Nigeria: Anschläge von Islamisten gehen weiter
8. Februar 2012| Tweet |
Auch in anderen Städten hatte es zuletzt Explosionen gegeben. Der Norden Nigerias ist seit geraumer Zeit umkämpft, weil die hier ansässigen Muslime einen muslimisch geprägten Staat wünschen. Der Süden Nigerias, in der Mehrheit christlich geprägt, lehnt dies weiterhin ab.
Boko Haram ist der Name der Terrorgruppierung, die ihre islamistischen Ziele auch mit Waffengewalt und unter Inkaufnahme von unschuldigen Toten verfolgt. Die Polizei kämpft gegen die Terrortruppe, wird aber immer wieder auch selbst Ziel von Angriffen. Der letzte Angriff in Kano (und auch in Maiduguri) hatte bewirken sollen, in den Polizeistationen festgehaltene Kämpfer von Boko Haram zu befreien. Das ist nach aktuellem Stand nicht gelungen.
Dennoch erhöht sich der Druck auf Nigerias Präsident Goodluck Jonathan, der Gewalt endlich erfolgreich Einhalt zu gebieten. Boko Haram werden auch Kontakte zu Al-Qaida nachgesagt.
Seit dem Ende der Militärdiktatur 1999 haben sich noch weitere Gruppen gegründet, die auch zu Gewalt greifen. Dazu gehören Gruppierungen, die für eine Unabhängigkeit des Nildeltas kämpfen, andere die einen eigenen Staat Biafra erreichen möchten. Innerhalb der meisten Großstädte kommt außerdem das Problem der grassierenden Jugendbanden hinzu. Bei nicht weniger als 500 verschiedenen Sprachen, die im Land gesprochen werden, kommen zudem regionale ethnische Konflikte hinzu.
Alles in allem ist Nigeria weit davon entfernt, ein in weiten Teilen des Landes friedlicher Staat zu sein.
photo credit: crashdburnd
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