Exotik bei einer Afrika-Reise muss nicht immer gleich wilde Tiere oder eine Safari bedeuten. Vielmehr gibt es da ja auch noch das, was die Menschen geschaffen haben und auch heute noch betreiben: ihre Kultur. Und die ist gerade in Westafrika besonders interessant, selbst zu erleben.

Ganz sicher nicht jedermanns Sache, aber ganz sicher ein exklusives Erlebnis bietet der Fetischmarkt in Togos Hauptstadt Lomé. Was ist ein Fetischmarkt?

Hier geht es um all jene Gegenstände und Utensilien, die die Menschen benötigen, wenn sie ihre unterschiedlichsten Wunderglauben ausüben wollen. Sprich: Zauberer und andere, die einige dieser Rituale beherrschen und daran glauben, kaufen hier ein.

Die Götter des Voodoo werden hier beschworen, aber auch andere Naturreligionen kommen in den Gegenden um Togo vor.

Eintauchen in die fremden Gerüche und Anblicke des Fetischmarkts

Was man sich unter den feil gebotenen Gegenständen genau vorstellen kann, zeigt diese kurze, aber unvollständige Liste:

  • Pferdeköpfe
  • Krokodile
  • Kugelfische
  • Tierkadaver
  • Felle verschiedenster Arten
  • Voodoopuppen
  • Potenzmittel
  • mumifizierte Schädel von Affen, Antilopen, Gazellen oder Hyänen

Besonders der erste sowie der letzte Punkt werden den einen oder anderen Besucher vielleicht etwas verschrecken. Gleichwohl der Umgang mit diesen Gegenständen in Togo, in Lomé völlig selbstverständlich ist. Wenn schon nicht die eigene Nutzung, so die Ansicht von derartigen Totenschädeln. Zusätzlich sind von all diesen Dingen auch nicht so wahnsinnig viele zum Verkauf ausgestellt, so dass man sich wie auf einem Friedhof fühlt.

Über mangelnde Exotik kann man sich auf dem Fetischmarkt von Lomé dennoch nicht beklagen. Immerhin wabern auch diverse eher unbekannte Gerüche über den Markt und man merkt deutlich, dass man sich in einer anderen Welt befindet.

Eine Afrika-Reise – sowohl Safari als auch Kultur

Immerhin begegnet man im Publikum dieses Marktes auch waschechten Voodoo-Priestern, die sich für ihre Zeremonien eindecken. Und diese verfügen durchaus über Einfluss auch in der heutigen Gesellschaft von Togo.

Doch weil diesen ihr Wert auch bewusst ist, kostet eine etwa 20-minütige Führung über den gesamten Markt ein wenig Gebühr, wie die meisten der Standbetreiber ebenfalls Gebühren für Fotos ihrer Waren nehmen, zumindest wenn man erkennbarer Tourist aus dem Westen ist.

Und auch wenn er hier gar nicht so viel Platz einnimmt, vielleicht die Größe eines klassischen Marktplatzes hat, ist der Marché au Féticheurs der größte Voodoo-Markt in ganz Westafrika und vielleicht sogar darüber hinaus.

Ob man den Markt mit all den Totenschädeln von Tieren mit kleinen Kindern besucht, das mag jeder selbst entscheiden. Allerdings empfehlen sich Reisen nach Afrika mit sehr kleinen Kindern ohnehin nicht unbedingt, ein gewisses Alter sollte besser bereits erreicht sein.

Alternative Sehenswürdigkeiten von Lomé locken auch in andere Stadtteile

Wer auf seiner Togo-Reise lieber fröhlichere oder weniger furchteinflößende Dinge sehen möchte, der wird in der Hauptstadt Lomé allerdings ebenso fündig. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt reichen vom Nationalmuseum von Togo über das Unabhängigkeitsdenkmal bis zu diversen anderen Märkten neben dem Marché au Féticheurs, wie er der etwas außerhalb der Stadt liegende Anziehungspunkt heißt.

Die Stadt Lomé selbst ist ohnehin ein Zentrum vieler Reisen durch das eher schmale Land am Atlantik in Westafrika: Viele weitere Verkehrszentrum gibt es in Togo nicht, so dass man wohl in jedem Fall einen Abstecher nach Lomé in seiner Reise enthalten hat. Warum dann nicht auch zum Fetischmarkt?