Auch Bootsfahrten sind über den riesigen Volta-See möglich

Auch Bootsfahrten sind über den riesigen Volta-See möglich

Der Volta-See in Ghana ist der größte künstliche See der Welt, womit klar sein dürfte, aus welchem Zweck er gebaut wurde. Er ist ein Stausee, in seinem Staudamm werden enorm wichtige Anteile der ghanaischen elektrischen Energie erzeugt. Allerdings trägt der Staudamm einen eigenen, vom See unterschiedlichen Namen. Dieser heißt dort Akosombo-Staudamm.

Der Name des Staudamms verrät auch gleich die Lage des Volta-Stausees. Dieser liegt in etwa 100 Kilometer Entfernung nordöstlicher Richtung von Ghanas Haupstadt Accra. Um einen Eindruck von der Größe des Volta-Sees zu erhalten, sei kurz erwähnt, dass er ein Zehntel des Volta-Beckens bedeckt. Diese Kenngröße wird den wenigsten etwas sagen, deshalb gleich hinterhergeschoben die Angabe, dass der See drei Mal so groß ist wie das komplette Wattenmeer der Nordsee. Uff!

Erbaut wurde der Staudamm in den Jahren 1961 bis 1966 in etwa 660 Metern Länge bei einer Höhe zwischen 112 und 134 Metern (je nach Quelle). Seine Funktion liegt übrigens nicht allein in der Stromerzeugung, sondern auch darin, die umliegenden Regionen vor Hochwasser zu schützen. Der hier erzeugte Strom diente früher vor allem den Hüttenwerken des Landes, inzwischen ist er allgemeiner Stromlieferant, auch in die umliegenden Länder, wie Verträge aus seiner Bauphase sicherstellen.

Anders als man vermuten könnte, gab es nur wenige Proteste bei seinem Bau. Die riesigen Wasserflächen werden nun auch als Verkehrswege genutzt, ein reger Fährbetrieb hat sich hier entwickelt. Die Energie kommt zumindest mittelbar allen Anwohnern zugute. Außerdem haben sich zahlreiche Inseln gebildet.

Dass ein so riesiges Projekt so vergleichsweise unumstritten umgesetzt werden kann, ist allerdings auch im Baujahr begründet, als man noch weniger Bedenken hatte, so massiv in seine Umwelt einzugreifen. Auf diese Weise ist er entstanden, der größte künstliche See des gesamten Planeten — zu finden in Ghana, nur 100 Kilometer von Accra entfernt und weite Teile der Gegend mit seinen Auswirkungen landschaftlich dominierend.

Creative Commons License photo credit: Erik Cleves Kristensen