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Touring-Afrika.de > Namibia > Reiseberichte > Traumurlaub06 Tag5

Meteorit und Nationalpark

Im Etosha Nationalpark gibt es drei Rastlager: Am östlichen Tor befindet sich Namutoni, im Zentrum des Parks Halali und am südwestlichen Tor Okaukuejo.
Halali ist 75 Kilometer von Namutoni entfernt. Der Park schließt bei Sonnenuntergang.
Bereits 1907 wurde Etosha zum Naturschutzgebiet erklärt, und zwar auf einer Fläche, die fünfmal größer ist als der heutige Nationalpark. Die jetzige Größe beträgt 22.912 Quadratkilometer. Im östlichen Teil liegt die Etosha Pan, was so viel wie ,,Großer weißer Platz“ heißt. Sie ist 4731 Quadratkilometer groß.
Im Nationalpark halten sich große Herden von Springböcken, Impalas, Zebras und Gnus auf. Außerdem gibt es Elefanten, Giraffen, Löwen, Leoparden, Geparden, Spitzmaulnashörner sowie viele Vögel und Reptilienarten. Die Straßen im Park sind, bis auf wenige Ausnahmen, nicht geteert und recht staubig. Bei Anbruch der Dunkelheit muss man sich in einem der Rastlager befinden oder den Park verlassen haben.
Halali kommt aus dem Deutschen und kündigt das Ende der Jagd an, und in diesem Sinne wurde das Rastlager so benannt. Es war auch das Ende unserer heutigen Etappe. Wir hatten uns als Ziel gesetzt, spätestens 15:00 Uhr den östlichen Eingang zu erreichen.
Von der Otjibamba Lodge bis in den Ort Otjiwarango sind es nur wenige Kilometer auf der B1. Wir legten eine kurze Rast ein, um ein paar Fotos zu schießen und den Tank zu füllen. In Otavi wollten wir entscheiden, ob wir auf der B1 bleiben und direkt nach Tsumeb fahren, oder ob wir auf die B8, Richtung Grootfontein, abbiegen und uns den Hoba Meteoriten ansehen.
Auf der B1, direkt auf der Fahrbahn, entdeckte ich eine Schlange. Wir waren aber schnell vorbei, und nur ich hatte sie gesehen. Weiterhin erblickten wir ein Warzenschwein am Straßenrad und ein paar Affen auf dem Zaun.
Da sich die Straße noch immer in einem sehr guten Zustand befand, erreichten wir nach 119 Kilometer schnell Otavi. Die Eisenbahnstrecke verlief die ganze Zeit parallel zur Straße, ein Zug war aber nicht zu sehen.
Wir wollten nun doch zum Meteoriten und bogen in Otavi ab. Wir fuhren noch eine Weile auf einer Teerstraße und entschlossen uns, abermals eine Pause einzulegen. Einheimische mit Kindern standen am Straßenrand und warteten vermutlich auf eine Mitfahrgelegenheit. Wir sprachen sie an, ob wir ein paar Fotos machen dürfen - sie hatten nichts dagegen. Mir ist es immer etwas peinlich, eine solche Frage zu stellen, aber die Fotos von Land und Leuten sind eben sehr interessant. Zum Abschied bekamen die Kinder ein paar Süßigkeiten von uns.
Jetzt mussten wir auf unserer ersten Schotterpiste fahren, um den Meteoriten zu erreichen.
Mit den Straßen waren wir bisher sehr verwöhnt worden, da wir fast ausschließlich die B1 benutzten. Auch auf ihr ist die Verkehrsdichte nicht mit Europa zu vergleichen, aber jetzt, auf der Schotterpiste, kam uns kaum ein Auto entgegen Begegnete uns doch eins, musste der Beifahrer auf Umluft umstellen, um, nachdem sich der Staub verzogen hatte, wieder auf Klimaautomatik zurückzuschalten. Wir wählten 23 Grad Celsius. Dieses Umschalten hielten wir während der ganzen drei Wochen ein und ersparten uns so den Staub im Innenraum des Autos. Unser Kia war in dieser Beziehung so dicht, dass wir es innen sehr sauber hatten und den Innenraum selbst nach Abschluss unserer Reise vor der Auto - Rückgabe nicht zu reinigen brauchten. Doch das wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.
Gegen 10:00 Uhr erreichten wir den Parkplatz, von dem aus ein kurzer Fußweg zum Meteoriten führte. Wir bezahlten Eintritt und liefen einen kurzen Weg durch die üppige Flora zu unserem Ziel, dem Meteoriten. Er war gewaltiger, als wir erwartet hatten, und lag in einer kleinen Bodensenke. Stufen, ringförmig wie in einem Station angeordnet, führten hinunter. Wir stellten uns auf den Meteoriten und merkten, dass der Schall merkwürdig reflektiert wurde, es klang irgendwie metallisch. Mich wunderte, dass die Stellen, die wahrscheinlich geschliffen waren, metallisch glänzten und keine Spur von Rost zeigten.
Der Meteorit ist einer der größten je gefundenen, er misst 3 Meter in der Länge und 1 Meter in der Breite. Er wiegt mehr als 50 Tonnen und umfasst ein Volumen von 9 Kubikmetern. Er schlug vor ungefähr 80.000 Jahren hier auf. Der Hoba-Meteorit besteht aus 82% Eisen, 16% Nickel, 1% Kobalt sowie diversen Spurenelementen.

Auf vorerst staubiger Piste ging es weiter in Richtung Tsumeb. Als wir Einheimische trafen, die zu Fuß unterwegs waren, legten wir noch einen kurzen Fotostopp ein. Da wir einen Ring fuhren, kamen wir nun auf die C42, eine wiederum gute Teerstraße, auf der wir schnell Tsumeb erreichten.
Tsumeb ist eine Stadt, die eng verbunden ist mit Mineralien, Erzen und dem Bergbau. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, das Mineralmuseum zu besuchen, fanden auch sofort ein Museum, allerdings das Technische Museum. Es war geschlossen, denn es war Sonntag, der Tag, an dem alle Museen geschlossen sind. So gingen wir Mittagessen.
Auf den Parkplatz sprach uns ein Mann an, wir sollten spenden und für irgendetwas unterschreiben. Ich glaube, es ging um Fußball. Da wir es aber nicht richtig verstanden, lehnten wir ab.

Nun suchten wir ein Restaurant, das schnell gefunden war. Die Speisekarte, die wir in Englisch einigermaßen verstanden, bot leckere Gerichte an. Leider mussten wir auf das Essen ungefähr eine Stunde warten. Belohnt wurden wir damit, dass das Essen wirklich frisch zubereitet war und sehr gut schmeckte.
Aber lange konnten wir nicht verweilen, wir wollten 15.00 Uhr am Eingang des Etosha Nationalparks sein. Trotz unserer Eile, das obligatorische Tanken vergaßen wir nicht.
Die Straße war gut. Wir fuhren wieder auf der B1. 74 Kilometer lagen noch vor uns. Dann bogen wir ab auf die C38, die gut ausgeschildert und immer noch Teerstraße ist. Diverse Verkehrszeichen fotografierten wir natürlich. Es waren immer Achtungszeichen mit Tieren, z.B. mit Schwein, Rind oder Bock.

Nach 36 Kilometer sahen wir das Eingangstor, das Von Lindquist Gate/Tor. Wir hielten davor erst mal für ein Foto an. Am Tor stellte uns eine Frau einen Zettel aus, den wir ins Auto legten und bei der Ausreise für die Bezahlung brauchten.
Wir hatten vor, drei Nächte im Park zu bleiben.
Bis zum Namutoni waren es doch noch ein paar Kilometer Teerstraße. Als wir dort ankamen, waren sofort einige Springböcke zur Stelle, so als wollten sie uns begrüßen.
Wir besuchten Namutoni nur ganz kurz. Wir kauften uns das Prospekt vom Etosha Nationalpark. Dies war nicht ganz billig, hat sich aber gelohnt. Es enthält eine detaillierte Straßenkarte sowie Abbildungen und Namen von den hier lebenden Tieren. Das Prospekt ist in deutscher und englischer Sprache geschrieben.
Die Straße bis zum Halali war gut ausgeschildert, aber jetzt gab es nur noch staubige und unebene Pisten. Die Richtung steht an Straßenkreuzungen auf Steinen mit Pfeilen und Kilometerangaben. Manchmal ist die Farbe etwas verwittert, aber wenn man aufpasst, ist der Weg nicht zu verfehlen. 60 km/h sollten wirklich die Höchstgeschwindigkeit sein. Wir trafen aber an den kommenden Tagen Fahrer, die sich offensichtlich nicht daran hielten.
Schon nach den ersten Kurven standen Giraffen mitten auf der Fahrbahn. Wir sahen Strauße, Zebras, Springböcke, und was wir nicht erwarteten, ein Spitzmaulnashorn. Leider ließ es sich nicht fotografieren, es war im Busch fast unsichtbar.
Der Weg zog sich in die Länge, aber wir lagen gut in der Zeit und erreichten die Rezeption vom Halali rechtzeitig.
Für die Unterkunft im Etosha Nationalpark hatten wir keine Hotelvoucher bekommen. Der Mann an der Rezeption wollte uns deshalb einen Zeltplatz für vier Personen mit einem PKW verkaufen. Wir versuchten ihm mit Worten wie FTI oder Diana beizubringen, dass wir reserviert hatten. Aber er hörte nicht richtig zu und beschäftigte sich stattdessen mit seinem PC.
Diana hatte uns in Windhoek zugesagt, ein Fax ins Halali zu schicken, doch ist es wohl nie dort angekommen. Schließlich fand der Angestellte an der Rezeption doch noch unsere Reservierung, und wir bekamen die Schlüssel für ein so genanntes Luxushaus und eine Anfahrtsskizze.
Es gab hier am Hauptgebäude einen kleinen Supermarkt mit Souvenirverkauf, öffentlichen Toiletten und auch ein Restaurant mit großer Terrasse. Nach einem kleinen Einkauf fuhren wir zu unserem Häuschen, das auf einer kleinen Anhöhe lag. Der Weg dorthin war nicht sehr weit.
Unser Domizil bestand aus einem Wohnzimmer mit Sitzecke und Fernseher, einer eingerichteten Küche, zwei Schlafzimmern, einer Toilette, einem Bad mit Dusche und Badewanne sowie einer Terrasse mit Sitzgelegenheiten, einem Tisch und einer Feuerstelle zum Grillen.
Doch als erstes stellten wir fest, dass der Toilettenspülkasten nicht funktionierte. Ich lief zur Rezeption, um den Schaden zu melden. Die anderen packten in der Zwischenzeit aus, und Petra kochte einen Kaffee. An der Rezeption versicherte man mir, dass gleich jemand kommen würde.
Wir saßen gemütlich auf der Terrasse, und wirklich: Nach kurzer Zeit kam ein Auto mit einem Monteur, er löste das kleine Problem sofort.
An diesem Tag gingen wir noch zum Wasserloch, das zum Halali gehörte. Zu ihm führt ein kurzer Fußweg über den Campingplatz. Es gib Bänke, und ein Zaun trennt die Besucher von dem Loch. Aber man hat einen guten Überblick, da man sich auf einem Hang befindet und den Zaun nicht stört.
Von hier aus konnten wir den Sonnenuntergang erleben. Er ist in Afrika etwas ganz Besonderes, das Farbenspiel wirklich faszinierend. Doch hat die Sonne den Horizont erreicht, ist dieses Naturschauspiel leider nur sehr kurz.
Außer ein paar Hühnern war am Wasserloch nichts zu sehen. Geduld war gefragt. Ab und zu kamen oder gingen Leute.
Nach Sonnenuntergang, das Loch wird in der Dunkelheit von Scheinwerfern angestrahlt, sahen wir einige Springböcke. Doch weiter wurde unsere Geduld nicht belohnt. Dafür hatten wir aber Hunger bekommen.
Bis zum Restaurant war es nicht weit. Das Abendessen, es fiel recht üppig aus, wurde in Buffet - Form zu einem Einheitspreis angeboten. Er betrug umgerechnet etwa 13 Euro pro Person. Man konnte essen so viel man wollte, Vorsuppe und Nachtisch sowie Tee und Kaffee inklusive.
Es war noch so warm, dass wir das Essen auf der Terrasse einnahmen. Wir wunderten uns nur, warum die Küche eine Stunde eher schloss, als es die Öffnungszeiten vorsahen. Dies setzte sich alle Tage fort, aber wir machten uns keine weiteren Gedanken darüber.
Der nächste Tag begann mit einem wunderbaren Sonnenaufgang über der Steppe.
Das Frühstück nahmen wir im Restaurant ein, und die erste Fahrt ging zur Tankstelle, die ebenfalls zum Halali gehört. Unser Reifen war unverändert. Ich war skeptisch, ob wir hier notfalls einen neuen Reifen bekommen würden. Wir hatten ja genug über Reifenpannen in Namibia gelesen.
Vom Halali aus nahmen wir uns heute den östlichen Teil des Parks vor, jedoch nicht bis zum Namutoni, sondern das Batia Wasserloch am östlichsten Punkt war unser Ziel. Zuerst fuhren wir 8 Kilometer in nördlicher Richtung bis zur Kreuzung, dann 11 Kilometer nach Osten, um nach weiteren 7 Kilometern das Nuamses Wasserloch zu erreichen.
Wir sahen Schwärme von kleinen Vögeln, die wie auf Kommando los flogen und wieder landeten. Das wiederholte sich immer wieder. Ansonsten war weiter nichts zu erleben am Nuamses. Trotzdem beschlossen wir, später noch einmal vorbeizuschauen.
Weiter ging es zum Etosha Lookout, einem Aussichtspunkt, der 3 Kilometer in die Etoshapfanne hineinragt. Der Anblick dieses gewaltigen ausgetrockneten Salzsees war wunderbar.
Es waren nur wenige Autos unterwegs, oftmals begegneten wir kilometerlang keinem Fahrzeug.
Direkt in der Etoshapfanne konnten wir Strauße und Gnus beobachten. Am Aussichtspunkt sahen wir am Horizont des Salzsees eine Insel, grünes Land, es war eine Fata Morgana. Geht man in die Hocke, verschwindet diese Luftspiegelung.
Zurück vom Aussichtspunkt an der Wegkreuzung, hatten wir 11 Kilometer in Richtung Osten vor uns, um einen Parkplatz mit Toiletten zu erreichen. Außerdem kann man sich dort die Beine vertreten. Das ist notwendig bzw. zu empfehlen, weil im gesamten Nationalpark das Aussteigen aus dem Auto verboten ist.
Den Tieren, denen wir auf unserer Fahrt begegneten, widmeten wir oft einen Fotostopp. Man sollte ja nicht Kilometer ,,schinden“, sondern rechts und links die Augen offen halten. Zum Beispiel schauten wir oft und lange dem Scharrtier zu. Es wirkt besonders drollig in der Männchenstellung.
Gnuherden und Springböcke waren reichlich vertreten, aber am meisten sahen wir Zebras. Weiterhin viele Vögel, wobei uns der Gelbschnabeltoko besonders oft auffiel.
Ein weiterer Vogel, dem wir begegneten, war die Riesentrappe, die zur Gruppe der Kranichvögel gehört. In unserem Prospekt ist ein kleiner Druckfehler passiert: Wir haben zunächst gerätselt, ob es wohl stimmt, dort heißt die Riesentrappe ,,Reisentrappe“.
An den zwei Wasserlöchern Springbokfontein und Batia erreichten wir den östlichsten Punkt unserer heutigen Etappe. Leider waren sie fast ausgetrocknet.
Seit wir im Park weilten, hatten wir eine Wette abgeschlossen, wer wohl den ersten Elefanten sehen wird. Nach zwei Fehlalarmen war es Roland, der den ersten und einzigen Elefanten, den wir im Etosha Park erblickten, entdeckte.
Als wir auf unserer weiteren Reise davon berichteten, wollte man uns gar nicht glauben, dass wir im ganzen Nationalpark nur einen Elefanten gesehen hatten. Es ist aber die bittere Wahrheit. Rolands Preis ist es, in diesen Zeilen genannt zu werden - was hiermit geschehen ist.
Unser Elefant war weit von uns entfernt, und es erforderte schon einigen Zoom, um ihn auf den Film zu bannen.
Da wir nicht den gleichen Weg zurückfahren wollten, wählten wir eine Route im Süden, auf deren Verlauf sich nochmals ein Parkplatz mit Toilette befand. Auch das Wasserloch Goas lag auf unserem Rückweg. Hier begegneten wir den meisten Tieren. Es hatten sich wohl ungefähr 7 Giraffen, viele Springböcke, Gnus, Zebras, Kudus und Oryx eingefunden. Sie alle waren gekommen, um ihren Durst zu löschen. Besonders bei den Giraffen sieht das toll aus. Auch einen kleinen Kampf zwischen zwei männlichen Impalas konnten wir beobachten.
An diesem Wasserloch verbrachten wir viel Zeit. Danach fuhren noch auf die gegenüberliegende Seite. Und weiter ging es in Richtung Rhino Drive.
Diesen Weg sollten wir noch bereuen. Hier bereuten wir zum ersten Mal, dass wir keinen Jeep gemietet hatten. Nach dem Geholper waren es ungefähr noch 10 Kilometer bis zum Halali.
Wir erledigten noch ein paar Einkäufe und legten an unserem Häuschen eine Kaffeepause ein.
Am Nachmittag ging es nochmals hinaus zu einer kleinen Safari. Ungefähr 15 Kilometer vom Halali entfernt besuchten wir nochmals das Wasserloch Goas, aber jetzt auf einem anderen Weg, an dem sich das künstliche Wasserloch Helio befinden sollte. Wir fanden es aber nicht. Kein Problem, denn der Umweg war unbedeutend.

Am Goas war jetzt leider nicht mehr viel los, aber wenigstens einige Antilopen und Zebras erspähten wir. Unterwegs begegneten wir noch zwei Giraffen. Trotz vieler Elefantenhaufen haben wir keinen ihrer ,,Verursacher“ im Etosha Nationalpark gesehen.
Im Halali ging es wieder an das hiesige Wasserloch. Noch war es hell und noch nichts los. Nur zwischen den Steinen erspähten wir eine kleine Maus, am Loch einige Perlhühner beim Saufen und Steinböcke, die vorüber zogen.
Aber wir erlebten einen wunderschönen, einen grandiosen Sonnenuntergang, nach dem es jedoch rasch wieder finster wurde. Aber die Scheinwerfer erstrahlten, und wir konnten auf dem Zaun einen schwarzen Vogel beobachten, der sich sein Abendbrot aus der Luft fing, Motten die vom Scheinwerferlicht angezogen wurden.
Inzwischen fing mein Magen an zu knurren, wir hatten ja zu Mittag nur ein paar Kekse gegessen. Einige Leute verließen schon den Aussichtspunkt, da sie nichts mehr erwarteten.
Ich packte meine Kamera ein, und wir wollten zum Abendbrot aufbrechen. Doch plötzlich tauchte links ein Schatten aus dem Dunkel auf, ein Schatten von ziemlicher Größe. Oder hatten wir uns geirrt? Nein, er stammte sogar von zwei Tieren, einem größeren und dahinter einem kleineren. Es wurde mucksmäuschenstill. Wir erkannten ein Spitzmaulnashorn mit seinem Jungen. Sie gingen gemächlich auf das
Wasserloch zu und begannen, ausgiebig zu saufen. Die Mutter wechselte noch die Stelle, dicht hinter ihr das Jungtier. Nach etwa einer Viertelstunde zogen sich beide in den Busch zurück.
Nun konnten wir uns, erfreut über unsere Beobachtung, zum Abendbrot ins Restaurant begeben.
Am Abend saßen wir noch eine Weile vor unserem Haus. Wir sahen in den Sternenhimmel mit seinen klaren tausenden Sternen, es waren viel mehr als am heimatlichen Himmel, und wir bewunderten das Band der Milchstraße, das wir sehr deutlich erkennen konnten. Leider wissen wir nur wenig - zu wenig - über Sternbilder. Selbst unsere Suche nach dem Kreuz des Südens blieb erfolglos.
Dieser Tag im Etosha Nationalpark endete für uns nicht sehr spät, zum Sonnenaufgang ist ja die Nacht zu Ende.

Das Frühstück am nächsten Morgen wurde auf der Terrasse unseres Hauses serviert, wir hatten dafür eingekauft und konnten danach sofort aufbrechen, natürlich nicht, ohne vorher einen prüfenden Blick auf die Reifen zu werfen.

Es ergibt sich von selbst, dass heute der westliche Teil, vom Halali aus gesehen, von uns ,,erobert“ werden sollte.
Eigentlich kann man nicht vom westlichen Teil des Parks sprechen, da dieser nur Gruppen mit Guide vorbehalten bleibt.
Wie am Tag zuvor, fuhren wir nach Norden bis zur Kreuzung und bogen hier links ab. Nach 6 Kilometern kam wieder eine Kreuzung. Wir fuhren eine Umgehung in nördlicher Richtung. Das sollten wir nicht bereuen, weil wir dort eines unserer besten Beobachtungserlebnisse im Etosha Nationalpark hatten.
Vorerst sahen wir ein oder zwei Schakale sowie Familie Strauß. Auch ein Sekretär kreuzte unseren Weg. Dann wieder lange Zeit nichts, auch keine anderen Fahrzeuge. Plötzlich entdeckten wir auf der rechten Seite in einiger Entfernung drei Geparde, die ein erlegtes Wild zerfleischten und fraßen. Das tote Tier hatte Hörner, ansonsten konnten wir es nicht näher identifizieren.
Die Geparden hatten ihre Mahlzeit fast beendet, als sie uns bemerkten. Da wir aber in ausreichender Entfernung standen, beachteten sie uns nicht weiter. Geruhsam beendeten sie ihr Mahl und liefen langsam davon. Darauf hatten zwei Schakale schon lange gewartet und machten sich nun über die Reste her. Ein Geier kreiste bereits am Himmel und zwei andere warteten in kurzem Abstand auf ihren Anteil. Ein dritter Schakal war eingetroffen, und einer der beiden ersten lief davon. Unsere Kameras klickten unentwegt. Die Anzahl der der Geier wuchs auf zwölf. Noch getrauten sie sich nicht an die Futterstelle, aber sie rückten langsam näher. Am Himmel immer mehr Geier, nun waren sie in der Überzahl und machten den Schakalen Konkurrenz. Diese konnten noch eine Weile ihre Stellung halten, zogen sich aber dann zurück. Die Geier rissen nun den Rest, ich zählte dreiundzwanzig Stück.
Wir machten auch ein paar Schritte aus dem Auto, um besser fotografieren zu können, schauten aber sicherheitshalber hinter uns, um festzustellen, ob da irgendwelche Tiere lauerten.

Nachdem wir diesem Treiben lange genug zugesehen hatten, setzten wir unsere Fahrt fort.

Am Salvadora - und Sueda Wasserloch sahen wir nicht viele Tiere. Es liegt direkt an der Ethoshapfanne. Dort trafen wir auf einen frechen Schildraben, der nicht die geringste Angst vor uns verspürte. Wir konnten uns ihm bis auf einen Meter nähern, um ihn zu fotografieren.
An diesem Tag sahen wir noch große Zebraherden. Auch eine Hyäne konnten wir in einiger Entfernung ausmachen.
Noch sechs Kilometer und wir erreichten die einzige Toilette, die heute an unserem Weg lag.
Es war nun nicht mehr weit bis zum Homob Wasserloch. Dort trafen wir wieder Antilopen, Zebras und Gnus an. Somit hatten wir auch den westlichsten Punkt unserer heutigen Safari erreicht.
Zurück zum Halali ging es noch am Charitsaub Wasserloch vorbei, wo ebenfalls große Herden von Zebras zu sehen waren.
Nach dem Kaffee vor unserem Häuschen ging es nochmals auf eine Nachmittags-Safari. Sie führte uns, wie tags zuvor, auf dem Weg Helio Hills in Richtung Wasserloch Goas. Doch vier Kilometer davor bogen wir nach Norden ab.
Das Wasserloch Nuamses war unser Ziel. Dort waren wir ja gestern am Vormittag gewesen und hatten uns vorgenommen, nochmals hierher zurückzukehren. Es war der Ort, an dem wir die großen Vogelschwärme bewunderten.
Unterwegs sahen wir einen geparkten roten PKW und wenig später die Insassen, die wie gebannt mit Ferngläsern ins Dickicht schauten. Wir hielten ebenfalls und erfuhren, dass sie einen Cheetah gesehen hätten. Cheetah ist das englische Wort für Gepard. Nachdem wir eine ganze Weile angestrengt durch die Ferngläser gespäht hatten, entdeckte ich ihn. Ein Foto war nicht möglich, die Raubkatze zu weit weg und schnell im Unterholz verschwunden.
Im Vergleich zu dem, was wir heute Vormittag gesehen hatten, war die Nachmittagsausbeute recht spärlich. Aber dann, am Nuamses, war doch etwas mehr Betrieb als am Vortag. Viele Antilopen und Zebras weideten hier. Doch die Zeit drängte, wir mussten ja bis zum Sonnenuntergang zurück sein.
Wir wählten nicht denselben Weg für die Rückfahrt, sondern fuhren weiter in Richtung Norden bis zu der Kreuzung, die zum Aussichtspunkt der Ethoshapfanne führt, und bogen dann links ab. Nun lagen noch 11 Kilometer bis zur nächsten Abbiegung und dann noch acht Kilometer zum Halali zu fahren.
Eine Weile begleitete uns auf der linken Seite ein kleines Damara Dik Dik, bis es des Nebenherlaufens müde war und umkehrte.
Jetzt war es nicht mehr weit bis zur Lodge. Doch plötzlich rief ich: „Halt, halt!“ Kurz vor unserem Auto, auf der rechten Straßenseite lag, wir glaubten es kaum, ein Leopard! Schnell holten wir sämtliche Kameras heraus, die schon verpackt waren. Er schien zu bemerken, dass er fotografiert wurde, stand auf, lief ein paar Schritte und legte sich wieder nieder. Schließlich hatte er wohl genug von uns und verschwand rechts im hohen Gras. Das war ein krönender Abschluss unserer Safaris im Ethosha Nationalpark. Wir ahnten nicht, dass wir unserem „Freund“ heute noch einmal begegnen sollten.
Vor dem Abendbrot begaben wir uns nocheinmall zum Wasserloch des Halali. Nachdem es dunkel geworden war, kam der Leopard, den wir unterwegs getroffen hatten, zu seinem „Abendtrunk“, an dem er sich eine ganze Weile labte. Als er schließlich abzog, wurde es ruhig und wir verließen unseren Beobachtungspunkt.
Der dritte Morgen im Park begann mit Sachenpacken und Autoeinräumen. Wir frühstückten in aller Ruhe und gaben anschließend an der Rezeption unsere Schlüssel ab.
Nach dem Tanken fuhren wir den gleichen Weg wie am Vortag, aber ohne Umwege bis zum Okaukuejo, u.a. vorbei am Wasserloch Ondongab. Es war sehr trocken und bot nichts Nennenswertes. Es war das letzte Wasserloch, das wir aufsuchten. Wiederum haben wir viele Herden von Zebras, Springböcken und Gnus gesehen. Am lustigsten sah es aus, wenn eine Antilopenherde im hohen Gras hockte und nur die Hörner und Köpfe zu sehen waren.
Die Straße war teilweise schlecht, es gab viele Bodenwellen, als wäre ein Panzer oder Kettenfahrzeug auf dem Weg gefahren.
Solche Wellen sieht man immer wieder auf den Pisten, verursacht durch die Autos. Wir wurden so unsanft durchgerüttelt, dass wir nicht wagten, an die Stoßdämpfer zu denken, unser Wagen musste in diesen Wochen einiges überstehen.
Noch am Vormittag erreichten wir Okaukuejo, das westlichste Rastlager im Etosha Nationalpark und das Verwaltungs- und Forschungszentrum. Dort rasteten wir.

Es gibt Geschäfte, Post, Toiletten und eine Tourist - Information. Hier mussten wir auch unseren Zettel vorlegen, den wir am Eingang bekommen hatten. Wir bezahlten für vier Personen und drei Nächte sowie einen PKW den Eintritt. Die Quittung war später am Ausgang vorzulegen.
So wie in Namtoni stand auch hier ein Aussichtsturm. Der Aufstieg war kostenlos und unser Zeitplan sah gut aus. Also stiegen wir hoch und genossen die phantastische Aussicht rundum über das Rastlager.
Noch 14 Kilometer Teerstraße, die wir schon lange vermisst hatten, trennten uns jetzt noch vom Ausgang. Schnell erreichten wir das Andersson's Gate/Tor.

 

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