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Touring-Afrika.de > Namibia > Reiseberichte > Traumurlaub06 Tag6

Cheetah´s

Die C38 ist eine gute Teerstraße, d.h., wir wurden in Bezug aufs Fahren wieder verwöhnt.
Vom Andersson's Gate/Tor bis nach Outjo sind es 88 Kilometer, also knapp eine Stunde Fahrzeit. Eigentlich müssten wir neun Kilometer vor Outjo nach rechts abbiegen, aber aus zwei Gründen fuhren wir zuerst in diese Stadt.
Zum ersten gibt es dort eine Tankstelle, zum zweiten eine deutsche Bäckerei, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Direkt an der Hauptsraße entdeckten wir sie, ohne zu suchen. BÄCKEREI UND KONDITOREI stand auch auf Deutsch am Schaufenster. Innen gab es eine Kuchentheke und Sitzplätze. Draußen lockte eine Terrasse zum Platz nehmen, doch sie war leider besetzt. So suchten wir uns im Cafe einen Tisch und ließen uns die Karte bringen. Nicht nur Süßes, sondern auch Mittagstisch wurde angeboten.
Petra mochte ein Stück Kuchen, es musste ja nicht unbedingt Schwarzwälder Kirschtorte sein, obwohl es die auch gab. Ein Stück Kuchen und ein schöner dünner Kaffee dazu mit einer extra Portion heißem Wasser taten es auch. Ich habe noch nie jemand erlebt, der so dünnen Kaffee in diesen Mengen trinkt. Normalerweise trinkt sie ihn etwa 1:5 mit heißem Wasser gemischt.
Roland war heute kein Kraftfahrer, hätte sich also ein Bier genehmigen können, wählte aber lieber eine Cola, dazu eine große Pizza.
Kerstin und ich ließen uns einen extra großen Erdbeermilchshake schmecken. Kerstin bestellte sich noch ein Sandwich und ich zwei Bratwürste mit Kartoffelsalat und Kraut. Ich glaube, ich hatte am besten gewählt, aber jeder, wie er möchte. Auf alle Fälle waren wir danach satt und zahlten zufrieden.
Gegenüber vom Bäcker befanden sich noch Geschäfte. Wir besuchten einen Souvenirladen und kauften einige Postkarten sowie einen kleinen Mineralstein für Madeleine, die Tochter von Petra und Roland. Sie sammelt Steine und auch Münzen.
Mit der Verkäuferin kamen wir schnell ins Gespräch. Da keine weiteren Kunden im Laden waren, hatte sie Zeit und konnte sich mit uns, sie sprach etwas Deutsch, unterhalten. Sie erzählte uns, dass sie aus Südafrika komme und ihr Mann deutsche Vorfahren hätte. Wir verabschiedeten uns höflich und hielten nun Ausschau nach einer Tankstelle und einem Supermarkt, beide waren schnell gefunden. Ein paar Leute wollten uns davor selbst hergestellte Souvenirs verkaufen.
Mit vollem Tank und frischen Getränken im Kofferraum ging es neun Kilometer auf der C38 zurück. Dann bogen wir nach links auf die C39 in Richtung Khorixas.
Inzwischen hatten wir uns schon recht gut an das Linksfahren gewöhnt.

Weiter ging es auf dieser Teerstraße über 100 Kilometer. Ab und an stand ein Warzenschwein am Straßenrand oder ein Verkehrszeichen mahnte, dass Elefanten auftauchen könnten. Ein rotes Auto hupte und überholte uns. Das Hupen sollte heißen, dass wir zu langsam fahren, völlig unverständlich, denn die ganze Straße war frei und gut einsehbar, so dass ein Vorbeikommen überhaupt kein Problem war. Es war übrigens der gleiche Wagen, den wir am zweiten Nachmittag im Etosha Nationalpark auf dem Weg zum Nuamses Wasserloch gesehen hatten. Ich glaube, er gehörte Engländern.

Als wir die C39 verließen, mussten wir ein Tor im Zaun, der parallel zur Straße verlief, öffnen.
Die staubige Piste führte uns über acht Kilometer bis zur Otjitotongwe Cheetah Guest Farm.
Noch einmal mussten wir durch ein Tor fahren, bevor wir das Privatgrundstück der Farmersleute und zwei ihrer zahmen Geparde erblickten.
Der Chef kam gerade mit einem Jeep und zwei Besuchern aus dem ebenfalls eingezäunten Grundstück und begrüßte uns höflich. Er sprach Englisch und auch wenige Worte Deutsch. Wir sollten hinter ihm herfahren, und gelangten so zu den kleinen Gästebungalows, die wirklich sehr gut in die Landschaft passen.
Jede Familie bezog solch einen mit Terrasse, auf der ein Tisch und zwei Stühle standen. Der Chef persönlich zeigte jedem seine Unterkunft. Zu ihr gehörten ein Schlafraum, WC und Dusche. Es gab zwar elektrisches Licht, jedoch keine Steckdosen. Der Strom wurde aus Solarzellen gewonnen.
Die Bungalows waren mit Stroh gedeckt. Originellerweise hatte jedes Haus einen Tiernamen. Das Tier war auf dem Anhänger der Hausschlüssel abgebildet und als geschnitztes Motiv in der Eingangstür.
Wir wohnten im Bungalow Lion / Löwe und Petra und Roland im Eagle / Adler. Der Hausherr fragte uns auch, ob wir gleich ein Bier trinken und die Cheetah`s sehen wollten. Mit dem Biertrinken waren wir sofort einverstanden, die Cheetah`s wollten wir uns für den nächsten Tag aufheben. So gingen wir zu dem kleinen Restaurant, das im gleichen Stil wie die Bungalows gebaut ist und sich in unserer unmittelbaren Nähe befand.
Das Bier hieß „Tafel“ und schmeckte gut.
Unser Gastgeber hatte wenig Zeit, da eine größere Gruppe anwesend war, die heute die Tour der Gepardenfütterung absolvierte.
Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang auf dem Gelände der Farm. Dabei sahen wir eine Gepardenmutter mit ihren zwei Jungen, natürlich hinter einem Zaun. Es gab auch einen Campingplatz, wo Gruppen mit Zelten und Selbstverpflegung Rast machten. Eine hatte eine Art LKW mit einem Aufsatz, der einem Bus ähnelte. Unten waren Fächer, in denen die Zelte, das Gepäck sowie Tische und Stühle transportiert wurden.
Die sanitären Einrichtungen auf dem Platz befanden sich in gutem Zustand.
Wir beobachteten noch, wie die drei Geparde gefüttert wurden.
Dann brach die Dunkelheit herein.
Nun fragten wir unseren Vermieter, was es mit dem Verkehrsschild, auf dem ein Elefant abgebildet war, auf sich hat. Gibt es hier wirklich Elefanten? Wir erfuhren, dass die Elefanten in dieser Gegend schon viel Schaden angerichtet hätten und deshalb welche erlegt werden mussten. Solch einen Bericht las ich auch in der „Allgemeinen Zeitung“.
Vor dem Bungalow von Petra und Roland machten wir es uns mit einer Flasche Wein gemütlich. Auf dem Erdboden stand eine Papiertüte mit Sand gefüllt, die als Windlicht diente, in der Mitte leuchtete eine Kerze.
Die Chefin holte uns zum Abendessen in das kleine, stilvoll eingerichtete Restaurant. Die Tischbeine waren aus Antilopenhörnern. Es gab auch eine Bar. Mit uns war noch ein weiteres Paar zum Abendessen anwesend. Wir erfuhren, dass es Holländer waren.
Die Frau des Hauses sprach besser Deutsch als ihr Mann. Sie erklärte uns das Menü: eine Vorsuppe, weiter Reis, Chips, Kartoffeln, Fleisch vom Rind, Hackfleisch vom Springbock und einen Salat. Zum Nachtisch erhielten wir noch ein Stück Kuchen. Das Hauptgericht stand in Buffetform bereit.
Nach dem Abendessen blieben wir noch eine kurze Zeit zusammen sitzen, wechselten aber auf die Terrasse.
Dort kamen wir auch mit der Chefin ins Gespräch und erfuhren, dass die Tour mit den Geparden morgen um 16:00 Uhr beginnen sollte.
Da wir defacto den ganzen Tag bis zur Geparden, Tour zur Verfügung hatten, wollten wir vorher die Fingerklippe besuchen. Eigentlich lag sie auf unserer Etappe am übernächsten Tag, aber da hatten wir schon ein volles Programm geplant.
Wir fragten die Frau, ob unser Vorhaben machbar sei, sie bejahte. Nach unserer Berechnung hätten wir dort eine Stunde Zeit, wenn wir hier um 08:00 Uhr losfuhren. Das würde zwar nicht für eine Wanderung reichen, jedoch zum Fotografieren. Auf diese Weise wollten wir unsere Etappe am nächsten Tag zeitlich etwas entspannen. Unserer Bitte, eine Stunde eher zu frühstücken, wurde entsprochen, ab 07:00 Uhr sollte unser Frühstück bereit stehen.

Nach dem Aufstehen ging es sofort hinaus ins Freie, die Sonne stand noch tief, das beste Licht für Fotoaufnahmen. Dann ging es auch schon zum Frühstück. Die beiden Holländer saßen bereits amTisch und die Camper waren schon abgereist. Darüber wunderten wir uns etwas.
Dafür waren neue Gäste eingetroffen, ein Paar aus Südafrika. Es erzählte uns, dass es unsere Route in entgegen gesetzter Richtung fuhr, es hatte also den Ethosha Nationalpark noch vor sich. Wir stellten fest, dass es den gleichen Reiseführer mit Karte benutzte wie wir. Nachdem wir eine Weile Erfahrungen ausgetauscht hatten, schaute ich auf die Uhr, sie zeigte kurz vor 9:00 Uhr an. Da ich die Zeiger meiner Armbanduhr nicht verstellen kann, diese also deutsche Zeit zeigte, war das o. K. Eine kleine integrierte Digitaluhr hatte ich im Flugzeug um eine Stunde zurückgestellt und diese zeigte 8:00 Uhr an. Ich wurde aber darauf aufmerksam gemacht, dass meine Zeigeruhr doch die korrekte Zeit anzeigte. Unsere Wirtin kam hinzu und pflichtet dem bei.
Nun begriff ich im ersten Moment gar nichts mehr, bis man uns halb in Englisch und halb in Deutsch erklärte, dass vor einigen Tagen in Namibia die Sommerzeit begonnen hatte und die Uhren um eine Stunde vorgestellt wurden. Jetzt war uns auch klar, warum wir ständig zu spät zum Abendessen gekommen waren. Warum im Halali schon so zeitig die Küche schloss und wir am Vorhabend persönlich zum Abendessen geholt wurden.
Das bedeutete aber auch, dass wir jetzt eine Stunde zu spät dran waren und uns beeilen mussten, um am Nachmittag die Geparden - Tour nicht zu verpassen. Die Frau hatte extra wegen uns eine Stunde eher das Frühstück zubereitet, aber wir kamen erst zur normalen Frühstückszeit. Sie hat zwar verstanden, dass wir ein Problem mit der Uhr hatten, aber am nächsten Tag wieder eine Stunde eher Frühstück zuzubereiten, lehnte sie ab.
Hätten wir nur in die Zeitung geschaut, die ich in Windhoek gekauft hatte, dann hätten wir auf der Titelseite von der Sommerzeitumstellung erfahren. Radio und Fernsehen haben wir ja nirgends benutzt, und öffentliche Uhren waren wohl auch unserem Interesse entgangen.
Also schnell Uhren umgestellt, außer meiner, die stimmte ja nun, und ab in Richtung Teerstraße mit Tempo 40. Dann ging es auf der C40 noch acht Kilometer nach Kamanjab. Dort war Tanken wirklich noch nicht notwendig, so dass wir beschlossen, das auf dem Rückweg zu erledigen.

Wir fuhren weiter in Richtung Süden, und zwar 105 Kilometer. Am Ortsausgangsschild hörte die Teerstraße auf. Es begann eine entsetzliche Schotterpiste, für uns deshalb so schlimm, weil wir bisher mit den Straßen regelrecht verwöhnt worden waren.
Uns kamen Zweifel, ob wir bei dem Tempo überhaupt rechtzeitig unser Ziel erreichten, um an der Geparden - Tour teilnehmen zu können. Wir alle wollten die Raubkatzen aber unbedingt streicheln, an der Tour unbedingt teilnehmen. Gerade deshalb weilten wir ja in der Cheetah - Farm. Als Kompromiss schlug ich vor, weiter zu fahren und gegen 12:00 Uhr umzukehren, egal ob wir unser Ziel erreichten oder nicht.
So tuckerten wir auf dieser Straße weiter. Spitze Steine knallten an den Unterboden, obwohl wir versuchten, ihnen auszuweichen. Doch das führte dazu, dass wir in andere fuhren.
Das Linksfahren ist hier zweitrangig, da man die Autos, die entgegenkommen, zählen kann und sie sich mit einer dicken Staubwolke am Horizont ankündigen. Aber mit Licht fahren ist hier auch ganz günstig und wir hielten das auch ein.
An Tiere auf dieser Strecke kann ich mich nicht erinnern. Der Blick von Fahrer und Beifahrer galt der Piste. Wenn eine Querstraße kam, konnte man auf der Straßenkarte genau feststellen, wo man sich befand. Die Nummern waren gut ausgeschildert und stimmten genau mit der Karte überein.

Fransfontein war eine wirklich kleine Ortschaft und nur soweit erwähnenswert, als wir nur noch 18 Kilometer Schotterpiste zu bewältigen hatten. Mich wunderte nur, dass unsere Reifen danach noch voller Luft waren und an unserem „Beulenreifen“ alles unverändert war.
Endlich erreichten wir die Kreuzung C35 / C39, wobei die C39 in Richtung Outjo, man erinnere sich es war der Ort mit der Bäckerei, eine Teerstraße war. Genauin diese Richtung mussten wir. Endlich kamen wir zügig voran.
Mit Tempo 120 ging es weiter in Richtung Fingerklippen.
Die Chancen standen gut, noch kurz vor 12:00 Uhr am Fuße des Felsens zu sein.

Nach etwa 40 Kilometer auf der C39 bogen wir nach rechts auf die D2743 ab.
Nach wenigen Kilometern auf dieser unbefestigten Straße sahen wir den Felsen, der wie ein Finger nach oben in den Himmel zeigte.
Die 35 Meter hohe Kalksteinsäule und die sie umgebenden Tafelberge sind Überreste eines früheren Plateaus, das später vom Ugabfluss ausgewaschen wurde.
Die Richtung zur hiesigen Lodge wies eine Ausschilderung.
Wir erreichen 10 Minuten vor 12:00 Uhr den Eingang zum Fingerklippen. Wir verzichteten auf einen Besuch und gaben uns mit ein paar Fotos zufrieden. Nun galt es schon an den Rückweg zu denken.
Eine Frau aus einem gegenüberliegenden Haus brachte gerade einen Topf mit Essen zum Eingangstor. Dort aß die ganze Familie im Freien zu Mittag. Die Hausfrau war sicherlich eine Pförtnerin des Fingerklippenfelsens. Ein kleiner Junge spielte im Gras. Als wir ihn fotografierten, freute er sich, weil wir ihm gleich das Bild zeigten.
Weiter ging es in die Richtung, aus der wir gerade gekommen waren, wieder auf unbefestigter Straße mit ein paar kleinen Fotostopps bis zur C39.
Wir sind zu der Meinung gekommen, dass wir weiter nach Outjo fahren sollten und von dort aus wie gestern die C40 in Richtung Kamanjab. Das ist zwar nach Kilometern länger, aber ständig auf einer Teerstraße, so dass wir viel schneller sein müssten als auf dem Hinweg.
Und es war auch so. In Outjo hatten wir so viel Zeit gutgemacht, dass wir wieder beim Bäcker einkehren konnten. Diesmal bestellten wir leckeren Kuchen.
Auch für einen kleinen Shopping im Supermarkt blieb noch Zeit und natürlich auch für das Wichtigste, das Tanken. Unser Benzinanzeiger hatte unseren Treibstoffvorrat noch nie so weit unten angezeigt, der Tank war kaum noch halb voll. Aber noch bestand kein Grund zur Besorgnis.
Unterwegs sahen wir immer wieder Warzenschweine. Sobald wir anhielten und die Fenster öffneten, flüchteten sie.
Der Himmel wurde in Fahrtrichtung immer dunkler. Es sah schon sehr gespenstisch aus. Auch dieses Wetterphänomen mussten wir fotografieren. Plötzlich blitzte und donnerte es. Es fing an zu regnen. Schnell entwickelte sich der Regen zum Wolkenbruch. Es goss so stark, dass wir langsamer fahren mussten, wir konnten kaum noch die Straße erkennen, von der die Wassermassen nicht schnell genug abflossen.
Das Gewitter zog genau über uns hinweg. Aquaplaning schien jetzt eine echte Gefahr zu sein. Aber genau so schnell wie das Gewitter los brach, verzog es sich wieder.
Als wir von der Straße abbogen und das Tor zur unbefestigten Straße in die Cheetah Farm öffneten, wussten wir nicht, ob es hier auch geregnet hatte. Wenn ja, war das Wasser schnell im trockenen Boden versickert oder aber die Regenwolken hatten dieses Gebiet nur gestreift.
Wichtig war, wir waren pünktlich zurück, wir hatten sogar noch ein halbes Stündchen Zeit.

Pünktlich 16:00 Uhr standen wir bereit für die Tour zu den Geparden. Es nahm noch ein Paar teil, das sicherlich an diesem Tag erst angereist war. Ein Angestellter holte uns mit einem offenen Jeep ab.
Zuerst fuhren wir zum eingezäunten Privatgrundstück. Dort empfing uns der Chef der Farm und ließ uns ein. Er erklärte uns kurz auf Englisch, dass er fünf zahme Geparden hatte, wovon wir drei zu sehen bekämen und auch streicheln könnten. Wir sollten sie am Kopf kraulen. Das mögen sie so gern, dass sie dabei sogar schnurrten.

Und da waren sie auch schon, wie Pfeile schossen sie heran. Einer sprang über einen kleinen Vorgartenzaun, als wäre dieser gar nicht vorhanden.
Nun zeigte uns der Mann, dass man seine Lieblinge ohne Angst anfassen konnte. Ich glaube, so ganz geheuer war uns wohl allen nicht. Aber wir überwanden uns und streichelten die Tiere. Ein kleiner Hund, der zur Farm gehörte, war auch dabei. Er ärgerte die Cheetahs ständig, aber die ließen es sich nahezu unbeeindruckt gefallen. Nur wenn es ihnen gar zu bunt wurde, begehrten sie auf. Schnell war der kleine Hund dann hinter uns Gästen verschwunden.
Wir durften die Geparden einige Minuten streicheln, natürlich auch filmen und fotografieren, während ab und an noch ein paar Regentropfen fielen.
Unser Gastgeber brachte Futter in einer Tonne. Es bestand aus großen Stücken Leber. Die drei Geparde stürzten sich darauf und fraßen mit großer Gier.
Nach der Fütterung wurden wir zu einer Bar im Camp gefahren. Dort sollten wir eine Stunde bis zur Weiterfahrt zu den wilden Geparden warten, die sich in einem sehr großen eingezäunten Gelände aufhielten.
Die Farm hat sich die Aufgabe gestellt, den Geparden einen sicheren Lebensraum zu bieten, die in der freien Wildbahn oder auf Farmland mit großer Wahrscheinlichkeit abgeschossen würden.

Die Bar bestand aus einer rustikalen Hütte, die ebenfalls mit Stroh gedeckt und innen im afrikanischen Stil eingerichtet war. Sie lag in einem kleinen Garten mit Sitzgelegenheiten unter Schatten spendenden Bäumen.
Diesmal war unser offener Jeep nicht der einzige. Es gab noch ein weiteres Fahrzeug mit einem Hänger. Eine ganze Bustruppe wurde darauf, sehr eng zusammenstehend, transportiert.
Wir freuten uns, dass wir auf unserem Jeep bequem Platz hatten.

Die Safari konnte beginnen.

Nach kurzer Fahrt gelangten wir an ein Tor. Das großzügige Farmengelände hatte neben dem normalen hohen Zaun noch einen elektrischen.
Auf unserem Auto standen noch zwei zugedeckte Plastiktonnen mit Futter. Als wir einfuhren, kamen schon die ersten drei Geparde angelaufen und es wurden immer mehr. Wir fuhren eine ganze Weile durchs Gelände und erlebten immer mehr Tiere. Von Zeit zu Zeit hielt der Fahrer an, um uns Gelegenheit zum Fotografieren zu geben. Schließlich war schon mehr als ein Dutzend Geparden vor, hinter und neben unserem Jeep.
Die Katzen kannten wahrscheinlich den Weg, denn ich merkte, dass sie oft eine Abkürzung durch den Busch nahmen. Kurz vor Sonnenuntergang war es dann so weit: Die beiden Fahrer stiegen aus, schafften einen Futterkübel ein paar Meter vom Auto weg und kippten ihn aus. Schnell hatten die Geparde die Fleischstücken geschnappt und jeder für sich trug seinen Teil davon.
Nach einer weiteren kurzen Wegstrecke wurde der zweite Kübel verfüttert. Diesmal warfen unsere Begleiter die Fleischstücken rechts und links einzeln im hohen Bogen vom Auto.
Wir staunten über die Geschwindigkeit, die diese Tiere entwickeln konnten.

Die Sonne war inzwischen versunken. Wieder bewunderten wir einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch an Afrikas Steppenhorizont.
Wir fuhren jetzt schnurstracks zu dem Tor, zu dem wir auch schon hereingefahren waren. Nach dem Sonnenuntergang wurde es empfindlich kühl.

Zum Abendbrot gab es wieder ein Buffet, es war Fleisch vom Oryx dabei.
Bei einer Flasche südafrikanischen Wein ließen wir den abermals erlebnisreichen Tag ausklingen, wobei wir, das war uns zur abendlichen Gewohnheit geworden,
die Fahrstrecke und die Sehenswürdigkeiten für den nächsten Tag noch einmal besprachen.
Unter der Dusche wartete ein ungeladener Gast, ein kleiner Gecko, den wir an die frische Luft setzten, doch am nächsten Morgen stellte sich der Ungebetene wieder ein.

Noch vor dem Frühstück packten wir unser Auto. Wir hatten heute ein gutes Stück Weg vor uns, nicht nur die Entfernung, auch die schlechte Straße würde uns viel Zeit kosten.
Frühstücken, bezahlen und die Fahrt begann.

 

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