Schnee in der Sahara, Kältetote in Algerien
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Schnee in der Sahara, Kältetote in Algerien

10. Februar 2012


Palmen im Schnee

Palmen im Schnee

Der besonders starke Winter fordert auch in Nordafrika seinen Tribut, zudem gibt es erstmals seit 27 Jahren wieder Schnee in der Sahara.

Ghardaia liegt etwa 800 Kilometer südlich von der Hauptstadt Algier, dort ging Schnee nieder, der auch liegen blieb und so die sonstige Sandwüste in eine Schneewüste verwandelte. Was touristisch reizvoll klingen mag, ist für die Menschen vor Ort ein Problem. Die wenigsten sind auf eine derartige Kälte eingerichtet, Möglichkeiten zum Heizen fehlen oft. Außerdem mangelt es an Erfahrung im Straßenverehr mit diesen widrigen Verhältnissen.

So kam es zu einer erhöhten Zahl an Verkehrsunfällen mit Todesfolgen im algerischen Straßenverkehr. Durch fehlerhaften Umgang mit den ungewohnten Heizungsgeräten starben zudem mehrere Menschen an Kohlenmonoxidvergiftung. Insgesamt gab es allein in Algerien über 20 Tote infolge des Wintereinbruchs zu beklagen.

Die aus Sibirien heranrückende Kälte machte vor den sonst so warmen Staaten im Norden Afrikas keinen Halt. Wenn schon die damit vertrauten europäischen Staaten immer wieder mit den Auswirkungen starken Winters zu kämpfen haben, ist dasselbe im darauf schlecht vorbereiteten Nordafrika wenig erstaunlich.

Palmen im Schnee sieht man tatsächlich selten. Und trotz all der tragischen Unfälle hat der Schneefall auch sein Gutes für die Region. In der chronisch trockenen Gegend hebt der Schneefall, der ja letztlich nichts anderes als Wasser ist, den Grundwasserspiegel und sorgt für weniger Trockenheit, mehr Fruchtbarkeit und insgesamt bessere Lebensmöglichkeiten. Nicht zuletzt ist ein so seltenes Naturphänomen natürlich auch immer ein Quell der Freude, weil es Abwechslung und Spaß für Kinder bringt.




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