Mitten in Togo ein bayrisches Restaurant

Mitten in Togo ein bayrisches Restaurant

Okay, okay, man reist nicht nach Afrika, um dann dort auf eine schlechte Kopie eines deutschen Oktoberfestes zu gehen oder gar nicht ganz so lecker gebrautes Bier zu trinken. Eine gewisse Attraktion ist es aber schon, wenn derartige Gastronomien in Afrika eine ausreichende Qualität besitzen. Und das ist beim “Alt-München” in Lomé der Fall.

Denn dieses Gastwirtschaft mitten in der Hauptstadt des westafrikanischen Togo wird von einem Halbdeutschen geführt, der es vor Kurzem von seinem deutschen Vater übernahm. Die Speisen, deren Zubereitung, das alles ist bayrisch. Schweinshaxe, Sauerkraut, dazu das Bier, das zwar nicht immer original aus Bayern stammen muss, aber zumindest ähnlich schmeckt.

Es ist keine Legende, dass Franz Josef Strauß’ häufige Anwesenheit in Togo etwas mit der Gründung des “Alt-München” zu tun hat. Mit dem damals in Togo herrschenden Diktator war er gut befreundet. Wenn er dann mal in Togo weilte, wollte er auch zünftig speisen.

In den klassischen Gelegenheiten Togos ist das nicht möglich, also wurde ein Gastronom aus Bayern “eingeflogen”, eröffnete das “Alt-München” und seitdem gibt es fast am Äquator gelegen die Möglichkeit für a bayrische Brotzeit.

Wer in Kontakt mit den Einheimischen gelangen möchte, der ist im “Alt-München” allerdings fehl am Platze. Mit Preisen ganz wie in München speisen hier nur Touristen oder NGO-Mitarbeiter. Togolesen sucht man hier in aller Regel vergebens, was nicht allein am Preis liegen mag.

Creative Commons License photo credit: samurai_dave