Internet.org heißt eine von facebook-Gründer Mark Zuckerberg ins Leben gerufene Initiative, die Teilen der Bevölkerung in Sambia nun kostenlosen Zugang zum Internet ermöglicht – und zwar auf ihrem Handy. Wer in Sambia – eigentlich bekannt durch Safaris und Gruppenreisen durch Sambia – Kunde eines bestimmten Mobilfunkanbieters ist, der kann jetzt ohne Volumenbegrenzung bestimmte Dienste im Internet nutzen. Eine famose Sache, wenn auch natürlich nicht völlig uneigennützig. Zu den nutzbaren Diensten für die Einwohner Sambias zählen ein Wetterdienst, eine Gesetzessammlung, Gesundheitsinformationen, mehrere Jobbörsen, natürlich Wikipedia und nicht zuletzt Facebook und sein Messenger.

Bislang sind immer noch zwei Drittel der Menschheit ohne Internetanschluss. Dort versucht internet.org anzusetzen und nicht nur den Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen, sondern auch neue Märkte zu erschließen, auch wenn die Dienste dort kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Vermarktet werden können die Besucherzahlen und die Aufmerksamkeit der Nutzer natürlich dennoch.

Zugang zu mehr Informationen für das klassische Reiseland Sambia

Da die meisten Industrienationen für facebook erschlossen sind, bleiben die noch unerschlossenen Märkte. Dazu zählt in weiten Teilen Afrika und hier eben auch ganz besonders das südliche Afrika. (In Nordafrika ist die Lage deutlich anders.) Und zum südlichen Afrika zählt auch das sonst eher touristisch interessante Sambia mit seinen 13,5 Millionen Einwohnern.

Der Weltöffentlichkeit ist es als Reiseziel im südlichen Afrika bekannt, in dem man ebenso gut Urlaub machen kann wie im angrenzenden Südafrika. Auf der (optischen) Jagd nach den „Big 5„, den großen Tieren, die man auf einer Safari gesehen haben muss: Elefant, Nashorn, Löwe, Büffel und Leopard. Was bei Safaris in Sambia auch meist gelingt, weshalb gerade der touristische Faktor des Landes weiter im Aufstreben begriffen ist.

facebook will expandieren, auch im südlichen Afrika

Anders sieht dies mit der infrastrukturellen Entwicklung aus. Es ist schließlich kein Zufall, dass der Zugang zum Internet für viele Nutzer in Sambia nun erstmal per Handy erfolgt. In den wenigsten Fällen sind das klassische Smartphones, sondern eher Telefone etwas älterer Machart, aber durchaus in der Lage, Daten und Informationen darzustellen.

Zu Hause verfügen weiterhin die wenigsten Menschen in Sambia über einen festen Internetanschluss. So dass facebook bzw internet.org hier eben den „Umweg“ über die Handy-Nutzung geht, um später seine Dienste an den Mann bringen zu können.

Für viele in Sambia sicher ein wichtiger Fortschritt, nun diese Dienste alle mobil in der Tasche zu haben — und das schließlich mit unbegrenztem Datenvolumen.

Mobiles Internet in Sambia vielerorts verfügbar

Was man angesichts dieser neuen Dienste auch wissen sollte: in Sambia herrscht keine Schulpflicht. Und Wissen ermöglicht bekanntlich Wohlstand oder zumindest Fortentwicklung. Wer kein Analphabet ist, kann nun von den neuen Internetzugängen profitieren. Und vielleicht profitieren dann auch alle weiteren Dorfbewohner oder Familienmitglieder im Umfeld.

Für Sambia als Reiseland macht das alles allerdings kurzfristig keinen Unterschied, die wenigsten Reisenden werden sich als Kunde bei einem sambischen Mobilfunkanbieter anmelden, nur um während ihrer Reise durch Sambia einige Internetseiten kostenlos besuchen zu können. Dass mobiles Internet in den Weiten Sambias aber überhaupt existiert, das dürfte für manche doch ein Grund mehr sein, sich am Ende des Tages für Sambia als Reiseziel im südlichen Afrika zu entscheiden.