In Libyen ist viel wiederaufzubauen

In Libyen ist viel wiederaufzubauen

Der Wiederaufbau des Landes ist natürlich das erste und wichtigste Ziel der Übergangsregierung in Libyen, das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass dieser auch gut vorankommt. Gerade erst wurde der erste Jahrestag der Rebellion gegen den langjährigen Diktator und seine herrschende Familie begangen, da bleiben dennoch viele Probleme ungelöst.

Umgerechnet 1.200 Euro solle jede Familie in Libyen von der Regierung erhalten, so lauten nun die aktuellen Pläne, um der auch wirtschaftlich großen Not im Lande zu begegnen. Das verkündete Ministerpräsident Abdurrahim El-Keib vor wenigen Tagen. Dazu komme sogar eine Sonderzuwendung für all jene Familien, die ein Familienmitglied im Kampf gegen Gaddafi und seine Truppen verloren haben.

Alle ehemaligen aktiven Kämpfer werden ebenfalls finanziell unterstützt, wie auch Studenten eine solche finanzielle Förderung erhalten.

Die Finanzierung dieser intensiven und umfassenden Unterstützung der eigenen Bevölkerung dürfte der libyschen Übergangsregierung eigentlich nicht allzu schwer fallen, ist der Staat doch angesichts seiner riesigen Ölvorkommen durchaus als reich zu bezeichnen. Allerdings gingen große Anteile dieses Reichtums in die Taschen des Gaddafi-Clans, und ob diese Gelder bereits wieder aufgetaucht sind, ist unklar.

Obwohl der Bürgerkrieg offiziell beendet ist, haben in einigen wenigen Teilen Libyens Milizen die Macht übernommen, auch weil es bislang nicht flächendeckend gelungen ist, diese Milizen in Polizei oder Militär einzugliedern.

Die Übergangsregierung entsandte zuletzt Truppen in diese entlegeneren Gebiete, um sie zu befrieden.

Die Währung in Libyen ist übrigens der Libysche Dinar, zur Zeit entsprechen 1,66 Libysche Dinar etwa 1 Euro. Mit einem Humand Development Index von 0,755 liegt Libyen zudem auf Platz 53 in der Welt und hat damit eine der besten Platzierungen eines afrikanischen Staates inne.

Creative Commons License photo credit: EU Humanitarian Aid and Civil Protection