Alternativen zur alten Fähre Liemba (nicht im Bild) sind in Tansania rar gesät

Alternativen zur alten Fähre Liemba (nicht im Bild) sind in Tansania rar gesät

Ein über 100 Jahre altes Schiff soll noch in Betrieb sein? Auf dem Tanganjika-See in Tansania ist das der Fall. Und die “Liemba”, wie das frühere Kanonenboot heißt, wäre hierzulande wohl kaum so bekannt, wenn sie nicht früher ein deutsches Schiff gewesen wäre. Alle zwei Wochen legt die “Liemba” die Strecke quer über den Tanganjika-See zurück. Was nach gemütlichem Familienausflug klingt, eine Schifffahrt über den See, ist in Tansania allerdings eine echte Reise, vergleichbar der Fahrt von Hamburg ins ostenglische Hull. 670 Kilometer betragen die Ausmaße des Tanganjika-Sees.

Warum ist so ein altes Schiff noch in Betrieb? Ganz einfach: Es gibt keine Alternative. Es existiert schlicht keine andere Fährverbindung über den See und es ist auch kein Schiff bzw. kein Fährenbetreiber in Sicht, der an diesem Zustand etwas ändern würde.

Vielmehr hat sich küzrlich ein Verein gegründet, der dafür sorgen möchte, dass die Liemba einmal generalüberholt werden kann, auf dass sie noch die nächsten 100 oder gar noch mehr Jahre über den Tanganjikasee schippern kann. Denn dass der Zahn der Zeit an ihr nagt, ist selbstverständlich.

Bemerkenswert ist neben dem Alter der Liemba noch ein weiterer Umstand. Das Schiff wurde nicht etwa vor Ort gebaut oder langsam über andere Wege per Wasser dorthin verfrachtet. Vielmehr hat man es in Einzelteile zerlegt und Stück für Stück von Europa nach Afrika, nach Tansania gebracht und vor Ort wieder zusammengebaut.

Wenn der Verein sein Ziel erreicht und das Schiff überholt werden kann, behalten Tansania und der Tanganjika-See ihre Attraktion, die pro Turn etwa 600 Passagiere von einer Seite des Sees auf die andere befördert. Wer einmal bis zum Tanganjika-See reist, wird kaum umhin kommen, diese Sehenswürdigkeit auf seiner Route einzuplanen.

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