El Jadida — Hafenstadt in Marokko
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El Jadida — Hafenstadt in Marokko

27. Dezember 2011

Straßenszene in El Jadida

Straßenszene in El Jadida

Recht genau in der Mitte der langen marokkanischen Küste gelegen, ist die Stadt El Jadida mit ihren 150.000 Einwohnern ein lohnenswertes Ziel für alle Marokko-Reisenden. 1502 von Portugiesen als Stützpunkt Mazagão gegründet, sind genau diese damals und etwas später erbauten Festungsanlagen 2004 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Wichtigster und heute gerne besichtigter Bestandteil der Festungsanlagen ist die Cisterne Portugaise, die erst ein Waffenlager war und später als Wasserspeicher fungierte. 1580 wurde die Stadt dennoch von den Spaniern eingenommen und hieß danach Mazagan. Es dauerte bis 1769, ehe Berber und die Truppen von Sultanen in Marokko die Stadt ihrerseits in ihren Besitz bringen konnten. Das heutige El Jadida wurde denn Ende des 19. Jahrhunderts neu gegründet.

Nicht nur bei den Einheimischen ist die Stadt als Badeort beliebt, sondern auch bei Touristen aus aller Welt, viele natürlich auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Strände bei Sidi Bouzid sowie jene von Haouzia und Azemmour im Nordosten stellen dabei die beliebtesten Ziele dar. Da El Jadida und seine Strände für viele Marokkaner recht günstig zu erreichen sind, ist es hier im Sommer durchaus mit Verhältnissen an italienischen oder spanischen Mittelmeerstränden zu vergleichen, sprich: Es wird auch mal richtig voll.

Bei Einheimischen und Touristen beliebte Badestrände

Wer Menschen, Jubel und Trubel liebt, ist hier also richtig aufgehoben, denn natürlich verfügt man um El Jadida herum über Möglichkeiten zu allen klassischen Strandaktiväten. Doch El Jadida verfügt über weitere Attraktionen: Ein Mal im Jahr findet hier eines der größten marokkanischen Moussems statt, in dessen Rahmen auch “Fantasias” veranstaltet werden, ein sehenswertes Reiterfest. Direkt am Atlantik gelegen, kommen natürlich auch viele Surfer in die Region, Marokko ist ohnehin das beliebteste Ziel der europäischen Surfer in Afrika, nicht zuletzt weil Marokko als der kulturell westlichste Staat der nordafrikanischen Mittelmeer-Anrainer gilt.

Kein Geheimtipp mehr, aber durchaus eine Reise wert: El Jadida mit seiner portugiesischen Festung, direkt am Atlantik. Nur etwa 100 Kilometer von Casablanca entfernt, ist es auch dann recht gut zu erreichen, wenn man auf dem Landwege anreist, denn 2006 wurde hier die die beiden Städte verbindende, etwa 80 Kilometer lange Autobahn eröffnet.

Interessanter Mix aus Europa und Afrika, von Casablanca aus gut erreichbar

Architektonisch wie kulturell gilt die Stadt als eines der eindrucksvollsten Beispiele der Mischung europäischer und afrikanischer Einflüsse. Historisch Interessierte kommen wegen der Bauwerke, Cineasten hingegen vielleicht eher wegen Orson Welles, weil dieser hier einige Szenen seines Films “Othello” drehte. Auch dies geschah übrigens in der portugiesischen Cisterne, während viele weitere Szenen an anderen Orten in Marokko gedreht wurden.

Um sich ein Bild davon machen zu können, wie diese Cisterne denn nun aussieht, im Folgenden ein Video von ihr:



Weitere recht interessante Ort im Umfeld von El Jadida sind der “Royal Golf Club” und ein SOS-Kinderdorf, die gesamte Altstadt, die immer wieder von der Verwaltung in Schuss gehalten wird. Nicht zuletzt kommen die meisten Reisenden aber wegen des Klimas und der Bademöglichkeiten. Wenn man dann noch so etwas Eindrucksvolles wie die obige Cisterne besuchen kann — umso besser.

Creative Commons License photo credit: stefanx80


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