Berühmte afrikanische Fußballspieler: Roger Miller
| Name | Albert Roger Miller |
| Geboren | 20. 5. 1952 |
| Land | Kamerun |
| Clubs | Eclair de Douala Leopard de Douala Tonnerre Yaounde Valenciennes AS Monaco Bastia AS St. Etienne Montpellier JS Saint-Perroise Tonnerre Yaounde Pelita Jaya |
| Länderspiele | 102, 28 Tore |
| Erfolge | Afrikas Fußballer des Jahres 1976, 1990, Afrikas Fußballer des Jahrhunderts, WM-Teilnehmer 1982, 1990, 1994, Olympia-Teilnehmer 1984, ältester Torschütze bei einer WM (42 Jahre) |
Roger Miller oder Roger Milla? So ganz wurde das nie geklärt, die meisten Quellen gehen aber davon aus, dass er Roger Miller heißt und sich der Standesbeamte bei seiner Geburtsurkunde nur verschrieben habe.
Roger Miller oder Milla — bekannt ist er der ganzen Fußballwelt in jedem Falle. Obwohl er schon 1982 an der WM teilnahm, ging sein Stern 1990 mit dem großen Erfolg der Mannschaft aus Kamerun auf. Legendär wurde sein Torjubel, zu welchem er zur Eckfahne rannte und dort seinen berühmten Tanz aufführte, hier im Anschluss an sein Tor gegen Kolumbien zu sehen:
Bis ins Viertelfinale schoss Roger Milla seine Kameruner Mitspieler bei dieser WM in Italien, wo sie erst in der Verlängerung an England scheiterten. Mit insgesamt 4 erzielten Treffern, zwei Mal ein Doppelpack. Erst schoss er Kamerun zum 2:1 gegen Rumänien im Gruppenspiel, dann zum 2:1 im Achtelfinale gegen Kolumbien (s. o.). Da er auch bei der WM 1994 noch berufen wurde und dort sogar traf, kommt er auf insgesamt 5 WM-Treffer und ist damit Afrikas erfolgreichster WM-Torschütze, zudem der älteste Torschütze bei einer WM überhaupt, da er zum Zeitpunkt der WM 1994 in den USA bereits 42 Jahre alt war.
Man mag es kaum glauben, aber Roger Miller war bereits 1976 (!) Afrikas Fußballer des Jahres, so lange währte seine Karriere schon.
Geboren in der Haupstadt Kameruns, Yaounde, gewann er bereits mit 18 Jahren die erste nationale Meisterschaft in Kamerun. 1977 folgte dann der Wechsel nach Frankreich, welches aufgrund seiner Kolonialgeschichte häufig erstes europäisches Ziel afrikanischer Fußballer ist. Hier ließ der Durchbruch allerdings auf sich warten, auch mehrere Vereinswechsel führten nicht dazu, dass er sich als Stammkraft durchsetzen konnte. Erst 1984, mit seinem Wechsel zum Zweitligisten A.S. Saint-Étienne gelang es ihm, zum gefeierten Helden zu werden. Mit insgesamt 31 Toren in 59 Spielen hatte er maßgeblichen Anteil am Wiedererstarken des führenden Teams des französischen Fußballs der 1970er Jahre. Anschließend ging er zu HSC Montpellier, wo er eigentlich seine Karriere ausklingen lassen und ins Betreuerteam wechseln wollte.
Dazwischen kam jedoch die erneute Berufung in den WM-Kader für die WM 1990 in Italien und der Rest ist Geschichte, sowohl seine vier Tore als auch seine Tanzdarbietungen an der Eckfahne. Nach dem Aus bei der WM gegen England blieb er allerdings dann doch noch vier Jahre lang in seiner Heimat Kamerun aktiv, weshalb er auch 1994 wieder im WM-Kader Kameruns auftauchte. Eine Wiederholung des famosen Auftritts von 1990 gelang der Mannschaft Kameruns zwar nicht, doch konnte Roger Miller in der peinlichen Niederlage beim 1:6 gegen Russland wenigstens für den Ehrentreffer sorgen. Wie oben bereits erwähnt sichert ihm das bislang einen Platz in den Annalen der Fußballweltmeisterschaft als ältester WM-Torschütze aller Zeiten.
Nach seiner Karriere wurde er WM-Botschafter Kameruns und ist zudem von Pelé in die FIFA 100 der 125 besten lebenden Spieler aufgenommen worden. Einen schweren Schicksalsschlag musste er 1994 hinnehmen, als seine Frau bei einem Unfall ums Leben kam. Dennoch blieb er im öffentlichen Leben aktiv, gründete unter anderem eine Stiftung zu humanitären Zwecken und ist nicht nur in Kamerun, sondern nahezu in ganz Afrika ein Volksheld, der seine Popularität für sinnvolle Veränderungen einzusetzen weiß.
>>Zurück zur WM 2010 Übersicht!
>>Zum WM 2010 Blog
photo credit: Greenwich Photography




