Youssou N’Dour kandidiert im Senegal
17. Januar 2012| Tweet |
Youssou N’Dour will Präsident des Senegals werden. Der weltweit erfolgreiche Musiker, der im Senegal einen eigenen Medienkonzern besitzt, hat angekündigt, bei der Wahl am 26. Februar anzutreten, um Abdoulaye Wade abzulösen. Proklamiert hat er diesen Schritt bezeichnenderweise in seinem eigenen Fernsehkanal, mit dem er offensichtlich ausreichend Bürger im Senegal erreicht.
Im November hat der beliebte westafrikanische Star die Bewegung “Ich misch mich ein” gegründet, mit der er nun auch in die Wahl und den davorstehenden Wahlkampf ziehen wird. Der aktuelle Präsident ist schon seit dem Jahr 2000 im Amt. Nicht überall im Land ist man zufrieden mit seiner Politik und seinen Errungenschaften in dieser nun ein Dutzend Jahre währenden Regentschaft. Ihm wird Vernachlässigung seines Landes vorgeworfen, zu viel Zeit verbringe er im Ausland.
Erstaunlich für einen Musiker wie Youssou N’Dour will er einen Schwerpunkt seiner Politik im Bereich der Wirtschaft setzen. Obwohl er nicht über klassische Bildung verfügt, sieht er sich als geeignet für eine derartige Tätigkeit an: Präsident eines Landes zu sein, sei eine Rolle und kein Job, wird er zitiert.
Da er auch schon im Kampf gegen Malaria recht erfolgreich wirkte, könnte er seine dadurch und natürlich durch die Musik entstandene Popularität möglicherweise erfolgreich dazu nutzen, einen Wechsel im Senegal herbeizuführen.
Da der amtierende Präident Wade mit 85 Jahren beinahe greis zu nennen ist, hat sich die Frage nach einer weiteren Legislaturperiode des Amtsinhabers allerdings möglicherweise bald ohnehin erledigt. Ob N’Dour diese Aufgabe überhaupt erfüllen könnte, müsste er noch beweisen. Er selbst sieht sich aber unbedingt als Macher: 90 Prozent seiner Erfolge bestünden aus Schweiß, und nur 10 Prozent aus Talent. So würde er es auch mit der Präsidentschaft halten.
Man darf gespannt sein, wie er bei der Wahl im Februar im Senegal abschneiden wird.
photo credit: Piano Piano!
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Schlagworte: Abdoulaye Wade, Malaria, Musiker, Wahl, Youssou N'Dour




