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Sossusvlei und Lüderitz

Samstag, 25. Februar 2004

 

Unser Hotel in NamibiaNach einem ausgiebigen Frühstick starteten wir an diesem Tag Richtung Swakopmund.

Wir wählten die Route über Outjo, Kalkfeld, Omaruru, Karibib, Usakos und Rössing nach Swakopmund. Auch dort hatten wir ein tolles Hotel als Bleibe. Der Blick durch die runden „Bullaugen“ fiel direkt aufs Meer, man fühlte sich wie auf einem Schiff.

Einfach super, in der Kaiserstraße einzukaufen und in der deutschen Bücherei in uralten Büchern zu wühlen. Meine Vorstellung war eine ganz andere von Swakopmund. Aber dieser Ort ist direkt von der Namib-WAltes Amtsgericht Swakopmundüste abgerungen worden.

Direkt hinter den Häusern beginnt die Sandwüste, Sand überall, in allen Ritzen, Spalten, Haaren und natürlich Schuhen. Wir besichtigten die herrliche Stadt und machten einige Ausflüge in die Umgebung. Zwei Übernachtungen hatten wir eingeplant in diesem fast deutschen Ort.

Viel zu schnell ging die Zeit vorüber und nun ging es auf Schotterstraßen weiter durch die Wüste nach Solitair. Wiederum 2 Tage auf einer Gästefarm mitten im Nichts, das war schon eine erlebnisreiche Sache. SwakopmundStrom gab es nur von 19:30 bis 22:00 Uhr, dann wurde der Generator abgeschaltet und der nächtliche Besuch der Toilette nur mit Kerze wie im Mittelalter.

Alles sehr primitiv, dafür aber superteuer. Die teuerste Übernachtung auf dem gesamten Trip, fast doppelt so teuer wie im 4-Sterne-Hotel in Lüderitz, und das alles in der Wüste. Aber was will man machen, wenn man die riesigen Sanddünen von Sossusvlei sehen will?

Im Nachherein – die Dünen waren ein solch tolles Erlebnis, da war schon die Übernachtung es wert. Natürlich suchte man auch die Klimaanlage im Zimmer vergeblich, klar, wie denn auch ohne Strom? Es war lekker warm, so an die 40°, alle Fenster auf, uSossusvlei Namibiand im Bett liegend der freie Blick durch das direkt neben dem Bett befindliche Fenster in die Weite der Wüste (ohne Zaun oder anderer Absperrung) mit Schakalen, Springböcken und Oryxantilopen.

Ich wundere mich noch bis heute über mich, das Fenster sperrangelweit offen und dabei die ganze Nacht mit den irren Geräuschen total ruhig geschlafen...

Nach 2 Übernachtungen in der superteuren Lodge ging es weiter auf den Schotter- oder Sandstraßen an die 700 km nach Lüderitz.

Altes Auto in der WüsteIn dieser Einöde erfährt man, was Einsamkeit ist. Zwischen 2 Ortschaften (Orte? Na ja, einer 4 Häuser mit Kirche (Maltahöhe), der andere 1 Hotel, 3 Häuser und eine Scheune (Mengeringshausen) sage und schreibe 180 km nichts, absolut gar nichts als Gegend, Wildnis, Bergmassive, Täler, Canyons, Sand und Staub. Und Verkehr auf der Straße? Ebenfalls nichts, kein Auto auf unserer Seite oder auf der Gegenfahrbahn, 180 km lang nichts. Auf der Piste nach Lüderitz dann kamen wir wieder voll durch die Namib-Wüste und erlebten dort einen herrlichen Sandsturm. Das sollte man mal mitgemacht haben, da weiß man erst, was Sand überall und total bedeutet. Dieser kriecht durch alle Ritzen, die Karosserie Solitairewird sandgestrahlt, eigentlich ist man nur noch erstaunt, dass der Wagen trotzdem noch ein kleinwenig rote Farbe außen hat. Die Sichtweite ist wie im dicken Nebel oder Schneesturm nur ein paar Fuß, alles ist in Bewegung und man sucht nur noch die Straße, irgendwelche Markierungen, die einem weiterhelfen...

Trotz allem, irgendwann konnten wir wieder etwas sehen und befanden uns auf der Bismarckstraße in Lüderitz – ein unglaublich umwerfendes Erlebnis!

LüdeitzParallel zu der Straße nach Lüderitz verläuft eine Eisenbahn, die zurzeit „rekonstruiert“ wird. Die Eisenbahn geht über hunderte von Kilometern voll durch die Wüste, teilweise verschwinden die Schienen in riesigen Sanddünen.

Dann passiert man einen Ort, der von der Wüste erobert worden ist, alles vom Sand verschlungen oder zumindest bedeckt (Kolmanskop). Und dann plötzlich macht es PENG und man steht in Lüderitz auf der Bismarckstraße, tatsächlich so wie ich es beschrieben habe, vom NICHTS nahtlos in die deutsche Vergangenheit.

Auch hier haben wir uns 2 Tage gegönnt, in einem sehr feinen Haus namens „Hotel zum Sperrgebiet“. 2 Hotel in LüderitzTage, eigentlich viel Zeit, trotzdem wieder mal alles viel zu kurz, um die Stadt zu sehen und zu erleben. Überall auch hier die deutsche Vergangenheit, Spuren, Namen und Baustile der schmucken Häuser. Hier war auffällig die enorme Anzahl der arbeitslosen Schwarzen auf den Straßen die uns Touries doch ganz gut abschätzend begutachtete. Aber alles ging glatt, die merkten wohl. dass wir mit 3 Polizisten und einem Hubi-Piloten ganz gut auf uns aufpassen konnten... Und- alle sprachen deutsch!!!

Irgendwie total aberwitzig und echt irre.

Und: das Rauchen habe ich bisher noch nicht vermisst!

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