

– mehrere Knicklichter

– 1 MP3 to Tape Adapter

– 1 Vakuumpumpe (Antivenum)

– 5 Rödelriemen

– 1 Koppel und Koppeltragehilfe

– 2 Funkgeräte

– 2 Hüte mit Moskitoschutz

– 2 große Plastikkisten zum Verstauen des Materials

– 2 Schlafsäcke

– 2 Spannbetttücher für das Dachzelt

– 2 kleine leichte Decken

Sonstiges

– 1 Paar Wanderschuhe

– 1 Paar Sportschuhe

– 1 Paar Sandalen

– 2 Handtücher

– 5 T-Shirts

– 2 Hemden

– 2 Hosen (Zip-Off)

– div. Unterwäsche

– Waschzeug

– 2 Pullover

– 1 Regenjacke

– 1 leichte Sporthose

– 1 leichte Sportjacke

Sicherheit auf Namibia-Reisen

eigene rein subjektive Erfahrung von Carsten!!

Namibia ist grundsätzlich ein sicheres Reiseland. Die Warnungen des Auswärtigen Amtes sollte man aber ernst nehmen und sich entsprechend verhalten. Keine Fahrten bei Nacht wegen erhöhter Unfallgefahr, keine Spaziergänge in den Städten in der Nacht wegen möglicher Überfälle, auch die öffentlichen Parkplätze an den Straßen gelten als nicht immer sicher. Dort kam es auch schon –mitunter zu tödlichen – Überfällen.

Rein statistisch gesehen zählt Namibia zu dem sichersten Ländern Afrikas. Wenn man bestimmte “Spielregeln” einhält, kann man den Urlaub ohne großes Risiko genießen. Und immer daran denken…es ist oft besser einem Menschen mit einem lächeln zu begegnen.
Wer mit Geldscheinen wedelt, unvorsichtig mit seinen Sachwerten umgeht, muß sich über einen Überfall nicht wundern. Das was für uns ein normaler Besitz ist, auch wenn es nur eine Armbanduhr ist, bedeutet in manchen namibischen Augen schon großen Reichtum.

Links zum Thema:

Sicherheitshinweise des AA

Straße und Verkehr

eigene rein subjektive Erfahrung von Carsten!!

Namibia ist ein Land, dass man sehr gut alleine bereisen kann. Mit ein bisschen Vorbereitung und Einholen von Informationen – z.B. im Namibia Forum – kann man sich hervorragende Touren zum selber fahren zusammenstricken. Egal ob zwei, vier oder auch mehr Wochen.

Die Straßen lassen sich alle gut befahren. Meistens bestehen die Straßen aus Sand und Steinen, die so genannten Gravelpads. Manche Straßen sind auch geteert und in einem sehr guten Zustand. Insbesondere die B1, die komplett vom Süden bis zum Norden durchgehend geteert ist, kann man sehr gut befahren.

Das Verkehrsaufkommen ist gering, wobei auch hier die B1 das höchste Aufkommen zu verzeichnen hat. In abgelegenen Gebieten kann es auch durchaus vorkommen, dass man den ganzen Tag kein einziges Auto zu Gesicht bekommt.

Auf den Gravelpads ist allerdings Vorsicht geboten. Die meisten Todesfälle in Namibia (auch bei den Touristen) hängen mit Verkehrsunfällen zusammen, da die Bodenbeschaffenheit gerade bei zu schneller Geschwindigkeit keine Fehler zulässt. Daher ist immer anzuraten, auf Gravel höchstens 80 km/h zu fahren und nachts nicht auf Pad zu gehen. Insbesondere nachts ist die Gefahr eines Wildunfalls sehr hoch. Auch die Gefahr einer Reifenpanne ist durch den steinigen und unebenen Untergrund um einiges höher als normal. Man sollte daher auch mindestens 2 (funktionstüchtige) Ersatzreifen dabei haben, und sich vor der Tour mit dem Ablauf eines Reifenwechsels vertraut machen.

Die Wahl des Autos ist jedem selbst überlassen. Viele fahren mit einem normalen PKw über die Straßen. Mir wäre das zu stressig, daher war ich mit unserer Wahl eines Allradwagens sehr zufrieden. Durch den höheren Sitz hat man einen besseren Blick und auch die Reifen und das Auto sind einfach stabiler und geben ein besseres Gefühl. Siehe hierzu auch „unser Auto“.

Unser Auto – Eine Reise durch Namibia

eigene rein subjektive Erfahrung von Carsten!!

Wir haben unser Auto bei Kalahari Car Hire (Hubert Hester) gemietet. Ein Toyota Hilux 4×4 Benziner mit 90 PS. Baujahr 2003, km-Stand bei Übernahme 107.784 km.

Den Tipp haben wir aus dem Namibia-Forum bekommen und haben es nicht bereut. Ein ehrlicher Mensch mit guten Autos zu einen absolut fairen Preis.

Ausrüstung:

Standardmäßig gibt es zwei Kisten mit folgenden Inhalt (für 2 Personen):

Kiste 1: 2 Plastikteller, 2 Plastikteller tief, 3 Plastiktassen, 3 Gläser, 1 Salatschüssel, mehrere kleine Plastikgefäße

Kiste 2: Metallbesteck, 1 Pfanne, 2 Kochtöpfe, 1 Teekessel, 2 scharfe Messer klein, 2 scharfe Messer groß, diverses Besteck zum Kochen und Grillen

sonstige Ausrüstung: 2 Ersatzräder, 1 Tisch, 2 Stühle, 3 zusätzliche Plastikkisten (als extra, aber umsonst), 2 Gaskocher (1 Gaskocher als extra, aber umsonst), Nutz-/Brauchwasserbehälter 25L, Kühltruhe (über Lichtmaschine),

technische Ausrüstung: Überbrückungskabel, elektr. Luftdruckmesser und Luftpumpe (über Anschluss an die Batterie), diverses Werkzeug, diverse Öle, Ersatzglühbirnen und Ersatzsicherungen, Radio-/Kassettengerät

Dachzelt: Maße ca. 140 x 200 cm, wasserdicht (zumindest bei uns), dünne Schaumstoffmatratze, aber vollkommen ausreichend. Metallgestell, dadurch auch wind(sturm)fest.

Land und Leute

eigene rein subjektive Erfahrung von Carsten!!

Das Land ist weit, die Menschen durchweg sehr nett. Ganz egal ob schwarz oder weiß, ob arm oder reich, wir wurden überall willkommen geheißen.

Auffallend war, dass so ziemlich alle Farmbesitzer die wir sehen konnten weiße waren, die meisten sogar deutsche oder zumindest deutschsprachig. Warum das so ist kann ich nicht sagen. Evtl. liegt es an der Arbeitsmoral, oder einfach am fehlenden Kleingeld. Das sind aber alles nur Mutmaßungen.

Generell läuft das Leben in Namibia immer etwas langsamer. Ein Termin ist nur ein vager Zeitansatz und man muss mit evtl. Verspätungen rechnen.

Natur - Namibia - ReisenDas Land ist super zum fotografieren geeignet und bietet Unmengen an schönen Motiven. In der Regel stellt das Fotografieren von Menschen in Namibia kein Problem dar, jedoch sollte man, wie überall auf der Welt, vorher um Erlaubnis fragen und die Würde der Menschen wahren. Manchmal wird auch Geld für ein Foto verlangt.

Ein namibischer Dollar (N$) hat übrigens 100 Cents, wobei Banknoten – alle mit dem Konterfei des ersten namibischen Freiheitskämpfers Hendrik Witbooi – zu 10, 20, 50, 100 und 200 namibische Dollar im Umlauf sind. Zudem werden südafrikanische Rand (auch Kleingeld) überall in Namibia als Zahlungsmittel im Verhältnis 1:1 angenommen. Kreditkarten sind weitverbreitet und werden von vielen Hotels, Lodges, Restaurants und Geschäften akzeptiert. Reisende mit Autos sollten beachten, dass an namibischen Tankstellen nicht immer mit Kreditkarten bezahlt werden kann,

Im Gelände sind leichte Baumwollkleidung und festes Schuhwerk zu empfehlen. Morgens und abends kann es besonders im Winter (Mai bis September) angesichts starker Temperaturschwankungen empfindlich kühl werden. Aus diesem Grunde ist es ratsam, sich gemäß Zwiebelprinzip an- und auszuziehen.

In der Hauptstadt gibt es eine Auswahl eleganter Geschäfte. Einheimisches Kunstgewerbe kann man in Spezialgeschäften oder auf diversen Straßenmärkten erstehen.

Die Küche Namibias ist eine Mischung afrikanischer und europäischer Kochkunst, der deutsche Einfluss ist noch immer spürbar. So wird z. B. Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Jeder sollte einmal im Leben nach Namibia reisen!

Welche Unterkünfte?

eigene rein subjektive Erfahrung von Carsten!!

Die Wahl der Unterkünfte auf einer Namibia-Reise hängt selbstverständlich von vielen Faktoren ab. In Namibia gibt es so ziemlich alle Arten von Unterkünften, die man kennt. Von B&B bis hin zur absoluten Luxus-Lodge, vom sandigen, dreckigen Campingplatz bis hin zu absoluten Luxus-Platz. Alles ist möglich. Wer viel Geld zur Verfügung hat, kann sich natürlich die teureren Unterkünfte leisten. Aber teuer heißt nicht immer gleich besser. Auch viele Unterkünfte in den unteren Preisklassen haben ihre Reize und man kann hier wunderschöne Tage erleben. Insbesondere die Gästefarmen sind ein Erlebnis. Hier nimmt man meistens das Essen zusammen mit den Farmerleuten ein und bekommt die Mühen und Probleme eines Farmbetriebes hautnah mit. Eine Lodge dagegen bietet meist eher unpersönlichen aber sehr guten Service. Vergleichbar mit einem guten Hotel, nur, dass die Umgebung natürlich um einiges schöner anzusehen ist.

Auch die Campingplätze unterscheiden sich sehr stark. Man sollte, wenn man etwas Wert auf Hygiene legt, nicht jeden Platz anfahren. Viele sind verdreckt und werden nicht gepflegt. Da ist als Alternative ggf. manchmal das Campen in freier Natur die bessere Wahl. Dies ist zwar offiziell nicht erlaubt, wird aber wohl geduldet. Vorher aber auf jeden Fall versuchen den Eigentümer des Geländes um Erlaubnis zu fragen, was zugegeben bei der Größe der Farmen nicht immer möglich ist.

Mit etwas Vorbereitung kann man sich aber wunderschöne Campingplätze schon im Vorfeld heraussuchen und ist somit auf einer einigermaßen sicheren Seite. Sehr empfehlenswert ist hier die Homepage von Thomas Richter. Oder Ihr fragt einfach im Namibia Forum, da wird Euch immer geholfen. Infos zu unseren Unterkünften findet Ihr links unter „Unterkünfte“.