Aus der Wüste in das Naukluftgebirge - 17.09.2006
Gegen 05 Uhr klingelt der Wecker. Es ist noch sehr kalt und stock duster. Schnell packen wir das Zelt zusammen und machen uns auf den Weg Richtung Eingangstor zum Sossusvlei. Frühstück gibt es heute erst in der Wüste. Wir sind doch tatsächlich die ersten am Tor und müssen noch eine Weile auf den „Torbeauftragten“ warten. Allmählich wird die Schlange hinter uns immer länger. Kurz nach 6 Uhr ist es dann soweit. Wir zeigen dem Kontrolleur unser Permit und begeben uns auf Teerstraße in Richtung Sossusvlei. Schon bald merken wir, dass wir uns hier nicht an das Speedlimit halten können, die Overlander und Busse hinter uns machen zuviel Druck. So fliegen wir also hier über die Straße und erreichen noch vor Sonnenaufgang die Düne 45. Wir halten und schon sind wir umgeben von den ganzen anderen Touristen die selbiges vorhaben. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nun gut, jetzt können wir es eh nicht ändern. Also begeben wir uns in einer riesigen Menschenschlange hinauf auf die Düne 45. Die Atmosphäre ist natürlich hin, aber dafür werden wir mit fantastischen Fotos entschädigt. Ganz oben angekommen – vollkommen außer Puste – haben wir einen wunderschönen Blick auf die Senke und die sich vor uns weiter auftürmenden Dünen.
Dann geht es die restlichen 15 km zum Sossusvlei. Die letzten 5 davon sind tiefste Sandpad, die aber dank unseres Allradantriebes kein Problem sind. Für alle ohne 4x4 gibt es hier auch einen Shuttle Service. Zuerst halten wir an der Ausschilderung zum Death Vlei. Nach ca. 1 km Fußmarsch durch die Wüste erreichen wir das Vlei. Der Anblick ist bizarr und bezaubernd zugleich. Aus der in der Sonne weiß blendenden Lehmsenke, unter der ständigen Belagerung der sich hoch auftürmenden Dünen, erhebt sich stolz eine Ansammlung toter Bäume, die seit Hunderten von Jahren dieser Belagerung trotzen.
Nun machen wir uns zurück zum Auto und fahren noch die letzten paar 100 Meter bis zum Sossusvlei. Und siehe da, das Vlei führt doch tatsächlich noch Wasser. Keine Selbstverständlichkeit. Auch hier gibt es die Möglichkeit eine große Düne zu besteigen, wir verzichten aber darauf. Die Besteigung der Düne 45 war schon anstrengend genug. Das Sossusvlei gefällt uns nicht so gut wie das Death Vlei, außerdem ist hier wieder ein enormer Touristenauflauf. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen, packen Stühle und Gaskocher aus und frühstücken hier in der Wüste. Das war schon immer ein großer Traum für mich.
Nach dem wie immer ausgiebigen Frühstück machen wir uns zurück auf den Weg nach Sesriem. Auf dem Rückweg können wir noch ein paar Springböcke und Oryxe sehen, die uns vor den Dünen schöne Fotomotive geben.
Zurück in Sesriem tanken wir den Wagen erst mal voll und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein. Dann geht es weiter zum Sesriem Canyon, der sich ganz in der Nähe befindet. Auf Grund der nun schon fortgeschrittenen Zeit und der hohen Temperatur gehen wir nicht zu weit in den Canyon und machen nur eine kleine „Stippvisite“.
Nun geht es zur Gästefarm Ababis im nahen Naukluftgebirge. Auf den Weg dorthin entdecken wir zwei Schlangen auf der Fahrbahn. Eine ist tot, die andere macht sich schnell aus dem Staub als ich aus dem Auto steige und ein Bild und Video machen wollte. Die Viecher sind einfach zu scheu und zu flink.
Nicht viel später erreichen wir die Gästefarm und werden von Katrin, der Eigentümerin, begrüßt. Sie zeigt uns die Farm und unsere Zimmer und wir sind begeistert von der Idylle, die wir hier vorfinden. Gegen 16 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen und wir lernen auch Uwe den Farmer und die Praktikantin kennen. Alle sind sehr freundlich und wir fühlen uns hier richtig wohl. Um 17:30 werden wir zu einem Gamedrive abgeholt. Super!!!!! Endlich sehen wir mal „richtige“ Tiere. Angefangen von Herden von Springböcken und Oryxe, können wir Paviane, Schakale, Kudus, Geier und auch Bergzebras bewundern. Uwe erklärt dabei sehr viel zu den Tieren und auch zu seiner Farm selber, so dass die 2 Stunden wie im Flug vergehen.
Abends sitzen wir alle zusammen auf der wunderschönen Terrasse und genießen das leckere Essen und den guten Wein.
Um 22 Uhr begeben wir uns auf unser Zimmer und schlafen nach einem fantastischen und aufregenden Tag zufrieden ein.


