Erneut droht eine Hungersnot

Erneut droht eine Hungersnot

11 Millionen Menschen in der Sahelzone sollen von einer neuen Hungersnot in Afrika bedroht sein. Dies ist die Zahl, die einer Schätzung des Roten Kreuzes entstammt. Hauptgrund ist eine schlechte Ernte, aber auch die chronisch schlechte Infrastruktur sowie die Instabilität vieler betroffener Staaten tragen zur Verschärfung der Lage bei.

Die Revolution in Libyen hat die Dramatik noch einmal erhöht, denn nun kehren all die Tausende Menschen in ihre Heimat zurück, die zuvor in Libyen Arbeit gefunden hatten und somit ihr eigenes Brot finanzieren konnten.

Die nächste Ernte steht erst für den Zeitraum um Juni an, doch sind viele Menschen in der Region bereits seit Mitte Januar ohne Nahrung.

Laut dem Roten Kreuz sei rasche Hilfe notwendig, um ein weit um sich greifendes Sterben aus Hunger zu verhindern. In manchen Landstrichen arbeite das Rote Kreuz bereits daran, Lebensmittel auszugeben und so ein Abdriften in eine Katastrophe zu verhindern.

Andere Schätzunge sprechen gar von bis zu 20 Millionen betroffenen Menschen in Afrika, sollte nicht rasch Abhilfe geschaffen werden.

Bestürzend auch, dass eine echte “Hungersnot” erst dann verkündet wird, wenn tatsächlich Menschen vor Hunger sterben, nicht erst, wenn sie schon dauerhaft Hunger leiden. Die Vorräte aber in der Region sind aufgebraucht. Dass viele Bauern in der Gegend die erneute Dürre für eine Laune Allahs halten, trägt ebenso wenig dazu bei, sinnvolle Vorbeugemaßnahmen zu treffen und dann auch durchzuführen. Hinzu kommen die sich ebenfalls verschärfenden politisch-militärischen Lagen in jenen Staaten, in die die viele Arbeiter und Söldner aus Libyen zurückkehren. Weiteres, oft übersehenes Problem: Die Wüste wächst.

Sie wird immer größer, die bewirtbaren Flächen immer kleiner. Eine Dürre hat so gleich doppelt verheerende Auswirkungen. Das Wachstum der Wüste findet beschleunigt statt. Die anwohnenden Menschen müssen hungern — und eventuell sterben.

Creative Commons License photo credit: Giro555SHO