Über Cape Cross zur Spitzkoppe - 21.09.2006
Nach dem wiederum sehr leckeren Frühstück verabschieden wir uns aus dem schönen Swakopmund. Wir fahren am Ortsrand noch eine Tankstelle an und machen uns auf den Weg nach Cape Cross. Schon kurz nach Swakopmund wird die Gegend wieder absolut langweilig. Wir kommen gut voran und erreichen in den frühen Vormittagsstunden Cape Cross. Hier ist es bitter kalt und sehr windig. Wir sind allerdings ein wenig enttäuscht. Anscheinend haben wir eine schlechte Zeit erwischt. Die vielen Robben, die ich von den Fotos kenne, sehe ich hier nicht. Natürlich sind es eine Menge, und diese machen auch richtig krach, aber ich habe es mir gewaltiger, pompöser vorgestellt.
Nach gut einer Stunde machen wir uns zurück durch die Mondlandschaft nach Hentiesbay. Hier verlassen wir die Küste und fahren landeinwärts auf der D1918 Richtung Spitzkoppe. Kaum ein paar km von der Küste entfernt klart der Himmel von jetzt auch gleich auf und die Sonne lächelt uns wieder entgegen. Der Wolkenvorhang, der sich direkt hinter uns aufbaut, ist sehr beeindruckend. Es scheint wie eine große, undurchdringliche Wand. Von hier aus können wir auch schon das Felsmassiv der Spitzkoppe weit in der Ferne sehen, müssen uns aber noch ca. 1 Stunde gedulden, bis wir endgültig dort ankommen. Das Massiv wirkt irgendwie unnatürlich, so wie es hier aus dem Nichts entspringt, aber es ist gleichzeitig auch sehr beeindruckend. Wir zahlen am Eingang zum Camp (die
ganze Gegend um die Spitzkoppe ist nach einem tragischen Mord an einen Touristen vor ein paar Jahren eingezäunt), und suchen uns auf dem großen Arial eine passende Campsite aus. Wir nehmen das Camp 9, falls jemand etwas damit anfangen kann. Hier gefällt es uns sehr gut. Aber alle Camps sind sehr schön, jedes für sich anders. Hier gibt es allerdings nichts, keine Toiletten, kein Strom, kein Licht, noch nicht einmal – für namibische Verhältnisse sehr ungewöhnlich – ein Grill-/Feuerstelle. Dafür ist es hier urgemütlich und einfach nur natürlich. Wir fühlen uns hier pudelwohl. Schnell suche ich ein paar Steine für einen Grillplatz zusammen, während Claudi sich um das Zelt kümmert. Dann begeben wir uns auf Erkundungstour. Mittlerweile haben wir es ca. 14 Uhr und die Sonne brennt gnadenlos. Hatten wir es heute morgen noch ca. 8 Grad, knallt die Sonne jetzt mit ca. 40 Grad auf uns hinab. Wir sind definitiv aufgetaut, eventuell auch schon gar...
Die Tour in der Gegend ist schön, aber viiiiiiieeeel zu anstrengend. Obwohl wir wirklich langsam gehen, rinnt uns der Schweiß nur so den Körper runter. Eine Stunde Sauna reicht uns dann doch und wir begeben uns zurück zum Auto. Dank des Dachzeltes haben wir auch ein schattiges Plätzen wo wir den Rest des Nachmittags verbringen. Hier bereiten wir auch unser Abendessen vor. Nach zwei Tagen Restaurant ist heute selbstverständlich mal wieder Grillen angesagt. Es gibt ein leckeres Stück Kudu.
Für den Sonnenuntergang gehen wir ca. 100 m von unseren Camp entfernt auf eine Lichtung von der wir Sicht bis ans Ende der Welt haben. Man kann es schwer sagen, aber vielleicht erleben wir hier den schönsten Sonnenuntergang von den vielen schönen, die wir gesehen haben. Dabei trinken wir einen guten Rotwein. Später setzen wir uns noch ans Lagerfeuer, bevor wir gegen 09 Uhr ins Land der Träume verschwinden.


