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Waterberg, 14. Mai

Gegen Morgen fängt der Heimwerker wieder an zu arbeiten. Diesmal an der Haustür, Wegen einsetzendem Regen hat er wohl einen geschützten Arbeitsplatz aufgesucht.
Der Waterberg ist in eine schwarze Wolkendecke eingehüllt. Wir fahren mit unserem Gefährt zum Frühstück. Der Heimwerker ist verschwunden. Kurz vor uns ist bereits die deutsche Truppe über das Frühstücksbuffet hergefallen.
Das Frühstück ist gut.
Es donnert bedrohlich.
Wir machen eine Stippvisite zum 5 Sterne Schwimmbad, was wirklich sehr schön, aber des kühlen und regnerischen Wetters wegen weniger einladend ist.
Bei der Information erkundigen wir uns nach einer geführten Tour. Nur zögerlich gibt man uns Auskunft und auch nicht gerade umfangreich. Da wir noch unschlüssig sind, machen wir erst einmal einen Besuch auf dem Soldatenfriedhof. Bei der Schlacht am Waterberg 1904 schlugen deutsche Truppen unter General von Trotha den Aufstand der Herero nieder. Die deutschen Toten (gefallen oder ermordet) dieser Schlacht sind hier bestattet.

Deutscher FriedhofDer Regen hat aufgehört. Wir entschließen uns zur nachmittäglichen Tour auf das Waterberg Plateau.
Der Waterberg (ca. 1900m ü.M.) ragt wie eine Festung aus der Hochebene Zentralnamibias empor. Auf 48 km Länge erheben sich bis 30 m hohe senkrechte Felswände, schroffe, rote Sandsteinfelsen, am Fuß von üppiger Vegetation bedeckt, die einen auffallenden Kontrast zum kargen Buschland der Umgebung bildet. Auf dem Waterberg befindet sich ein riesiges 8 – 16 km breites Plateau. Es besteht aus 180 – 200 Mio. Jahre altem Etjo-Sandstein, der wie ein Schwamm wirkt, so dass die wasserarme Oberfläche des Plateaus von trockener Baumsavanne und Buschvegetation bedeckt ist. Am Fuß des Waterberg staut sich das Wasser auf tonhaltigem Gestein, tritt in Quellenform aus und bewirkt so den grünen Pflanzensaum. Diesen Quellen verdankt der Waterberg seinen Namen.
Das Waterberg Plateau (40549 ha) ist seit 1972 Naturschutzpark und darf nur in Begleitung von Wildhütern besucht werden.

Ja, das machen wir dann auch. Um 14.00 Uhr geht’s los. Außer uns sind 2 weitere Passagiere (auch Deutsche) an Bord des Jeeps.
Zunächst fahren wir ca. 14 km auf einer Sandstraße parallel zum Waterberg, dann geht’s auf unwegsamem Gelände bergauf. Unterwegs erzählt uns unser Guide, ein Herero, ein wenig über den Berg und was er gedenkt uns alles zu zeigen. Es soll da oben ja wimmeln von Tieren aller Art, vom Nashorm bis zur schwarzen Mamba, Günthers Lieblingsschlange. Wir lernen auch etwas über den Ahnenbaum, den heiligen Baum der Hereros und über die heilende Wirkung des African Lavender. Auf dem Plateau angekommen fahren wir auf den roten Sandpisten dahin voller Erwartung des uns erwartenden Tierreichtums. Ein paar Giraffen, Pferdeantilopen und verschiedene Vögel, das war’s aber auch schon. Aber die Landschaft ist sehr beeindruckend, roter Sand, roter Fels in unterschiedlicher Formation und mit üppiger Bepflanzung. 

Nach 3 mehr oder weniger ereignislosen Stunden machen wir halt an einem geschützten Wasserloch, wo wir mit Getränken und Snacks versorgt werden. Gebannt starren wir auf das Wasserloch. Nichts passiert, der Tieransturm bleibt aus. So verlassen wir nach 20 Minuten den Aussichtspunkt und machen uns in rasanter Fahrt auf den Heimweg. Es wird schon dunkel und es ist kalt. Der kalte Wind bläst uns fast vom Wagen. Eine ungemütliche Fahrt, deren Ende wir kaum erwarten können. Durchgefroren erreichen wir das Camp um
18.00 Uhr.
Die Bar, in der wir uns aufwärmen wollen ist überfüllt, so dass wir gleich zum Abendessen schreiten. Da viele Gäste erwartet werden gibt’s heute Büffet, nicht unsere erste Wahl, aber dennoch sehr gut und vielseitig.
Die Bar hat sich zwischenzeitlich zu unseren Gunsten geleert. Wir nehmen einige Gläser Wein und kommen später mit Reisenden am Nachbartisch ins Gespräch. Sie besuchen Namibia zum ersten Mal, sind aber bereits infiziert.
Um 22.00 Uhr ist Nachtruhe. 

Weiter zum nächsten Teil des Reiseberichts!
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