
Um 07.30 Uhr wird gefrühstückt, um 08.30 geht’s los. Die Fahrt nach Opuwo kennen wir ja schon, diesmal jedoch in umgekehrter Richtung. Günther mahnt zur Eile (nichts gerade Neues), da er fürchtet, dass die Bank in Opuwo schließt, und er dann mittellos ist. Die Fahrt ist kommod, und um 11.30 Uhr erreichen wir Opuwo. Der ganze Ort scheint auf den Beinen, Hereros, Himbas, Ovambos, nur Schwarze, außer uns. Einige Himbamädchen versuchen hartnäckig uns Schmuck zu verkaufen, sie lassen einfach keine Ruh‘, aber wir bleiben hart. Die Bank ist geöffnet und gibt auch Geld her, ein zeitaufwendiges Unterfangen, da der Bankangestellte alle denkbaren und undenkbaren Daten erfassen muß. Endlich geschafft, kaufen wir im Supermarkt nebenan noch das Nötigste ein und weiter geht’s. Unterwegs stellen wir fest, dass wir unsere notwendigerweise geschriebenen Ansichtskarten vergessen haben auf den Weg zu schicken. Nächste Möglichkeit vermutlich erst in
Oshakati. Na ja, es gibt Schlimmeres. Wir nehmen die einzige Straße, die nach Norden führt, Hinweisschilder können wir nicht entdecken. Wir sind richtig. Entlang der Straße große Rinderherden; vereinzelt stehen Himbas an der Straße, die ihre Ware feilbieten oder einfach nur betteln. Dann ist mal wieder Picknick angesagt, ganz schnell am Wegesrand. Das ist einigen Himbas wohl nicht entgangen. Da wir nicht schnell genug unsere sieben Sachen zusammenräumen, erwischen sie uns noch. Einige Kekse und Bonbons wechseln den Besitzer, aber sie wollen hochwertigere Produkte wie Zigaretten oder Geld. Günther gibt ihnen unnötigerweise 5 Rand, dann geht’s weiter. Hans-Jürgen, unser heutige Fahrer, ist gestresst, Jutta nervt ihn, warum, weiß ich nicht mehr, vielleicht hat er ja einige Schlaglöcher übersehen, oder sie meint er würde sie übersehen. Schließlich erreichen wir ohne Zwischenfälle den Kunene. Der Rest des Weges bis zur Kunene River Lodge, das sind ungefähr 5 Kilometer, haben nicht gerade Autobahncharakter. Bergauf, bergab, über Stock, Felsen und durch ein Flußbett, von dem wir nicht so recht wissen, wie tief das Wasser ist, aber wir haben Glück, wir erreichen das andere Ufer ohne nasse Füße. Schließlich ist unser Tagesziel die Kunene River Lodge in Sicht.

Wir sind sofort begeistert. Es ist traumhaft hier. Eine großzügige
Anlage mit üppiger Vegetation, einem komfortablem Campingplatz, einer über dem Fluß gelegenen Terrasse und Zimmern, denen es an Luxus nicht fehlt: Klimaanlage, Strom, Bad und Dusche getrennt, Kaffeemaschine und zwei Kingsize Betten. Hatte man uns doch tatsächlich die Lodge als einfach beschrieben!
Wir nehmen auf der Terrasse Platz und begießen unsere glückliche Ankunft mit einem malerischen Blick auf den wegen des vielen Regens reißenden Fluß und auf das gegenüberliegende Angola. Es geht uns so richtig gut. Es gibt kaum Mücken und die paar, die umherschwirren, werden jäh von einem Moskitostrahler aufgefangen und vernichtet. Wo sind die Krokodile, von denen es hier wimmeln soll?
Zum Abendessen bestellen wir Steaks, hatten doch die Rinder am Wegesrand einen so properen Eindruck gemacht. Das Filetierte von ihnen war jedoch nicht berauschend, aber die Kulisse entschädigt uns.
Vor der Zimmer eigenen Terrasse lassen wir den wieder einmal aufregenden Tag mit einem ‚kleinen‘ Getränk ausklingen.
Weiter zum nächsten Teil des Reiseberichts!
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