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Touring-Afrika.de > Namibia > Reiseberichte > Namibia 2006 Tag14

Ab zum Brandberg - 22.09.2006

 

©Carsten    www.derfreed.deAm frühen morgen werden wir von viel Vogelgezwitscher geweckt. In einer Felsspalte direkt am Camp haben es sich doch tatsächlich ein paar Wellensittiche bequem gemacht und singen munter vor sich hin. Wir, insbesondere Claudi, sind selbstverständlich begeistert und genießen unser Frühstück bei dieser lieblichen Musik. Wir lassen es heute etwas langsamer angehen, denn unser Weg zum Ugab Wilderness Camp am Brandberg ist nicht sehr weit. Das Branbergmassiv, bzw. der dazu gehörende Königsstein ist mit 2573 m der höchste Berg Namibias. Insbesondere bekannt durch die vielen alten Felsmalereien.

Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg. Ich bringe uns noch aus dem Gelände der Spitzkoppe, dann wechsel ich mit Claudi und sie geht fortan ans Steuer. Wir erwarten auf dem Weg nicht viel spannendes, aber weit gefehlt... Die größte Aufregung der Tour gibt es direkt auf den Weg zwischen Spitzkoppe und Brandberg. Die Sonne brennt, der Staub wird vom Wind aufgeweht, die Berge in der weiten Entfernung kann man nur leicht schimmernd an Ihren Umrissen aus machen. Claudi fährt ruhig und gelassen vor sich hin als sie auf einmal mit leicht zitternde Stimme sagt: "Oh mein Gott, oh mein Gott"...ich richtete also meine Augen nach vorne und da kriecht doch tatsächlich ein schwarze Mamba einige Meter vor uns auf die Straße. Nun denn, so ein Glück hat man ja nicht alle Tage. Das sollte man dann mal fotografieren und filmen...Soweit die Theorie, nun zur Praxis!

©Carsten    www.derfreed.deClaudis rechter Fuß drückt das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Jedes Flehen und Bitten von mir doch anzuhalten wird vorerst ignoriert. Erst nach ein paar hundert Metern kann ich sie dazu bewegen anzuhalten und nochmal kehrt zu machen. Die Mamba ist natürlich schon weg, wir können nur noch Ihre Spuren im Sand sehen. Claudi empfindet es als einen "persönlichen" Angriff auf sie, und leicht schockiert will sie fortan auch nicht mehr ans Steuer. Beim Wechsel ist sie selbstverständlich nicht ausgestiegen...da könnten ja mehr Schlangen sein...sondern durchs Auto gekrochen.

Dazu muss man zu Ihrer Verteidigung allerdings anmerken, dass wir kurz vor unserem Urlaub einen Bericht gesehen haben, wo bei genau so einer Situation eine schwarze Mamba in den Motorraum eines Autos geklettert ist (die hatten angehalten um die Mamba nicht zu überfahren), und von dort kroch sie dann in die Nähe des Radkastens. Der Fahrer stieg später aus, die Mamba erschrak und das Unglück war geschehen. Daher, weil die Situation wirklich so gleich war, wohl auch die Reaktion von Claudi. Zurück zur Tour... Relativ zügig erreichen wir Uis, wo wir zum ersten mal in unserem Urlaub in eine Polizeisperre geraten und nach den Papieren gefragt werden. Ist aber alles ganz locker und die Polizisten sind gut drauf: "Germany, ah Bayern Munich...or Cologne...". Alles war ok und so setzen wir nur ein paar Minuten später unsere Fahrt fort. Kurze Zeit später erreichen wir das Ugab Wilderness Camp in der Nähe des Brandberges. An der ©Carsten    www.derfreed.dedazugehörenden White-Lady-Lodge melden wir uns an und suchen uns ein feines Plätzchen für die Nacht. Ich bin allerdings etwas enttäuscht von dem Camp und habe es mir schöner vorgestellt. Insbesondere die sanitären Einrichtung ließen doch zu Wünschen übrig. Wir markieren unseren Platz als besetzt (Stühle und Tisch raus und ein paar Kleidungstücke aufhängen) und begeben uns auf die kurze Fahrt zum Brandberg. Hier machen wir eine Tour zur berühmten White Lady, einer Felsmalerei hoch oben in Brandbergmassiv. Diese Tour darf man nur mit einem Guide machen, also zahlen wir untem am Parkplatz und wir bekommen Alfons zugewiesen. Ein netter Typ, der es allerdings recht eilig hat. Da die Temperatur mittlerweile auf ca. 40 °C gestiegen ist und wir fast ausschließlich bergauf gehen müssen - mit kleinen Klettereinlagen -, kommen wir natürlich schwer ins schwitzen. Am Ziel angekommen sind wir allerdings doch etwas enttäuscht. Die Felsmareien sind nicht wirklich aufregend. Aber die Tour hier hoch war super schön, von daher hat sich die Anstrengung auf jeden Fall gelohnt. Außerdem haben wir hier auch einen Blick auf den Königstein. Der Weg zurück ist zwar nicht ganz so anstrengend, aber erschöpfend genung. Klitschnass geschwitz erreichen wir wieder das Ausgangslager und fahren zurück zum Ugab Camp, wo erstmal eine Dusche in den nach oben offenen sanitären Einrichtungen nötig ist. Ein paar Spinnen, Würmer, Wespen etc. versuchen wir dabei einfach zu ignorieren. Später bruzzeln wir uns noch etwas Fleisch auf dem Grill und gehen bald ins Zelt. Wir sind gespannt, ob es heute Nacht evtl. einen Besuch von den Wüstenelefanten gibt, jedoch vor dem Einschlafen können wir nur das Wieheren einiger Esel wahrnehmen, die hier das ganze Camp unsicher machen.

 

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