Wolkenkratzer nennt man solche Gebäude in gutem, altem Deutsch. Skyscraper auf neudeutsch. Das Carlton Centre in Johannesburg, Südafrika, ist so einer, ein Wolkenkratzer, der an den Wolken kratzt. Mit seinen 223 Metern Höhe war es zur Zeit seines Baus das höchste Gebäude in Afrika und sogar der gesamten südlichen Hemisphäre. Kein Haus in Brasilien, Chile oder Australien überragte das Carlton Centre in Johannesburg. Heute ist es nach dem Telkom Joburg Tower und dme Sentech Tower immer noch das dritthöchste Gebäude des Lands am Kap.

Wie es sich für ein solches Gebäude gehört, befindet sich im obersten Teil des Carlton Centres, im 50. Stock, eine Aussichtsplattform. Von hier aus hat man eine fantastische Aussicht über die gesamte Stadt und angesichts des meist guten Wetters in Johannesburg auch zuverlässig weit über die Stadtgrenzen hinaus.

39 Jahre lang das höchste Gebäude in ganz Afrika

1973 erbaut, wurde es zum täglichen Bestandteil der Skyline von Johannesburg und ist von weiten Teilen der Stadt aus zu erblicken. Eine echte Landmarke also, die man hier errichtet hat und die Johannesburg prägt.

Zudem enthält das Carlton Centre auch eine Shopping Mall, die hochfrequentiert ist. Über 180 einzelne Geschäfte laden zum Bummeln und eben zum Shoppen ein. Deshalb ist das Carlton Centre mehr als nur ein Bürohochhaus — es ist durchaus Teil des kulturellen Lebens in Johannesburg. Spannenderweise befinden sich die meisten Geschäfte im unterirdischen Teil des Gebäudes.

Hier eine kleine Auswahl an Marken und Shops, die man im Carlton Centre findet: Identity, Reliable Music Warehouse, Timberland, Cash Crusaders, Dunns, Glomail, Pep Stores, Markham, Mr Price, Specsavers, Foschini, Ackermans, Clicks und Pick n Pay. .

Carlton Centre in Johannesburg mit riesiger Shopping Mall

Hierdurch konnte man auch bis zum Carlton Hotel durchgehen, durch diesen unterirdischen Teil des Carlton Centres. Allerdings hat das Carlton Hotel im Jahr 1997 seine Pforten geschlossen.

Gestaltet wurde das Carlton Centre von den amerikanischen Architekten Skidmore, Owings und Merrill. In den späten 1960ern wurde dann mit seinem Bau begonnen. Schon 1971 zogen die ersten Mieter in die unteren Stockwerke ein, bis zur Fertigstellung vergingen aber noch einmal etliche Monate, so dass das Gebäude schließlich im Jahr 1973 seinen letzten Schritt zur Komplettierung erlebte.

Vor einigen Jahren musste das Carlton Centre ganz schön darben und viele Mieter verließen das Gebäude, das eine größere Krise erlebte. Davon hat sich das Carlton Centre aber wieder erholt: Zur Zeit sind hier 93 Prozent der verfügbaren Räumlichkeiten vermietet und das Carlton Centre erfreut sich großer wirtschaftlicher Gesundheit.

“Top of Africa” mit Blick über ganz Johannesburg

Die Aussichtsplattform im 50. Stock heißt übrigens netterweise “Top of Africa”, womit man jahrzehntelang ja Recht hatte: höher hinaus ging es in Afrika nirgendwo. Wer auf seiner Südafrika-Reise nach Johannesburg kommt, sollte zumindest einen Abstecher zu dieser Aussichtsplattform einplanen, wenn er schon keine Zeit oder kein Budget fürs Shoppen mitbringt.

Im Übrigen gibt es Pläne, das Carlton Hotel wiederzueröffnen, so dass man in mittelfristiger Zukunft vielleicht wieder hier direkt übernachten kann und vom Carlton Centre aus die Schönheit(en) Johannesburgs erkunden kann. In jedem Fall ein guter Tipp für eine Aktivität bei einem Südafrika-Urlaub: auf (im Wortsinne) zum Carlton Centre.