Marokko: Erste “Miss Marokko” gewählt
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Marokko: Erste “Miss Marokko” gewählt

9. Februar 2012

Aus dem schönen Casablanca stammt die schöne Miss Marokko

Aus dem schönen Casablanca stammt die schöne Miss Marokko

Zum ersten Mal wurde im westlichsten Staat des Maghreb eine derartige Wahl durchgeführt, die bislang in der arabisch geprägten Welt verpönt war. Die erste “Miss Marokko” steht fest. Es ist eine 19-jährige junge Frau aus Casablanca, ganz stilecht erhielt sie zu ihrer Wahl ein Krönchen auf ihren schönen Kopf, um sich in Siegerpose ablichten zu lassen. Dazu gehört ein Sachpreis, der es in sich haben: Sie erhält ein Auto.

Zusätzlich und wohl für ihre weitere Karriere wichtiger wird sie für ein Jahr lang als Kulturbotschafter Marokkos tätig sein. Da sie neben Arabisch auch Englisch und Französisch spricht, wird es ihr ein leichtes sein, diese Aufgabe angemessen und zur Zufriedenheit der Verantwortlichen Marokkos auszuführen.

Wie es bei solchen Wahlen üblich ist, mussten die Kandidatinnen in verschiedenen Outfits posieren, wobei hier jenes im Bikini entfiel, welches durch “im Abendkleid” ersetzt wurde. Die weiteren beiden Durchgänge fanden in Straßenkleidung und in tradioneller marokkanischer Kleidung statt.

Eine Motivation, die Dinge in Bezug auf eine Miss-Wahl endlich selbst in die Hand zu nehmen, war, sich von der alten Kolonialmacht Frankreich zu lösen. Bisher wurde zu vielen Anlässen, zu denen man eine solche “Miss” präsentiert hätte, die “Miss Frankreich” eingeladen. Das ist nun vorbei.

Islamisch geprägte Partei interveniert nicht mehr gegen Miss-Wahl

Erstaunlicherweise vollzog sich dieser Wechsel in der Akzeptanz einer solchen Wahl ausgerechnet dann, als die bisher gegen deren Einführung stets protestierende “Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung” an der Regierungsmacht beteiligt wurde. Offensichtlich ist es immer etwas anderes, unbeteiligt und einfach Opposition üben zu können, oder selbst an Entscheidungen beteiligt zu sein.

Zumindest der Siegerin wird dies recht gleichgültig sein. Ihre Wahl war sogar im staatlichen Fernsehen zu sehen, wenn auch nur als Aufzeichnung, um eventuelle Zwischenfälle herausschneiden zu können.

Fast 2.500 Frauen hatten sich beworben, eine ist nun die glückliche Gewinnerin und Nutznießerin einer größeren Öffnung gegenüber westlichen Standards. Ob Letzteres in jedem Fall eine gute Idee ist, sei allerdings dahingestellt.

Creative Commons License photo credit: mustapha_ennaimi


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