Immer wieder stellt sich bei den Reisen durch die Länder Afrikas die Frage, wie man mehr von der Kultur der Menschen erleben kann als schlicht stumpf durch die Nationalparks zu reisen und eine Afrika-Safari durchzuführen, aber keine außergewöhnlichen Erfahrungen zu machen.

Da bietet sich ein Besuch einer besonderen Stadt in Ghana an: Elmina liegt recht zentral an der Küste Ghanas. Mit nur 35.000 Einwohner ist es recht klein zu nennen, doch liegen seine Reize in den Veranstaltungen, die die Menschen hier regelmäßig durchführen. Gleich zwei tolle Feste gibt es zu erwähnen, die nur hier und sonst nirgends auf einer Reise durch Ghana erlebt werden können.

Bronya Festival und Bakatue Festival in Elima besuchen

Das erste der beiden Feste in Elmina heißt Bronya und dient dem in dieser Region sehr wichtigen Ahnengedenken, obwohl es Hinweise gibt, dass der eigentliche Ursprung in einer christlichen Tradition liegt. Diese soll von den niederländischen Kolonialherren mit nach Ghana gebracht worden sein.

Das Bronya-Fest findet immer am ersten Donnerstag eines Januars statt und soll neben dem Ahnengedenken auch die Freundschaft zwischen den Holländern und dem Volk von Elmina dienen. Hier sind diverse Stammeschefs der Region anwesend, es gibt Saltuschüsse zu Mitternacht und neben einem besonderen Wein werden auch traditionelle Speisen gereicht. Dieser Wein soll besondere Gesundheit versprechen und trägt aber sicher auch einen Teil dazu bei, dass die folgenden Tänze und Musiken noch lebendiger vorgetragen werden, als es in diesem Teil Afrikas ohnehin schon der Fall ist. Ein schöner Anlass, diese eher unbekannte Stadt in Ghana zu besuchen, wenn man ohnehin eine Reise nach Ghana unternimmt. Doch beilebe nicht der einzige.

Ehrung der Ahnen und des Gotts der Meere

Jedes Jahr am ersten Dienstag im Juli findet hingegen das Bakatue Festival in Elmina statt. Dabei ist der Anlass etwas profaner, wenn auch nicht weniger wichtig für die Menschen hier in Ghana. Denn das Bakatue Fest wird zelebriert, weil zu diesem Zeitpunkt die Fischerei-Saison beginnt. Für Menschen, deren Einkommen zu nicht geringen Teilen vom Verlauf dieser Saison abhängt, schon mal ein Anlass, sich auf möglichst reichen Fang zu freuen.

Schon der Monatg vor dem Dienstag dient komplett den Vorbereitungen der Feiern am Dienstag, alle Kostüme werden fertiggestellt. Am Dienstag wird dann gefeiert, was wiederum einen interessanten Grund hat. Dienstag wird als der Tag des Gotts der Meere betrachten. Weshalb Fischer in Ghana und anderen Teilen Afrikas oft an Dienstagen nicht fischen, um diesen Gott zu ehren.

Authentische Kultur in Ghana selbst erleben

Es wird um Frieden gebetet, Adlige und Könige der Region nehmen teil und sprechen die Gebete, und eine Prozession wird durchgeführt. Dann wird schließlich der Hohepriester der Region ein Fangnetz drei Mal in die Lagune von Brenya tauchen. Der dabei gefangene Fisch wird dem Gott der Meere geopfert. Dieses Ritual stellt schließlich den Beginn der eigentlichen Feiern mit viel Trommeln, Tanzen und weiterer traditioneller Musik dar. Äußerst sehenswerte Aktivität der Menschen in Ghana und ein weiterer Anlass, im Sommer nach Ghana zu reisen.

Bemerkenswert bei beiden Festen sind natürlich auch die bunte Kleidung und die typisch afrikanische Musik. Wie auch die Gastfreundlichkeit trotz der Bedeutung der Einwohner der Region hoch ist und Gäste aus aller Welt gerne teilnehmen dürfen – wenn auch verständlicherweise nicht an den Ritualen. Alles in allem ein echter Geheimtipp, der den wenigsten Afrika-Reisenden bekannt sein dürfte. Es könnte jedoch ein kleines Problem sein, beide Feste zu erleben angesichts der so unterschiedlichen Termine. Für welches man sich dann entscheidet, muss jeder auf seiner Reise durch Westafrika selbst entscheiden.