Voodoo soll helfen

Voodoo soll helfen

Eine Nachricht aus dem Bereich „obskur“ — zumindest aus westlicher Sicht betrachtet. Ein Voodoo-Priester in Togo hat die Wiederaufnahme von Zeremonien des Voodoo gefordert. So weit, so legitim, es soll ja jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Allerdings ging es dem Priester nicht um die Ausübung seiner Religion, sondern darum, rund um die Nationalmannschaft von Togo wieder Voodoo-Zauber einzuführen.

Nach Auffassung des obersten Priesters der Voodoo-Gemeinde in Togo liegt ein Zauber über dem Fußball des kleinen Togo. Und zwar kein guter, weshalb die Erfolge (immerhin WM-Teilnehmer 2006) zuletzt ausblieben. Zudem ereigneten sich auch eine außersportliche Tragödien rund um den Fußball in Togo.

Bei der Anreise zum Afrika-Cup in Angola wurden zwei Mitglieder der Reisegesellschaft von Aufständischen getötet, einige weitere verletzt. 2007 waren 13 Funktionäre des Fußballs in Togo bei einem Helikopterabsturz gestorben. Und 2011 fing ein Reisebus Feuer, in dem sich ebenfalls Angehörige einer Erstligamannschaft in Togo befanden. Über 25 Menschen wurden teils schwer verletzt, 6 Menschen fanden den Tod.

In Afrika ist nicht nur Voodoo, sondern sind auch viele weitere Arten von Zauber, Ahnenanbetung und Ähnlichem weit verbreitet, wenn es darum geht, Gegnern im Sport Unglück herbeizuwünschen oder gar -zuzaubern. In diesem Fall geht es aber gar nicht um den Umgang mit oder das sportliche Glück des Gegners, sondern darum, dass die Toten ihren Frieden finden — und damit auch die Lebenden von weiterem Unglück verschont werden.

Nach Ansicht des Voodoo-Priesters würde der Fußball nun immer noch von den Geistern der Toten verfolgt, diesem Treiben müsse Einhalt geboten werden, indem ihren Seelen Ruhe ermöglicht werde. Ob Voodoo-Zauber dabei wirklich hülfe, ist natürlich unklar, aber einen Versuch wäre es wert. Dennoch hat sich der Fußballverband von Togo bislang nicht dazu geäußert, wie es zu den Plänen des obersten Voodoo-Priesters steht.

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