Timbuktu ist bedroht

Timbuktu ist bedroht

Insgesamt nahm die UNESCO, die für die Liste der Stätten des Weltkulturerbes verantwortlich zeichnet, in der aktuellen Runde 26 Orte oder Einrichtungen neu aufgenommen. Darunter sind auch etliche in Afrika, so dass Staaten wie die Republik Kongo zum ersten Mal überhaupt auf dieser Liste auftaucht. Wie die Erfahrung zeigt, ist eine derartige Einstufung von Orten immer mit einem Plus an Besuchern und weltweitem Interesse verbunden.

Zudem sind die jeweils besitzenden Staaten besonders bemüht, die Stätten in einem möglichst guten Zustand zu bewahren. Ein Unterfangen, bei dem man in Timbuktu zur Zeit schlechte Karten besitzt. Aus der Stadt wurden zuletzt die Tuareg vertrieben, Islamisten hatten die Macht übernommen und sich gleich daran gemacht, einige der als Welterbe deklarierten Einrichtungen in Timbuktu zu zerstören.

Derartige Verhältnisse drohen im Kongo nicht, aber durchaus wird immer wieder deutlich, wie fragil — auch angesichts des Wirkens von Menschen — viele dieser Welterbe-Stätten in ihrer Existenz sind. Sie müssen nicht nur Wind und Wetter über die Jahrtausende trotzen, sondern auch dem zerstörerischen Gedankengut, das Menschen zu derartigen Taten wie aktuell in Timbuktur treibt.

Aus Deutschland wurde übrigens das Opernhaus zu Bayreuth neu aufgenommen. Um Bayreuth muss man sich aber ohnehin keine Sorgen machen — dorthin strömen die Besucher seit Jahrzehnten wie eh und je. Weltweit gibt es nun fast 1000 solcher Orte, genau sind es 962, von denen nur 37 in Deutschland liegen. Oder auch immerhin, macht Deutschland doch bei Weitem nicht etwa 1/20 der Weltbevölkerung aus …

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