Auf Afrika-Reise gibt es viele, durchaus sehr andersartige Optionen. Äthiopien zum Beispiel ist in so vieler Hinsicht anders als das restliche Afrika. Eine eigene Schrift, die hoch gelegenen und unwirtlichen Bergebenen und als eines der wenigen Länder eine Verknüpfung zu Europa aus der Kolonialzeit, die weder zu Frankreich noch zu England oder Portugal führt. Dazu eine Vergangenheit mit hochstehenden Kulturen, deren Zeugnisse oft auch heute noch vorhanden sind und zu beliebten Reisezielen geworden sind.

So auch die Inselklöster des Tanasees, der da auch die Namen Tsanasee und Demeasee trägt. Der Tanasee liegt in besagtem Hochland Äthiopiens, jenem von Abessinien nämlich. Deshalb ist er auch Afriks höchst gelegener (nennenswerter See), der mit 3700 Quadratkilometern auch mal eben Äthiopiens größter See ist.

Über 30 Inseln mit Klöstern und Kirchen auf Äthiopiens größtem See

Auf diesem See befinden sich etwa 30 Inseln, die wiederum den Boden für etliche religiöse Bauwerke bilden. Hier findet man Klöster und Kirchen mit zahllosen Reliquien. Etwa zwei Drittel der 30 Inseln besitzen solche Gebäude, deren Gründungen bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Diese diversen Inseln tragen beinahe mystisch anmutende Namen wie Narga, Tana Cherkos, Dek oder Dega Estefanos.

Die Gebäude sind vielfältig, da wäre zum Beispiel das Kloster Kibran Gabriel. Eines der ersten erbauten Kloster auf den Inseln, wie oben erwähnt bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Es enthält eine Bibliothek mit über 200 alten Schriften, von denen eine sogar aus dem 15. Jahrhundert stammt, natürlich handschriftlich verfasst. Problematisch für einen Besuch der Mönchsinsel ist im Zuge einer Äthiopien-Reise, das auf diese nur Männer dürfen, Frauen erhalten hier auch im 21. Jahrhundert keinen Zugang.

Älteste Bauwerke dieses Reiseziels in Äthiopien stammen aus dem 14. Jahrhundert

Ein weiteres erwähnenswertes Kloster unter den vielen ist das Ura Kidane Mihret. Immerhin dieses darf auch von Frauen betreten und besichtigt werden. Was wiederum nicht für die Kirche innerhalb des Geländes gilt, auch hier werden keine Frauen akzeptiert. Die mit einem Strohdach bedeckte Rundkirche besitzt große und dicke Holztüren. Hier finden sich lebensgroße Bibeldarstellungen und Szenen aus dem Leben von Jesus.

Macht man seinen Weg weiter in Richtung Insel Dek, die größte auf dem Tanasee, findet man dort gleich mehrere Kirchen. Ebenso lohnt sich das Aufsuchen der Klosterkirche Narga Selassie, die auf einer der kleineren Inseln zu finden ist. Hier weiß man recht sicher, dass das Gebäude aus dem Jahr 1746 stammt, ausgestattet ist die Kirche mit vielen sehenswerten Gemälden.

Fährfahrten in Booten aus Papyrus bei dieser Attraktion Äthiopiens

Gereist wird zwischen den Inseln übrigens auf sogenannten Takwas, die tatsächlich aus Papyrus gebaut werden. Sie pendeln regelmäßig zwischen dem Festland und den diversen Inseln. Ein kleines Erlebnis für sich: Wer wäre schon mal in einem Boot aus Papyrus gefahren? Da werden Assoziationen ans alte Ägypten geweckt, oder eben auch ans alte Äthiopien, in dem man sich ja auch tatsächlich befindet.

Alles in allem ein besonders empfehlenswertes Reiseziel im Zuge einer Äthiopien-Reise, gleich ob als Gruppenreise nach Äthiopien oder als Selbstfahrer, denn die gesamte Szenerie wird von den Gotteshäusern und Klöstern bestimmt. Ein Fantasy-Film könnnte keine mittelalterlichere Atmosphäre kreieren. Und die Heiligen stört man hier durch seinen Besuch auch nicht. Im Gegenteil werden diese Gebäude auf dem Tanassee explizit als Sehenswürdigkeit Äthiopiens herausgestellt.