Ankunft Windhoek, 10.09.2006
…doch besser war das Frühstück, das um 5:15 serviert wurde: Eier und Speck mit Marmeladen-Croissants. Um 5:30 haben wir den Sonnenaufgang über die Außenbordkamera beobachtet, was die Plätze im Mittelgang für den nicht vorhandenen Fensterblick entschädigte.
Nach der Landung in Johannesburg um 7 Uhr morgens, erwartete uns ein Chaos beim International Transfer: Wir mussten uns an einer endlos scheinenden Schlange anstellen, an deren Ende wir dann nochmals einen Security-Check über uns ergehen lassen mussten. Jedoch wurde alles bereits gecheckte Handgepäck der Transfer-Flugreisenden nochmals durch ein einziges (!) Röntgengerät geschickt! Da das gestresste Flughafenpersonal bemerkte, dass man zu starken Zeitverzögerungen beitrug, entschloss man sich, das Gepäck übereinander gestapelt durch die winzige Maschine zu jagen. Die Passagiere wurden regelrecht durch die Schleuse geschubst! Doch wir kamen ohne Verluste auch hier irgendwann durch und machten uns auf dem Weg zu unserem Gate für unseren Anschlussflug nach Windhoek.
Dort stellten wir fest, dass wir uns auf einem Flughafen im Umbau befanden und per Bus zu unserem Flugzeug gefahren werden sollten. Doch nicht nur wir, sondern auch alle anderen Flüge schienen offenbar über genau den 3 Gates, die es in dieser kleinen Abflughalle gab, abgefertigt zu werden. Aus irgendeinem Grund schien dieses Chaos doch irgendwie zu funktionieren, denn wir kamen trotz nicht angeschlagenem Flug an den Monitoren bei dem richtigen Flugzeug an und starteten um 11:00 Uhr Richtung Windhoek. Leider war der Flug einer der turbulentesten, den wir je erlebt hatten. Anfangs glaubten wir noch einen Fluganfänger als Piloten zu haben, der noch Bremsen und Höhenruder mehrmals während des Fluges ausprobieren musste, was unseren Adrenalinspiegel rasant anstiegen ließ. Unsere Sitznachbarn machten uns auf den Rückenwind aufmerksam, der erschwerend bzw. erschütternd hinzukam. Später erfuhren wir, dass diese Turbulenzen nicht nur unseren Flug so trafen, sondern das dies offenbar „normal“ für diese Route ist, da die Kalahari thermische Druck-Wind-Kombination hervorruft, die den Anflug nach Windhoek aus südlicher Richtung extrem beeinflusst. Bei der Landung legten die Wackel-Eskapaden noch einmal was drauf. Voller Erleichterung stiegen wir am Leben unbeschadet aus dem Flugzeug auf dem Husea Kotako International aus. Temperaturen in Höhe von 26°C sowie Peter (unser Abhol-Service vom Autovermieter) hießen uns willkommen. Doch zunächst nutzten wir schon gleich am Flughafen die Wechselstube und tauschten erst einmal unser Geld zu einem guten Umtauschkurs von 1:9,52381.
Unsere Familien erhielten nach der Landung in Johannesburg auch hier noch einmal SMS, um unsere gute Ankunft mitzuteilen, auf die wir auch prompt erleichterte Antwort bekamen.
Erster Eindruck bei der Fahrt vom Airport zur Autovermietung in Windhoek: wir kamen in ein sehr weites und trockenes Land. Wir machten auch zum ersten Mal Bekanntschaft mit einer Polizeikontrolle, an der wir aber durchgewunken wurden. Um 14 Uhr erreichten wir die Autovermietung „Kalahari Car Hire“ von Huber Hester. Nach einer recht zügigen Einführung zu den Eigenheiten des uns anvertrauten Toyota Hilux (wie funktioniert Narbenumstellung und 4x4-Schaltung, Handbremse, wo ist Öl und Wasserstand zu messen, Vorstellung des 140 L-Tanks (inklusive dem 70 L-Reservetank), theoretische Dachzelt-Aufbauanleitung, Reserveräder + Wagenheber, 25-L-Brauchwassertank, Kühlschrank-Energieeinspeisung über Lichtmaschine, Gaskocher) sowie den Geflogenheiten an namibischen Tankstellen (bloß keinen Reifendruck-/Wasser-/Öl-Check zulassen!) und Vorstellung von Straßenvorschriften (4-Wege-Stop u.ä.), unterschrieben wir den Vertrag und fuhren erstmals völlig auf uns allein gestellt auf namibischen Straßen. Carsten fuhr vom ersten Moment ohne jegliche Probleme auf der linken Seite und meisterte ebenso jede merkwürdige Straßenführung mit links.
Nach ca. 1000 Metern fuhren wir bereits die erste Tankstelle an, da das Auto mit fast leerem Tank übernommen wurde. Für uns völlig ungewohnt, kamen gleich 2 Afrikaner angestiefelt, die sich wortlos an der Tankklappe zu schaffen machten und die Benzin-Einfuhr starteten. Wir hofften, dass es auch wirklich die Angestellten waren J. Als nächstes stellte sich uns die Frage, ob wir hier gleich beim Tankwart zahlen sollten oder lieber im Häuschen. Fürs Volltanken zahlten wir dann ca. 760 N$ und gaben dem Tankwart überzogene 5N$ Trinkgeld! Weiter ging es zur Hotel-Pension Steiner in der Wecke Street, die wir ohne uns zu verfahren sofort fanden. Die Fahrt führte uns entlang Wohnhäusern die ohne Ausnahme mit Gittern hinter den Fenstern versehen waren sowie auf den umzäunenden Mauern Stacheldraht befestigt hatten. Die Pension Steiner hatten einen eigenen Wachdienst, der bei unserer Ankunft das Tor auftat, so dass wir mit unserem riesigen Auto auf den für uns (noch!) klein erscheinenden Parkplatz fuhren. Im Hotelzimmer angekommen, überprüften und reinigten wir unsere Camping-Ausrüstung, testeten den Aufbau von Stühlen und Tisch und fertigten Listen von noch benötigten Utensilien.
Dann gingen wir noch einmal kurz in die Stadt, die jedoch fast menschenleer war, da am Sonntag Abend auch kaum Geschäfte aufhatten, obwohl uns gesagt wurde, dass es einen Supermarkt geben sollte, der um diese Uhrzeit noch aufhat. Diesen haben wir aber nicht gefunden und haben unseren Einkauf daher auf den morgigen Tag verschoben.
Zum Abendessen gingen wir zum nicht weit entfernten und vertrauten Kentucky Fried Chicken, wo wir einen Eimer Chicken Wings bestellten, was die Angestellten offenbar vor ein für uns unverständliches Problem stellte. Es dauerte einige Minuten, bis die Frau verstand, was wir gerne bestellen würden, ganz zu schweigen davon, dass Sie dachte, unsere Bitte nach Ketchup mit Servietten nachkommen zu müssen…
Außerdem lungerten die verschiedensten Leute herum, was uns unsere Anwesenheit nicht gerade versüßte. Wir waren froh, wieder in unserem Hotelzimmer zu sein und dort in Ruhe unsere „typisch namibischen Leckereien“ zu verputzen. In der ersten Nacht in Namibia schliefen wir wie Steine nach den ganzen neuen Erfahrungen.
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