Wer wird der Nachfolger der Pharaonen in Ägypten?

Wer wird der Nachfolger der Pharaonen in Ägypten?

Kurz bevor die Präsidentschaftswahlen in Ägypten in die entscheidende Runde gehen, überschlagen sich die Meldungen über die Ereignisse in Ägypten. Nun hat El Baradei angekündigt, eine eigene Partei zu gründen, in der sich “jeder Ägytper wiedererkennen” können solle. Bekannt ist der Mann aus seiner Tätigkeit für die Internationale Atomenergiebehörde, deren Chef er eine zeitlang war. Nicht zuletzt deshalb gilt er als der Wunschkandidat des Westens. Dass er nun aber gar nicht für das Präsidentenamt kandidiert, sondern selbst eine Partei gründet, ist eine interessante Volte in den Geschehen rund um das Schachern um die Macht in Ägypten.

Von El Baradei erhofft man sich eine Kontinuität in vielen für den Westen wichtigen Fragen der Politik in Ägypten, in erster Linie, was die Position zum direkten Nachbarn Israel angeht. Dass die Partei dann “Partei der Revolution” heißen soll, ist wohl auch nur ein kosmetisches Zugeständnis daran, dass man schließlich auch auf Stimmenfang wird gehen müssen.

Unterdessen wurde aus dem Land am Nil bekannt, dass auch der ehemalige Chef des Geheimdienstes von Ägypten, Omar Suleiman, kandidieren wird. Ihm sagt man nach, ein Vertrauter Mubaraks zu sein. Zweifellos war er aber in jenem System, das vor Jahresfrist gestürzt wurde, ein entscheidender Mann im Staate. Von den bislang eingetragenen 23 Kandidaten könnten allerdings einige noch vor der Wahl wieder disqualifiziert werden. Was sich zur Zeit in Ägypten im Vorfeld der Wahl abspielt, bleibt weiterhin undurchsichtig, da statt 30.000 Unterschriften auch die Unterstützung von 30 aktuellen Abgeordneten zur Kandidatur ausreicht. Das Parlament wird von den Muslimbrüdern dominiert.

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