25.04.06 - Gorge Pad (Wanderweg)
Eigentlich wollte ich heute auf das Dach des Amphitheaters, aber wie es das Schicksal so will melden sich zu wenig Leute an. OK, dann gehe ich den „Gorge Pad“ zu den Füßen des Tugela Falls. Im Internet habe ich bereits über die Wanderung gelesen und der Weg soll toll und die Aussicht noch besser sein. Ich fahre gegen 7.00 Uhr los zum Golden National Park. Hier war ich auch schon mal bei meiner letzten Reise. Von dort aus gibt es viele Wanderwege. Der Tugela oder auch Gorge Walk ist ca. 21 km lang und auf den ersten km ist er auch wirklich ein schöner Wanderweg. Vorab schon mal: Man sollte immer die Uhr im Blick behalten, damit man nicht bei Dunkelheit absteigen muss, der Park schließt auch um 18.00 Uhr. Ich bin um 8.15 Uhr los gelaufen und war um 17.35 Uhr zurück. Die Wanderkarte kostet zur Zeit 40 Rand, ist aber nicht so gut zu gebrauchen. Tipp: Fragt lieber mal in eurem Camp, Backpacker oder Hostel nach, da bekommt man meistens eine gute Wegbeschreibung für 5 Rand. Wenn man vom Parkplatz (nicht beim Touristeninformation), sondern weiter links beim Busparkplatz am Grillplatz vorbei. Man läuft dann den Weg direkt am Fluss lang bis zu einer kleinen Holzbrücke. Den Fluss darauf nach links überqueren und dann geht es ein paar Meter wieder zurück, Dies ist aber richtig.
Danach könnt ihr nicht mehr falsch laufen, es gibt auch keine Beschilderung mehr! Jetzt kommt der angenehme Teil, bis ihr auf eine Schild „Dangerous Rocks“ kommt. Ab hier kann man jetzt nur über die Steine des Flusses springen und laufen um weiter zukommen. Irgendwann gabelt sich der Weg und ihr seht einen weisen Pfeil auf einer Steinwand, der nach links zeigt. Dort seht ihr auch eine kleine Leiter. Links laufen ist falsch, aber das habe ich erst am Ende des Weges gemerkt, da er irgendwann einfach aufhört. Das hat mich ca. 1 Std. gekostet. Da ich immer noch keine Karte habe laufe ich zurück und sehe neben diesem Pfeil rechts noch die andere Leiter, die ich gesucht hatte. Warum die mir nicht gleich aufgefallen ist??? Naja! Zu diesem Zeitpunkt stand noch ein Pärchen mit mir unten an der Leiter, aber sie wollten nicht hoch klettern. Ich hatte auch mal was von einem „Tunnel“ gelesen, aber diesen bis jetzt noch nicht gefunden. Als ich die Leiter überwunden hatte, kam gleich die nächste Hürde! An
einem Drahtseil und Baumwurzeln kletterte ich also noch einen Felsen hoch (runter ging es zum Glück einfacher als gedacht). Oben angekommen schaute mich ein Mann an und sagt zu mir „Hey, still such a mad person“. Ich sagt zu ihm, na klar, wenn man schon hier ist! Wie schon vorher erwähnt meinte das Schicksal es gut mit mir. Der Mann hieß Karl und kam nach dem Krieg von Deutschland nach SA und lebte seit dem in Jo´burg. Karl ist 67 und wir liefen dann zusammen weiter. Alleine wäre er und ich auch nicht nach oben gegangen, da der Weg über die Steine und Felsen recht anstrengen war. Karl hatte auch diese Wegbeschreibung dabei, die aber auch völlig reichte. Es ist auch noch viel einfacher, denn nach der Leiter müsst ihr euch immer nur rechts am Fluss halten und hoch laufen, das ist alles! Wir sind dann noch ca. 2 Std. Hochgelaufen um den Wasserfall zu sehen. Leider war es sehr wolkig und als wir an einer Gablung ankamen, sagten wir, ok jetzt machen wir Rast und gehen dann zurück. Man kann bestimmt noch höher gehen, aber wir haben den Wasserfall gesehen, da das Schicksal es mit uns wieder gut gemeint hatte und die
Wolken sich verzogen. Der Ausblick hier, wie schon beim ganzen Aufstieg ist wunderschön, einfach überwältigend. Um 13.30 Uhr sind wir dann wieder runter gegangen, da wir immer die Zeit gemessen hatten, wussten wir, wie lange wir brauchten. Nach unten dauert es bis zur Leiter fast genauso lang wie rauf, ist aber nicht so anstrengend. Das liegt auch daran, dass man sich immer wieder einen Weg über die Steine suchen muss. Nach dem wir den Draht und die Leiter bewältigt hatten, habe ich auch den „Tunnel“ gefunden, der ist einfach rechts neben der Leiter den Fluss hinauf. Im Sommer kann man hier durch laufen und ist bestimmt eine schöne Abkühlung. Ich habe es nicht gemacht, da mir das Wasser und die Außentemperatur etwas zu kalt war. Es ist ja auch schon Herbst. Danach ist der Abstieg zum Parkplatz ein Spaziergang, aber doch recht weit. Ich war pünktlich zum Sonnenuntergang am Auto und bin erschöpft in den Backpacker gefahren.
Noch Eins für Karl! Vielen Dank für den tollen Tag, deine Hilfe und dem vielen Spaß!
weiter zum 26.04.2006
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