Was ist die “Great Migration” in Kenia und Tansania?

Die “Great Migration”, also die große (Tier-) Wanderung ist ein Phänomen, das es so nur in Ostafrika zu bewundern gibt, genauer in Kenia und Tansania und noch genauer in der Serengeti und ihrem Umfeld.

Jedes Jahr um die selbe Zeit wandern Hunderttausende Tiere durch die Serengeti, und zwar von Januar bis März. Initiiert wird das ganze durch die unterschiedlichen Bestände an zur Verfügung stehendem Weidegras, das die Tiere zum Grasen benötigen.

250.000 Zebras, 1,7 Millionen Gnus und noch einmal viele weitere Hunderttausend Antilopen, darunter 500.000 Gazellen machen sich auf ihren Weg, um zunächst den Südosten des Ökosystems aufzusuchen: die Kurzgrasebenen. Hier werden in kurzer Zeit etwa eine halbe Million Kälber geboren, innerhalb von nur wenigen Wochen. Problematisch ist dabei, dass die in guter Entfernung mitwandernden Raubtiere die Jungen der Zebras, Gnus und Antilopen besser ausfindig machen können als erwachsene Tiere.

Einen ersten Eindruck verschafft dieses Video: Gnus in rauen Mengen überqueren den Mara-Fluss und streifen durch die Steppe.


Oft sind sie leichte Beute der Raubtiere und von der halben Million geborener Tiere überlebt nur ein relativ geringer Teil. Denn die Wanderung geht weiter und diese ist schon für viele der erwachsenen Tiere zu viel. Sie sterben an Durst, Hunger, Erschöpfung oder werden ebenfalls Opfer der Raubtiere, wenn sie so geschwächt sind.

Doch die Wanderung, die Great Migration, geht weiter. Ende Mai beginnt die Regenzeit in Kenia und Tansania, dann erreichen die Tiermassen den Nordwesten der Region in der Nähe des Flusses Grumeti. Hier halten sie sich in der Regel bis Ende Juni auf.

Gerade der Übergang vom Grumeti zum Mara-Fluss ist ein sehenswertes Spektakel, das jedes Jahr viele Reisende auf Safari nach Tansania und Kenia lockt. Besonders beliebt bei all jenen, welche vor allem eine Foto-Safari in Kenia oder Tansania absolvieren wollen, weil sie so erpicht darauf sind, die Gnus, Zebras, Antilopen in freier Wildbahn, an den Wasserstellen oder gar in der Auseinandersetzung mit Raubtieren fotografieren möchten.

Denn bei der Durchquerung des Mara Flusses lauern ausnehmend viele Krokodile, die sich ihre Beute schnappen, während die Tierherden ihren Weg fortsetzen wollen. Immer wieder sind die Krokodile und andere Räuber allerdings erfolgreich, ein faszinierendes Schauspiel. Nicht unbedingt für eine Reise mit Kindern nach Kenia oder Tansania geeignet, aber so ist nun mal der Lauf der Natur.

Weiter geht es im Juli und August nach Kenia, wo die Herden die Trockenzeit verbringen. Ab November ziehen die Tiere dann wieder in Richtung Süden, wo sie ab Dezember in den Grassteppen ihre Kälber zur Welt bringen. Insgesamt werden bei dieser Wanderung zwischen 500 und 800 Kilometer zurückgelegt. Im folgenden Jahr beginnt diese aufs Neue. Ein wahrlich faszinierendes Naturphänomen, das viele Menschen auf Safari nach Tansania oder Kenia lockt, um diesem beizuwohnen.

Strecke der Wanderung der Great Migration

Hier im Einzelnen die Details, wann die Tierherden der Zebras, Gnus und Antilopen sich wo zwischen Kenia und Tansania aufhalten, auf dass man seine Safari zur Great Migration besser planen kann:

Januar

Zu Jahresbeginn halten sich die Tiere in den Kurzgrasebenen der Serengeti auf, im Südosten, also im Ngorongoro Conservation Area und damit in der Nähe des Ngorongoro-Kraters, welcher auch für sich immer wieder ein lohnenswertes Reisezielt darstellt.

Februar

Die Wanderungen beginnen, die Tiere bewegen sich langsam in Richtung Norden und zu dieser Zeit findet man die Herden in der Nähe des Nduntu-Sees und den ihn umgebenden Ebenen.

Eine Ballon-Safari zur Great Migration

Eine Ballon-Safari zur Great Migration

März

Die Tiere bleiben in dieser Region und nutzen das jetzt reichhaltig sprießende Gras zur guten Ernährung, auch und vor allem ihrer Jungtiere.

April

Nun beginnt jene Zeit, in denen die Ebenen überweidet sind, weshalb die Migration in Richtung Norden und Westen weitergeht. Im Zentrum der Serengeti erreichen die Tiere die bewaldeten Hügel der Seronera und der Nyaroboro-Hills. Hier ist das Gras höher und an den Flüssen stehen Galeriewälder.

Mai

Weiter geht es in den Western Corridor der Serengeti, Kilometer um Kilometer legen die Hunderttausende Tiere zurück, um zu neuen Gräsern zu gelangen und ihr Überleben zu sichern.

Juni

Die Tiere stoßen immer tiefer in den Western Corridor vor, auch hier sind irgendwann die Vorkommen der Gräser aufgebraucht, weshalb es noch weiter nordwestwärts geht.

Juli

Jetzt wird zum ersten Mal die Serengeti verlassen. Nun werden Grumeti- und Ikorongo-Game-Reserve durchstreift, wo wieder neue Nahrung auf die Tiere wartet. Da hier nicht alle Gebiete Schutzzonen sind, treffen sie auch auf Bereiche, in denen von Menschen Landwirtschaft betrieben wird.

August

Nun geht es wieder zurück in die Serengeti, wo sie noch höher im Norden ihre Nahrung finden.

September

Hier findet das Highlight der gesamten Great Migration statt: die Überquerung des Mara Rivers. Ein spannendes Video zeigt den Übergang durch den Mara-Fluss, bei dem ein Krokodil (ab etwa 3:00 und wieder bei 4:30) versucht, sich seine Beute zu holen. Doch auch der schier endlose Strom an Tieren von Anfang des Videos an ist sehr beeindruckend.


Sie überschreiten dabei bzw. später auch die Grenze zu Kenia und verlassen damit Tansania, womit die Great Migration das erste Mal in Kenia ankommt.

Oktober

In Kenia geht es weiter ostwärts in die Masai Mara, die für sich schon eines der beliebtesten Reiseziele in Kenia darstellt. Zu Zeiten der Durchwanderung der Gnus, Antilopen und Gazellen natürlich noch mal zusätzlich äußerst attraktiv und immer eine Überlegung wert, sich bei einer Kenia-Safari im Oktober für die Masai Mara zu entscheiden.

November

Von Kenia aus geht es wieder weiter südlich, die Weidegründe in diesem Teil Kenias sind dann erschöpft. Die Rückkehr nach Tansania steht auf dem “Reiseplan” der Wanderherden, sie erreichen die Loliondo-Game-Controlled-Area. Auch hier ist die Begleitung der Tiere von menschlicher Seite möglich. Bei guter Planung erwischt man die Massen an Tieren auf einer Tansania-Safari vor der Linse.

Dezember

Nun erreichen sie wieder den Ausgangspunkt im südlichen Teil der Serengeti. Die Tiere haben zwischen 500 und 800 Kilometern zurückgelegt und nicht alle haben sie überlebt. Dabei sind die Opfer durch Durst und Hunger sowie Erschöpfung größer als jene durch die Raubtiere, zu denen nicht nur die Krokodile beim Übergang am Mara River zähle, sondern auch Löwe, Leoparden oder Geparden.

Insgesamt eine faszinierende Rundreise durch Tansania und Kenia, die die Tiere hier zurücklegen und man dürfte kaum derart hohe Zahlen an Tieren finden, die sonst irgendwo anders auf der Welt auf eine derart lange Reise gehen – sieht man von den Zugvögeln ab, die Tausende Kilometer zurücklegen und ebenfalls im Schwarm “reisen”, aber eben nicht in derart hoher Stückzahl und nicht in so großer Gefahr wie die Gnus, Zebras und Antilopen der Serengeti.

Beste Reisezeit für eine Safari zur Migration

Die Frage nach der besten Reisezeit für eine Safari zur Migration lässt sich nicht abschließend beantworten, schließlich ziehen die Tiere fast das ganze Jahr über umher.

Highlight ist sicher die Querung des Mara Rivers im Oktober, doch auch alle anderen Regionen in Kenia und Tansania können für eine Safari zur Migration spannend sein, ob nun auf Individualreise oder als Gruppenreise.

Meist bevorzugen die Gäste dieser spannenden ostafrikanischen Länder aber die Zeit zwischen Dezember und März, womit man der folgenden großen Regenzeit aus dem Weg geht, wenn auch die Straßen schlechter befahrbar sind. Vor allem wichtig natürlich für alle, die auf Selbstfahrerreise unterwegs sind, gleichwohl es nicht unmöglich ist in jener Zeit, voranzukommen. Es dauert nur etwas länger.

Grundsätzlich muss man sich zur Beobachtung der Great Migration aber nicht an einer konkreten Reisezeit festhalten: sie ist ganzjährig möglich.

Beeindruckendes Schauspiel einer Flussquerung während der Great Migration

Beeindruckendes Schauspiel einer Flussquerung während der Great Migration

Tansania-Safari zur großen Wanderung

Wer in Ostafrika auf Safari gehen möchte, der kommt an der Great Migration, der Wanderung der Zebras, Gnus und Antilopen kaum vorbei. Glücklicherweise hat man bei einer Tansania-Safari in der Region der Serengeti fast ganzjährig die Gelegenheit dazu, die Tiere bei ihren Wanderungen zu beobachten. Nur im Herbst befinden sich die Tiere mehrheitlich jenseits der Grenze, in Kenia.

Ansonsten ist es jederzeit möglich, bei einer Tansania-Safari, ob als Selbstfahrer oder als Teilnehmer einer Gruppenreise, die Beobachtung der Tiere als Programmpunkt einzubauen.

Man sollte ohnehin einen Besuch des Serengeti-Nationalparks in seine Planungen aufnehmen und dort eine klassische Safari unternehmen. Da wäre es doch schade, wenn man aufgrund seiner Reisezeit die Möglichkeit verpasste, dieses Wunder der Natur zu beobachten.

Schließlich läuft das Ganze zwar regelmäßig, aber eben nicht immer wie ein Uhrwerk ab. Es hängt vom Umfang und Einsetzen der Regenfälle ab, wann und wie die Gnus und die übrigen Tiere sich auf Wanderschaft begeben und nicht immer nehmen sie dabei eine völlig identische Route.

Erfahrene Guides vor Ort in Tansania wissen aber zu helfen, wie man in die Nähe der Tierherden gelangt, so dass man ganz sicher sein kann, die “Great Migration” auf seiner Tansania-Safari zu erleben.

Kenia-Safari zur großen Wanderung

Für Kenia liegt der Fall einfacher: Hier trifft man die Tierherden nur zwischen August und November an. Am besten plant man seine Safari zum Masai Mara für den September, wenn die Wanderungen in vollem Gange sind.

Was die Länge einer solchen Kenia-Safari angeht, kann man wohl festhalten, dass sie nie lang genug sein kann. Allerdings lohnen sich auch schon wenige oder gar nur zwei Tage, wenn man das Beobachten der Wanderungen nur als Teil einer Rundreise durch Kenia oder durch Kenia und Tansania einbauen möchte. Gesehen haben sollte man sie aber schon, und falls man in Kenia nicht fündig wird, weil der Zeitpunkt nicht stimmt, spricht nichts dagegen, auch einen Abstecher nach Tansania zu erwägen, und dort auf die unfassbaren Mengen an Tiere zu stoßen.

Vorteil in Kenia: Hier ist die Safari als Einrichtung wohl am längsten zu Hause und die Reiseanbieter sind am besten auf die Besucher vorbereitet. Außerdem kann man eine solche Safari zur Great Migration auch in Kenia bestens mit einem Badeurlaub verbinden oder weiterziehen durch andere Regionen Ostafrikas.

Zebras auf großer Wanderung auf Tansania-Safari erleben

Zebras auf großer Wanderung auf Tansania-Safari erleben

Reisetypen zur Migration

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Die Migration, die große Wanderung der Tiere in Tansania und Kenia, kann man auf ganz unterschiedlichem Wege erleben. Allein gemeinsam ist, dass man mit eigenen Augen die Faszination dieses Naturereignisses erfahren kann. Ein nicht abreißen wollender Strom an Tieren bewegt sich durch die Wildnis und weiß offensichtlich ganz genau, wo er hin will – völlig ohne jegliche Navigations- oder Kartenmittel. Bei einer Reise nach Tansania oder Kenia stehen für diesen Zweck die folgenden Wege zur Verfügung:

Safari-Gruppenreise zur Migration

Auf einer Safari als Gruppenreise zur großen Tierwanderung in Tansania und Kenia erlebt man die beeindruckenden Wege der Gnus, Zebras und Antilopen quasi selbst in einer “Herde”: Mit seinen Mitreisenden begibt man sich von seinen Lodges und sonstigen Unterkünften aus auf den Weg zu den Wasserstellen, Flüssen und wo die Herden sich sonst noch entlang bewegen. Vorteil: Man lernt viele andere Reisende kennen, die sich für genau diese Art von Naturereignis in Afrika begeistern. Weiterer Vorteil: Man teilt seine Erfahrungen nicht erst zu Hause, sondern direkt vor Ort und stellt meist fest, dass man mit seiner Begeisterung für diese Eindrücke nicht alleine ist. So werden diese auf Tansania-Safari als Gruppenreise noch vertieft.

Safari-Individualreise zur Migration

Alternativ bucht man eine Safari als Individualreise bei einem Reiseanbieter, die dann zur Migration führt, ob in Kenia oder in Tansania. Hier hat man den Vorteil, dass man selbst entscheidet, wie viel Zeit man mit der Beobachtung der Migration verbringen möchte. Vielleicht will man den Tieren ja gar eine längere Zeit folgen? Kein Problem bei einer Individualreise, denn hier ist es auch egal, ob man in Tansania oder in Kenia unterwegs ist. Mit den jeweiligen Bausteinen einer solchen Safari als Individualreise ist das überall möglich, ohne dass man auf Qualität bei seiner Reise verzichten muss, was Transport und Unterkunft angeht. Für viele heutzutage durchaus reizvoll, weshalb diese Art zu reisen immer häufiger gebucht wird.

Selbstfahrer-Safari zur Migration

Nicht wirklich neu, sondern die Urform einer Safari, aber immer häufiger wiederentdeckt ist die Reise als Selbstfahrer bei einer Safari zur “Großen Wanderung” der Tiere durch Tansania und Kenia. Die Serengeti ist groß und wer Spaß daran hat, diesen Teil des faszinierenden Kontinents Afrika im Wortsinne selbst zu erfahren, dem sei eine Selbstfahrerreise ans Herz gelegt. Die Abwicklung des Mietwagens erledigt der Reiseanbieter und schon kann man ohne größere Mühen den Tieren auf ihrer Wanderung hinterherfahren und sie mit Fotokamera sowie den eigenen Augen begleiten. Auf eigene Faust die Great Migration mitzuerleben hat etwas ganz Besonderes für sich, nicht zuletzt, da die Wanderrouten der Tiere sich von Jahr zu Jahr ändern, ebenso wie die Termine, zu denen sie aufbrechen oder weiterziehen.