Berühmte Afrikaner: Richard Virenque
Touring-Afrika.de - ReiseführerTouring-Afrika.de - Reisen
   
 

 

 


Berühmte Afrikaner: Richard Virenque

10. Januar 2012

In Marokko geboren, in Frankreich erfolgreich

In Marokko geboren, in Frankreich erfolgreich

In Frankreich wird man wohl sehr häufig fündig, wenn es darum geht, Prominente zu finden, die in Afrika geboren sind, weil Frankreich nun mal sehr lange sehr große Teile Afrikas kolonialisiert hatte — wofür eben auch auch Menschen aus Frankreich oder mit französischen Wurzeln dort anwesend sein müssen, um die Interessen Frankreichs durchzusetzen. Und diese Menschen bekommen in aller Regel auch Kinder, die wiederum meist ganz gute Chancen haben, eine gute Ausbildung zu erhalten oder sich gar in künstlerischen Berufen zu verdingen, weil so eine Kolonialherrtätigkeit meist recht ordentlich vergütet wird. Ob das im Falle Richard Virenques ebenfalls gegeben war, wissen wir nicht.

Wohl aber, dass Richard Virenque in Casablanca, Marokko, geboren wurde und später einer der bekanntesten, erfolgreichsten und trotz aller Doping-Vorfälle beliebtesten Radrennfahrer Frankreichs wurde. Nicht weniger als sieben Mal gewann der ausgewiesene Bergspezialist (beim Radfahren) die Bergwertung der Tour de France, womit er bis heute Rekordhalter in dieser Subwertung des größten Radrennens der Welt ist.

Nachdem er 2004 seine aktive Karriere beendete, fungiert er mittlerweile als Radrenn-Experte beim französischen Fernsehen. Da in Deutschland zur Zeit nur wenig von der Tour de France übertragen wird, gerade wegen der intensiven Dopinggeschichten rund um die Tour de France, mag Richard Virenque dem einen oder anderen inzwischen aus dem Bewusstsein gefallen sein. Es gab um ihn 2001 einen größeren Skandal, als er schließlich zugeben musste, selbst ebenfalls gedopt zu haben.

Neben seinen sieben Bergwertungen gewann Richard Virenque sieben Etappen der Tour de France (und eine beim Giro d’Italia) — kein schlechter Wert für einen Berspezialisten.

10 Jahre lang in Casablanca aufgewachsen

Leider ist über seine Zeit in seiner Heimatstadt Casablanca nicht allzu viel bekannt, weshalb es bei dem zugegeben recht kargen Verweis darauf bleiben muss, dass er in Afrika geboren ist. Sein Pass wird einerseits trotzdem französisch sein und andererseits davon unabhängig “Casablanca” als Geburtsort in sich tragen. Einzig, dass er zusammen mit seiner Schwester im Stadtviertel Iseba von Casablanca aufwuchs, geben die Aufzeichnungen noch her. Das Wohlhabende seiner Eltern wird dadurch deutlich, dass diese sowohl Gärtner als auch Kindermädchen beschäftigten.

Interessantes und seltenes Zitat für einen Sportler: “Ich erkannte schnell, dass ich einfach nicht den Hirnschmalz haben würde, um irgendetwas anderes als Radprofi zu werden.” Erst im Alter von 9 Jahren verließ Richard Virenque mit seinen Eltern Afrika, Marokko, Casablanca, um dann an der Cote-d’Azur zu leben. Als seine Eltern sich kurz darauf trennten, blieb ihm ebenfalls nach Selbstauskunft nicht viel Anderes als das Radfahren, worauf er sich von nun an konzentrierte.

Wie man weiß, mit großem Erfolg, auch wenn er diesem mit unlauteren Methoden nachgeholfen hat.


Das könnte auch interessieren:

» Sarkozy macht Urlaub in Marokko
» Olympia 2012: Im Fußball vier Teams aus Afrika dabei
» Marokko: "Exit Marrakech" wird mit Starbesetzung gedreht
» Bilder aus dem modernen Marokko
» West-Sahara und Marokko: UNO drängt auf Einigung

Schlagworte: , , , , , ,

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar










  
Touring-Afrika auf Facebook