In Südafrika (im Bild die Küste vor Kapstadt) lernte van den Burgh das Schwimmen - und das ganz schön schnell

In Südafrika lernte van den Burgh das Schwimmen – und das ganz schön schnell

Cameron van den Burgh — im Schwimmen nicht allzu überraschend ein Weißer — holt das erste Gold für sein Land Südafrika und damit auch das erste Gold für den gesamten Kontinent Afrika bei diesen Olympischen Spielen 2012 in London. Da er gleich auch noch Weltrekord auf seiner Siegerstrecke 100 Meter Brust hinlegte, sind die Gazetten weltweit voll mit seinem Namen. Und damit auch mit der traurigen Geschichte, die sich mit seinem Sieg verbindet.

Denn nach Gewinn der Goldmedaille im Londoner Acquatics Center widmete er diese Medaille dem im Frühjahr während des Trainings verstorbenen Schwimmer Alexander Dale Oen. Der große Kämpfer aus Norwegen, der als einer der Favoriten auf Gold über eben jene 100 Meter Brust galt, war urplötzlich beim Training in den USA zusammengebrochen und nicht mehr zu retten gewesen. 2008 in Peking hatte Alexander Dale Oen über besagte Distanz die Silbermedaille gewonnen.

So war dieser Finallauf, der zu einem großen sportlichen Erfolg für Südafrika wurde, dennoch überschattet von Momenten des Innehaltens und des Besinnens auf einen viel zu früh verstorbenen Kollegen, wie auch die übrigen Teilnehmer dieses Endlaufs in Interviews bestätigten. Die neue Weltrekordzeit von Cameron van den Burgh mit 00:58,64 war damit dann doch zweitrangig geworden. Der Weltrekord über 100 Meter Brust war 3 Jahre alt und bis dato vom Australier Brenton Rickard gehalten.

Dass gerade im Schwimmen wie bei Leichtathletik und Radfahren der Dopingverdacht immer mit am Start ist, sollte vielleicht nicht unbedingt zu diesem Termin in den Vordergrund gerückt werden, da man eines jung verstorbenen Wettkämpfers gedenkt und Afrika sich (hoffentlich) mit Südafrika über seine erste Goldmedaille freut. Vergessen sollte man es aber ebenfalls nicht.

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