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Touring-Afrika.de > Namibia > Reiseberichte > Traumurlaub06 Tag12

Köcherbäume

Vor uns lag die längste Teilstrecke, die wir während unseres gesamten Urlaubes an einem Tag mit dem Auto schaffen mussten.
Noch fuhren wir Schotterpiste, bis Grünau, wo Gelegenheit zum Tanken bestand.
Grünau wird auch von der B1 durchquert. Auf ihr mussten wir in Richtung Norden fahren.
Wie schon bekannt, führt die B1 von Süd-Afrika bis Angola längs durchs gesamte Land, und wir waren ja schon am Anfang unserer Reise von Windhoek bis Otavi auf dieser Teerstraße gefahren.
Unser nächstes Ziel war die Stadt Keetmanshoop. Dort verließen wir die B1, um zum Köcherbaumwald zu gelangen, der von hier aus östlich liegt.
Genau 13 Kilometer sind es von Keetmanshoop bis zum Köcherbaumwald.

Fotografieren sollte man, nach Empfehlung des Reiseführers, in den späten Nachmittagsstunden. Wir waren aber schon am Vormittag dort und hatten noch eine weite Strecke bis zur nächsten Lodge zu bewältigen.
Auf einem Parkplatz vor dem Restaurant der Gariganus Farm hielten wir an, denn es mussten Eintrittskarten gekauft werden, was hier möglich war.
Eine Antilope mit großen Hörnern stand an einem Baum und sah uns mit großen Augen an. Plötzlich kam sie, völlig ohne Scheu, auf uns zugelaufen. Wir waren schon ein paar Schritte vom Auto entfernt, aber als uns das Tier doch zu nahe kam, kehrten wir schnurstracks Richtung Auto um, sehr zur Belustigung einiger Restaurant – Gäste, die diese Begebenheit beobachteten .
Später erfuhren wir, die Antilope ist hier genauso wie ein Warzenschwein das Haustier.

Zur Eintrittskarte gehörten eine Beschreibung zum Köcherbaum und eine Postkarte. Der Eintrittspreis galt auch für den „Spielplatz der Giganten“.
Mit dem Auto ging es noch ein Stück bis zu einem Campingplatz, auf dem sich der Parkplatz zum Köcherbaumwald befindet.
Zu Fuß liefen wir nun durch diesen Wald. So viele Köcherbäume hatten wir noch nie auf einem „Haufen“ gesehen. Es gab auch viele Doleritfelsen und dazwischen Klippschliefer.
Die Bäume sind etwa 200 bis 300 Jahre alt und durchschnittlich 5 Meter hoch. Im Reiseführer lasen wir folgende Information „Der Name Köcherbaum wurde dem Aloegewächs von Simon van der Stel, Gouverneur der Kapregion, im Jahre 1685 gegeben, da die Buschmänner und Hottentotten geeignete Äste aushöhlten und sie als Köcher für ihre Jagdpfeile verwendeten.“ Auf Afrikaans sagt man Kokerboom.
Der Köcherbaum gehört zu den Sukkulenten und speichert Wasser in seinem Stamm. Er blüht das erste Mal nach 20 bis 30 Jahren. Normalerweise steht diese Pflanze einzeln, aber im Köcherbaumwald wachsen etwa 250 Exemplare.
Übrigens: Afrikaans ist eine der elf offiziellen Sprachen im Süden von Afrika.

Nochmals eine kurze Autofahrt; und wir befanden uns nach einer Toreinfahrt am „Spielplatz der Giganten“ oder wie es auf Englisch heißt Giants Playground. Auch hier gibt es Köcherbäume.
Vorrangig fallen aber die aufeinander getürmten Felsen auf.
Es gibt einen Rundweg, der eine Stunde durch diese bizarre Felslandschaft führt.

Leider gab es für uns wieder einmal zeitliche Grenzen. Etwa zwanzig Minuten blieben uns für die Doloritfelsen, an die uns zu Hause viele Fotos erinnern werden.

Wir fuhren auf der B1 weiter in Richtung Norden.
Die nächste größere Stadt war Mariental.
Den Ort Asab mit Tankstelle verpassten wir.
Inzwischen war die Mittagszeit überschritten und wir hatten Hunger. Direkt an der Straße fanden wir wie gerufen eine Tankstelle und einen McDonalds.
Zuerst wurde getankt, dann gegessen und getrunken. Auch die ,,Allgemeine Zeitung“ habe ich hier wieder gekauft.
Noch lagen 30 Kilometer vor uns.
Inmitten der Wüstenlandschaft liegt die Kalahari Anib Lodge, unser Tagesziel.
Der Eingang ist einige Kilometer von der Rezeption entfernt. Wir fuhren auf einer roten staubigen Straße bis zum Haupthaus und wurden dort mit einem Begrüßungstrunk erwartet.
Zu unseren Zimmern, wieder in nebeneinander liegenden Bungalows und geschmackvoll eingerichtet, gehörte auch hier eine Terrasse.
Wir konnten näher an die Unterkunft heranfahren, um dort auszupacken und auch zu parken.
Laut Tachoanzeige waren wir am heutigen Tag 543 Kilometer gefahren.
Noch war es hell. So sahen wir uns noch etwas um.

In der Lodge gibt es zwei Swimmingpools. Das Gelände ist gut bepflanzt.
Auch eine kurze Stromsperre erlebten wir hier.
Ein Fax und auch eine E-Mail von Diana erhielten wir an der Rezeption, beide hatten den gleichen Wortlaut mit unserer Rückflugbestätigung.
Bei einem Bier verbrachten wir die Zeit bis zum letzten Sonnenuntergang unserer Rundreise, der noch einmal ein großartiges Erlebnis war.

Noch einmal hielten wir mit unseren Fotoapparaten die überwältigende Farbenpracht und die langen Schatten fest. Dabei lernten wir einen Touristen aus Südafrika kennen. Ein gewisser Trost für uns: Nicht nur unsere, auch seine Englisch Kenntnisse ließen zu wünschen übrig. Aber irgendwie verständigten wir uns, und das war schließlich die Hauptsache.

Das Highlight dieses Abends war das Abendessen.
Wir bekamen einen Platz im Restaurant zugewiesen, das Menü wurde in Englisch, Deutsch und Klicksprache angekündigt.
Wir genossen eines der besten Abendessen unserer Namibia Reise, wenn nicht das beste überhaupt.
Diesen Abend betrachteten wir als unseren Abschlussabend. Wir hatten zwar noch eine Übernachtung in Charlottes Gästehaus, aber romantischer, erlebnisreicher war es hier.
Am Kaminfeuer in der gemütlich und stilvoll eingerichteten Lounge ließen wir uns den südafrikanischen Rotwein schmecken.
Ausliegende Bildbände regten unseren Appetit schon für einen nächsten Urlaub in Namibia, Botswana oder Südafrika an. Vielleicht werden wir auch eine Reise mit der Kombination dieser Länder planen.
Im Kamin verlosch das Feuer, das Personal putzte schon lange die Gläser und wir kamen nun auch zum Schluss, wohlwollend vom Barkeeper registriert.
Am nächsten Tag stand der Ausgangspunkt unserer Reise, Windhoek, wieder auf dem Programm.

 

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