Interessantes gibt es von den Zebras auf ihren Reisen durch Afrika zu berichten. Nicht nur der Mensch reist nach und durch Afrika. Auch die vielen Millionen wild lebenden Tiere auf diesem Kontinent sind keineswegs immer nur an Ort und Stelle ihres Aufwachsens gebunden. Je nach Jahreszeit und Wetterverhältnissen sind sie teilweise hunderte oder gar Tausende Kilometer unterwegs. Das gilt zwar nicht nur für den Schwarzen Kontinent Afrika, aber eben ganz besonders. Und das wiederum für den südlichen Teil, südlich der Sahara und überhaupt im Süden von Afrika.

Hier haben sie Raum und gleichzeitig auch Überlebensdruck, der die Tiere diese beeindruckenden Strecken zurücklegen lässt. Wie lang diese Reisen durch Afrika sind, zeigte sich in einer neuen Untersuchung anhand von einer Herde Zebras.

GPS-Technik lässt die Zebra-Reisen durch Afrika verfolgen

Zuletzt untersuchten Wissenschaftler die Wanderwege von knapp 2000 Exemplaren an Zebras, die gemeinsam auf Wanderschaft durch die Täler, über die Flüsse und durch die Steppen Afrikas gingen. Dabei war bislang nicht bekannt, dass ausgerechnet Zebras so intensive Wanderer sind, wie es die Untersuchung schließlich zu Tage brachte.

Möglich gemacht wurde das Erfassen dieser Wanderwege durch die moderne GPS-Technologie, die ohnehin die Wissenschaft in vielen Bereichen deutlich nach vorne gebracht hat. In diesem speziellen Fall handelte es sich um Zebras im Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area. Der sperrige Name bezeichnet ein Gebiet, das sich über die Grenzen von Simbabwe, Sambia, Botswana, Namibia und Angola ausdehnt. In dieser Conservation Area wurden die Wege dieser Zebraherde dauerhaft verfolgt.

Beginn der Reise durchs südliche Afrika zwischen Namibia und Botswana

Was die Wissenschaftler dabei aufzeichneten, ist bislang unübertroffen und in dieser Intensität und Ausdauer von noch keinem anderen Tier in dieser Region berichtet worden — behaupten die Veröffentlichenden der Ergebnisse zumindest.

In diesem speziellen Fall begannen die Tiere im Flachland an der Grenze zwischen Namibia und Botswana. Die Aufzeichnungen begannen, als gerade die Regenzeit einsetzte. Von dort aus ging der Weg entlang des Flusses Chobe bis zum Nxai Pain Nationalpark in Botswana, wo sich gut gefüllte Wasserstellen befinden.

Erstaunlich, wieso den Tieren diese Information klar ist, erstaunlich aber vor allem die Distanz, die sie dabei in den wenigen Monaten der Beobachtung durch die Wissenschaftler zurücklegten. Die reine Entfernung zwischen Start- und Zielort betrug knapp 500 Kilometer. Einma halb durch Deutschland sind die Zebras also gewandert, wenn man es auf hiesige Verhältnisse überträgt. Eine Menge an Kilometern, die beinahe unglaublich klingt, denn das stellt einen Rekord dar für bislang beobachtete Wanderungen von Tieren in Afrika.

Zebra mit Jungem

Längste je beobachtete Wanderung in Afrika

Bislang seien solche Beobachtungen in dieser Ausführlichkeit aber auch selten und für nur wenige Tierarten durchgeführt worden, gaben die Forscher unumwunden zu bedenken. Die Informationen tragen aber entscheidend zur Sicherheit und damit Überlebensfähigkeit der Tiere in dieser Region bei. Oft müssen sie auch durch von Menschen besiedeltes Gebiet kreuzen. Hier gilt es bei zukünftigen Ausweitungen von Siedlungen diese Marschrouten zu berücksichtigen.

In Botswana wurde zum Beispiel zuletzt ein längerer Zaun entfernt, der Zebrawanderungen in diesem südlichen Teil von Afrika blockiert hatte. Als dies den Tieren aufgefallen war, kehrten sie zu ihren angestammten Wanderwegen durch Afrika zurück und sparten sich viele Umwege und viel dabei verbrauchte Energie.

Man sieht immer wieder: die Forschung nutzt nicht allein dem Menschen, sondern in diesem Fall auch dem Überleben von Zebras. Denn nicht nur der Mensch betreibt gerne Wandern im südlichen Afrika, auch die Tiere wie hier die Zebras tun dies und in diesem Falle als überlebensnotwendige Maßnahme.