Vom Fish-River-Canyon nach Klein-Aus-Vista - 13.09.2006
Wir stehen heute gegen 06:00 Uhr auf. Es ist ein wunderschöner Morgen mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Nach einem ausführlichen Frühstück (wie immer Toast mit Nutella), einem leckeren Tee und hervorragenden Instand-Kaffe machen wir uns gegen 08:30 Uhr gut gelaunt auf den Weg zu unserem nächsten Ziel...Klein-Aus-Vista.
Bis zur B4 müssen wir dieselbe Strecke wie am Vortag zurücklegen. Mittlerweile sind wir schon etwas sicherer auf der Gravelpad und kommen daher auch gut voran. Nur hin und wieder müssen wir – nein - dürfen wir wegen der grandiosen Aussicht, oder wegen diverser Springbockherden unsere Fahrt kurzfristig unterbrechen.
Zurück auf der B4, ab jetzt also wieder Teerstraße, begeben wir uns in Richtung Lüderitz, also nach Westen. Wir haben jetzt noch gut 200 km auf der Teerstraße zu fahren und erwarten eigentlich einen freudlosen Streckenabschnitt...aber weit gefehlt. Nicht nur, dass wir uns ein Wettrennen mit einem Zug leisten können - wir haben gewonnen J - nein, die Gegend ist bezaubernd. Zuerst müssen wir durch ein paar Gebirgszüge, um danach einen unbeschreiblichen Blick auf die Weite dieses Landes zu erhalten. Man hat das Gefühl man blickt hier an das Ende der Welt. Trotz des absolut klaren Wetters verschwimmt der Hintergrund einer Fatahmorgana gleich. Aus den unendlichen Weiten erheben sich hin und wieder Gebirgszüge wie aus dem Nichts. Es passt eigentlich überhaupt nicht zusammen, findet in dieser berauschenden Atmosphäre aber dennoch eine passende Kongruenz. Hier ist eben alles etwas anders. Irgendwo in der Weite, irgendwo in dem hier immer noch hohen, gelblichen Gras, wandern glücklich ein paar Strauße umher. Auch ein paar Springböcke kann man fröhlich spielend in dem Gras erkennen. Das ist Natur, das ist Freiheit, das ist das Namibia, dass wir uns vorgestellt haben.
Auf der weiteren Fahrt kommen wir immer wieder an einigen Hütten vorbei. Erst später stellt sich heraus, dass dies tatsächlich Ortschaften sein sollen, zumindest laut Straßenkarte...ich glaube ich hatte es bereits erwähnt, hier ist halt alles etwas anders.
Wir nähern uns dem Ort Aus, als wir unseren ersten Schlangenfund machen. Mitten auf der Teerstraße liegt eine wohl tote Schlange. Ich darf nicht aussteigen, mein Schatz hat Angst um mich. Gut, zumindest habe ich ein Foto gemacht. Bis heute habe ich keine Ahnung um welche Art es sich gehandelt hat. Ca. 100 cm lang und weiß mit einem leichten Muster auf dem Rücken. Mehr gibt auch das Foto nicht her. Egal, immerhin eine Schlange. Erfreut oder auch leicht geschockt (Claudi) fahren wir noch zu den Commonwealth Gräbern. Wegen der kurz zuvor gemachten Erfahrung, steigen wir aber nicht aus.
Der Ort Aus ist dann tatsächlich auch ein solcher. Wir biegen ab und fahren kurz zur Tankstelle. Hier herrscht reges Treiben und kurzer Hand ist unser Auto von leicht düster dreisehenden Gesellen umstellt. Während die meisten nur gucken nimmt sich einer einen Lappen und wisch ein wenig unmotiviert über unsere Windschutzscheibe. Klar erhält er dafür auch ein Trinkgeld, wir wollen ja nicht so sein. Der Wagen ist wieder voll und wir sind froh, dass wir schnell wieder fahren können. Hier haben wir uns nicht wohl gefühlt.
Kurz danach erreichen wir gegen 13:30 Uhr unser heutiges Ziel. An der Rezeption von Klein-Aus-Vista bekommen wir unseren Campingplatz auf dem ca. 1 km entfernten Gelände zugewiesen. Zusätzlich lassen wir uns auch noch ein Braiipacket mitgeben.
Das Camp gefällt uns sehr gut und nachdem wir ausgepackt haben, machen wir noch eine kleine Wanderung in die an das Camp angrenzenden Berge. Nach ca. einer Stunde sind wir wieder zurück und schon werden wir gegen 17 Uhr zu unserer Sundownerfahrt abgeholt, die wir gleich mitgebucht hatten. Es geht über das weitläufige Gelände der Farm und wir sehen eine Herde Oryx, einige Springböcke, einen Strauß und auch ein Chamäleon. Alles in Allem aber nichts wirklich berauschend. Aber unser Guide, Nakalele, ist dafür ein wirklich angenehmer und amüsanter Typ. Zum Sundower bekommen wir Wein, Bier, Softdrinks und eine kalte Platte mit gemischten Allerlei darauf zum essen.
Gegen 19 Uhr sind wir wieder zurück am Platz. Jetzt wird noch das Braiipacket ausgepackt. Neben einem Salat und einem leckeren Dessert finden sich hier riesige Steaks, 2 große Würstchen und 2 Kartoffeln. Der Braiiabend ist also gerettet. Wir genießen die frische, reine Luft und den wundervollen Sternenhimmel bei einem wohltuenden Wein und gehen gegen 21 Uhr schlafen.


