Abenteuer Namibia
Sonntag, 19. Februar 2004
Dann endlich, am 19. Februar, Start in Table View, Kapstadt, auf der N7 Richtung Norden und immer geradeaus nach Norden. Unser Ziel war Springbock, noch in SA, dort wurde übernachtet. Da hatten wir aber auch schon ca. 700 km durch die Einöde des Namaqualandes hinter uns. Eine tolle Lodge, mit Pool, super Zimmer, einfach Klasse. Nach der langen Fahrt wurde der Pool genossen, eine herrliche Entspannung.
Am nächsten Tag dann durchstarten nach Windhoek, ca. 950 km Fahrtstrecke. Zwischen Vioolsdrif und Noordoewer überquerten wir die Grenze und fuhren weiter auf der N7 über Grünau, Keetmanshoop, Mariental und Rehaboth nach Windhoek, die Landeshauptstadt von Namibia.
Auch diese lange Strecke wurde gut gemeistert. 950 km am Stück klingen nach deutschen Verhältnissen viel und lang, also absoluter Stress, wenn man aber total allein ist auf der Straße, ist das alles kein Problem. Ralph und ich haben uns dann auch ständig beim Fahren abgelöst.
In Windhoek waren wir mit dem vorab gebuchten Hotel nicht so ganz einverstanden, es hatte wohl schon bessere Zeiten gesehen, also wurde nach einer Nacht eine neue Bleibe gesucht und gefunden, viel besser und dafür auch noch wesentlich preiswerter. Windhoek ist eine schöne Stadt, sehr viel deutscher Einfluss, viel deutsche Tradition, wie eigentlich überall in diesem Land. Wenn man sich unterhält, sollte man sehr vorsichtig sein, sogar viele einheimische Schwarze sprechen fließend deutsch, von den Weißen ganz abgesehen. Es hat uns gut gefallen, nein, wir waren begeistert.
Erwähnenswert ist nun noch das Wetter: Eigentlich sollte alles dürr und trocken sein, gelb-braun die vorherrschende Farbe. Aber es kam alles anders: Wir erlebten Windhoek im Regen. Dort regnet es im Normalfall nur einmal im Jahr, und diesen Tag bzw. diese Zeitspanne haben wir voll erlebt. Auf der gesamten Hochfläche von Keetmannshoop bis Windhoek (700 km) war die vorherrschende Farbe Grün, so grün wie in Deutschland. Ein sattes Grün, unglaublich. Und die Temperatur gerade mal kurz über 20°, ein tolles Reiseklima. Und das blieb so, eigentlich während des gesamten Aufenthalts in Namibia. Natürlich war es später in der Wüste Namib wesentlich heißer, aber längst keine 50°, sondern gerade mal zwischen 35 und 40°, also auch sehr erträglich.
Nach 2 Übernachtungen in Windhoek ging es dann wieder weiter nach Norden, diesmal bis in die Etoscha-Pfanne 650 km. Wir passierten die Orte Okahandja, Otjiwarongo, Otavi und Tsumeb. Kurz hinter Tsumeb legten wir eine Rast ein am Otjikotosee, wo die Deutschen vor knapp 100 Jahren einen Schatz versenkten, der noch immer darin ruht und für die irrwitzigsten Spekulationen sorgt… Danach ging unsere Fahrt weiter zur Etoscha- Pfanne, das ehemalige Fort Namutoni war unser Ziel für die nächste Übernachtung. Die Unterkunft war zwar relativ einfach, aber sehr sauber. Nach einem ausgedehnten Badevergnügen im Pool waren wir alle gut motiviert für das Abendessen im parkeigenen Restaurant.
Am nächsten Morgen wurde das Fort besichtigt, danach führte unser Weg über Halali nach Okaukuejo. In dieser riesigen Salzpfanne sahen wir unglaublich viel Wild, hätten wir es gezählt, bestimmt im 10.000er Bereich, viele Zebras, Gnus, Antilopen, Giraffen, Schakale, seltene Vögel, aber keine Elefanten, Leoparden und Löwen. Durch den vielen Regen hatten sich überall Tümpel gebildet und die Tiere kamen gar nicht an die für Touristen attraktiven Wasserlöcher zum trinken. Trotzdem – ein tolles Erlebnis. 2 weitere Nächte waren wir in der Pfanne, zum Glück ohne böse Abenteuer mit Schlangen oder sonstigem Getier. Nur ein Schakal kam an unsere Tür und wollte um Fressen betteln.
Da es nichts zu holen gab bei uns, hat er voller Zorn nachts die Blechmülltonne umgerissen und im Abfall gewühlt, natürlich mit viel Lärm. Es war schon lustig, rund ums Haus hatten die Erdmännchen ihre Bauten und überall standen die lustigen Gesellen herum. Zunächst hatten wir die vorab gebuchte Unterkunft bezogen, aber schnell festgestellt, dass diese keineswegs unsere Erwartungen erfüllte. Sofort wurde umgebucht und nun ein komplettes Haus bezogen, zwar teurer, aber viel besser. Die staatlichen Restcamps in
Namibia müssen vorab gebucht werden, nur mit einem gültigen Voucher bekommt man Zutritt zu den Camps. Da gibt es verschiedene Kategorien zum Buchen, aber die Qualität sieht man erst bei der Besichtigung – auch hier gilt: Papier ist geduldig, es werden nur die Vorteile gedruckt, nie die Nachteile… Wählt man aber die teuerste Qualität, hat man tatsächlich auch ein sehr kleinwenig Service zu erwarten!
Am Abend waren wir noch an den benachbarten Wasserlöchern, aber leider sahen wir nur wenig Tiere, die blieben viel weiter draußen, weil es ja gut geregnet hatte und überall Wasser vorhanden war. Der nächste Tag war angesetzt zu ausgiebigen Pirschfahrten durch die unendlichen Weiten des Etoscha- Nationalparks. Viele, sehr viele Tiere konnten wir sehen und bestaunen, aber erneut keine Löwen, Leoparden und Elefanten. Auf Schotterpisten fuhren wir quer durch den Nationalpark, armes Auto, der Wagen musste doch ganz schön leiden.
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