Briefmarken...

Briefmarken...

Die “Blaue Mauritius”, wer kennt sie nicht? Obwohl es ein Exemplar davon auch in Berlin zu besichtigen gibt, ginge natürlich nichts über einen Besuch in dem Land, aus dem die “Blaue Mauritius” stammt: auf Mauritius gibt es nämlich ebenfalls ein Museum, in dem diese zu besichtigen ist. Allerdings ist sie so empfindlich, dass sie nur sechs Minuten pro halbe Stunde beleuchtet werden darf.

Gegründet, gebaut und gepflegt werden konnte das Museum auf Mauritius nur, weil der Staat in den 1990ern einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, der Geld in die Kassen des Landes spülte. Der Aufschwung ist ein bisschen verflacht, aber die Hauptstadt Port Louis, in der das Museum liegt, boomt weiter: Dicht bewohnt und stets ein geschäftiges Treiben auf den Straßen.

Allerdings: Komischerweise kennen die Einheimischen kaum die “Blaue Mauritius”. In den Schulen wird nichts darüber gelehrt und wer die Passanten und Bürger auf der Straße fragt, ob sie das Briefmarkenmuseum schon besucht haben, erntet häufig Kopfschütteln oder ungläubiges Staunen. Die meisten wissen zwar mittlerweile, dass es dieses Museum gibt und dass viele Touristen aus dem Ausland aus diesem Grund ins Land kommen. Sie selbst haben es meist noch nicht besucht, es fehlt die Zeit und wen man genau hinhört, wohl auch ein wenig das Interesse.

Blaue und Rote Mauritius auf Mauritius erleben

75 Prozent aller Besucher des Blue Penny Museums auf Mauritius stammen aus Deutschland, die übrigen zu großen Teilen aus Tschechien und Frankreich. Die Leidenschaft für Briefmarken ist eben regional und kulturell begrenzt. Im Museum selbst gibt es neben der “Blauen Mauritius” auch noch die “Rote Mauritius”. Entstanden war ihr Wert, ihr Ruf, ihre Bekanntheit durch einen Fehldruck, als man auf Mauritius begann, Briefmarken zu drucken. Statt “Post Paid” schrieb ein Angestellter “Post Office” in die Vorlagen zum Druck. In der zweiten Serie wurde der Fehler bemerkt und korrigiert, so dass nur eine ganz geringe Stückzahl der Versionen mit dem Fehldruck gedruckt wurden. Eben die berühmte blauen und roten Fehldrucke, die auch in diveresen Romanen, Filmen und sogar Comics ihre Auftritte haben.

Um sie live zu sehen, muss man wie gesagt nicht nach Mauritius, denn einzelne Exemplare gibt es auch noch in Europa, so zum Beispiel in Berlin. Mauritius selbst ist aber ohnehin eine Reise wert und so wäre es nur clever, bei der Reise nach Mauritius zwei Fliegen mit einer Klatsche zu erlegen.

Wer das Briefmarkenmuseum auf Mauritius persönlich besuchen will, kann mit www.air-mauritius.de freitags und montags ab Frankfurt fliegen. Das Museum ist im Caudan-Waterfront-Viertel von Port Louis, und hat außer an Sonntagen und Feiertage von 10h bis 17h geöffnet. Hier noch der Link zur Webseite des Musems (der allerdings nicht immer funktioniert, leider).

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