Sicherheit im Sudan

Die Sicherheitslage ist prekär. Seit Juli 2011 ist der Südsudan unabhängig. Von Reisen in den Südkordofan, nach Blauer Nil und in den Südsudan rät das Auswärtige Amt ab. Doch auch die Hauptstadt Khartum und der restliche Sudan sind nicht zwangsläufig frei von Sicherheitsproblemen.

In Darfur herrscht weiterhin extreme Unsicherheit mit militärischen Auseinandersetzungen und marodierenden Banden. Von Reisen nach Darfur sollte dringend abgesehen werden.

Wie für alle Staaten des Maghreb und südlich der Sahara gilt auch für den Sudan, dass die Gefahr von Anschlägen drastisch erhöht ist, seit die Al-Qaida im Maghreb (AQiM) ihre Aktivitäten in diesen Ländern erhöht hat. Neben Sprengstoffanschlägen drohen auch Entführungsversuche, wobei die Versuche fast immer gelingen. Eine wirksame Abwehr gelingt den betroffenen Staaten bislang nicht. Insbesondere Gebiete, die nicht ausreichend durch Polizei oder Militär geschützt werden können, sollten unbedingt gemieden werden. Besonders von Interesse für die Terroristen sind größere Menschenmengen, wie sie zum Beispiel bei Konzert- oder Sportveranstaltungen entstehen. Ein natürlicherweise erhöhtes Interesse haben die Terroristen auch an touristisch relevanten Plätzen, wo sich zudem sehr gerne Touristen aus westlichen Regionen aufhalten.

Für den Sudan gilt also eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt für folgende Regionen: Grenzgebiet zu Ägypten, zu Libyen und zum Tschad; Ostsudan, Südkordofan, Blauer Nil und Südsudan.

Auch die übrigen Regionen sind deshalb aber nicht als sicher zu bezeichnen. So wurden im Jahr 2007 einige Menschen im Sudan verhaftet, die angeblich Anschläge auf die US-Botschaft und die britische Botschaft in Khartum planten. Neujahr 2008 wurden ein US-Diplomat und sein Fahrer erschossen.

Dazu kommt generell im Sudan, dass die Infrastruktur mangelhaft ist. Neben Straßen in schlechtem Zustand ist auch die Versorgung mit Treibstoff oft nicht gegeben. Außerhalb Khartums ist das Reisen mit eigenen Fahrzeugen deshalb problematisch. Wie in fast allen Ländern kommt auch im Sudan die Gefahr durch eine unangemessene Fahrweise einheimischer Fahrzeugführer hinzu. Da es noch dazu selten Fahrbahnmarkierungen gibt, sollte grundsätzlich von Nachtfahrten mit dem eigenen Fahrzeug abgesehen werden.

Für den Nordsudan gilt, dass Reisen in dessen Wüstenregion zu unterlassen sind. 2008 wurde im Südwesten von Ägypten eine Reisegruppe entführt, trotz Polizeischutz.

In Darfur kommt es immer wieder zu Überfällen auch auf Lebensmitteltransporte. Dazu wurde zuletzt 2008 ein Flugzeug entführt. Seit 2009 werden wieder vermehrt Mitarbeiter von Hilfsorganisationen entführt. Wer nach Darfur reisen muss, benötigt dafür die Genehmigung der Regierung des Sudan. Bei allen Reisen in diese Region muss eine engste Kooperation mit der deutschen Botschaft Khartum erfolgen.

Im Südsudan gibt es nicht nur die Gefahr politischer Unruhen, hier kämpfen auch verfeindete Stämme gegeneinander, zudem gibt es unkartierte Felder von Landminen. Generell steigt die Kriminalität im Südsudan an.

Und auch im Ostsudan ist die Lage kritisch: das Grenzgebiet zu Eritrea (Gedaref, Sennar, Kassala) sollte gemieden werden.

Generell ist im Sudan fürs Fotografieren oder Filmen eine Erlaubnis der Regierung nötig. Militärische Einrichtungen dürfen auch mit dieser Erlaubnis nicht fotografiert werden. Das gilt ebenso für öffentliche Einrichtungen wie Brücken, Bahnhöfe, Flugplätze etc. Der Zustand der Flugzeuge der sudanesischen Fluggesellschaften wird als nicht westlichen Standards entsprechend geschildert, gesicherte Erkenntnisse gibt es hierüber jedoch nicht.

Die Einfuhr von Alkohol, Schweinefleisch und Pornographie in den Sudan ist verboten. Dabei ist der Begriff Pornographie sehr weit gefasst, auch reine Nacktheit auf Abbildungen von Frauen und Männern kann schon ausreichend sein.

Verboten sind im Sudan zudem der Besitz von Drogen und Alkohol, zu freizügige Kleidung, Prostitution, Ehebruch und Homosexualität. Bei der Kontrolle der Einfuhr von Pornographie werden auch Mobiltelefone und Laptops kontrolliert und gegebenenfalls konfisziert.

Informationen vom Auswärtigen Amt zur Sicherheit im Sudan

Anmerkung: Natürlich sind diese Angaben ohne Gewähr. Es gilt immer, sich selbst beim Auswärtigen Amt über den aktuellen Stand der Sicherheitslage zu informieren.